Montag, 30. Mai 2016

Aus "Ehrfurcht" vor Flüchtlingen nicht zersägt: Flüchtlingsboot kommt jetzt in den Kölner Dom!

Da musste ich doch zweimal hingucken. Wir erinnern uns
an die umstrittene Aktion von Kardinal Woelki, an Fron-
leichnam
ein Flüchtlingsboot als Altar zu verwenden. Es gibt bekanntlich noch mehr Pro-
bleme, doch dafür gab es keinen Altar ---> HIER !

Nach Fronleichnam hieß es, die Idee, das Boot in den Dom zu stellen, scheide aus. Es passe nicht durch das Portal, und das Boot für den Transport in den Dom zu zersägen, käme "aus Ehrfurcht vor den Menschen (!)", die in diesem Boot gesessen haben, nicht in Betracht. ---> HIER !
Nun hat man getüftelt und doch eine Lösung gefunden, wie man das Boot zur weiteren Ausstellung in den Dom bekommt, ohne dass die Ehr-
furcht vor den Flüchtlingen leiden müsste. ---> HIER !

Bei Ehrfurcht wäre mir zuerst mal jemand anderes eingefallen. Einen weiteren Kommentar verkneife ich mir... 

Kommentare:

  1. Ein Unglück (Fronleichnamsaltar Boot)
    kommt eben selten allein.
    Nicht nachvollziehen kann ich, dass die Dom-
    Verantwortlichen "Ehrfurcht" vor Flüchtlingen haben.
    In unserer Pfarrei betreuen wir auch Flüchtlinge,
    aber wir haben keine Ehrfurcht vor ihnen, sondern
    wir haben Verständnis und leiden mit ihnen.
    Ehrfurcht haben wir vor Gott.
    Schade, wenn das in Köln anders gesehen wird.

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  2. Wie war das noch, KREUZKNAPPE?
    Hatten Sie nicht heute morgen noch angekündigt,
    nicht mehr gegen Flüchtlinge hetzen zu wollen,
    und jetzt diese billige Polemik!

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    1. DER KREUZKNAPPE30. Mai 2016 um 20:05

      Ich hetze nicht gegen Flüchtlinge.
      Auch gegen die Domherren von Köln hetze ich
      nicht, sondern ich kritisiere.
      Und zwar nicht generell und pauschal, sondern
      in einem ganz bestimmten Punkt.
      Mir will nicht einleuchten, wie man bei
      allem Respekt vor dem schlimmen Schicksal
      "Ehrfurcht" vor einem Bootsflüchtling haben
      kann.
      Wikipedia definiert Ehrfurcht
      "... mit Verehrung einhergehende Furcht. Sie bezieht sich immer auf einen übermächtigen (erhabenen) Adressaten, ob real oder fiktiv. Sie kann individuell oder allgemein üblich sein. Sie empfinden zu können, wird zumeist als Tugend angesehen. „Ehrfurcht“ ist stärker als „Scheu“ oder „Achtung“, schwächer als „Unterwerfung“ oder „Anbetung“. Im Brockhaus von 1896 wird die Ehrfurcht als „der höchste Grad der Ehrerbietung,..."
      Da würde mir - wie vielen anderen - Gott einfallen.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Ehrfurcht

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    2. @KREUZKNAPPE: Im Wikipedia-Artikel steht aber auch folgendes: "Der Begriff wird oft im religiösen, ethischen oder ästhetischen Kontext verwendet." - Auch wenn Ihnen das nicht einleuchten will.

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    3. Ach und noch ein schöner Artikel aus der "Zeit" zum Thema: "Ehrfurcht wird durch Erfahrungen ausgelöst, die jenseits unserer Kontrolle und unseres Vorstellungsvermögens liegen", schreibt er in seinem Buch Born to be good. Bei solchen Erlebnissen gehe es im Kern darum, die eigene Begrenztheit zu erkennen. Den Blick von sich selbst wegzulenken, hin zu einer Sache, die größer ist als wir. Unbedeutend fühlten wir uns dann, sagt Keltner, wie "kleine Körnchen von Materie in der Unermesslichkeit des Universums". Ehrfurcht macht bescheiden." - Schön gesagt, nicht wahr? http://www.zeit.de/zeit-wissen/2014/05/ehrfurcht-psychologie-transzendenz

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    4. Zitat Kreuzknappe (unter Berufung auf Wikipedia): „Mir will nicht einleuchten, wie man … "Ehrfurcht" vor einem Bootsflüchtling haben kann. … Ehrfurcht - … da würde mir - wie vielen anderen - Gott einfallen.“

      Kreuzknappe sollte sich statt an Tante Wiki besser z. B. an Papst Benedikt XVI. halten – der explizit (auch) von Ehrfurcht vor dem Menschen (und vor mehr noch) spricht, so in „Gott und die Welt – Gespräch mit Peter Seewald“:

      „Dieses besondere Geschaffensein von Gott zu sehen ist sehr wichtig, um die Einzigkeit und Würde des Menschen und damit den Grund aller Menschenrechte zu erkennen. Es gibt dem Menschen die Ehrfurcht vor sich selber und vor dem anderen. In ihm ist Gottes Atem da.“

      „Er (der Mensch) soll dabei immer die Ehrfurcht vor diesen Geschöpfen (gemeint sind die Tiere) bewahren.“

      „Ehrfurcht vor der Schöpfung“

      „Diese grundlegende, bleibende Ehrfurcht vor dem Menschen“

      „ …wenn ich nicht in mir die innere Ehrfurcht vor der Person des anderen … gewahrt habe“

      „Ich muss sagen, ich bin altmodisch genug, um das Begräbnis immer noch als den eigentlichen christlichen Ausdruck der Ehrfurcht vor dem Toten, vor dem menschlichen Leib, und der Hoffnung, daß ihm Zukunft geschenkt ist, anzusehen.“

      Und auch bei den Traditionalisten, konkret: den Piusbrüdern, finden sich Begriffe wie „Ehrfurcht vor der Schöpfung“ oder die Bitte: „Komm, Heiliger Geist, und lehre uns die Ehrfurcht vor dem Menschen, der geschaffen ist nach dem Ebenbild Gottes!“

      Scheint also keine modernistische Schwafelsprach-Erfindung zu sein.

      Was meint der Kreuzknappe dazu?

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  3. Während die Gutmenschen sich in Köln und in Leipzig für ihre Gesinnungsethik feierten, ertranken wieder viele hundert Menschen im Mittelmeer, die sie mit ihrer Willkommenskultur nach Europa gelockt hatten.

    Mindestens Stärke 10 der nach oben offenen Liebermannskala!

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    1. Die nach oben offene Liebermannskala wird vor allem von Menschen wie Ihnen mit Ihrem Hohn gegen alles Fremde und Schwache täglich bedient - Ihr Freund Gauland läßt grüßen!

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    2. Semper Catholicus31. Mai 2016 um 12:05

      @Bianca:
      Und wenn das nie in ihr GutmenschInnenhrn reingeht: Alexander Gauland ist ein Hoffnungsträger, einer der ganz wenigen Politiker, die noch Klartext reden und sagen, was die große Mehrheit der DEUTSCHEN wirklich denkt. Jeder echte traditionstreue Katholik kann nur dankbar sein, dass wir noch solche Männer haben!

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    3. katholischer Christ31. Mai 2016 um 13:20

      @Bianca:
      Es ist für einen gutwilligen Menschen sicherlich nicht leicht, die Schuld an dem Elend auf dem Mittelmeer auch ein wenig bei sich zu suchen, aber wer Anreize für die Migration schafft, muß auch bereit sein, sich mit den Kosten auseinanderzusetzen. Und mit Kosten meine ich nicht nur das Geld.

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  4. Ich weiß, ich weiß, der Kreuzknappe hat schon mehrfach bemängelt, dass Woelki an Fronleichnam zwar die Flüchtlingsthematik, aber nicht die Abtreibungsthematik aufgegriffen hat. Doch muss er denn immer beides/alles erwähnen? Was spricht dagegen, dass er sich an Fronleichnam mal auf dieses eine Thema konzentriert hat? Ich darf den Kreuzknappen daran erinnern, dass Woelki z. B. im Januar in einer Predigt nicht nur das Flüchtlingsthema angesprochen hat, sondern mit besonderer Betonung auch die Abtreibungspraxis deutlich kritisiert hat. Kreuzknappe selbst hat damals darüber berichtet – nur waren dem Kreuzknappen diese deutlichen, kritischen Worte Woelkis zur Abtreibung dann auch wieder nicht genug …

    http://kreuzknappe.blogspot.de/2016/02/kardinal-woelki-beklagt-hohe-zahl-von.html

    Tja, wie soll Woelki es dem Kreuzknappen nur Recht machen?

    Und das mit der „Ehrfurcht“ vor den ertrunkenen oder geretteten Flüchtlingen – da greift der Kölner Dompropst theologisch korrekt nur das auf, worauf auch Woelki an Fronleichnam verwiesen hat und was biblische Lehre ist: im notleidenden Nächsten Jesus zu erkennen – und falls ich das mache und mir darüber hinaus die Würde jedes einzelnen Menschen vor Augen halte, dann bringt das selbstverständlich Ehrfurcht vor dem notleidenden Nächsten mit sich. Und wenn dem Kreuzknappen bei „Ehrfurcht“ zunächst mal jemand anders einfällt (womit er, denke ich, Gott/Jesus meint) – erstens ist eben die Ehrfurcht vor dem notleidenden Nächsten zugleich Ehrfurcht vor Jesus, und zweitens – losgelöst von der Nächsten-Betrachtungsweise – kommt die (ich nenne es jetzt mal so) „unmittelbare“ Ehrfurcht vor Gott/Jesus im Kölner Dom nun wahrlich nicht zu kurz bzw. steht an erster Stelle. Wie berichtet wird, steht das Flüchtlingsboot auch nur ganz hinten im Dom in der zum Barmherzigkeitsjahr eingerichteten „Ecke der Barmherzigkeit“, da, wo sonst zur Weihnachtszeit die Krippe steht. Also kein Grund zu Polemik und Aufregung.

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  5. Zweierlei:
    Mit der Vokabel "Ehrfurcht" hat man sich bewusst
    oder unbewusst Missverständnissen ausgesetzt. Die
    Entscheidung für diesen Begriff war äußerst unklug
    und dient nicht der Einheit der Christen, sondern
    der Spaltung - wie man an den Reaktionen schon sieht.

    Zweitens:
    Warum soll das Boot in den Dom?
    Das ist weder theologisch noch ästhetisch sinnvoll,
    und es stellt sich die Frage, was noch alles danach
    mitten im Dom deponiert werden soll.
    "Du sollst keine fremden Götter neben mir haben".
    Für mich ist das eine weitere zeitgeistige
    Enttäuschung aus Köln.

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    1. Es ist aber ein ethischer Fingerzeig auf unsere eigene Begrenzheit bzgl. Offenheit, Toleranz, Mitleid (im besten Sinne) Barmherzigkeit, Respekt; z. B. vor der Lebensleistung anderer aber auch ein Fingerzeig auf den Respekt vor den Grenzen und der Begrenzheit in uns. Das ist ein Fingerzeig darauf, mal selber "kleine Brötchen zu backen". Das sind keine fremden Götter. Oder was ist für Sie Gott?

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  6. Ein bekannter Priester der sehr konservativen Petrusbruderschaft(!), Pater Bernward Denecke, hat einmal gesagt, einen Menschen beim Sterben zu begleiten, erziehe zur "Ehrfurcht vor Gott und vor dem Menschen - beides eine Grundhaltung des Christen."

    Unfassbar, dass die bigotten Traditionalisten in ihrem blindwütigen Furor gegen den Kölner Kardinal selbst solche Grundessentials verhöhnen und die Ehrfurcht vor Gott gegen die vor dem Menschen ausspielen. Vom Christentzum haben diese Herrschaften, die sich für katholischer als Papst und Kardinal zusammen halten, nichts verstanden.
    Zum Fremdschämen.

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  7. Das Rettungsboot im Dom auszustellen, muss nicht unangemessen sein.
    In der evang. Jacobikirche zu Lübeck steht in einer entspr. gewidmeten Seitenkapelle seit Jahrzehnten ein Rettungsboot des untergegangenen Segelschiffes Pamir, mit dem sich seinerzeit einige Schiffbruch Besatzungsmitglieder aus Seenot retten konnten

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  8. Seelenklempner31. Mai 2016 um 04:24

    Es will mir nicht einleuchten,
    warum man aus Ehrfurcht ein simples Holzboot
    nicht zersägen will.
    Geht die Verehrung der Flüchtlinge im Kölner Dom
    da nicht ein bisschen zu weit?
    Das erinnert ja ganz augenfällig an Heilige Kühe.
    Die darf man auch nicht anfassen.
    Ehrfurcht vor Gott und den Menschen ist richtig,
    wobei man bei "Ehrfurcht" fragen sollte, wer an
    erster Stelle stehen sollte.
    Aber wenn man vor lauter Ehrfurcht noch nicht
    mal ein Stück Holz zersägen darf, das man nachher
    ja wieder zusammenfügen kann - es gibt heutzutage
    noch gelernte Schreiner! - dann ist das in meinen
    Augen verdächtig in der Nähe krankhaften Handelns.

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  9. Ignatius von Loyola (1491-1556) gibt der Ehrfurcht eine zentrale Bedeutung im Leben des Glaubens:
    »Der Mensch ist geschaffen, Gott unseren Herrn zu loben,
    ihm Ehrfurcht zu erweisen und ihm zu dienen«, heißt es in »Prinzip und Fundament«. Ehrfurcht: »reverencia« ist für Ignatius sogar ein bevorzugter Begriff, weil sich in ihm eine besondere innere Verfassung ausdrückt.
    Das Wort »Acatamiento«, von lateinisch »captare« und spanisch »catar« herkommend, meint: »danach trachten, etwas zu ergreifen« bzw. »trachten, mit den Sinnen wahrzunehmen«. Mit der lateinischen Vorsilbe »ad« entfaltet sich das Wort »acatar« im 14. Jahrhundert zu der Bedeutung: »ehrerbietige
    Huldigung erweisen«. Das Substantiv »acatamiento«, kurz vor Ignatius aufgekommen, besagt: »ehrfürchtige Bekundung von Verehrung« - mehr braucht man eigentlich nicht zu sagen,
    um zu verstehen, wie unsinnig die Aktion in Köln war
    und wie kirchenspalterisch.

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  10. Gehört ein Flüchtlingsboot in den Dom?
    Klare Antwort: Nein, darin hat es nichts zu suchen,
    genauso wenig wie andere Schreckensgeräte wie
    ein Folterwerkzeug, ein Panzer, eine Giftspritze,
    ein Abtreibungsstuhl usw.
    Der Kölner Dom ist keine Ausstellungshalle und kein
    Museum der Zeitgeschichte.
    FREMDSCHÄMEN IST ANGESAGT, HERR KARDINAL !!!

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    1. Normalkatholik31. Mai 2016 um 09:43

      August Becher will also DAS Symbol und Heilszeichen des Christl. Glaubens aus Domen und Kirchen entfernt haben. Das Kreuz nämlich, wie man schon bei Paulus lesen könnte, ist das Folterinstrument der Antike gewesen, und als solches wurde es zu dem, was es bedeutet. Das ist zum Fremdschämen.

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    2. @ Normalkatholik:
      Haben Sie nichts Besseres zu tun
      als anderen Leuten bewusst das Wort im Mund
      herumzudrehen?
      Der Leser August Becher hat das Kreuz überhaupt
      nicht erwähnt. Machen Sie sich mal schlau,
      welche Folterwerkzeuge es gibt.
      Hätte er das Kreuz gemeint, hätte das da
      gestanden.
      Verschonen Sie uns mit solchen Albernheiten!

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    3. Normalkatholik31. Mai 2016 um 11:37

      Der Leser Becher hat expressis verbis geschrieben, dass "Folterwerkzeuge" nicht in Kirchen zu suchen haben. Nach reiner Logik kann das zweierlei heißen: entweder das Kreuz ist kein Folterinstrument, dann bin ich gespannt, was es für Sie denn dann ist. Ein frommes Maskottchen? Oder das Kreuz hat in einer Kirche nichts verloren. Tertium non datur.

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    4. @Becher: Aha, Kirche und Dome sind keine "Museen der Zeitgeschichte"?! Okay, das kann man ja so sehen. Aber dann seien Sie so konsequent wie damals die reformatorischen "Bilderstürmer" und entfernen aus allen Kirchen Fenster und Gemälde, die historische Szenen der jeweiligen Zeitgeschichte darstellen. Da brauchen Sie aber mehrere Leben, um damit fertig zu werden.

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    5. @Normalkatholik:
      Vielen Dank für Ihren einfachen und einfach wahren Einwand. Der unreflektierte Einwurf von "August Becher" beweist einmal mehr, dass die gute alte Regel beherzigenswert ist: Erst denken, dann Mund aufmachen!

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    6. Wenn ich das Kreuz gemeint hätte,
      dann wäre ich durchaus in der Lage,
      das zu schreiben.
      Hier scheinen etliche Trolle unterwegs zu sein.

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    7. Wir stellen fest: für die katholischen Traditionalisten ist das Kreuz KEIN Folterinstrument.
      Was wohl der Hl. Paulus, der Hebräerbrief und die Tradition der Kirche dazu sagen???

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    8. @ August Becher:
      Sie haben sich etwas ungeschickt bzw.
      unklar ausgedruckt.
      Das Kreuz ist für die Christen selbstverständlich
      nicht Folterwerkzeug, sondern in erster Linie
      Zeichen des Heils und der Versöhnung mit Gott.
      Und im übrigen fällt mir bei sowas
      immer wieder mein Vater ein. Er war ein einfacher
      Landwirt, der gerade heraus sagte, was er dachte.
      Wenn er den Disput hier gelesen hätte,
      dann käme sein Ausdruck "Korinthenkacker"
      sicher zum Einsatz,
      aber nicht für August Becher...

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    9. Günter Hammer31. Mai 2016 um 12:29

      @Balthasar:
      Bingo, gut gebrüllt, Löwe!
      In unserer Pfarrkirche gibt es seit 50 Jahren ein Glasfenster eines renommierten Frankfurter Künstlers, in dem lauter historische Szenen dargestellt sind, die Christen zu denken geben sollten. Darunter z.B. die Seeschlacht von Lepanto, aber auch der Sklavenhandel im 19. Jahrhundert. Kein Mensch, auch kein "Konservativer", hat daran je Anstoß genommen. Aber jetzt werde ich wohl Herrn Becher im Pfarrbüro aus potentiellen Fensterrausreißer ankündigen können...

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    10. Ich habe mich von Herrn Becher belehren lassen und heute in unserer Kirche ein Gemälde abgenommen und sichergestellt, das ein "zeitgeschichtliches" Ereignis abbildet. Sollte sich unser Pfarrgemeinderat darüber ufregen, werde ich auf Herrn August Becher verweisen, der muss es ja wissen.

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  11. So ändern sich die Zeiten.
    Heute ist in Deutschland ein Flüchtlingsboot
    ein Altar, wird inzensiert und ist ein Objekt
    der Ehrfurcht.
    Früher konzentrierte man sich auf den wirklichen
    Altar und auf den wirklichen Gott.
    Sogar in Kriegszeiten. Ich bin nur heilfroh, dass
    meine fromme Mutter, die aus Köln stammt, diese
    Peinlichkeit im Dom nicht mehr mitansehen muss.

    http://www.churchpop.com/wp-content/uploads/2015/04/127.jpg

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  12. Sesam öffne dich!31. Mai 2016 um 06:56

    Ein Zitat:
    "Damit ist die Sakralisierung des Flüchtlings zur Heiligen- und Christusfigur endgültig vollzogen. Auch das Boot wird zum sakralen Gegenstand, zur Reliquie erklärt- um nicht zu sagen, vergötzt. Und wie immer in diesem Spiel sind die Schreie der Mord-, Raub- und Vergewaltigungsopfer gleichgültig oder eine lästige Nebensache. Sie würden nur das heilsgeschichtliche Pathos und die aufgeblasene, selbstgefällige Pose des Erzbischofs stören."
    Dem ist nichts hinzuzufügen,
    außer vielleicht ein Kirchenaustritt.

    http://www.sezession.de/54168/kardinal-woelkis-hommage-an-das-heerlager-der-heiligen.html

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    1. Zitat aus dem von „Sesam öffne dich!“ verlinkten Artikel in einer Zeitschrift der „Neuen Rechten“: „Damit ist die Sakralisierung des Flüchtlings zur Heiligen- und Christusfigur endgültig vollzogen.“

      Das ist boshafte (?) Unterstellung. Der Flüchtling WIRD nicht „sakralisiert“, weder zur Heiligen- noch zur Christusfigur. Aber: Es wird von Woelki zu Recht deutlich gemacht, dass ein Christ im Notleidenden, im Flüchtling Christus selbst erkennen soll, der notleidende Nächste IST dann per se „Christusfigur“ – wie ich schon weiter oben kommentierte: Daraus und auch aus der gottgeschenkten Würde jedes Menschen ergibt sich Ehrfurcht vor dem Nächsten, der Nächste IST insofern ein „Heiligtum“, IST „sakral“. Das ist theologische Tradition, wer ihr nicht folgen kann/will, soll es lassen. Woelki sagte in einem Interview zu Recht: „Die Kirche lebt von ihren Sakramenten als „wirksamen Zeichen". In der Eucharistie löst Christus das Versprechen seiner bleibenden Gegenwart unter uns ein. Der heilige Kirchenlehrer Johannes Chrysostomus sagt: „Willst du den Herrn ehren, dann sieh ihn dort an,wo er nackt und heimatlos ist, und sorge für ihn. Ehre ihn nicht im Heiligtum mit Seidenstoffen, um ihn dann draußen zu vernachlässigen, wo er Kälte und Nacktheit erleidet." Ich bin überzeugt, heute säße Jesus in dem Flüchtlingsboot. Es ist ein Ort der Gegenwart Gottes – deshalb trägt es an Fronleichnam den Altar.“ In seiner Fronleichnamspredigt zitierte Woelki neben Chrysostomos auch Papst Paul VI: „Die gesamte Tradition der Kirche erkennt in den Armen das Sakrament Christi.“

      https://www.domradio.de/sites/default/files/pdf/rcw_pr_160526_fronleichnam.pdf


      Weiteres Zitat aus der Rechtsaußen-Zeitschrift: „Auch das Boot wird zum sakralen Gegenstand, zur Reliquie erklärt- um nicht zu sagen, vergötzt.“

      Das ist völliger Unfug. Das Bott wurde DEFINITIV nicht zum sakralen Gegenstand, schon gar nicht zur Reliquie erklärt und in keinster Weise „vergötzt“. Die Kritiker sollten bitte kapieren: Das Boot WAR nicht der Altar, sondern es TRUG den Altar, der wiederum als Symbol Christi gilt bzw. auf dem Christus gegenwärtig wird unter Brot und Wein. Die beeindruckende Symbolik dahinter: Wenn ich in den Notleidenden, den Flüchtlingen gemäß der Weisung Jesu IHN erkenne, dann erkenne ich hier: Ja, Christus sitzt im Boot – Christus ist im Boot – in Gestalt des Altares als Symbol für ihn, in eucharistischer Gestalt, in Gestalt der Flüchtlinge.

      Und, ich betone, vgl. meinen vorhergehenden Kommentar, nochmals: Das Boot ist mittlerweile ganz hinten im Kölner Dom in einer zum Barmherzigkeitsjahr eingerichteten „Ecke der Barmherzigkeit“ für einige Zeit aufgestellt – natürlich nicht als Reliquie, als Kultgegenstand, sondern als Mahnmal, als Fingerzeig im Jahr der Barmherzigkeit.

      (Teil 2 meiner Antwort schiebe ich gleich noch nach)

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    2. Teil 2 meiner Antwort:

      Weiteres Zitat aus der Rechtsaußen-Zeitschrift: „Und wie immer in diesem Spiel sind die Schreie der Mord-, Raub- und Vergewaltigungsopfer gleichgültig oder eine lästige Nebensache.“

      Auch das habe ich oben schon geschrieben: Es ist nichts Schlimmes dabei, sich aus gegebenem Anlass auch einmal nur einer einzigen Thematik zu widmen. Es ist doch nicht so, dass Woelki bei anderen Gelegenheiten keine deutlichen Worte für andere Opfer gefunden hätte. Und auch an Fronleichnam hat er es ja zumindest etwas über die Flüchtlinge hinaus „ausgedehnt“, als er in seiner Predigt sagte: „Wenn wir daher in wenigen Augenblicken den am Kreuz hingeopferten Leib des Herrn in der Monstranz durch die Straßen unserer Stadt tragen, dann ist das derselbe Leib des Herrn, dem wir auf den Straßen in den Armen und in den Fluten des Meeres, in den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen und in den unheilbar Kranken, in den traumatisierten Kindern aus Bürgerkriegsregionen, in ihren verzweifelten Müttern und den verschleppten Vätern – in jeder Frau, jedem Mann, jedem Kind, das auf Zukunft hofft, antreffen.“

      Weiteres Zitat aus der Rechtsaußen-Zeitschrift: „Das heilsgeschichtliche Pathos und die aufgeblasene, selbstgefällige Pose des Erzbischofs stören."

      „Heilsgeschichtliches Pathos“? Nein, es geht um biblisch fundierten, nüchternen Realitätssinn. Das „Heil der Welt“, Christus, trägt seinen Nachfolgerinnen und Nachfolgern auf, IHN in den Notleidenden zu erkennen und selbst zum Heilsbringer zu werden. Nochmals Paul VI: „Die gesamte Tradition der Kirche erkennt in den Armen das Sakrament Christi.“

      Und: Ich empfinde Woelki alles andere als „selbstgefällig“ und „aufgeblasen“. Eher fallen solche Zuweisungen (incl. „Pathos“) auf den Kritiker aus dem Rechtsaußen-Lager selbst zurück.

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    3. Teil 3:

      Der Korrektheit halber will ich noch hinzufügen:

      Es bleibt dabei: Das Boot WAR nicht der Altar, sondern TRUG den Altar. In einem Interview hat Woelki das auch genau so formuliert: „…deshalb trägt es (das Boot) an Fronleichnam den Altar.“ In der Predigt hingegen hat er etwas missverständlich formuliert: „Dieses Boot ist uns zum Altar geworden.“ Unbenommen davon: Das Boot selbst war definitiv nicht der Altar, es trug ihn.

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    4. @ solodiosbasta:
      Der Kardinal mag viel formulieren,
      aber wenn es nicht stimmt, dann ist es auch
      in seinem Falle falsch.
      Fotos belegen eindeutig, dass das Boot sehr
      wohl der Altar war, es wurde lediglich eine
      Art Holzplatte über den Corpus gelegt, damit
      man dort überhaupt zelebrieren konnte.
      Der Kardinal sollte uns solche Wort-Akrobatik
      ersparen:

      http://www.domradio.de/sites/default/files/bootaltar.jpg

      http://www.domradio.de/sites/default/files/styles/domradio-share/public/altar_von_oben.jpg?itok=MGm5SYMt

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  13. Diözesaner Bürohengst31. Mai 2016 um 07:33

    Ich möchte hiermit öffentlich bei Kardinal Woelki
    Anzeige erstatten wegen sakrilegischem Handeln:
    Wie man im Link sehen kann,
    erdreisten sich dort Flüchtlinge !),
    einfach so verehrungswürdige Flüchtlingsboote
    zu zersägen, um daraus Möbel zu bauen - und das
    mitten in Deutschland, quasi vor den Augen von
    Woelki. Ein Skandal, der nach Rache ruft.
    Herr Kardinal, schreiten Sie ein!
    :-)
    http://derstandard.at/2000015660453/Utopie-schlaegt-Realitaet-Moebel-aus-Fluechtlingsbooten

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  14. Kölsche Köbes31. Mai 2016 um 07:57

    Die Idee mit dem Boot ist ja ohnehin "ausgeliehen".
    Der Kardinal hätte Kosten sparen können, wenn er
    sich dabei für die Variante des Originals entschieden
    hätte:
    http://sea-watch.org/sea-watch-bringt-original-fluechtlingsboot-vor-den-bundestag-auf-die-spree/

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  15. Ich habe in Bibel.tv den Fronleichnams-Gottesdienst vor dem Kölner Dom verfolgen können.
    Die Predigt von Kardinal Woelki war ausgezeichnet und unbedingt christlich-katholisch im besten Sinne.
    Ich würde sie gerne nochmal nachlesen.
    Vielleicht wird sie ja in einer künftigen Gedenkkapelle mit dem Flüchtlingsboot zusammen den Menschen zugänglich gemacht.

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  16. Man mag es schönreden, so viel man will:
    Es war und ist blanker Populismus,
    und angesichts nur mager gestreifter anderer
    wichtiger Themen auch noch einseitig.
    Der Link von "diözesaner Bürohengst" sagt ja alles...

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