Freitag, 13. Mai 2016

Frauen-Diakonat? - Die Papst-Antwort im Wortlaut / Er war "anscheinend nicht vorbereitet", sagt eine Teilnehmerin

Eine Teilnehmerin der Ordensoberen-Konferenz,
bei der Papst Franziskus die Sätze sagte, die derzeit für so viel Wirbel sorgen, erklärt im Interview mit "Radio Vati-
kan"
, man habe dem Papst die Fragen bereits Ende März schriftlich eingereicht, also auch die nach der eventuellen Möglichkeit des Diakonats für Frauen, aber "ich war zunächst einmal etwas verwundert, dass Franziskus die Fragen ... anscheinend nicht vorbereitet hat".
Tja, dann kommt halt von ihm eine spontane Antwort, die im Grunde inzwischen (siehe meinen vorigen Artikel zum Thema) inzwischen bekannt ist. ---> HIER !

Wenn er gewollte hätte, wäre in den sechs Wochen seit Einreichung der Fragen für den Papst also genug Gelegenheit gewesen, diesbezüglich schon mal einige Erkundigungen einzuziehen, die er jetzt in Aussicht stellt.
Erfreulicherweise bietet ergänzend die österreichische Nachrichtenagentur "kathpress" (nicht zu verwechseln mit "kath.net") inzwischen eine eigene Übersetzung an, was Papst Franziskus gesagt hat. Diese kann man übri-
gens - wie auch den Artikel bei Radio Vatikan - selbst ausdrucken.
Wenig Neues:  Er will die Rolle der "Diakonissen" in der frühen Kirche von einer Kommission klären lassen... ---> HIER !

Kommentare:

  1. Unser Papst erinnert mich immer mehr an Jean-Claude Juncker,der sagte:

    " Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter. (1999)

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  2. Das macht es noch schlimmer
    bzw. für mich völlig unverständlich:
    Warum muss man sechs Wochen vorher die Fragen
    schriftlich eingereicht haben, wenn der Pontifex
    es doch nicht für nötig erachtet, mal einen Blick
    darauf zu werfen?!
    Es ist manchmal aber auch zum Verzweifeln mit
    diesem Papst - das wäre doch mal eine Gelegenheit
    gewesen, etwas Fundiertes zum Thema zu sagen.
    Stattdessen blah blah - man sollte...

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  3. Ich finde es gut, dass die Diskussion über den
    Frauendiakonat wieder in Gang kommt.
    Warum hat der Papst sich aber nicht besser auf
    die Fragerunde präpariert?
    Das würde mich auch mal interessieren.
    Ist es nur ein Spiel mit den Medien?

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    1. Man kann davon ausgehen, dass der Papst sehr gut auf diese Frage vorbereitet war. Das beweist ja auch der Wortlaut seiner Antwort. Er erinnert sich daran, dass ihn dieses Thema immer interessiert hat und dass er sich bei einer Tagung vor zig Jahren mal mit einem inzw. verst. syrischen Gelehrten darüber ausgetauscht hat, was es mit diesen frühchristlichen Diakonissen eigtl. auf sich hatte.

      Natürlich ist es auch ein Spiel mit den Medien. Auch das macht der Papst ja sehr geschickt. Er weiß natürl. genau, dass eine Bemerkung von ihm zu diesem Thema einen Sturm im Wasserglas auslöst. Und die Gelegenheit, so einen kleinen „Schubser“ oder Akzent jetzt auf dieser Konferenz mit Ordensoberinnen zu setzen, schien ihm wohl günstig.

      Was dahinter steht, ist offenbar einfach die Absicht, die Diskussion zu diesem Thema wieder freizugeben (wie das ja auch Erbacher schreibt). Fertige Lösungen müssen da noch nicht her. Es reicht, erstmal wieder offener darüber reden und forschen zu können, ohne von konservativen Kräften sofort in die Häretikerecke gestellt zu werden.

      Der Vorschlag, eine Kommission zu bilden, mag spontan von der Fragestellerin gekommen sein (vielleicht auch nicht, evtl. stand das ja auch schon vorher im Raum); auch dass der Papst dem gleich zustimmt, mag eine spontane Reaktion gewesen sein, aber er hatte sich ganz gewiss schon lange vorher überlegt, wie weit er in dieser Sache grds. gehen will. Und da hat er dann halt die Gunst der Stunde genutzt und das jetzt bekannt gemacht.

      Dass er sich darüber im Vorfeld nicht mit der Glaubenskongregation abgestimmt hat, sondern diese vor vollendete Tatsachen stellt, ist auch kein Zeichen mangelnder Vorbereitung, sondern geschicktes Management. Bergoglio weiß ja, was er an Müller hat und dass der relativ schwerfällig ist in diesen „heißen“ Themen und immer behauptet, alles wäre schon geklärt.

      Deshalb wäre es unklug gewesen, die Kongregation im Vorfeld auf die Spur zu setzen, weil dann alles wieder auf die übliche fruchtlose Kontroverse hinausgelaufen wäre (Theologen sagen ja, GK sagt nein, Aktivisten sagen doch, GK pocht auf Gehorsam), die dem Papst jeden Handlungsspielraum nimmt. Viel klüger ist es aus Sicht des Papstes, die GK auf diese Weise ins kalte Wasser zu werfen, damit sie sich bewegt. Zumal gar nicht hundertprozentig sicher ist, ob die Glaubenskongregation hier federführend sein soll oder nicht eine andere Kommission (evtl. mit Frauen dabei) die Sache in die Hand nimmt.

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  4. So isser - er machte gerade was er will.
    Der Heilige Geist lässt ihn bestimmt nicht aus
    den Augen...!

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  5. Wer das Frauen-Diakonat will, begibt sich auf den Weg in eine Kirchenspaltung. Und das kann doch wohl keiner wollen, auch der Papst nicht.

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