Sonntag, 15. Mai 2016

Seinen neuen Arbeitsplatz bezeichnet der Pfarrer selbst als "Pfarrerfriedhof" - ein Appell an uns alle!?

Einen eigen-
artigen, nachdenklich machenden Kom-
mentar entdeckte ich vorgestern auf einer kirchlichen Seite aus der Schweiz. Konkret bezieht sich das Erlebte zwar auf einen evangelischen Pfarrer, aber Ähn-
lichkeiten mit katho-
lischen Leuten sind vermutlich nicht ganz auszuschließen.
Das Thema ist alt und immer wieder neu: Warum werfen so viele Pfarrer (evangelische also auch!) das Handtuch? - Der Jugendbeauf-
tragte der Evangelischen Allianz erzählt von einem Freund, der seinen neuen Arbeitsplatz als "Pfarrerfriedhof" bezeichnet - wie ausrangierte Autos warteten die ausgeschiedenen und woanders arbeitenden Pfarrer darauf, dass die Pensionierung sie von ihrem Schicksal erlöst.
Der Rat des Schreibers: Unser Pfarrer-Verschleiß ist deshalb so hoch, weil wir überhöhte und egoistische Ansprüche an die Geistlichkeit stellen. Sieht er das richtig, oder ist das doch etwas übertrieben?  ---> HIER !

Kommentare:

  1. Das Interessante ist, dass die evangelische Kirche
    trotz Heiratserlaubnis für ihre Pfarrer ebenfalls
    massiv unter Pfarrermangel leidet, und das trotz
    hohem Ansehen, sicherem Arbeitsplatz und hohem Gehalt.
    Man wird wohl umdenken müssen,
    wenn man hierzulande so gerne hinausposaunt,
    der Zölibat sei die Wurzel allen Übels und die Ursache
    des Priestermangels.

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  2. Pfarrer ist ein zeitaufwendiger und stressiger Beruf,
    wenn man diese Aufgabe ernstnimmt.
    Das erklärt auch die hohe Scheidungsrate gerade bei
    Pfarrern, denn das Familienleben leidet unter dem
    Dienst, und nicht jede Pfarrersfrau ist auf Dauer bereit,
    unentgeltlich die Assistentin im Pfarrhaus zu spielen.
    Das andere Extrem habe ich allerdings auch schon
    erlebt, dass eine der holden Gattinnen ihren Mann rief,
    als es an der Haustüre klingelte, obwohl dieser gerade
    in einer Sitzung im Gespräch mit mir und anderen war,
    es ging um ein ökumenenisches Fest.
    Als ich groß guckte, warum der Pfarrer unterbrechen
    musste, obwohl sie doch sowieso im Flur stand, sagte
    sie mir, sie sei doch keine billige Arbeitskraft für
    die Kirche...

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  3. Solche Gemeinden gibt es auch bei Katholiken. Die Wikipedia schreibt dazu:
    »Nachdem Don Camillo zur Strafe für sein Verhalten seine Gemeinde Brescello entzogen worden ist, muss er nun die Reise in seine neue, abgelegene Gemeinde Montenara antreten, die verlassen in den Bergen liegt. Hier, in einer eisigen Umgebung, ist sein einziger menschlicher Kontakt seine Haushälterin Perpetua; denn seine Bemühungen, die Gemeinde für sich zu gewinnen, sind gescheitert und auch Jesus scheint nicht mehr zu ihm zu sprechen.«

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  4. Es sind doch vor allem die Tradis,
    die wer weiß was für Ansprüche an die Heiligkeit
    unserer Pfarrer stellen.
    Mit nicht so großen Ansprüchen gäbe es auch
    wieder mehr Priester!

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    1. Ordinariatsgeschädigter15. Mai 2016 um 19:43

      Au Mann, das tut weh!
      Die Tradis sind also schuld daran, dass in der
      evangelischen Kirche Pfarrermangel herrscht?!
      Die Protestanten haben doch die gleichen Probleme
      wie wir, dann kann es doch nicht an übertriebenen
      Ansprüchen liegen?!
      Apropos Ansprüche: Ich bezweifle, dass uns
      mit der Miniaturausgabe einer Priester-Ausbildung
      geholfen wäre. Oder würden Sie sich bei einer
      Operation bei jemand unters Messer legen,
      der Ihnen gerade erklärt, er sei eigentlich
      gar kein Arzt, sondern nur Krankenpfleger?

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  5. Geistliche egal welcher Konfession sollten nicht vergessen, was ihre Aufgabe ist und vor allem, was ihre Aufgabe nicht ist. Viele Geistliche wollen ihre Kirche, ihre Gemeinden retten und sind damit überfordert. Das ist nicht ihre Aufgabe. Der Job des Retters ist bereits vergeben. Und zwar an Jesus Christus, den die Engel auf den Feldern von Bethlehem als Heiland, als Retter proklamiert haben. Wo Geistliche das übersehen oder vergessen, ist der Burnout eigentlich schon vorprogrammiert.

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