Dienstag, 19. Januar 2016

Die dürfen die Wähler nicht sehen: "SWR" gibt Druck der Ministerpräsidenten nach und lässt die "AFD" bei der Politiker-Debatte nicht zu!

Selbstverständlich manipulieren unsere Fernsehsender nicht, und diese sind auch völlig unabhängig. Vielleicht ist es allerdings nicht gerade das, sondern etwas anderes, was ganz aktuell mit einer Maßnahme des "SWR" sehr anschaulich bewiesen wurde:
Vor den anstehenden Landtagswahlen gibt es immer eine "Elefantenrunde", eine Live-Debat-
te der Spitzenpolitiker, damit die Wähler sich selbst ein Bild über Personen und Argumente machen können. Der so unabhängige öffent-
lich-recht Sender "SWR" hat nun beschlossen, den Vertreter der "AFD" nicht daran teil-
nehmen zu lassen.
Der Grund:  Die Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg haben mächtig Druck gemacht und erklärt, sie selbst würden an der Runde andernsfalls nicht teilnehmen. Ein Lehrstück in Sachen Er-
ziehung der Bürger durch die Medien?
Mir jedenfalls, der ich kein Freund der AFD bin, gibt das zu denken.
Ich darf also nach dem Willen jener Ministerpräsidenten nicht erfahren, was die AFD zu den aktuellen Problemen und zu den Argumenten der Regierungsparteien sagt.
Tja, mir scheint, es gibt da sehr verschiedene Auslegungen über Objek-
tivität und Fairness der Medien... und den Druck ausübenden Spitzen-
politiker. Schade!
Man lese und staune ---> HIER
und HIER !

Kommentare:

  1. Das dürfte ein Bumerang gegen die betreffenden
    Ministerpräsidenten und den SWR werden,
    denn genau dies ist das Futter, aus dem man
    "Lügenpresse" belegen kann.
    Ein sehr bedauerlicher Beschluss des SWR,
    der damit demonstriert hat, wer dort eigentlich
    das Sagen hat.

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  2. Helmut Schneider19. Januar 2016 um 15:55

    Wie heißt es doch so schön:
    "Eine Zensur findet nicht statt"
    Theoretisch zumindest.

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  3. 1. Wenn, dann erziehen hier Politiker die Medien, also fair bleiben!
    2. Niemand ist verpflichtet, extremistischen Positionen ein Forum zu bieten, auch die Medien nicht.
    3. In diesem Lande können Sie sich dumm und dusselig informieren, auch über die AFD, besonders auch in katholischen Kreisen. Es gibt keinen Grund für Schnappatmung.

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    1. Das dümmliche Argument von "123"
      fällt auf ihn zurück:
      Nach dieser Logik bräuchte es überhaupt
      keine Fernsehdiskussion zu geben, jeder kann
      sich durch Parteiprogramme informieren.
      Gerade die direkte Live-Auseinandersetzung
      macht dem Bürger aber klar, wo die Unterschiede
      liegen.
      Mit dieser Verweigerung hat der SWR der
      Demokratie einen Bärendienst erwiesen.
      Als ehemaligem DDR-Bürger kommen da ganz dunkle
      Erinnerungen an Medien-Manipulation hoch.

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    2. @ Winfried A.: Schon mal eine Sendung mit Frauke Petry gesehen? Die fällt jedem ins Wort, bügelt Gegenmeinungen einfach ab und grinst arrogant, wenn sie oder die AfD kritisiert oder mit Fakten wiederlegt wird. Was daran ist eine Auseinandersetzung im Sinne einer demokratischen Streitkultur? Was daran ist überhaupt Kultur oder gar Kultiviertheit?

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    3. @Winfried: "Nach dieser Logik bräuchte es überhaupt
      keine Fernsehdiskussion zu geben, jeder kann
      sich durch Parteiprogramme informieren."

      Wird schwer bei der Alternative für die NPD, die immer noch kein Parteiprogramm zusammengebastelt bekommen hat. Aber das soll ja NACH den Landtagswahlen kommen - ein Schelm, wer Böses dabei denkt (Ein Depp, der auf diese lächerliche Truppe reinfällt).

      Zumindest kann die Blökozese jetzt die "Schlag-den-Homo-Wochen" bis zur Landtagswahl verlängern. Schön, wenn man neben den Flüchtlingen auch auf andere eindreschen kann - was wäre das Leben ohne Sündenböcke? Beim Linzer Allerlei wurden jüngst gar Transsexuelle in Schutz genommen, während gleichzeitig in anderen Artikeln homophoben Tiraden Applaus gezollt wurde. Getreu dem Motto: "Jetzt nehmen die uns auch noch die LGTBI-Feindlichkeit weg".

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  4. Na, da bin ich mal auf die juristische
    Auseinandersetzung gespannt und hoffe, dass
    die AfD vor Gericht zieht. Die Chancen sind gut!

    "Ein Blick ins Gesetzbuch, respektive auf die Rechtsprechung, erleichtert die Rechtsfindung.
    Denn darum geht's schlussendlich. Hart im Raum
    stoßen sich Rundfunkfreiheit einerseits und Parteiengleichheit andererseits. Auf eine abge-
    stufte Chancengleichheit können Parteien gegenüber
    dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk pochen, wenn
    sie denn realistische Aussichten haben, ins Parlament gewählt zu werden. So klagten sich schon 1990 die
    Grünen in Nordrhein-Westfalen vor dem Bundesver-fassungsgericht erfolgreich in die TV-Runde.

    http://www.swp.de/ulm/nachrichten/politik/Leitartikel-Soll-die-AfD-an-der-Elefantenrunde-des-SWR-teilnehmen;art4306,3636783

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    1. Ich bin absolut gegen die AfD. Vor allem seit ich hier mitbekomme, dass immer mehr aus der NPD (drohendes Verbotsverfahren) in die AfD wechseln.

      Damals war ich noch ein Fan der Grünen, als die sich in die Elefantenrunde klagten. Und auch wenn es mir sehr sehr schwer fällt: Gleiches Recht für alle. Entweder Elefantenrunde absagen oder die AfD mit reinlassen. Strikte Redezeitgrenzen. Wer gegen die verstößt (egal von welcher Partei!): Ermahnung, nochmals Ermahnung, dann öffentlicher Rausschmiss. Gilt für alle, die an der Elefantenrunde teilnehmen. Ich vermute mal, dass die AfDler die einzigen sind, die dann erst zwei Mal ermahnt werden müssen und wegen weiterer Nichtbeachtung rausgeschmissen werden müssen - und das dann ganz öffentlich im TV und für jeden anschaubar. *fg*

      Ich weiche kurz vom Thema ab und wende mich den AfD-Unterstützern Pegida und der unsäglichen Mistgabel-Rede von Festerling zu:

      Ebenso wie Sie habe ich einige - vor allem erzkatholische Blogs und Nachrichtenportale angeschaut. Ich war und bin doch etwas erstaunt. Kann es sein, dass jene Portale zwar sofort was von Christenverfolgung schreiben wenn in Kleinhinterposemuckel im Rathaus ein Kreuz abgehängt werden soll, aber zutiefst schweigen, wenn da jemand zu Mistgabel-Attacken auf/in Kirchen aufruft? Heißt das letztlich, dass es in einigen stockkonservativen Kreisen geduldet - ja vielleicht sogar befürwortet wird, dass da Menschen mit Mistgabeln die ansonsten geheiligten Kirchenräume schänden und entweihen? Wie (un)heilig sind solchen "Superchristen" denn noch ihre eigenen Gebetsstätten?

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  5. Was da passiert ist, nennt man im
    Volksmund allgemein und treffend "Erpressung".
    Das formuliert auch die "JUNGE UNION"

    https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2016/junge-union-wirft-spd-medien-erpressung-vor/

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  6. Die NPD läd man auch zurecht nicht ein. Viele der NPDler sind jetzt in der AFD. Ergo: keine Extremisten ins Fernsehen.

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  7. Was für ein erbärmliches Signal
    bezüglich der Debattenkultur in Deutschland!
    Bloß keinen Schlagabtausch der Argumente mit
    der AfD. Das erinnert sehr an die ersten Monate
    der Flüchtlingsdiskussion.
    Ich bin empört und traurig, dass da zwei Politiker
    darüber entscheiden dürfen, was ich sehen darf
    und was nicht.
    Wenn es bei dieser Entscheidung des SWR bleibt,
    weiß ich jedenfalls, was ich wähle. Aus Protest!

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  8. Es war über Jahrzehnte gang und gäbe, dass zu solche TV-Diskussionen vor Wahlen Vertreter der im Landtag/Bundestag vertretenen Parteien eingeladen werden. Das ist bez. der AfD in beiden Bundesländern nicht der Fall. Insofern ein völlig korrekter Vorgang, der keinerlei Schnappatmungsanfälle der vielen AfD-Fans unter den Tradis rechtfertigt. Die wählen diese Partei ja sowieso, egal ob die in der Diskussion beteiligt sind oder nicht. :-)

    Wenn die AfD da eingeladen wird, können mit demselben Recht sich auch die NPD oder die DKP oder die Bibeltreuen Christen oder die "Jogischen Flieger" oder die Piraten da einklagen...

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    1. Es fällt mir wirklich nicht leicht, das jetzt hier zu schreiben, ich kann die AfD nicht ab und halte sie für zutiefst undemokratisch:

      Aber in manche Elefantenrunden wurden keinesfalls nur jene eingeladen, die schon im jeweiligen Landtag waren. Es gab und gibt auch Einladungen für Neuparteien, die in den seriösen Umfragen auf einen gewissen Prozentanteil kamen. Die Fragen sind: Wie hoch sind die seriösen Prognosen über den Prozentanteil der AfD bei Landtagswahlen? Wie hat sich der SWR da bisher verhalten?

      Wie hat der SWR bei entsprechenden Prozentanteilsvorhersagen bei den Grünen/Piraten usw. reagiert?

      Wenn bisher solche Neuparteien beim SWR nicht in der Elefantenrunde waren, dann ist es auch okay, wenn dann die AfD nicht drin ist. Wird eben behandelt wie alle Neuvorgängerparteien mit entsprechenden Umfragewerten. Ich fände es allerdings nicht okay, wenn die AfD nun anders behandelt werden würde. Ich denke, da muss man noch genauer nachschauen wie der SWR das bisher gehandhabt hat.

      Auf der anderen Seite wünsche ich mir fast, dass die AfD da mitmachen darf. Ich denke, so eine öffentliche Vorführung ;-) gewisser Verhaltens- und Äußerungsweise würde vielleicht dem ein oder anderen klar machen, was da für Meinungen und Menschen dahinter stecken und vielleicht den ein oder anderen gemäßigten AfD-Geneigten dazu bringen jene Partei letztlich doch nicht zu wählen.

      Erstaunt war ich über die Äußerungen einer AfD-Grande-Dame bezüglich Hirntod und Organspendeausweis. So viel Selbsterkenntnis hätte ich jener Frau nicht zugetraut, dass Sie öffentlich bekundet, dass sie ihren Organspendeausweis abgibt, da es ja Menschen gibt, die ohne Hirn quicklebendig sein können. Und was man nicht hat und braucht um quicklebendig zu sein, das kann man nicht spenden und kann daher den Organspendeausweis zurecht abgeben. *fg*

      zum Hirntod-Argument:
      https://www.facebook.com/BeatrixVonStorch/photos/pb.549796328395150.-2207520000.1452941288./1035555139819264/?type=3&size=1048%2C1048&fbid=1035555139819264

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  9. Helmut Schneider19. Januar 2016 um 17:23

    "Dass der SWR die in Stuttgart nach wie vor außerparlamentarische Linke 2011 in die Spitzenkandidatenrunde geladen hatte, war auch vor
    der Einstweiligen Anordnung der Karlsruher Richter
    in Sachen Grüne zu sehen. Die derzeit drei Prozent
    für die Linke sind vielleicht vernachlässigbar.
    An der in Umfragen auf inzwischen zehn Prozent
    angewachsenen AfD vorbeizukommen, ist für den Sender
    aber wohl nicht möglich."

    http://www.swp.de/ulm/nachrichten/politik/Leitartikel-Soll-die-AfD-an-der-Elefantenrunde-des-SWR-teilnehmen;art4306,3636783

    Ich wünsche dem SWR, dass die AfD vor Gericht zieht.

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  10. Es ist dem SWR hervorragend gelungen,
    die Glaubwürdigkeit an die Fairness und
    Neutralität der Fernsehmacher mit einem Schlag
    in den Klo zu kippen.

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  11. Herzlichen Dank an den SWR
    für die kostenlose Werbung für die AfD.
    Inzwischen dämmert das auch Teilen der Presse:

    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article151206360/Der-SWR-besorgt-den-Wahlkampf-fuer-die-AfD.html

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  12. Ein Münchner auf Erden19. Januar 2016 um 19:44

    Der Rücktritt des SWR-Intendanten sollte
    jetzt in Erwägung gezogen werden.
    Wie ein Journalist gerade schreibt:
    Das, was der SWR da geboten hat, ist eine
    "Bankrotterklärung des Journalismus"

    http://www.hna.de/politik/kommentar-ausladung-spitzendiskussion-beim-swr-bankrott-mainz-6047685.html

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    1. "Die AfD-Leute nerven

      Und zwar in solch einer Frequenz, Permanenz und Penetranz, dass man sich das Talkshowgucken fast schon abgewöhnen möchte. Die Moderatoren von ARD und ZDF laden immer wieder AfD-Politiker ein. Sei es der nervtötende Bernd (pardon: Björn) Höcke damals bei „Günther Jauch“; AfD-Chefin Frauke Petry war im Oktober bei „Maybrit Illner“, Armin Hempel im Dezember bei „Anne Will“, und erst am Montag der brandenburgische Fraktionschef Alexander Gauland bei „Frank Plasberg“.

      Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Das Gefühl ist, dass AfD-Vertreter sogar häufiger zu Wort kommen als manche Oppositionspartei im Bundestag – das sollte mal ein Medienforscher nachzählen.

      Fakt ist: Die AfD-Leute sind da. Sie nerven. Sie hetzen. Und sie profitieren von der Bühne, die das öffentlich-rechtliche Fernsehen ihnen gibt.

      Auch die Talkshowmacher haben nur Vorteile: Die AfD zieht. Sie bringt Quote. Da scheint es egal zu sein, ob man ihr damit noch mehr Zulauf beschert oder ob man von denjenigen, die man einlädt, zugleich als „Lügenpresse“ beschimpft wird.

      Es ist, als litten die Medien am Stockholm-Syndrom, bei dem sich das Opfer in seinen Geiselnehmer verliebt.

      Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, wenn man der AfD mal eine klitzekleine Sendepause verordnet."
      http://www.cicero.de/berliner-republik/sperre-der-afd-gut-gemacht-swr/60386

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