Sonntag, 21. Februar 2016

Komplizierter als gedacht: Auch Flüchtlinge sind nicht unschuldig am Bus-Konflikt von Clausnitz, sagt die Polizei!

Ich schrieb schon über die dramatischen und beschämenden Ereignisse vor einem Flücht-
lingsheim in Clausnitz, wo ein Bus mit Flüchtlingen von einer pöbelnden Menge blockiert wurde.
Fremdschämen - das war meine erste Reaktion. Heftig diskutiert wird inzwischen in den Medien auch über den Polizeieinsatz, insbesondere über die Szene, wie ein Junge gewaltsam aus dem Bus gezerrt und ins Haus gebracht wird.
Nun kommt bröckchenweise noch mehr an In-
formationen heraus, und die Polizei wehrt sich gegen Vorwürfe. Um es klar zu sagen:
Was jetzt bekannt wird, entschuldigt in meinen Augen die "Wir-sind-das-Volk"-Schreihälse vor dem Bus nicht, aber es ge-
hört zur Fairness, auch neue Erkenntnisse nachzutragen.
So berichtet die Polizei z.B., das der betreffende Junge im Bus nicht nur den Stinkefinger gezeigt habe, sondern die Situation auch dadurch ange-
heizt habe, indem er ein unmissverständliches Zeichen nach draußen gab, das als Drohung "Halsabschneiden" gelten kann.
Auch ist zu sehen, wie eine Flüchtlingsfrau im Bus nach vorne an die Frontscheibe kommt und dann in Richtung der Demonstranten spuckt.
So etwas trägt natürlich auch nicht gerade zur Deeskalation bei...

Nun erfährt man auch, dass sich die Lage dort deshalb so hochschaukeln konnte, weil die Polizei fast zwei Stunden (!) brauchte, bis die angeforderte Verstärkung in Clausnitz eintraf. Das sagt ja auch etwas über den Zustand der Polizei und der inneren Sicherheit...
Kurzum: Es ist mal wieder etwas komplizierter als gedacht. Was aber nichts daran ändert, finde ich, dass solche Hasstiraden - von wem auch immer - einfach nur beschämend sind. 
Zeitungsbericht über beiderseitige Provokationen ---> HIER !