Montag, 16. Mai 2016

Verbale Attacke in der "WELT": Henryk M. Broder sieht Versäumnisse: "Der Papst ist Gottes Populist"

Es ist bekannt,
dass ich wegen seiner spontanen Aktionen nicht zu den aller-
größten Fans dieses Papstes gehöre, aber ich finde, in seinem Artikel in der "WELT" schießt Journalist Henryk M. Broder doch etwas über das Ziel hinaus.
Für ihn ist Papst Franziskus "Gottes Populist", der nicht ständig irgendwelche Themen aufblasen sollte wie gerade den Diakonat der Frau, sondern der Papst sollte sich lieber mehr um brennende Probleme wie verfolgte Christen kümmern.
Den Artikel finde ich etwas weit ausholend und nicht ganz fair. Wenn der Papst der Populist Gottes ist, was ist dann Henryk M. Broder? --> HIER !

Kommentare:

  1. Hat Henryk M. Broder da was nicht mitbekommen?
    Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, hat sich
    Papst Franziskus doch ganz besonders des
    Themas der Verfolgten angenommen?!

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  2. was ist dann Henryk M. Broder?

    Broder ist zumindest nicht Papst. Und vom Papst erwartet man mehr als von Herrn Broder, nicht wahr?

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  3. Papst Franziskus war schon immer ein Populist,
    im guten wie im negativen Sinne.
    Er macht Politik, wie unsere Politiker auch.

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    1. Das sehe ich auch so.
      Selbstverständlich ist der Papst Populist.

      Merkmal von Populisten ist allerdings gerade, dass sie nicht einfach "Politik machen, wie unsere Politiker auch", sondern dass sie sich dabei eng am "Volk" orientieren und populäre Anliegen aufgreifen.
      Beim Papst ist der Populismus nicht in erster Linie "politisch" Populist, auch nicht rein kirchpolitisch, sondern schon auch ekklesiologisch. Er steht halt dem "Volk Gottes" näher als dem "Klerus", also den innerkirchlichen Eliten, und sieht das auch als seine Aufgabe.

      Gerade Jesus selbst war ja auch sehr populistisch in diesem Sinne.

      Das Problem ist, dass der Begriff "Populist" in Deutschland schon lange relativ negativ besetzt ist und seit einiger Zeit beinahe tabuisiert wird, seitdem sich der Schubladenbegriff "Rechtspopulismus" etabliert hat.

      Man muss sich aber vor Augen halten, dass die sog. "Rechtspopulisten" (also Parteien wie die "Wahren Finnen", "Front Nationale", FPÖ oder AfD) eigtl. nur deshalb so genannt werden, weil man sie sich nicht pauschal als Rechtsradikale bezeichnen will. Im Grunde also ein politisch korrekter Euphemismus. Aus diesem Euphemismus ist dann wegen der radikalen Positionen dieser Gruppierungen selbst wieder ein stigmatisierender Richtungsbegriff geworden, sodass sich heute hierzulande heute kaum jemand freiwillig als "Populist" bezeichnen lassen will.

      So ist es mir einmal passiert, dass ich den Papst als klassischen (linksperonistischen) Populisten charakterisiert habe (und dazu anmerkte, dass ich das "nicht ganz unkritisch sehe") und daraufhin von Progressisten als rechtskonservativer Papstgegner betrachtet wurde, was ich gar nicht bin. Sie dachten, "Populist" wäre ein Schimpfwort.

      Der Papst ist Populist wie schon eine Reihe anderer Päpste der letzten 150 Jahre vor ihm, am bekanntesten sicherlich Pius IX. und Johannes Paul II.
      Der populistischste Papst der Kirchengeschichte ist m.E. wohl der hl. Ambrosius von Mailand, aber auch Cyprian von Karthago oder Kyrill von Jerusalem waren ja sehr populistische und beliebte Päpste.

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    2. Er macht Politik wie Benedikt, nur anders akzentuiert.

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  4. Man sollte Broders Kritik nicht vorschnell ignorieren. Er zeigt, wie der Blick von außen auf die Kirche heute aussieht: Die Kirche ist die Titanic, die den Eisberg längst gerammt hat...
    Wenn man sich anschaut, wie sehr die Volkskirche inzwischen versagt und zusammenbricht, kann man dieser Einschätzung auch im innerkirchlichen Raum durchaus etwas abgewinnen.
    Das Frauendiakonat ist ein binnenkirchliches Thema ohne Relevanz für die Welt. Es kommt sowieso oder die Kirche geht unter, den Fortschritt lässt sich nicht aufhalten.
    Es zeigt aber auch: Wer sich nur mit solchen binnenkirchlichen Themen beschäftigt, verliert Zeit und Kraft um sich den wichtigen Themen zu widmen, z.B. der Christenverfolgung. Ich würde hier noch den zunehmenden Glaubensverlust nennen...
    Wie auch immer: Allein über Broders Bild von Kirche als Titanic sollte man gut nachdenken....
    Gesegnete Pfingsten wünscht
    thesaurus http://katholischeschatzkiste.blogspot.de/

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  5. Was muß er denn noch alles machen oder seltsames reden? Ist es nicht ein bißchen
    Anstrengend immer alles positiv zu deuten, was sogar Menschen außerhalb der Kirche
    Richtig auffällt und Broder ist nicht der erste und nicht der Einzige.

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