Dienstag, 24. Mai 2016

ZdK-Präsident Sternberg: Die AfD ist eigentlich gar nicht vom Katholikentag ausgeladen, nur...

Man muss immer wissen, wie man etwas verpackt, wenn man es verkaufen will.
Gegen die mehrheitliche Stimmung an der Basis hatte das ZdK-Präsidium bekanntlich die erst eingeladene AfD wieder vom Katholikentag ausgeladen, siehe ---> HIER und HIER !
Da er offenbar in letzter Zeit immer mehr in Erklärungsnot geriet, weil die evangelische Seite dagegen erklärt hat, auf ihrem Kirchentag die AfD sehr wohl einzu-
laden (mutigerweise sogar kurz vor den nächsten Bundestagswahlen ---> HIER !), versucht er es jetzt mit einer Neuformulierung, die ein wenig
an Radio Eriwan erinnert. Die AfD ausgeladen? Nein, mitnichten, AfD-Mitglieder dürfen gerne kommen, nur einige wenige Personen nicht, die an der AfD-Spitze stehen. Ach so. --> HIER und HIER und HIER !

Bemerkenswert ist auch, dass "Donum Vitae" weiter eingeladen bleibt, obwohl dies ausdrücklich der Haltung des Vatikans widerspricht.
Merke:
Beim Katholikentag sind alle gleich. Aber einige sind gleicher als andere...
---> HIER !

Und dennoch: Ich wünsche dem morgen beginnenden Katholikentag ganz ehrlich ein gutes Gelingen und den Teilnehmern Gottes Segen!

Kommentare:

  1. Sternberg macht sich lächerlich.
    Vor allem wechselt er die Argumente wie andere Leute
    ihr Hemd: Jetzt auf einmal sind einfache AfD-Mitglieder
    durchaus gerne gesehen, während er noch vor zwei Monaten
    wetterte, das seien "Rechtsradikale".
    Dann müsste er jetzt aber mal erklären, wieso er Rechts-
    radikale auf dem Katholikentag haben will.

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  2. Ordinariatsgeschädigter24. Mai 2016 um 16:48

    Es gibt gute Gründe für und gegen die Entscheidung
    des ZdK. Dass Vertrackte ist, dass Sternberg aus
    dieser Nummer nicht mehr herauskommt, und es erfreut
    ihn nicht besonders, dass man ihm jetzt in der Presse
    z.T. deswegen unchristliches Verhalten unterstellt.
    Ich bin überzeugt, dass man im internen Kreise
    des ZdK längst zugibt, dass die Ausladung eine
    unglückliche Entscheidung war.

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  3. Man sollte nicht vergessen, dass Sternberg
    auch ein erfahrener Politiker ist (Landtag NRW).
    Von daher weiß er, wie Merkel es vormacht:
    Ändere nie Deinen einmal eingeschlagenen Kurs,
    auch wenn die Mehrheit gegen Dich steht,
    denn eine Kursänderung wird als Schwäche ausgelegt.
    Fast schon witzig ist seine Argumentation,
    er sei ja bereit, mit der AfD-Spitze zu reden,
    aber nicht auf dem Katholikentag.

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    1. Hier ist der Beweis dafür:
      "Sternberg: Wie gesagt, man kann die Sache so
      oder so entscheiden. Ich stehe zu der Entscheidung,
      die ich übernommen habe, und ich halte die auch sehr vertretbar."
      Das klingt schon sehr kleinlaut...

      http://www.deutschlandfunk.de/katholikentag-2016-ausgegrenzt-wird-hier-niemand.886.de.html?dram:article_id=354672

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  4. Echte Realsatire:
    Sternberg warnt aktuell vor Vorurteilen und ruft
    dazu auf, gelassen zu bleiben:

    http://www.lvz.de/Specials/Themenspecials/Katholikentag/ZdK-Praesident-Sternberg-warnt-vor-Vorurteilen-ueber-Sachsen

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  5. Sternberg sollte schon konsequent bleiben. Die hist. Analogien drängen sich ja auf.

    Bis Mitte 1933 war es SA-Trupps verboten, in Uniform an der Messe teilzunehmen. Die machten zwar viel Druck, stellten sich als treue Christen dar und verlangten "Gleichbehandlung" (zu kath. Verbänden wohlgemerkt), aber es blieb erstmal bei dem Verdikt.

    Gleichzeitig zeichnete sich ab, dass die Bischöfe in die Zwickmühle gerieten. Immer mehr Katholiken fanden das neu erwachte Deutschland toll und regten sich über die Kirche auf, die dem "alten System" verhaftet sei. Immer mehr Theologen und Prälaten überlegten, ob man wirklich alle diese Leute ausgrenzen dürfe.
    Daraufhin wurde festgestellt, SA-Leute dürften ja zur Messe, nur eben nicht in Uniform. Oder man ging sogar soweit, SA-Leute in Uniform stillschweigend zu tolerieren, solange sie nicht in Trupps posierten und keine Fahnen mitbrachten.
    Das ist ungefähr die Phase, in der wir uns jetzt befinden.

    Später wurde es dann ausgedehnt, vor allem das Konkordat beruhigte viele Bischöfe erstmal und es begann die Phase, in der man "Berührungspunkte" oder "Gemeinsamkeiten" suchte.
    Das ging von Ort zu Ort unterschiedlich. Während im Rheinland die kath. Vorbehalte in Volk und Klerus stark und auch öfftl. spürbar blieben, hielt der Dogmatiker Ludwig Ott in Münster (auf Drängen der Studenten, wohlgemerkt) seinen berühmten Vortrag, der die grds. Nähe der NS-Ideologie zum Katholizismus hervorhob und die bislang betonten Gegensätze relativierte. Und Ott war kein Nazi und ist später auch nicht mehr durch Nähe zum NS aufgefallen, der interessierte sich eigtl. gar nicht richtig für Politik, sondern hat sich zurückgezogen und seine Dogmatik geschrieben.

    Sporadisch wurde das SA-Verbot im Gottesdienst jetzt nicht mehr beachtet oder sogar aufgehoben, z.T. offiziell, z.T. auch nur inoffiziell. Man beugte sich jdfs. oft dem "Volkswillen", weil der ja auch viele Katholiken erfasst hatte; und interessanterweise gab es auch da schon wie heute das Argument, die Evangelischen hätten ja viel weniger Berührungsängste und da dürfte die SA längst mitmachen.

    Das ist übrigens die (kurze) Phase von 1933/34, aus der die allermeisten der heute noch von Kirchengegnern im Internet verbreiteten Zitate und Fotos von kath. Klerikern mit Hitlergruß, hakenkreuzfahnengeschmückten Kirchen usw. stammen, die uns heute so peinlich sind. 1935 wurde das Klima für die Kirche schon härter, 1936 herrschte bis auf die Olympiazeit Kirchenkampf.

    Wir sollten also gerade jetzt in dieser Übergangszeit, wo vieles noch nicht so gut zu überblicken ist, stark bleiben, um später nicht als lächerliche Versager dazustehen.
    Dass Tradis tendenziell AfD-gefährdet sind, ist meine ich erstmal normal und war abzusehen, man muss sie deswegen nicht verteufeln, sondern eher stärken und ihnen mit Geduld und Verständnis klar machen, wo der Teufel wirklich steht. Mit Nachgiebigkeit macht man sie nur noch anfälliger.

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    1. Das ist ja interessant,
      dass Sie die Ablehnung der AfD beim Katholikentag
      mit dem Auftreten der SA in Verbindung bringen.
      Eine Freud'sche Fehlleistung?

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    2. Nö, eine Analogie, sagte ich doch.

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  6. Ich weiß nicht, ich hätte mir so eine afd-Bude zwischen dem Stand vom Verein schwuler Priester und der Interessengruppe Priesterehefrauen und ihrer Kinder ganz lustig vorstellen können. Mit ausländerfeindlichen Flugblättern gegenüber dem Eine-Welt-Stand mit Schwerpunkt Afrika und Trommelklängen. Frau Petrys bunte Patchwork-Schar hätte sich da sicher auch wohl gefühlt.

    Was aber Herr Gauland beim evangelischen Kirchentag will, wo er sich selbst als Ungläubigen und die evangeische Kirche als unsympathisch und linksgrün-versifft bezeichnet und das "Prorgamm" der Kirchen (wir nennen es normalerweise die Lehre der Kirche) bekämpfen will?

    Kurz gesagt, was will eine Partei ohne christliche Inhalte bei einem Kirchentag?

    (http://www.tagesspiegel.de/politik/afd-vom-katholikentag-ausgeladen-gauland-ich-bin-vielleicht-so-etwas-wie-ein-kulturchrist/13634258.html)


    Ich bekämpfe das Programm der Kirchen

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    1. Jill schwindelt mal wieder.
      Wer das verlinkte Interview liest, erkennt sofort,
      dass sich Gauland dabei ausschließlich auf die
      von der Mehrheit der Deutschen abgelehnte
      Flüchtlingspolitik bezieht:

      Alexander Gauland beklagt in dem Gespräch den Schulterschluss beider Kirchen mit der Bundesregierung: „Wenn diese Flüchtlingspolitik das Programm der Kirchen ist – dann gebe ich offen zu: Ich bekämpfe das Programm der Kirchen.“

      http://www.tagesspiegel.de/politik/afd-vom-katholikentag-ausgeladen-gauland-ich-bin-vielleicht-so-etwas-wie-ein-kulturchrist/13634258.html

      Und was die Frage betrifft, was nicht christliche
      Inhalte auf einem Katholikentag zu suchen haben,
      so empfehle ich Ihnen einen Blick ins Programm-
      heft...
      Ein paar Beispiele:
      Wer bin ich in deinen Augen - Lustvolle biblische Einsichten zu Mann und Frau", "Depression, eine nicht anerkannte Volkskrankheit", "Ehe für alle?",
      "Ich habe keine Lust mehr - Sexualität in langdauernden Partnerschaften", "Auch Lesben und Schwule werden älter", "Wechseljahre - die Chance!", "Let's talk about Sex", "Ist Homosexualität unbiblisch?", "Klimagerech-
      tigkeit"

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    2. Studiosus, den link zum Zitat hatte ich ja wie Sie angegeben, aber das Zitat zugegebenermaßen auf seinen wesentlichen Inhalt gekürzt. Wobei es natürlich auch noch genug andere Punkte außer der Flüchtlingspolitik gibt, in denen die afd gegen kirchliche Lehren angeht.

      Ihre Beispiele vom fröhlichen Treiben auf dem Katholikentag ähneln den meinen, insofern illustrieren Sie nur meine Frage: Was will eine im wesentlichen antikirchliche und auch nach eigenem Selbstverständnis nicht christliche Partei bei einem Katholikentag mit solch exotischen Themen? So wie neulich bei den Muslimen: Grundgesetze austauschen, sich gegenseitig Verstöße dagegen unterstellen und wieder gehen?

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    3. Studiosus: Ihre Aufzählung von (überwiegend Unterleibs-)Themen, die Ihrer Meinung nach nichts mit dem Christlichen zu tun haben, aber auf dem Katholikentag vorkommen, ist amüsant. Hat man doch in der Tradi-lastigen Blogozese den Eindruck, dass sich an den Unterleibs-Themen, die dort so unersättlich wie sonst nirgendwo verhandelt werden, das Schicksal des Glaubens, der Kirche und des christlichen Abendlandes entscheidet. Insoweit sollte Ihnen die thematische Orientierung des Katholikentags doch gefallen!

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  7. Ich empfehle statt Katholikentag
    den alljährlichen Besuch des Kongresses
    "Freude am Glauben".
    Da ist auch katholisch drin, wo katholisch drauf steht.

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