Montag, 23. Mai 2016

Hat jemand ernsthaft was anderes erwartet? Treffen zwischen AfD und Zentralrat der Muslime endet mit Abbruch im Streit

Der Zentralrat der Muslime hatte die AfD zum Gespräch eingeladen, obwohl die Vor-
geschichte schon dank massiver Vorwürfe problematisch war. Laut "SPIEGEL" habe man die AfD "mit Hitlers NSDAP" verglichen ---> HIER !

Kurz vor dem Treffen wurde verbal noch mal aufgerüstet, wohl vorausahnend, dass dieses Treffen sowieso nicht anders ausgehen konnte als ein Treffen unter hoff-
nungslos zertrittenen Verwandten. Es war klar:  Keiner würde auch nur einen Millimeter nachgeben - wozu auch? Aber die Einladung war nun mal auf dem Tisch, da musste man durch... ---> HIER und HIER !
Es endete "im Eklat", formulieren die Medien ---> HIER und HIER !
Eine Katastrophe ist es nicht, eher eine zweitklassige Polit-Posse. Und was viele auch nicht wissen: Der Zentralrat der Muslime spricht keinesfalls automatisch für die Mehrheit der Muslime in unserem Lande - von den ca. 3,3 Millionen Muslimen sind dort gerade mal 10.000 Mitglied, also etwa 0,3 Prozent ... ---> pdf HIER !

Kommentare:

  1. Jeder kann sich selbst die Erklärung von
    Frauke Petry nach dem Treffen anschauen.
    Wenn das so zutrifft, habe ich vollstes Verständnis
    für den Abbruch durch die AfD:

    https://www.facebook.com/Phoenix/videos/1117441148278544/

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    1. Der Link ist klasse, danke. Natürlich nutzt Frauke Petry diesen Ausgang, um sich die Opferrolle anzuziehen, aber sie macht das wirklich geschickt und überzeugend. Obwohl sie ja offensichtlich in allen drei Hauptpunkten Unrecht hat (die Nazikeule sei unangebracht, ein demokratischer Parteibeschluss sei automatisch richtig, die Wissenschaft sei auf ihrer Seite), hätte ich es ihr fast geglaubt.

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  2. Die Muslime sind untereinander zerstritten,
    das ist ja auch eines der Probleme, wenn politische
    Gespräche mit ihren Vertretern geführt werden sollen.
    Wer hat bei denen letztlich das Sagen?

    https://de.wikipedia.org/wiki/Zentralrat_der_Muslime_in_Deutschland

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  3. Zustimmung, Kreuzknappe: Es war eine zweitklassige Politposse, von beiden (!) Seiten inszeniert. Der Eklat war in der Tat nicht anders zu erwarten. Und ich gehe außerdem davon aus, dass zumindest die AfD (gerade nach den aktuell vorausgegangenen Äußerungen von Petry) von vornherein auf Krawall, Abbruch, Eklat gebürstet war – also ein schon vorher eingeplanter, bewusst herbeigeführter Eklat, nicht ein sich erst beim Treffen aus Provokationen etc. heraus ergebender Eklat. Es war schlicht eine Schmieren-Farce. SPON bringt es auf den Punkt:

    „Der gewollte Eklat.

    … Was folgt aus dem Eklat mit Ansage? Der Gesprächsabbruch spielt der AfD in die Hände. Sie versucht nun, sich als Opfer der überheblichen Muslime zu inszenieren - und hat es gleichzeitig geschafft, keine Antworten auf konkrete Fragen zu geben .Es ging Petry nicht um Dialog, sondern allein um die Konfrontation … Aber auch der Zentralrat hat nicht alles richtig gemacht. Die Forderung, die AfD solle ihr Parteiprogramm zurücknehmen, ist bestenfalls realitätsfern.
    So bleibt: Gewonnen haben die Starrköpfe, die die nicht an echtem, sachlichem Austausch interessiert sind - und nur zeigen wollten: Wir bleiben hart. Um das zu erreichen, muss man sich aber nicht treffen und nicht miteinander reden.“

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-und-zentralrat-der-muslime-der-inszenierte-eklat-a-1093595.html

    Frage: Wie will jemand (und in diesem Fall auch eine Partei), die auf solch einem Possen-Niveau agiert, ernst genommen werden?

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  4. Die Textversion des Senders "ntv"
    bringt einige aufschlussreiche Details des denkwürdigen
    Treffens unter der Schlagzeile "...Kindergeburtstag..."
    - Das trifft es recht gut!

    http://www.n-tv.de/politik/Kindergeburtstag-mit-Petry-und-Mazyek-article17757431.html

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  5. Wenn die Muslim-Vertreter ausweichend antworten
    bzw. Beschuldigungen aussprechen, ist der Abbruch
    nur konsequent:

    http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/petry-bricht-gespraeche-mit-zmd-ab-hier-wird-nicht-mit-offenen-karten-gespielt-video-a1331529.html

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  6. Nun, nachdem sich die AfD schon vorher beim Zentralrat der Ex-Muslime eine gewaltige Abfuhr eingefangen hat, war die Aktion natürlich mehr als vorhersehbar ...

    http://hpd.de/artikel/offener-brief-islamkritikerin-lehnt-einladung-afd-ab-13115

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  7. Drollig, drollig, was ich in dem von „Beobachter“ verlinkten Bericht lese (die Rechtschreibfehler stehen so im Bericht): „Dann gab Petry noch ein Beispiel warum die AfD-Vertreter die Gespräche mit dem Zentralrad der Muslime abgebrochen haben. Sie sagte: "Ich habe Herrn Mazyek und seine Kollegen gefragt, wie er den dazu steht, wenn ein Muslim und eine Christin, eine Protestantin oder eine Katholikin heiraten. Ob der Zentralrat offiziell dazu steht, die Erziehung von einem Kind oder mehreren Kindern im Sinne des protestantischen oder katholischen Glaubens zu erlauben und zu fördern, beziehungsweise völlig frei zu stellen. Und auf eine derartig konkrete und aus dem praktischen Leben gegriffene Frage haben wir leider keine Antwort erhalten."“

    Vllt. sollte sich Petry demnächst mal mit katholischen Kirchenvertretern treffen und die in Sachen Mischehe/religiöse Kindererziehung befragen. Dann würde sie wohl durchaus eine Antwort bekommen – allerdings eine, die ihr genauso wenig schmecken dürfte wie die Antwort, die sie von muslimischer Seite erwartet haben dürfte (aber nicht erhalten hat), denn in der Tendenz würden sich beide Antworten gleichen.

    Schon bei Mischehen zwischen Getauften unterschiedlicher Konfession ist die katholische Kirche sehr konsequent bzw. restriktiv, vgl. aktuelles Kirchliches Gesetzbuch. Nach can. 1124/1125 ist eine Eheschließung zwischen einem katholischen und einem nichtkatholischen Christen verboten, sofern nicht der Ortsbischof eine ausdrückliche Erlaubnis gibt. Dazu ist u. a. erforderlich, dass der katholische Partner verspricht, alles zu tun, damit seine Kinder in der katholischen Kirche getauft und erzogen werden.

    In früheren Zeiten war es bezüglich der „innerchristlichen“ Mischehe incl. der geforderten katholischen Kindererziehung noch weit strenger, vgl. Kirchliches Gesetzbuch von 1917, canones 1060, 1061, 1099, 2319 – bis hin zu einer möglichen Exkommunikation des katholischen Partners. Eine andersreligiöse Mischehe gar, etwa zwischen Katholik(in) und Muslim/Muslima, war nicht nur ungültig (die Kinder galten folglich als unehelich), sondern zog gleichzeitig die Exkommunikation des katholischen Partners nach sich.

    1958 gab es ein „Hirtenwort“ der katholischen deutschen Bischöfe gegen die „innerchristliche“ Mischehe – die evangelische Kirche (des Rheinlandes) legte nach mit einer Kanzelerklärung gegen die Mischehe mit katholischen Christen:

    http://www.kathpedia.com/index.php?title=Deutsches_Hirtenwort_%C3%BCber_die_Mischehe_im_Januar_1958

    Und was die Ehe zwischen einer katholischen Frau und einem Muslim anbelangt (wohlgemerkt: Frau katholisch, Mann muslimisch! – wobei: Danach hat Petry ja den muslimischen Funktionär genau gefragt, nach Heirat zwischen Muslim und christlicher resp. katholischer Frau), so gilt heute – auf noch strengere Vorschriften aus 1917 habe ich oben hingewiesen – seitens der katholischen Kirche:

    „Von einer kirchlichen Trauung zwischen einer katholischen Frau und einem Muslimen wird von Seiten beider Religionen abgeraten, da die Auffassung über Ehe, über Gleichberechtigung der Partner und über Nachkommen zu weit auseinander liegen. Zum Schutz der katholischen Frau wird eine Dispens höchst selten und nur unter ganz bestimmten Umständen erteilt.“

    http://www.bz-bx.net/home_deu/ordinariat/00022596_Mischehe.html

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    1. Vieles erinnert an den Kulturkampf in den 1870er Jahren.

      Da wurde den Katholiken auch unterstellt, sie gehörten nicht zu Deutschland und seien eine politische Religion.

      Wenn man sich die Maßnahmen gegen so genannte "Hetzpriester", Schikanen bei Prozessionen und sonstige Anfeindungen (auch aus der Bevölkerung) damals ansieht, sind die Argumente sehr ähnlich.

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