Sonntag, 31. Januar 2016

Das wird aber auch Zeit: Der Vatikan will die Zahl der italienischen Diözesen bald drastisch reduzieren!

Manchmal ist man platt,
wenn man eine Zahl liest: Gerade fand ich einen Artikel bei der Nachrichtenagentur "kathpress", dass es in Italien 48,5 Millionen Katho-
liken gibt - und für diese sage und schreibe 226 (!) Diö-
zesen
.
Zum Vergleich:  In Deutsch-
land gibt es 23,5 Millionen Katholiken und 27 Diözesen (was immer noch viel ist). - Jetzt unternimmt der Vatikan einen Anlauf,
um die Zahl auf gewünschte 119 fast zu halbieren.
Das Procedere ist jedoch kompliziert, denn da ist erst einmal die Kirche Italiens und deren Bischofskonferenzen gefragt. Von denen wird bis August ein konkreter Plan für die Maßnahme erbeten.
Ich bin ja mal gespannt, ob das in diesem Umfang gelingt. Schließlich wä-
ren dann etliche Pöstchenbesitzer akut gefährdet und müssten womöglich
- o Schreck - in der normalen Seelsorge Dienst tun...

Man lese und staune  ---> HIER !

Kommentare:

  1. Diözesaner Bürohengst31. Januar 2016 um 13:39

    Die vom KREUZKNAPPEN erwartete Personal-
    einsparung in den Ordinariaten ist leider ein
    Trugschluss.
    Aus meinen persönlichen Erfahrungen mit Verwaltungs-
    reform kann ich nur feststellen, dass bei größeren
    Verwaltungseinheiten auch mehr Personal benötigt wird,
    das gibt also fast eine Null-Rechnung.
    Die meisten Prälaten und Monsignori müssen nicht zittern.

    AntwortenLöschen
  2. Na na, bitte etwas mehr Genauigkeit. Diözesen hat Italien 155. Die übrigen Einrichtungen verteilen sich auf Erzdiözesen und Kirchenprovinzen. Dazu zählen auch noch Kirchenregionen, die Diözesen zusammenfassen. Die 226 Verwaltungseinheiten sind daher also auch noch "Zwischenebenen" und nicht nur einzelne Bistümer.

    Die hohe Zahl ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass diese größtenteils noch einer christlichen Zeit stammen, in welcher man in Germanien noch ganz anderen Kulten nachging. Allein die Kirchenregion Triveneto, die territorial größte und am wenigsten aufgeteilte Kirchenregion besteht aus 4 Kirchenprovinzen und umfasst 15 Diözesen. Das sind nach der obigen Rechnung bereits 20 "Diözesen". Im Übrigen sind bereits 13 Diözesen dort schon „sopresse“, also aufgehoben/Titularbistum.

    Am ehesten verwinkelt sind die süditalienischen Kirchengebiete, sowie das alte Patrimonium Petri: Latium. Da findet sie schon ein Dutzend Bistümer, allein in diesem Gebiet; dabei sind noch die in Rom selbst ausgenommen. Im 4. Jahrhundert hatte schlicht jede Stadt das Recht auf einen Bischof, und daran hat sich größtenteils in Italien nichts geändert. Das ist im Übrigen Beschluss des Konzils von Chalcedon (451) gewesen. Civitas durfte sich nur nennen, wer einen Bischof hatte; und andersherum war jede Stadt mit einem Bischof eine civitas.

    Für die meisten deutschen Städte traf das nicht einmal in der Renaissance zu. Gegen die Großstädte Italiens nahmen sich die meisten Orte Deutschlands – abgesehen von den Ausnahmen Köln, den Hansestädten und dem süddeutschen Raum – bis dahin sehr bescheiden aus, und sollten es auch lange nicht bis zum Beginn der Industrialisierung ab dem 18. Jahrhundert.

    AntwortenLöschen
  3. Es würde mich wundern,
    wenn eine Zusammenlegung in solchem Umfang
    auf Anhieb gelingen sollte.
    Mir ist auch nicht klar, worin wirklich der
    Vorteil liegt. Wenn ich an die Zusammenlegung
    von Pfarreien bei uns denke, dann hat das doch
    auch nichts gebracht!

    AntwortenLöschen

Bitte beachten: DERZEIT versuchsweise wieder Leserkommentare möglich. Anonyme oder beleidigende Zuschriften haben keine Chance! Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht. Bis zur Freischaltung Ihres Leserbeitrages kann es einige Stunden dauern!
Zuschriften, die nach 19.45 Uhr eintreffen, können zumeist erst am
nächsten Morgen online sein!
=================================================================================