Mittwoch, 18. Mai 2016

Geistliche: Papst Franziskus möchte keine priesterlichen Zeigefinger mehr sehen!

Seine spontane Äußerung zum möglichen Frauen-Diakonat hat er nicht mehr erwähnt, stellt die "Tagespost" in ihrem Beitrag über die Vollversammlung der Italienischen Bischofskonferenz fest, an der Papst Franziskus teilge-
nommen hat. Aber da das Thema "Heute Priester sein" thematisch im Mittelpunkt der Versammlung stand, appellierte der Papst erfreulich deutlich daran, wie das Priestertum gelebt werden sollte.
Ausdrücklich erwähnte er den Vorbild-Charakter der Geistlichen,
den nötigen einfachen Lebensstil, die ständige Bereitschaft, für an-
dere da zu sein.
Priester sein - das bedeute eine Alternative zum Denken der heutigen Zeit, das von Karrieredenken und Oberflächlichkeit geprägt sei. Nur halbherzig Priester sein zu wollen, das sei mit viel Traurigkeit verbunden. Den mora-
lischen Zeigefinger
sollten sie allerdings nicht überstrapazieren, man solle weg von einem "bitteren und anklägerischen Tonfall"

Im Prinzip hat er da doch recht, finde ich. Allerdings muss - wohldosiert! - auch der mahnende Zeigefinger schon mal sein, wenn man den Menschen die Augen öffnen will. Das macht der Papst übrigens selbst auch - wenn er etwa über den Egoismus der reichen westlichen Staaten in der Flüchtlings-
frage spricht, dann erhebt er den Zeigefinger immer sehr kräftig...

Man lese ---> HIER und HIER und HIER ! 

Kommentare:

  1. Heiliger Bimbam18. Mai 2016 um 09:43

    Papst Franziskus lebt in einer anderen Welt,
    er malt ein Idealbild eines Priesters, das es so
    nur noch in Ausnahmefällen gibt.
    Aber offenbar hat sich noch niemand getraut,
    ihm das schonend beizubringen!

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  2. Heiliger Bimbam
    lebt in einer anderen Welt,
    weil er das Priestertum nicht einmal ansatzweise
    verstanden hat.
    Ein Priester ist nach katholischem Verständnis eben nicht
    der Liturgie- und Nettigkeitsbeamte!

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  3. Der Papst träumt von einem Priesterbild, daß zumindest in Deutschland in den Pastoralkonzepten und Zukunftsvisionen der Ordinariate nicht vorkommt und keinen Platz hat.

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  4. Das eigtl. Interessante in dem Zshg. ist meiner Ansicht nach, diese Äußerungen des Papstes im Kontext mit diesem frz. Interview von vorgestern zu sehen, wo er sagt, dass man für die Neuevangelisierung im Grunde gar keine Priester braucht (außer für die Sakramente, versteht sich).

    Da es in Zukunft sowieso kaum noch Priester geben wird (und die, die es doch noch werden, sehr oft rückwärtsgewandte "Zeigefingerpriester" sein werden), zeichnet der Papst damit einen Zukunftstrend vor. Der steht im Widerspruch zu den eher klerikalistischen und nostalgischen Wunschvorstellungen vieler Konservativer, die sich wieder mehr Priester wünschen und über den Rückgang der Priesterberufungen klagen. An sich liegt das aber im Trend. Es wird so oder so keine neuen Priester mehr geben, da sollte man sich einfach drauf einstellen.

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    1. Schauen Sie sich mal die Statistik der Weltkirche
      an, die jedes Jahr neu veröffentlicht wird.
      Die Zahl der Priester ist weltweit in etwa gleich
      geblieben. Es sieht eher so aus, als wenn es in
      Zukunft weniger Laien geben wird...
      Abgesehen davon interpretieren Sie den Papst bewusst
      falsch: Was er meint, ist folgendes:
      Jeder Christ ist zum Bekenntnis aufgerufen, zum
      Mitwirken bei der Neuevangelisierung, jeder an
      seinem Platz. Dazu braucht man kein Priester zu
      sein, das kann jede Mutter, jeder Vater,
      jedes Gemeindemitglied.

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    2. Wir alle stehen in der Gefahr der selektiven
      Wahrnehmung. Bei Leser "Jorge" wird dies
      gerade so schön deutlich:
      Was nicht ins Bild passt, wird beim Papst
      einfach ausgeklinkt.
      Ich habe keine Zeit - bin im Aufbruch zur
      Abendmesse -, aber war es nicht erst gestern,
      als z.B. der KREUZKNAPPE auf die Rede des
      Papstes über die Besonderheit der Priester
      hinwies?

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    3. Diese klass. Selbsttröstungen helfen nicht wirklich weiter. Natürlich gibt es in der Dritten Welt noch Priesterberufe, und natürlich geht der Priesterrückgang in der Ersten Welt mit einem allg. Gläubigenschwund einher, sodass es proportional gar nicht so viel weniger Kunden pro Priester gibt.

      Das ist alles korrekt, nur führt an der Einsicht nichts vorbei, dass der Priesterberuf insgesamt ausstirbt, sowohl in der Ersten Welt wie auch (mit Zeitverzögerung) in der Zweiten und Dritten Welt, die sich im Zuge der Globalisierung ja weltanschaulich immer mehr angleichen.

      Klar gibt es bspw. in Chile (typisches Schwellenland) noch mehr Priester und ein besser funktionierendes Gemeindeleben als in Dtschl. Aber der Trend geht eben überall in dieselbe Richtung.

      Das Gleiche gilt für die Dritte Welt. Dort wird man entweder in die Zweite und Erste Welt aufschließen und damit natürlich auch an der Säkularisierung teilnehmen, oder die Verhältnisse dramatisieren sich und das Christentum verschwindet ganz (Naher Osten, China).

      Auch hängt es ja nicht nur an der Zahl. Die Vergreisung des Klerus ist ja auch problematisch; so anerkennenswert der selbstlose Dienst alter Priester auch sein mag, das ist keine Zukunftslösung. Genauso wenig wie der Import ausländischer Priester, die gerade bei Konservativen hierzulande auch oft auf fremdenfeindliche Vorbehalte stoßen wie zuletzt in Bayern.

      Klar wird man auch in Zukunft wahrscheinlich immer noch genug Priester finden, um einmal monatlich die Heilige Messe besuchen zu können. Aber um die Kirche am Leben zu erhalten, reicht das natürlich nicht. Das wird im Internet und in Kleinstgruppen von Gläubigen vor Ort stattfinden, und Priester werden da nur Randfiguren sein.

      Weder konservative Rezepte (Neuevangelisierung, Rückkehr zu alten Formen etc.) noch progressive Rezepte (Öffnung des Priestertums für Verheiratete oder Frauen) werden daran tendenziell etwas ändern. Je früher man das begreift, umso besser.

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    4. Jorge,
      das hat schon beinahe neurotische Züge,
      wie Sie über die Priester schreiben.
      Es gibt KEINERLEI Beleg für Ihre Behauptung,
      der Priesterberuf werde aussterben.
      Wenn Sie in der Diskussion ernstgenommen werden
      wollen, müssen Sie schon Fakten bringen.
      Viel eher könnte man behaupten, der Bäckerberuf
      werde aussterben, bei dem heutigen dramatischen
      Nachwuchsmangel.
      Ich finde es schade, dass Sie immer und immer wieder
      auf dem Niveau von bloßen Behauptungen schreiben.

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    5. Ordinariatsgeschädigter18. Mai 2016 um 19:29

      Der "Diakon" hat in der Sache recht,
      ich finde es auch langsam unerträglich, was
      da von Leser Jorge einfach mal so behauptet wird.
      Im Tonfall aber, Herr "Diakon",
      missfällt mir das, was Sie schreiben,
      für einen Seelsorger sehr.
      Mäßigen Sie sich!

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    6. Verstehe die Aufregung nicht.

      Weder hat der Diakon irgendetwas Anstößiges gesagt oder sich im Ton vergriffen noch gibt es m.W. auf Blogs ein Verbot, seine Eindrücke in Form von unbelegten Behauptungen darzulegen.

      Wenn ich mich irre und in absehbarer Zukunft immer mehr (normal denkende und normal veranlagte, junge und mittelalte) Männer den Priesterberuf ergreifen und das kirchliche Leben bereichern, umso besser. Nur sehe ich keinen Anhalt für diese Hoffnung, weder hierzulande noch anderswo. Die Statistiken, die man normalerweise vorgelegt bekommt, sagen soweit ich weiß nichts großartig anderes, wenn man sie kritisch liest und Schönfärbereien abzieht. Die Krisensymptome des Klerikerberufs sind allgegenwärtig (dazu gehören nat. nicht nur der zahlenmäßige Rückgang, sondern auch Dinge wie die Altersstruktur, soziale Herkunft, Aufstiegsorientierung oder Radikalisierung/Fundamentalismus unter Jungklerikern).

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  5. Die veröffentlichte Stastistik des Vatikans
    geht sogar von einem - wenn auch minimalen - Zuwachs
    bei den Priestern aus: Im Jahre 2013 gabe es weltweit
    immerhin 415.348 Priester,
    im Jahr 2014 - neuere Zahlen liegen nicht vor - waren
    es 415.792, also knapp 400 Priester mehr.

    http://www.domradio.de/themen/vatikan/2016-03-06/vatikan-statistik

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  6. Ich denke, das Problem ist strukturell angelegt. Ein Beruf, der weder soziales Aufstiegspotenzial oder überdurchschnittliches Prestige bietet und der gleichzeitig zunehmend (bei Kirchenangehörigen wie Außenstehenden) als eher überflüssig und nicht unbedingt überlebensnotwendig für die Gesellschaft angesehen wird, ist ganz automatisch vom Aussterben bedroht.

    Krankenpfleger z.B. hat kein großes Prestige und bietet kaum Karrierechancen, aber ohne Krankenpfleger(innen) geht es nunmal nicht. Deswegen besteht wenig Gefahr, dass der Beruf ganz ausstirbt (zur Not werden neue Anreize geschaffen oder andere Bewerbergruppen rekrutiert).

    Bei Priestern hängt es davon ab, ob der Beruf Aufstiegsmöglichkeiten und soziale Anerkennung bietet (was z.B. in der Dritten Welt der Fall ist) und ob ihn die Gesellschaft für unverzichtbar hält.
    Im Mittelalter etwa war der Klerikerberuf auch nicht immer so attraktiv wie man denkt (es gab ja auch viele arbeitslose Kleriker und äußerst prekäre Arbeitsverhältnisse bei vielen Priestern), aber die Gesellschaft insgesamt hielt ihn damals für extrem wichtig, weil man ohne Kleriker nicht in den Himmel kommen konnte. Das ist heute eben anders.

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