Freitag, 9. Oktober 2015

Manipulationsverdacht: Ist das Synoden-Abschlussdokument jetzt schon fertig?

Eine Synode ohne jede Menge an steilen Thesen und Ver-
schwörungstheorien geht gar nicht. So etwas gehört einfach dazu und findet stets ein dank-
bares, gieriges Publikum. Kürzlich schrieb ich schon
über eine angeblich schon längst in der "Villa Malta" tagende "Geheimsynode", die ein paar Tradi-Internet-
seiten in Rom entdeckt haben. Manch anderer sieht darin dagegen einfach nur ein an den Synodenthemen orientiertes Seminar mit hochkarätiger Besetzung. ---> HIER !
Offenbar machten solche Gerüchte gestern bei den Rom-Korrespondenten die Runde, denn ZDF-Vatikanexperte Jürgen Erbacher berichtet in seinem Blog davon.
Und wie man an diesem Beispiel sieht, enthält so manches Gerücht tat-
sächlich einen wahren Kern. Jürgen Erbacher bestätigt, dass sich die von Papst Franziskus höchstpersönlich bestimmte "zehnköpfige Redaktions-
gruppe"
offensichtlich "bereits im Vorfeld" an Formulierungen für das Dokument arbeitet, denn man will in der Lage sein, trotz der komplexen Themen rechtzeitig zum Schluss der Synode mit dem Dokument fertig zu sein. Man wolle, so Erbacher, "am Ende ein Papier vor(zu)legen, dem eine große Mehrheit der Synodenväter zustimmen kann". - Und er fragt, da die Themen wohl kaum eine Überraschung für die Redaktion sind: "Warum soll es nicht Vorarbeiten geben...?"
Also:  Für das Schlussdokument liegen wohl schon fertige Textbausteine vor, die nur noch überarbeitet und angepasst werden müssen. Ob das ein Drama ist oder nicht, muss jeder für sich selbst beantworten. 

Bei großen Jahresversammlungen und Parteitagen wird übrigens nicht anders verfahren. Da sieht man, wie zeitgemäß doch die katholische Kirche inzwischen ist...
Blogartikel des ZDF-Korrespondenten ---> HIER !

Kommentare:

  1. Mir scheint, auch der KREUZKNAPPE fällt immer öfter
    auf die Tricks der Meinungsmacher herein.
    Tatsache ist doch, dass Papst Franziskus bei der Synode 2014
    und auch jetzt ausschließlich Leute nach seinem Gusto in die
    Redaktion gehievt hat. Er bestimmt also im Vorhinein, in welchem
    Stil das Schlußdokument verfasst wird. Das hat für ihn den Vorteil,
    dass das Dokument ganz auf seiner Linie liegen wird - seine Zustimmung
    ist dann nur noch reine Formsache.
    Bei früheren Synoden wurde das Redaktionsteam aus der Versammlung
    heraus gewählt. Diese demokratische Methode hat Papst Franziskus
    durch seinen diktatorischen Beschluss ersetzt.
    Halleluja - so also geht Kirchenreform!

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  2. Kann mich dem Studiosus nur anschließen. Nur ist diesmal nicht nur die Redaktion entsprechend besetzt worden, die Synode ist ja ähnlich bestückt worden. Warum ist denn z.B. ein so hervorragender Theologe und glaubenstreuer Streiter wie Raymond Card. Burke aus seinen römischen Ämtern entfernt worden und nach Malta verschifft worden?
    Es geht hier nicht nur um Textbausteine! Hier wird an den Fundamenten der Sakramenten- und Sündenlehre gegraben!

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    1. Hätte der Tradi-Hero Benedikt genau dasselbe spiegelverkehrt mit lauter "konservativen" Leuten gemacht, hätten Sie alle gejubelt und das als vorbildliche päpstliche Leadership angesehen. Also, die Aufregung ist reichlich durchsichtig.

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  3. Besonders witzig ist, dass selbst angesehene Journalisten wie
    Erbacher so naiv argumentieren: Er meint sinngemäß, die Besetzung
    der Redaktionsgruppe sei doch keine Manipulation, denn das sei
    schließlich doch auch 2014 so gehandhabt worden.
    Was ist DAS denn für ein Argument?
    Dann könnte man auch sagen, ein Banküberfall im Oktober sei doch
    kein Banküberfall, denn im Mai habe man es auch schon mal so
    gemacht!
    Tatsache ist, dass bei den Synoden vor 2014 stets aus der Versammlung
    heraus gewählt wurde.

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