Montag, 16. Mai 2016

"In dieser Kirche gibt es nichts Wertvolles mehr", verkündet ein italienischer Priester...

... aber damit will er nicht als Tradi gegen die Zeitgeist-Kirche argumentieren, sondern der Pfarrer der Pfarrei "San Giovanni Evangelista"     in Guigliano bei Neapel will damit Diebe abschrecken.
Die hatten es offenbar ziemlich oft auf diese Kirche abgesehen, und nun ist der Priester der Ansicht, darin gebe es mittlerweile nichts Wertvolles mehr. - Traurig, einfach traurig, f
inde ich.

Man schaue ---> HIER und HIER und HIER !
Mag sein, dass beim Foto des Priesters (GRÜNER Link) dem einen oder anderen
Leser etwas auffällt...

Kommentare:

  1. Ja. Es wurde ihm sogar sein Priesterkragen gestohlen ;-)

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  2. Nicht nur der Priesterkragen, sondern offensichtlich auch die Oberbekleidung...

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  3. Dieses Unterhemd des ital. Pfarrers wirkt etwas unvorteilhaft, aber als Alltagskleidung ist das jedenfalls volksnäher und sympathischer als ein Cleriman.

    Generell wirken klerikal gekleidete Priester auf mich meistens unsympathisch. Hat mit „modern“ oder „unmodern“ nichts zu tun, gegen altmodische oder förmliche Kleidung an sich habe ich gar nichts und viele klerikal gekleidete Geistliche sind ja heute auch viel jünger und von daher „moderner“ als die nicht oder weniger penetrant klerikal gekleideten.
    Es ist eher diese salbungsvolle Falschheit und das aufdringlich-elitäre Getue, das sich hinter dem Priesterkragen versteckt und das solche Priester so abstoßend wirken lässt.

    Meiner Ansicht nach sollte klerikale Kleidung weitgehend verboten oder geächtet oder wenigstens nicht mehr empfohlen werden. Ein populistischer Papst wäre eigtl. eine gute Gelegenheit dafür. Also weg mit den Clerimännern!

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    1. Nur weil Sie, lieber Jorge, persönliche Probleme mit priesterlicher Kleidung haben, soll diese abgeschafft werden? Ich zumindest bin froh, wenn ich den Priester auch sofort eindeutig als solchen erkennen kann. Übrigens heißt es "Clergyman"...

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    2. Selten so einen dummen Kommentar gelesen
      wie diesen von Jorge.
      Er ist offenbar fern jeder Realität, sonst wüsste
      er, dass gerade die typische Priesterkleidung
      dafür sorgt, dass die Menschen gerne mit Priestern
      ins Gespräch kommen.
      Erst kürzlich - ich weiß nicht mehr wann - gab es
      hier beim Kreuzknappen einen Artikel über ein dem-
      entsprechendes Experiment, das dies anschaulich
      bewiesen hat.

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    3. Auch noch ein Anglizismus, das macht es ja noch unsympathischer (wusste ich gar nicht, bei uns schreibt man einfach "Cleriman"). Aber lieben Dank für die Auskunft, Natalie!

      Wie gesagt, ich mag solche Priester nicht und würde auch nur im Notfall oder aus Jux so einen Mann ansprechen.

      Ordenstrachten finde ich dagegen überhaupt nicht störend, obwohl sie ja meistens viel auffälliger und auch eindeutiger als katholisch zu erkennen sind als Priesterkleider. Geht also nicht um die Auffälligkeit, sondern das abstoßende Bild eines falschzüngigen und äußerlichen Schöntuers, das man mit Trägern solcher Priesterkragen verbindet.

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    4. Also mir ist diese Verbindung ("abstoßende(s) Bild eines falschzüngigen und äußerlichen Schöntuers") vollkommen neu. Woher haben Sie dies, Jorge? Eigene Erfahrungen? Das täte mir leid, aber dennoch dürfte man es nicht generalisieren. Ich persönlich kenne einige Priester in Soutane, und davon entspricht kein einziger dieser recht verzerrten Vorstellung, da sie alle sich sehr bewusst sind, dass sie sich an ihrer priesterlichen Kleidung messen lassen müssen. Über den Andachtsschleier (Mantilla), zu dessen Trägerinnen ich aus Überzeugung gehöre, las ich einmal den schönen Merksatz: "Ehe eine Frau den Schleier auf dem Haupt trägt, muss sie ihn auf ihrem Herzen tragen". Für die Soutane gilt dies wohl genauso. Meinen Sie nicht, lieber Jorge, dass sie damit vielen gläubigen Priestern, welche sich durch die Soutane oder das Kollarhemd zu ihrer Berufung und ihrem geistlichen Stand bekennen (und es damit nicht immer leicht haben, auch unter ihren Mitbrüdern nicht!), bitteres Unrecht tun??

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    5. Übrigens gilt auch bei Priestern:
      "Don't judge a book by its cover!"
      (zu deutsch: Beurteile das Buch nicht nach seinem Umschlag)

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  4. Woher haben Sie dies, Jorge?

    Als Südamerikaner bin ich mglw. anders sozialisiert.

    Das verbindet mich natürlich mit dem Papst. Der warnt auch häufig am Bsp. Südamerika vor "Klerikalismus", und hat ja erst vor ein paar Tagen noch (in derselben Veranstaltung, in der auch die Diakoninnen Thema waren) gesagt: In Lateinamerika zum Beispiel ist der Klerikalismus sehr stark, sehr markant (“In America Latina, per esempio, il clericalismo è molto forte, molto marcato.” - http://w2.vatican.va/content/francesco/it/speeches/2016/may/documents/papa-francesco_20160512_uisg.html).

    Es stimmt zwar, dass er sich in Bs. As. immer für "schwarze Schafe" eingesetzt hat, die noch Soutane tragen wollen, und darauf gepocht, dasss man sie nicht diskriminieren soll. Das ist sicher richtig, wer unbedingt mit solchen Dingen auffallen will, hat vielleicht redliche Motive dafür und man soll ihn deswegen jedenfalls nicht mobben. Außerdem sind die Geschmäcker und Gebräuche auch von Land zu Land unterschiedlich.

    Wenn sich ältere Priester, die noch das klassische Rollenbild einer untergangenen Zeit verkörpern, moderat klerikal kleiden oder in Südeuropa ruhig auch mit Soutane unterwegs sind, ist das m.M.n. nach nicht schlimm; das gehört halt einfach zu ihrer Persönlichkeit und wirkt daher auch nicht aufgesetzt.

    Schlimm sind v.a. jüngere Priester, die sich ganz bewusst so anziehen und dabei auch noch glauben, mutig ein Zeichen „gegen den Trend“ zu setzen und der Kirche damit irgendeinen Gefallen zu tun. Der Dünkel solcher Kleriker ist schwer zu ertragen, man kann nur über sie lachen. Lachhafte Gestalten, die sich als Priester aufspielen, tun der Kirche aber weißgott keinen Gefallen, sondern schaden ihr nur, weil sie die ganze Institution lächerlich machen.

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    1. Übrigens muss ich mich bei Jorge entschuldigen: das, was ich unter dem Namen "clergyman" kenne, heißt auf Spanisch tatsächlich "clériman" - ich hatte den anderssprachigen Hintergrund nicht bedacht. ¡Lo siento mucho!

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    2. No hay de qué, dafür besteht gar keine Ursache, ich war für den Hinweis wirklich dankbar weil ich das gar nicht auf dem Schirm hatte und mir gar nicht klar war, dass das ein Anglizismus ist. Im Spanischen wird die Schreibweise auch bei Anglizismen oft lautlich angepasst, z.B. schreibt man auch "líder" statt "Leader" oder "fútbol" statt "football". Dasselbe wird bei "clériman" der Fall sein.

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  5. Würden wir Leser "Jorge" folgen,
    dann wäre es einfach nur lächerlich, dass Papst
    Franziskus sich so kleidet, denn Trainingsanzug und
    Turnschuhe würden viel eher signalisieren, dass er
    ein Seelsorger des Volkes ist.
    Ich bin überzeugt, dass Leser Jorge das, was er ge-
    schrieben hat, nicht ernst meint, sondern uns hier
    nur ein wenig verschaukeln will.

    http://www.herzmariens.de/Priester/Kleidung/kleidung.htm

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    1. Wenn ich mich da mal einschalten darf:
      Ich empfehle die gründliche Lektüre eines
      Artikels, den ich vor einem halben Jahr
      zum Thema "PRIESTERKLEIDUNG" geschrieben
      habe:

      http://kreuzknappe.blogspot.de/2015/12/mussen-priester-eigentlich-beichten.html

      Auszug:
      Das Signal, das von einem Priester ausgeht,
      der korrekt gekleidet ist, möchte ich einmal so formulieren: Mit meiner Kleidung lege ich öffentlich Zeugnis ab für meinen Glauben, für meinen Herrn Jesus Christus. Ich erinnere daran, dass die Zugehörigkeit
      zu Gott für den Christen an erster Stelle im Leben steht. Mit meiner Kleidung biete ich meiner Umgebung eine stille Katechese darüber, dass wir in Christus als neue Menschen leben wollen. Ich weiß, dass Kleider Leute machen und will damit ein Signal sein, will wie ein Leuchtturm sein, der an die richtige Richtung erinnert. -
      Mit meiner Priesterkleidung mache ich mich nicht größer als ihr Laien. Ich zeige im Gegenteil deutlich an, dass ich in meiner Gemeinde und meiner Umgebung Diener sein will, ein offenes Ohr habe, ohne Begrenzung auf einen 8-Stunden-Arbeitstag, sondern immer dann, wenn man meinen Dienst in Anspruch nehmen will.

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    2. So ist es! Danke, lieber Kreuzknappe, für diese Erinnerung.

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    3. Naja, das ist halt die graue Theorie. Mir ging es eher um die Assoziationen, die diese Kleidung in der Realität auslöst.

      In Südspanien, wo ich als Kind gelebt habe, haben damals noch in den 70er und 80er Jahren ältere Leute oft die Straßenseite gewechselt oder auf den Boden gespuckt, wenn ein Priester (in Soutane natürlich) vorbeikam. Da waren die Erinnerung an den Krieg noch lebendig.

      Mein Schwiegervater wäre 1974 in Chile auch um ein Haar ermordet worden (wie ich anderswo beim Knappen schonmal erzählte hatte: http://kreuzknappe.blogspot.de/2014/10/priester-fur-schwangerschaftsabbruch.html).

      Glücklicherweise hat sich die Kirche in Chile (anders als in Argentinien) während der Diktatur einen recht guten Ruf bei der Bevölkerung erworben, weil sich viele Priester und auch Bischöfe effektiv für Verfolgte eingesetzt haben. Aber es gab natürlich auch die anderen Priester, die das Regime im Fernsehen verteidigten. Und gerade die legten großen Wert auf den Cergyman. Die wöchentlichen Katechese-Sendungen von Pater Hasbún sind mir noch in Erinnerung, mein Schwiegervater musste dabei immer das Zimmer verlassen oder den Sender wechseln, weil er die Falschheit nicht ertrug.

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    4. Danke, lieber Jorge, für die erhellen den Informationen über die geschichtlichen Hintergründe. So wird die Aversion gegen den Priesterkragen auch für dessen Befürworter nachvollziehbar. Das wusste ich nicht... und da ich (Jahrgang 1975) solches Gott sei Dank nicht erleben musste, fällt mir die Akzeptanz der priesterlichen Kleidung natürlich auch sehr viel leichter als Ihnen. Meinen Respekt dafür, dass Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

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