Mittwoch, 20. Januar 2016

Fernsehserie "Um Himmels willen" - Warum ist sie eigentlich so erfolgreich?

Der dort auftretende "Bischof" bekennt sich im wirklichen Leben als Atheist, der Dreh-
buchautor ist schon vor etlichen Jahren aus der evangelischen Kirche ausgetreten und be-
kennt, er habe "null" katholi-
schen Hintergrund.
Das allein wird es gewiss nicht sein, was den Erfolg der Serie ausmacht, die einen fast ein klein wenig an Don Camillo
und Peppone erinnert.
Die Serie läuft seit 2002 - und es ist kein Ende in Sicht. Nicht nur katholische Seiten berichten jetzt über den ersten Film aus der neuen 15. Staffel, und man ist sich nicht so wirklich einig, was die Gründe für den jahrelangen Erfolg sind.
Klar, ein bisschen heile Welt tut uns allen gut, so zwischen dem ständigen Mord und Totschlag in anderen Fernsehserien. So genau weiß man es auch bei den Machern nicht, warum das so gut funktioniert. Der Drehbuchautor vermutet, die Figuren seien klar charakterisiert, hätten auch allerlei allzu menschliche Probleme, aber es gebe vor allem eben immer ein garantiertes happy-end.

Im Gegensatz zu katholischen Seiten findet die "FAZ" gerade, dass es deshalb so gut damit läuft, weil dies die richtige Serie "für die Merkel-Jahre" sei, bei denen die Frauen das Sagen haben. Und außerdem sei die Serie entlarvend, eine "Dekonstruktion des heiligen Scheins".
Ich weiß es auch nicht, muss ich natürlich gestehen. Wir schauen uns das auch öfter an, im trauten abendlichen Familienkreis, und unterhalten uns nebenbei prächtig während der Filmchen. Man verpasst ja nicht allzuviel, wenn man mal ein paar Minuten nicht hinschaut...
Zu katholischem Jubel über die Serie besteht aber auch kein wirklicher Anlass; warten wir mal ab, was da alles noch aufgetischt wird. Die Präsen-
tation eines homosexuellen Pfarrers im Jahr 2015 war da sicher nur ein Versuchsballon. So wie man die Fernsehmacher kennt, wird da noch Def-
tigeres kommen, der Quote sei's geschuldet...

Dass "katholisch.de" gerade ganz aktuell als journalistische Leistung ein Interview mit dem Drehbuchautor veröffentlicht, das am 29.12.2015 genau so bereits beim Kölner "domradio" zu lesen war, ist noch ein kleiner Gag oben drauf...
Die "FAZ" ---> HIER !
Kölner "domradio" ---> HIER !
"domradio"-Interview vom 29.12. ---> HIER !
"katholisch.de" am 19.1. ---> HIER !
Mein kritischer Artikel vom 19.4.2015 zur Serie ---> HIER !       

Kommentare:

  1. ich glaube die Serie steht und fällt mit ihren überzeichneten Figuren, vor allem den Hauptpersonen. Dazu gehört der Bischof aber nicht. Seine einzige Eigenschaft ist das "Kekse essen". Nein, im Sinne von "katholisch" kann man die Serie nicht einstufen, aber sie ist von der Thematik her mal was anderes als die inzwischen sehr political correcte Lindenstraße. Allerdings wird die Serie auch wohl in diese Richtung laufen. Ich schaue sie seit vielen Jahren nicht mehr, kein Fernseher.

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  2. Die Kirchenjournalisten, die sich lobend über diese
    Serie äußern, haben diese wohl noch nie gesehen.
    Was für ein albernes Bild über die katholische Kirche
    wird da vermittelt?!
    Eine Schwester, die den ganzen Tag wie gehetztes Wild
    herumwirbelt und nie da ist, wenn man sie im Kloster
    braucht, ein Bischof, der anscheinend nichts zu tun
    hat und auf Pfiff bei der Ordensleitung auf der Matte
    zu stehen hat - das ist doch unterste Schublade!

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  3. Märchenstunde im Ersten.

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  4. Man sollte auch mal schauen, was die Konkurrenz
    im Fernsehen um diese Uhrzeit dienstags bietet.
    Da ist das noch am ehesten erträglich,
    diese Art "Traumschiff" auf vermeintlicher Kloster-Art.

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  5. Protestantischer Konvertit20. Januar 2016 um 11:48

    Ich glaube, die Nonnengemeinschaft steht einfach für eine im Grunde harmonische, grosse Familie, in der es auch mal Streit gibt, aber dann versöhnt man sich wieder. Der Bürgermeister hingegen ist der Typ sympathischer Bösewicht, der sich heimlich nach Zuneigung sehnt. Ausserdem muss man nicht ständig brutale Szenen mit ansehen, die dann auch von den Zeitungen noch als hohe Kunst gepriesen werden...

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