Donnerstag, 28. Januar 2016

Seelsorge-Studie: 40 % von 83 Priestern haben Probleme mit sozialen Bindungen...

Auf der Seite "katholisch.de" kann man aktuell vom zweiten Teil
der großen Seelsorge-Studie lesen, die 2015 schon für einigen Wirbel sorgte.
Bereits die Deutung der großen Befragung im Vorjahr war nicht ganz einfach, denn je nach Blickwinkel gab es ganz andere Grün-
de zur Sorge, als in den Medien marktschreierisch dargestellt
; man schaue mal meine beiden Artikel dazu ---> HIER und HIER !

Nun erfahren wir also, dass man 83 "Seelsorger" (das müssen also nicht mal Priester sein!) ergänzend besonders gründlich befragt hat, und von denen hätten etwa 40 % (das wären dann also exakt 33,2 Seelsorger...) einen auffallenden Anteil an "deutlich erhöhten unsicher-distanzierter Bindungen" gezeigt. 
Die Folge davon sei "eine erhöhte psychosomatische Belastung", also z.B. Depressionen. Besonders deutlich sei das innerhalb dieser befragten Grup-
pe bei den Priestern, heißt es.
Und dann kommt die kleine Überraschung im Ergebnis: Aufgrund der ausführlichen Interviews kommen die Forscher zu der Erkenntnis, dass das "wesentlich in den frühkindlichen Bindungserfahrungen begründet" sei.
Mit anderen Worten interpretiere ich das jetzt mal so:
Nicht der Priesterberuf an sich ist ein Belastungsproblem, sondern die frühkindliche Entwicklung des Priesters. Platt gesagt: Heißt das, wenn die Mutti ihn nicht genug gedrückt und geknuddelt hat, wird der Priester spä-
ter leichter depressiv?  

Artikel bei "katholisch.de"  ---> HIER !

Kommentare:

  1. Ich weiß, es muss wohl solche Studien geben,
    und eine Reihe von Wissenschaftlern und Theologen
    findet hier wieder eine dankbare Beschäftigung.
    Gefährlich wird es aber, wenn man das Heil in
    Prozentergebnissen sieht, statt in einer soliden
    Priesterausbildung und in einer frommen Gemeinde.

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  2. Ich vermute mal, dass um die Ecke herum
    als Nächstes die Schlussfolgerung der Forscher
    präsentiert wird, dass man die Bindungsprobleme
    der 40 % am besten dadurch abbaut, indem man
    den Zölibat streicht. Dann wird geheiratet,
    und dann haben die Priester Bindungen en masse.
    Bei den evangelischen Kollegen können die sich
    dann mal nach der auffallend hohen Scheidungs-
    rate erkundigen.
    Wie wär's mit einer Studie dazu?

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  3. Ich halte von solchen Studien garnichts.
    Erstens helfen sie in der Praxis nicht weiter,
    weil das Hauptproblem nicht gelöst wird,
    der Priestermangel.
    Und zweitens haben die meisten Untersuchungen
    ihre Schwächen. Das geht allzu oft nach dem
    Motto, dass da etwas Bestimmtes herauskommen soll,
    und dann kommt es auch heraus.
    So erfahren wir z.B. durch eine wissenschaftliche
    Untersuchung allen Ernstes von einer seriösen
    Universität, dass alle (!) Frauen eigentlich
    lesbisch sind; es gibt gar keine heterosexuellen
    Frauen...

    http://www.queer.de/detail.php?article_id=24981

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  4. Ihre frage: "Heißt das, wenn die Mutti ihn nicht genug gedrückt und geknuddelt hat, wird der Priester spä-
    ter leichter depressiv?" Kann es auch sein, dass diese ungeknuddelten Personen gerne Priester werden?

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  5. Wenn man über Jahrzehnte so erlebt hat, wie unsicher, verhuscht und lebensuntüchtig viele unserer Priester neben ihren jeweiligen evangelischen Pfarrerkollegen wirken, dann kann man schon auf solche Gedanken kommen.

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    1. Ja, ja, Francesco,
      der evangelische Kollege hier am Ort
      war so lebenstüchtig, Frau und Kind zu verlassen
      und ist nun irgendwo in Thailand auf einem
      Selbsterfahrungstrip.
      Der katholische Kollege betreut über 8.000
      Gläubige und engagiert sich, lebensfreund
      und unsicher wie er ist, auch noch aktiv
      in der Flüchtlingshilfe und als Notfallseelsorger.
      Wie schön, dass Sie keine Vorurteile haben...!

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    2. Ich sage nur, wie ich es (in insgesamt vier verschiedenen Pfarreien) erfahren habe. Schön, wenn Sie andere Erfahrungen machen.

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