Montag, 30. Mai 2016

Papst-Rücktritt: Pardon, "katholisch.de", aber so formuliert ist das Quatsch!

Das Thema "Rücktritt" von Papst Franziskus taucht so etwa jedes Vierteljahr mal wieder neu auf. Es findet sich immer irgend jemand, der einen kennt, der einen kennt, der etwas weiß. Und außerdem ist der Papst selbst recht großzügig mit seinen Äußerungen, auch zu diesem Thema. Siehe diese Beispiele ---> HIER und HIER und HIER !
Nun ist es also mal wieder so weit. Der Papst selbst hat das Thema erneut aufgegriffen, und zwar am Sonntag bei einem Treffen mit Jugend-
lichen.
"katholisch.de"
schließt aus seiner Formulierung 
"Auf der anderen Seite bin ich von Natur aus leichtsinnig und deshalb mache ich weiter"  gleich mal haarscharf laut Schlagzeile: "Franziskus schließt Rücktritt als Kirchenoberhaupt aus" ---> HIER !
Hä? Wieso denn das? - Das hat er doch gar nicht gesagt!
Erst einmal ging es dabei um sein "Bekenntnis", er habe noch nie über einen Rücktritt nachgedacht - eine Formulierung, die angesichts früherer Aussagen nicht ganz unproblematisch ist. Aber weil Gott ihm mit seiner Wahl zum Papst "einen Frieden gegeben" habe, bringe ihn das weiter.

Aber damit sagt er doch nicht, dass das Thema ein für alle mal vom Tisch ist. Im Gegenteil, er hat den Schritt von Papst Benedikt ausdrücklich ge-
lobt, dieser habe "mit viel Mut eine Tür für emeritierte Päpste geöffnet", man solle dessen Schritt also nicht als Ausnahme sehen. ---> HIER !

Die Aussage "deshalb mache ich weiter", bezogen auf seine Leichtsinnigkeit, sagt doch nur, dass er momentan nicht an Rücktritt denkt, aber es ist nicht erkennbar, dass dies eine verbindliche Erklärung sein könnte, dass er einen Rücktritt zu späterer Zeit generell ausschließt.

Kommentare:

  1. Diese Papstaussage gibt überhaupt nichts her,
    weder in der einen noch in der anderen Richtung.
    Der Papst sagt viel, wenn der Tag lang ist.
    Er selbst hat schon mehrfach von einem nur kurzen
    Pontifikat gesprochen.
    Man sollte sich einfach abgewöhnen, seinen Worten
    besonderen Wert beizumessen, wenn sie in einem
    Gespräch oder Interview geäußert wurden!

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  2. Auch Papst Franziskus kann nicht hellsehen.
    Sein Respekt vor dem Schritt Benedikts XVI.
    lässt schließen, dass er sich im Gegensatz zu
    seiner heutigen Aussage durchaus schon mit dem Thema
    auseinander gesetzt hat.
    Wenn es dann - was ich nicht wünsche - so weit ist
    und er ist schwer erkrankt und hilflos, dann wird
    auch er mit Sicherheit sein Amt aufgeben,
    weil alles andere unbarmherzig wäre, sich selbst
    und anderen gegenüber.

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  3. Tja, da werden die Tradis noch lange Sturmgebete verrichten müssen, bis ihr sehnlicher Wunsch nach Papstrucktritt erfüllt wird...

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