Freitag, 9. Oktober 2015

"Vatikan-Magazin": Hat die Kirche bei der Eucharistie-Zulassung längst kapituliert?

Das empfehlenswerte "Vatikan-Magazin" (unter der Chefredaktion
von Guido Horst, den man von der "Tagespost" kennt) beschäftigt sich in
der aktuellen Ausgabe 10/2015 auch
mit dem Thema Eucharistie.
In einer gratis lesbaren pdf-Datei findet man auf 10 großzügig bebilderten Seiten einen Aufsatz des Philosophen Prof. Dr. Robert Spaemann (zur Person siehe ---> HIER !) mit der unmissverständ-
lichen Überschrift "Von der Heiligkeit
der Eucharistie"
.
Die katholische Kirche habe in der Nach-
folge Jesu dem Zeitgeist die Stirne zu bieten, "statt nach Schlupfwegen Ausschau zu halten, die die Botschaft verwässern". Ist das "Salz der Erde", das wir sein sollen, jetzt schal geworden? "Ist die Kirche im Begriff zu ka-
pitulieren?"
, fragt Spaemann besorgt.
Symptom der Kirchenkrise sei auch der Umstand, dass  Ehescheidungen von Katholiken inzwischen "fast so häufig sind wie bei Nichtkatholiken".
Man müsse sich klarmachen, was es in der Konsequenz bedeute, wenn wiederverheiratet Geschiedene, die nach katholischem Verständnis noch
in der ersten Ehe verheiratet sind, zur Kommunion zugelassen und im Gottesdienst gesegnet werden.
Der "außereheliche Beischlaf" werde damit "in eine gottgefällige Handlung verwandelt". Dann sei es eigentlich "nur konsequent, auch homosexuelle Partnerschaften zu segnen".
Spaemann weist schließlich darauf hin, dass die Kirche heute bedaure,
dass "sie im Umgang mit dem Kindesmissbrauch zu wenig die Opfer im Blick hatte". Passiert das Gleiche bei diesem Thema schon wieder?
Man kann sicher davon ausgehen, dass Autor Spaemann nicht nur Zustim-
mung für seine klare Meinungsäußerung erhalten wird... ---> HIER !

Kommentare:

  1. Schon komisch - ich kann es katholischer Ehemann, wenn ich "geschieden" bin (übrigens auch, wenn ich nicht "geschieden" bin) zu einer anderen Frau das allerintimste Verhältnis haben, alles Geistige, Intelektuelle, Erebnismäßige, Seelische, Gefühlige mit ihr teilen - solange ich nur "das eine" nicht tue, ist alles in Butter nach kath. Lehre und kein Problem. "Josefsehen" darf ich also führen so viele und mit wem ich alles will.
    Was für eine lebens- und realitätsferne Fokussierung auf den puren Sex...

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    1. Haben Sie den Artikel (pdf) wirklich gelesen?

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  2. Es ist die alte Diskussion: Kirche der Reinen oder Kirche für alle?
    Schon die Jünger Jesu taten sich schwer mit einer klaren Entscheidung.
    Jesus hat erst garnicht versucht, es allen recht zu machen, wie das
    heute bei vielen Priestern passiert.
    Über bestimmte Themen wird inzwischen weder gepredigt noch in
    Veranstaltungen der Pfarrei auf dem Boden der Lehre gesprochen.
    Frei nach dem Motto: Bloß keinen Kirchensteuerzahler verlieren!

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  3. Vielleicht sollte man auch mal fragen, inwieweit die Kirche eine
    Mitschuld trägt am bejammernswerten geistlichen Zustand vieler
    Katholiken.
    Gerade heute hat die spanische Sprachgruppe bei der Synode dazu
    eine Art Schuldbekenntnis abgelegt: "Wir haben in der christlichen
    Bildung und in der Erziehung zum Glauben versagt."
    Das trifft es!
    Die Frage wird nur sein, ob man überhaupt willens ist, die nötigen
    Konsequenzen daraus zu ziehen. Wo sind die Bischöfe, die in ihrer
    Diözese Verantwortung übernehmen und Katechesen ausarbeiten
    lassen, die in den Pfarreien von den Priestern eindringlich empfohlen
    werden?

    http://de.radiovaticana.va/news/2015/10/09/spanische_sprachgruppe_%C3%BCbt_selbstkritik/1178061

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    1. Diese Selbstbezichtigungen" (die in Wahrheit gar keine Selbstkritik sind, sondern "Konservative" meinen mit dem "wir haben versagt" die "Liberalen") sind billig. Als ob Europa noch christlich wäre, wenn wir in den letzten 50 Jahren flächendeckend die Piusbrüder in den Pfarreien gehabt hätten. Wer solche Dinge behauptet, hat von der Säkularisierung schlicht keine Ahnung und willl sich da auch nicht schlau machen.

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  4. "...Der "außereheliche Beischlaf" werde damit "in eine gottgefällige Handlung verwandelt". ..." -

    Was der Gott von Herrn Spaemann zu meiner Sexualität meint, läßt mich bestenfalls schmunzeln.
    Was weniger lustig ist: Es waren diese gewissen "christlichen" Teile unserer Gesellschaft, gegen die erst 1997 die Strafbarkeit der Vergewaltigung in der Ehe verzweifelt erkämpft werden konnte. Man muß sich das wirklich einmal bewußt machen: Diese Leute (die heute gerade mal wieder kreischend ein anderes Faß aufgemacht haben, diesmal ist es z. B. eine angebliche "Gender-Ideologie") lieferten eine Frau potentiell einem lebenslangen, unbeschreiblichen Martyrium fortgesetzter Vergewaltigung aus.
    Und immer will zufällig "Gott" gerade genau das, was die Herrschaftens meinen. Einige Zeit zurück wäre "Gott" sehr böse geworden, hätte jemand postuliert, daß man Menschen auf keinen Fall lebendig verbrennen darf...

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    1. Haben wir gerade Märchenstunde, Herr Friedrich?
      Seit wann ist die katholische Kirche für die Gesetzgebung
      in der BRD verantwortlich?
      Es war die Politik selbst, die z.B. dafür gesorgt hat, dass
      Frauen in Deutschland bis Ende der 60er Jahre noch nicht einmal
      ein eigenes Bankkonto haben durften, wenn der Ehemann nicht
      zustimmte.

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    2. Ah ja. Die katholische Kirche wirkt selbstverständlich niemals auf Gesetze ein, ah ja.
      Lassen Sie sich in Ihrer Märchenstunde nicht stören. Pssst, keiner störe!

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