Donnerstag, 19. Mai 2016

"Dieser Papst ist sich für keine Albernheit und keinen Affront... zu schade" - Na, das scheint kein Franziskus-Fan zu sein!

Alexander Kissler ist ein Journalist, mit dem man durchaus öfter mal nicht einer Meinung ist. Er ist sich nicht zu schade, kräftig auszuteilen - da kennt er keine Sparsamkeit.
Gerade heute hat er im Meinungs-
magazin "CICERO" einen sehr kritischen Kommentar über Papst Franziskus verfasst, dem man un-
schwer entnehmen kann, dass Kissler offensichtlich kein Franziskus-Fan ist. 
Der Papst praktiziere "einen redseligen Relativismus", er schade der Kirche und verwirre die Welt.
Und: Er sei sich "für keine Albernheit und keinen Affront wider die eigene Kirche zu schade", und er buhle förmlich um Beifall.
Ich schätze mal, die Tradis werden ihre helle Freude an diesem polemi-
schen Artikel haben. Aber andererseits wird bei Franziskus immer klarer, wie sehr er durch seine Art und Weise leider Fronten bildet, statt zu einen...
---> HIER !

Kommentare:

  1. Was heißt denn hier polemisch, werter Kreuzknappe?
    Der Kissler-Artikel ist detailliert begründet,
    dazu noch mit vielen im Text rot geschriebenen
    Verlinkungen als Belegen versehen.
    Kissler hat es auf den Punkt gebracht:
    Trotz allen Klamauks kann Papst Franziskus keine
    "Geländegewinne" für die katholische Kirche
    verbuchen.
    Und vor allem: Recht hat er, wenn Kissler an
    den bedauernswerten Nachfolger dieses Papstes denkt:
    Der wird eine "ausgezehrte und verunsicherte Kirche
    übernehmen". - So ist es!

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  2. Besonders überzeugend ist Kissler da,
    wo er diesen Papst mit dessen eigenen Waffen schlägt.
    Immer wieder hat Papst Franziskus gepredigt,
    wie schädlich das Schwätzen ist,
    aber er selbst plaudert häufig einfach munter drauflos.
    Ich bin (noch) treuer Katholik von 51 Jahren,
    aber es erfüllt mich mit Zorn und Trauer, wenn ich
    miterleben muss, wie dieser Papst bei uns beim gemein-
    samen Abendessen immer öfter zum Streitthema ist.
    Meine 77 Jahre alte liebe Mutter lässt sich kaum
    noch beruhigen und sagt immer wieder, dieser Papst
    mache die Kirche kaputt...

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    1. Das kann ich aus unserer Familie
      leider nur voll bestätigen.
      Es ist ein Jammer!

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    2. Ach, wenn Familien streiten, liegt das am Papst? Interessanter Einblick, den Sie da geben.

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  3. Kissler macht sich erst gar nicht die Mühe,
    differenziert zu urteilen.
    Selbstverständlich stimmt es nicht, dass der Papst
    einfach so daherschwätzt, sondern das ist alles
    wohl überlegt.
    Nur mit dieser Art von päpstlicher Schocktherapie
    kann er die Reformen gegen den Willen vieler Bischöfe
    und Kurienmitarbeiter voranbringen.
    Der Papst ist richtig clever !!!

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    1. Wenn alles das, was der Papst bisher von sich gegeben hat, wohl überlegt ist, dann sieht die Sache noch viel schlimmer aus als sie ohnehin schon ist.

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    2. In dem Falle wäre das tatsächlich bewusste Zerstörung ...

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  4. Das Hauptübel ist wohl, dass Papst Franziskus
    offenbar beratunsresistent ist.
    Es ist bekanntlich schon mehrfach vorgekommen,
    dass er seltsame Dinge in Interviews gesagt hat.
    Warum lässt er sich nicht, wie in Deutschland
    üblich, vor der Veröffentlichung eines Interviews
    den genauen Text geben und besteht darauf, diesen
    durch ausdrückliche Bestätigung freizugeben?!

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  5. Ironie-Modus eingeschaltet:
    Was können wir uns doch glücklich schätzen!
    Deutschland, ein Land voller Kirchen-, Theologie-
    und Papstexperten!
    Alle wissen es besser und sind sich 1000 %ig sicher,
    dass der Papst dieses und jenes falsch gemacht hat.
    Dabei nehmen sie witzigerweise Bezug auf Presse-
    meldungen, ohne zu hinterfragen, ob diese
    überhaupt den Kern der jeweiligen Papstaussage
    getroffen haben.
    Mit anderen Worten: Man nimmt einseitig-überspitzte
    Artikel zum Anlass, um dem Papst einseitig-überspitzte
    Aussagen vorzuwerfen.
    O Herr, wirf Hirn vom Himmel!

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    1. Was, Grünspecht, Sie sehen noch nicht den "Rauch Satans" wabernd aus den heiligen Hallen des Vatikans aufsteigen?
      Dabei sind die Illuminaten so gut wie am Ziel mit ihren Plänen!

      Eine Schande, dass der Papst immer noch beratungsresistent ist, trotz der vielen hilfreichen Ratschläge aus der deutschen Bloggerszene.
      Aber vielleicht kann die afd ihn ja gerichtlich dazu zwingen lassen, mehr auf das deutsche Blogger-Volk zu hören!

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  6. Welcher Katholik kann den heute noch Franziskus-Fan sein? Kissler hat in gebotener Kürze, in brillantem Stil und absolut zielgenau das „Drama Franziskus“ dargestellt und, wie oben schon gesagt, seine Aussagen auch durch verlinkte Quellen belegt.

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  7. Leider ist diesem Kommentar von Kissler nichts hinzuzufügen. Er spricht mir aus der Seele. Leider...

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    1. Also, argumentativ-inhaltlich ist da nicht viel dran.

      Ich habs mal analysiert und komme auf 12 Sachpunkte oder Themenschnipsel, die er anreißt. Davon ist einer halbwegs vertretbar durchargumentiert. Alle anderen sind sofort zu entkräften oder als Scheinargument zu entlarven; viele davon sind auch gar nicht begründet, sondern einfach thesenartig und total einseitig in den Raum gestellt, um ein negatives Gesamtbild zu erzeugen.
      Kissler arbeitet halt fast nur mit emotional-reißerischer Polemik ohne großen Inhalt, aber mit viel Geschimpfe und klischeehafter Schwarzmalerei.

      Im Wesentlichen zeichnet er einfach ein karikaturartiges Zerrbild, dass Kritiker eben mitreißt, weil er ihre Sorgen oder Ängste anspricht und dramatisiert.

      Insgesamt komme ich auf 1:11 Argumente, dazu hab ich noch 2 Strafpunkte wegen falscher (entstellter) Zitate abgezogen (das ist sehr wohlwollend gerechnet bei dem ganzen polemischen Aufzug); das macht 12 Punkte im Minus. Dafür, dass er eigtl. nur sagen wollte, dass ihm die ganze Richtung nicht passt (was ich nicht schlimm finde, aber das hätte er auch einfach so sagen können ohne dieses Gezeter), ist das eine ziemlich miese Bilanz, finde ich.

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    2. Es ist müßig, den Beitrag von Kissler auseinanderzunehmen. Der Papst selber bestätigt durch seine Worten und Gesten, dass Kissler absolut richtig mit seiner Einschätzung liegt.

      Beim „Earth Day“: „Ich aber gehöre zu dieser Religion, oder zu jener anderen …. Das ist nicht wichtig! Machen wir weiter, alle zusammen zu arbeiten und uns gegenseitig zu respektieren, zu respektieren!“ Frage: Warum sind die Apostel überhaupt aus Jerusalem hinausgegangen?

      In der Videobotschaft vom Januar 2016: „Jeder glaube an seine ‚Wahrheit‘, doch alle glauben ‚an die Liebe‘, denn „wir alle sind Kinder Gottes“. Fragen: Findet es der Papst richtig, dass auch der IS an seine Wahrheit glaubt? Glauben wirklich alle an die Liebe?

      Ebenfalls in dieser Videobotschaft: „Viele denken anders, fühlen anders, sie suchen und finden Gott auf unterschiedliche Weise.“ Frage: Warum sollte jemand Christ werden, wenn man Gott auf vielen Wegen finden kann?

      Beim Empfang der Vertreter des „Royal Institute for Interfaith Studies“: „Wir alle haben einen gemeinsamen Vater – wir sind Brüder!“ Fragen: Sehen das Muslime auch so? Warum fragt der Papst seine muslimischen Brüder nicht, warum sie in den von ihnen dominierten Ländern ihre christlichen Brüder bedrängen, verfolgen und auch töten?

      Und jetzt, wie A. Kissler richtig bemerkt, schlägt er eine direkte Brücke vom massenmörderischen Terror des „Islamischen Staates“ und dessen „Eroberungskrieg“ zur Sendung der Jünger durch Jesus, welche im Sinne „derselben Idee von Eroberung“ gedeutet werden könne.

      Noch viele weitere Worten und Gesten des Papstes bestätigen eindeutig Kisslers Urteil: „Er buhlt wissensschütter um Beifall vor jenen Tribünen der Welt, die sich von ihm nichts versprechen.“ Man könnte noch ergänzen, dass jene ihn als „nützlichen …“ missbrauchen. (Der Ausdruck "Nützliche …" wurde vom russischen Revolutionär Wladimir Iljitsch Lenin (1870-1924) geprägt, der damit diejenigen Menschen meinte, die - obwohl äußerlich gegen seine Revolution eingestellt - durch ihre Naivität, ihre Unwissenheit und durch ihre kleinliche Ausgerichtetheit auf irgendwelche Vorteile … genau die Dinge zu tun pflegen, die schließlich doch für den Erfolg seiner Revolution nützlich sein würden.)

      Und man sage nicht, der Papst habe das alles anders gemeint. Wenn er nicht artikulieren kann, was er meint, dann ist das ein weiterer Beleg dafür, dass er für sein Amt ungeeignet ist.

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    3. Müßig ist es nicht, denn es wird deutlich, dass die Kolumne keinen ernstzunehmenden sachlichen Inhalt hat, sondern schlicht polemisiert und ein negatives Bild malt, das Kissler eben gerade in den Kram passt.

      Es ist natürlich kein Wunder, wenn Menschen, die immer schon gegen den Papst eingenommen waren und ganz ähnliche Grundsatzkritik am laufenden Band geäußert haben, Kisslers Kolumne ganz toll finden. Für solche Leser schreibt er das ja. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, ändert aber nichts an der Unsachlichkeit und argumentativen Unbrauchbarkeit.

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    4. Übrigens ist mir der gröbste Schnitzer Kisslers erst im Nachhinein aufgefallen, hatte ich echt total überlesen bzw. nicht richtig wahrgenommen:

      Er bringt ja als Zwischenüberschrift diesen Satz:
      Franziskus vergleicht den IS mit den Jüngern Jesu

      Ich hatte das erst irgendwie ganz überlesen bzw. nicht wahrgenommen, jdfs. bei meiner Analyse gar nicht berücksichtigt. Vielleicht, weil man Zwischenüberschriften oft unbewusst ausblendet, oder weil ich es gleich als satirische Überspitzung erkannt und deswegen nicht weiter ernstgenommen habe, da ich aus den früheren Diskussionen natürlich schon wusste, dass das erfunden ist.

      Der Beitrag Kubons macht aber deutlich, dass gerade dieser Punkt hängenbleibt und nachhaltig giftige Wirkungen entfaltet.
      Auch in den Kommentarforen habe ich einige Leser gesehen, die diese Aussage für bare Münze nahmen und tats. geglaubt haben, der Papst hätte so etwas gesagt.

      Dafür müssten ihm eigtl. nochmal mind. 5 bis 10 Extra-Strafpunkte abgezogen plus eine saftige kanonische Strafe aufgebrummt werden.

      Das zeigt aber jedenfalls, dass Kissler offb. tatsächlich in die (im Wortsinn) kirchenfeindliche Ecke abgedriftet ist und gar nicht mehr als Katholik schreibt, sondern nur noch als rechter Publizist. Kein Katholik, völlig egal aus welchem kirchenpolitischen Lager, dürfte sich ja im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten so einen Fauxpas leisten und ein derart brisantes gefälschtes "Papstzitat" unter die Leute bringen, zumal wenn klar ist, dass das Publikum großteils uninformiert ist und die Fälschung nicht als boshafte Satire erkennt.

      Bei papstfeindlichen traditionalistischen Bloggern, bei denen man auch schonmal ähnlich haltlose Verleumdungen des Papstes findet, kann man da m.M.n. meist drüber hinwegsehen, die schreiben ja oft im Übereifer oder sind emotional nicht zurechnungsfähig und ihre Beiträge nimmt auch niemand ernst.
      Aber Kissler ist ja schon ein anderes Kaliber. Als bekannter (und in der Öffentlichkeit dezidiert als katholisch auftretender) Publizist mit einem breiten Leserkreis in relativ renommierten Blättern wie Cicero und Focus eine so bösartige und öffentlichkeitswirksame Unwahrheit über den Papst zu verbreiten, die zu allgemeiner Verunsicherung und Empörung unter gläubigen und v.a. auch nichtgläubigen Lesern führen kann, und ohne sie ausreichend als überspitzende "Satire" oder "Parodie" kenntlich zu machen, erfüllt ja im Prinzip den kirchenrechtlichen Tatbestand eines "Ärgernisses" (Scandalum), materiell üblicherweise definiert als periculum animae creare (eine Gefahr für die Seelen herbeiführen).

      Von der Schwere und Boshaftigkeit her wäre das nach meinem Gefühl ungefähr vglb. mit den Verunglimpfungen Papst Benedikts als "Nazi" unter Hinweis auf seine angebliche HJ-Mitgliedschaft o.Ä., wie man das früher schonmal las. Das wäre ähnlich starker Tobak (und für einen Katholiken natürlich undenkbar, ganz egal ob man Papst Benedikt mochte oder nicht).

      Könnte mir vorstellen, dass das kirchenrechtlich strafbar ist. Vorenthaltung der Kommunion zumindest im öffentlichen Gottesdienst, bis Kissler öffentlich ein Dementi oder eine Entschuldigung vorlegt und klarstellt, dass er diesen Sachverhalt frei erfunden hat, wäre hier zumindest nach der kanonistischen Logik, wie sie z.B. Ed Peters (der als Experte für dieses Gebiet des can. 915 gilt) vertritt, im Grunde vorstellbar, meine ich.

      Hab jetzt leider keinen CIC-Kommentar hier, sondern nur das Handbuch des nachkonziliaren Kirchenrechts von 1979 (also vor Inkrafttreten des neuen CIC). Strigl zufolge, der das Strafrecht dort abhandelt, wäre so eine Tat nach altem Recht nach can. 2344 aF als „verbaler Angriff gegen kirchliche Amtsträger und Behörden durch vorsätzliche öffentliche Beleidigung, Verächhtlichmachung oder Gehässigkeit auf Antrag oder von Amts wegen nach Ermessen des Oberhirten“ zu bestrafen gewesen (also ohne festes Strafmaß).

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