Samstag, 30. Januar 2016

Wie ein KNA-Artikel den neuen Nuntius in der Schweiz madig machen will...

Den 100 % reinen objektiven Artikel wird es kaum geben; ich als Blogger bin mir durchaus be-
wusst, durch meine persönliche Brille auf Kirche und Welt zu schauen.
Dann und wann wer-
de ich durch Leser wieder zurechtge-
stutzt, und das ist auch gut so.
Ein ganz anderes Maß an Verantwortung im Vergleich zu einem Blogger trägt die Katholische Nachrichten-Agentur KNA, deren Artikel-Vorlagen
in etlichen Medien ganz oder gekürzt wiedergegeben werden und dadurch wesentlich mehr Menschen erreichen

Da sollte es für die gut bezahlten Profis dort selbstverständlich sein, mit besonderer Gründlichkeit und alle Seiten fair und ausgewogen betrachtend an Sachverhalte heranzugehen.
Das scheint mir allerdings nicht immer der Fall zu sein. Ein neues Beispiel liefert da - aus meiner Sicht - ein aktueller Artikel über den neuen Nuntius in der Schweiz, Erzbischof Thomas Edward Gullickson. Egal ob bei "katholisch.de", beim Kölner "domradio" oder auf anderen katholischen Internetseiten: Man erfährt gerade durch die Redaktion von KNA,
dass es über ihn "bereits Gerüchte" gibt und dass er in der Schweiz
"die Gemüter"
(wie viele sind es denn?) mit kritischen Anmerkungen über die dortigen Kirchenverhältnisse "erhitzt". Dann findet man aber den Hinweis, dass es sich um eine "breite Allianz aus zumeist linkskatholischen Organisationen" handele, die da über den "Neuen" meckern.
Anschließend folgt bei KNA der Hinweis auf ein weiteres Gerücht, dass er seinen Posten in der Ukraine verlassen musste, weil er mit seiner Mei-
nung nicht hinter dem Berg hielt. Schrecklich: Auch "geharnischte Leser-
briefe"
habe es in der Schweiz schon gegen ihn gegeben, werden wir infor-
miert. Kein Wunder, denn - so KNA - die betreffenden linkskatholischen Kritiker finden, der Nuntius sei "einem völlig überholten Kirchenbild verpfichtet".  Angeblich soll er sogar die Deutsche Bischofskonferenz als "häretisch" bezeichnet haben, wofür allerdings im Artikel kein genauer Beleg geliefert wird. Ein Link von vielen dazu ---> HIER !
Es ist ja durchaus o.k, wenn man bei KNA auch über linkskatholische Kreise der Schweiz schreibt, aber gleich mehrfach in einem Artikel mit Gerüchten zu hantieren und ausschließlich die linke Ecke zu Wort kom-
men zu lassen, grenzt in meinen Augen schon ein Dreistigkeit und ist mir zu einseitig.

Es ist sicher auch bei KNA bekannt, wie schwierig die Situation der katholischen Kirche gerade in der Schweiz ist. Es geht auch sachlicher,
und gerade wenn man meinen ersten nachfolgenden Link studiert hat, merkt man gleich, dass dies nicht so recht zum KNA-Artikel passen kann. Ergänzend schaue man z.B. mal ---> HIER und HIER und HIER

Haben Sie, liebe Leser, vielleicht schon mal das Gerücht gehört, man werde nun bei KNA darüber nachdenken und auch die Meinung der Gegenseite in einem Artikel darstellen...?

Kommentare:

  1. Beim Lesen des KNA-Artikels fiel mir
    spontan der Begriff "STIMMUNGSMACHE" ein...

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  2. Das kommt bei KNA schon mal vor...

    Aktuell ein Artikel, der Polens Bischöfe
    kritisiert:
    http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/kein-kommentar

    Der Tonfall ist da auch schon fast anklagend.
    Vielleicht sollte man sich lieber mal der Deutschen
    Bischofskonferenz zuwenden, da gäbe es genug zu tun!

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  3. Ordinariatsgeschädigter30. Januar 2016 um 20:11

    Ja, das kommt schon mal vor,
    und wenn's sein muss, mehrmals die Woche.
    Heute z.B. war in Rom der "Family Day"
    als Protest gegen die Pläne zur Homo-Ehe.
    Die Veranstalter schätzen 2 Millionen Teilnehmer,
    italienische Medein schreiben von Hunderttausenden,
    und KNA bzw. "katholisch.de" formuliert dann
    mal "Zehntausende". - Super....!

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  4. ??? Der „ERSTE NACHFOLGENDE LINK“ des Kreuzknappen zeigt m. E. nicht, dass „dies nicht so recht zum KNA-Artikel passen kann“, sondern im Gegenteil, dass es voll und ganz zum kritischen KNA-Artikel passt. Zitat aus dem „ersten nachfolgenden Link“:

    „Liberalismus ist Sünde: Wie viele Vertreter des US-amerikanischen Klerus liegt Gullickson auf der konservativen Linie. So empfiehlt er in einem seiner letzten Blog-Beiträge unter dem Titel «Ultramontanist und stolz darauf» eine neu erschienene englische Übersetzung des Buches «Liberalismus ist Sünde» zur Lektüre. Dieses antimodernistische Standardwerk, das der spanische Priester Félix Sardá y Salvany Ende des 19. Jahrhunderts geschrieben hat, öffne Türen für jene Katholiken, die lieber Christus folgen wollten, als den Zeitgeist zu umarmen.
    Seit seinem Amtsantritt in der Schweiz hatte der Erzbischof noch keinen Kontakt zu traditionalistischen Glaubensgemeinschaften, doch schätzt er deren Arbeit. «…Vielleicht haben die Traditionalisten das Zweite Vatikanische Konzil richtig verstanden.»“

    Zur Vertiefung, gerade auch bzgl. des vom Nuntius geschätzten Buches „Liberalismus ist Sünde“:
    https://www.journal21.ch/der-nuntius-im-zwielicht

    Daraus (klar vorausgesetzt, um Missverständnissen vorzubeugen, dass ich den Nuntius natürlich nicht im Allergeringsten mit IS in Verbindung bringen möchte, das wäre kompletter Hirnriss, und das ist mit Sicherheit auch nicht so vom Autor des Artikels gemeint, der bezieht sich auf Salvany):

    „In seiner Einleitung beschwört Félix Sardá y Salvany mit Berufung auf die Kirchengeschichte schon fast in IS-Manier einen kriegerischen Katholizismus im Kampf gegen teuflische Mächte … Spätestens wenn ihm dieser Spiegel des 21. Jahrhunderts hingehalten wird, müssten Thomas Gullickson die Augen aufgehen: Welch verheerende Schäden richten die Ablehnung eines liberalen Freiheitsverständnisses zusammen mit einer fundamentalistischen Berufung auf göttliches Recht heute in der Welt an.“

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    1. "Bei einem Blick auf seine diplomatische Karriere fällt auf, dass Gullickson seit 1985 immer wieder auf Posten war, wo gerade Weltgeschichte geschrieben wurde. Bevor er im September von Papst Franziskus zum Apostolischen Nuntius in der Schweiz und in Liechtenstein berufen wurde, übte er dieses Amt vier Jahre in der krisengeschüttelten Ukraine aus, wo er sich allerdings nicht richtig wohl fühlte. 1990 hatte er die Ehre, als erster Nuntius seit dem Zweiten Weltkrieg in der Tschechoslowakei die Nuntiatur in Prag zu eröffnen. Während über acht Jahren in Deutschland, die ersten fünf in Bonn, und dann nach Übersiedlung in der neuen alten Hauptstadt Berlin trug er dazu bei, Kirchenverträge in den neuen Bundesländern auszuhandeln."
      Auch das steht im zitierten Artikel!

      Nun hat ja jeder so seine Brille auf, und das
      trifft auf den Link zu "journal21" ganz sicher
      auch zu. Wenn man sich anschaut, welche anderen
      Artikel der Autor geschrieben hat, kann man ihn
      schnell als Linkskatholiken verorten.
      Was kein Vorwurf ist, aber man sollte schon
      berücksichtigen, mit welchem Ziel er das schreibt,
      wenn er z.B. betont, der Nuntius habe früher mal
      Cowboy werden wollen. Sowas wirkt eher peinlich.

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