Dienstag, 27. Oktober 2015

Öffentliche briefliche Zurechtweisung von Papst Franziskus für seinen Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin?

Der Kardinalstaatssekretär, der quasi
als oberster Verwaltungsschef dem Staatssekretariat des Heiligen Stuhls vorsteht, wird gerne mal als "zweiter Mann im Vatikan" bezeichnet.
Vor zwei Jahren holte Papst Franziskus den erfahrenen und als umgänglichen Reformer bekannten Vatikandiplomaten Pietro Parolin als Mann seines Ver-
trauens dort an die Spitze.
Heute überrascht "Radio Vatikan"      mit einer auf den ersten Blick irritieren-
den Meldung: Man verrät damit der erstaunten Öffentlichkeit, dass es einen mahnenden Brief von Papst Franziskus (mit Datum vom 14. Okto-
ber) an Parolin gibt, der wie ein deftiger "Anschiss" des Chefs an seinen wichtigsten Mitarbeiter wirkt. Der Papst habe Parolin darin "zu mehr Sorgfalt in der Personalpolitik aufgefordert", schreibt "Radio Vatikan".

Eine öffentliche Abmahnung des Arbeitgebers? - So könnte man es aufgrund des Artikels leicht deuten, und dann wäre es ein handfester Skandal. ---> HIER !
Vielleicht wäre es doch klüger gewesen, wenn "Radio Vatikan" da etwas weiter ausgeholt hätte, denn es gibt da noch Informationen, die das Ganze in einem etwas anderen Licht erscheinen lassen. Schaut man zu diesem Thema auf einen Artikel bei "kath.ch", wird einem das Anliegen des Papstes deutlicher. Trotz Kurienreform, die offenbar länger dauert als geplant, gelten in der Personalpolitik nämlich weiterhin die bekannten Vorschriften, eine Klarstellung, die auch im Gespräch von Mensch zu Mensch hätte gegeben werden können. 
Ob es überhaupt klug und nötig war, offiziell über diesen mahnenden
Brief zu berichten? Was mag dahinterstecken? ---> HIER !

Kommentare:

  1. Das wird auch auf den zweiten, dritten und vierten Blick
    nicht besser. Solch eine Zurechtweisung ("Aufforderung")
    gehört nicht in die Öffentlichkeit, das ist miserabler Führungsstil.
    Früher hat die kirchenfeindliche Presse solche Schreiben lanciert,
    heute macht das "Radio Vatikan". - Unfassbar!!!

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  2. Egal, was für entschuldigende Erklärungen man da noch
    hinterherschieben könnte - soooo macht man das nicht!
    Parolin steht doch jetzt wie ein Depp da!
    Ich habe während meiner Ausbildung in der Verwaltung gelernt:
    Kritik sollte man nur dann in schriftlicher Form anbringen,
    wenn es unvermeidlich und bedeutsam für spätere Vorgänge
    wird.
    Es sieht jetzt so aus, als wäre Parolin auf der Abschussliste
    des Papstes.

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  3. Kirchenmäuserich27. Oktober 2015 um 20:06

    Ein rätselhafter Vorgang, dieser Brief!
    Will der Papst damit vielleicht indirekt Pietro Parolin
    in Schutz nehmen gegen Beschwerden, er sei bei der Entscheidung
    über die Neueinstellung oder Eingruppierung von Angestellten
    zu streng?
    Solch einen Vorgang, ausgerechnet von Radio Vatikan an die
    Öffentlichkeit getragen, habe ich noch nicht erlebt.
    Man stelle sich solch ein "outing" mal anderswo vor,
    in einem Unternehmen oder in der Politik.
    Die Existenz des Briefes ist das eine, dessen Veröffentlichung
    befremdet doch etwas.

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