Freitag, 22. Juli 2016

Die Fußnote in "Amoris Laetitia" wegen Wiederverheirateten - Papst Franziskus sagt: "Ich erinnere mich nicht!"

"katholisch.de", die offizielle Seite im Auftrage der Deut-
schen Bischofskonferenz, hakt heute nach dem gestrigen Wirbel um den Brief von Bischof Oster an die Priester
in einem zweiten Artikel noch mal nach.
Man tut ganz simpel: "Dürfen sie nun, oder nicht?" - Können die wiederverheiratet Geschiedenen nun zur Kommu-
nion gehen oder nicht?

Nun hat Bischof Oster eigent-
lich allen schon viel Material an die Hand gegeben, um von bloßen Schlag-
worten wegzukommen; Sie haben es gestern in meinem Blog gelesen, liebe Leser.
"katholisch.de" gibt ganz dramatisch eine akute Sturmwarnung heraus: "Die Wogen schlugen so hoch", um dann einige Zeilen später zu ergänzen "In Deutschland gibt es bislang keine größere öffentliche Debatte". - Ach so!

Dann bringt man noch schnell den Präfekten der Glaubenskongregation
ins Spiel: Kardinal Müller habe "bislang kein klärendes Wort gesprochen".

Vielleicht hätte man mal fragen sollen, warum wohl? - War es nicht Papst Franziskus selbst, der für die Verwirrung gesorgt hat und die "entscheidende Aussage" selbst in seinem Schreiben "in einer Fußnote versteckt" hat - so "katholisch.de" wörtlich. 
Dann wäre es doch erst einmal am Papst selbst, für Klärung zu sorgen,
und man sollte nicht trickreich versuchen, Kardinal Müller den schwarzen Peter zuzuschieben.

Auf der Pressekonferenz von Lesbos hat Papst Franziskus auf Journalisten-
fragen ausweichend geantwortet, wenn man wissen wolle, was er meine, solle man sich anschauen, was Kardinal Schönborn gesagt hat. Und auf die Fußnote 351 angesprochen, meinte der Papst: "Ich erinnere mich nicht an diese Anmerkung..."

Dürfen sie oder dürfen sie nicht? - Die Redaktion von "katholisch.de" kann ja mal beim Papst anrufen.
     Man schaue ---> HIER und HIER !

Kommentare:

  1. Ordinariatsgeschädigter22. Juli 2016 um 18:11

    Der Papst hat alles bewusst offen gehalten,
    um den Bischofskonferenzen den Weg freizuhalten,
    selbst zu entscheiden, was sie ihren Priestern
    empfehlen.
    Wir werden uns unter Papst Franziskus daran ge-
    wöhnen müssen, dass das Auseinanderdriften in
    der katholischen Kirche rasant an Fahrt zunimmt.
    Was in X gilt, das gilt in Y noch lange nicht.

    AntwortenLöschen
  2. "Kardinal Müller habe 'bislang kein klärendes Wort gesprochen'"

    In der katholisch.de-Redaktion gibt es vielleicht kein Internet, sonst hätte man dort http://www.kath.net/news/55067 gelesen.

    AntwortenLöschen
  3. Die Formulierung von "katholisch.de",
    die der KREUZKNAPPE sich nicht entgehen lässt,
    ist deshalb falsch, weil sie unvollständig ist.
    Ich kann nicht begreifen, warum die Redaktion das
    so gemacht hat.
    Tatsächlich erinnert sich der Papst im Laufe des
    Gespräches dann doch ein wenig, was dee kreuzknappe
    ja auch korrekt blau verlinkt hat.

    Schnelle Antwort, wie "katholisch.de" sie mit der
    Überschrift suggeriert, kann es nicht geben.

    Wie kompliziert das ist, sieht man z.B. an dieser
    Stellungnahme, zu der ich verlinke, ohne alles darin
    inhaltlich unterschreiben zu wollen:

    http://www.theologie-und-kirche.de/amoris-laetitia.pdf

    AntwortenLöschen
  4. Das Problem ist,
    dass der Verweis des Papstes auf Schönborn
    auch nur ein Ablenkungstrick ist,
    denn entgegen der Behauptung von Papst Franiskus
    ist man nach der Lektüre der Erklärung
    von Schönborn auch nicht schlauer:

    http://beichte.brosa.info/amoris%20laetitia%20PR%C3%84SENTATION%20Sch%C3%B6nborn.pdf

    AntwortenLöschen
  5. Es gibt eben nicht "die" klare Regelung. Sondern beabsichtigt ist, wie "Ordinariatsgeschädigter" oben schreibt, eine Stärkung der Ortskirchen im Sinne von mehr Gestaltungs- und Entscheidungsspielräumen. Also weniger Zentralismus, mehr Föderalismus. Im Unterschied zu wohl den meisten hier finde ich das sehr begrüßenswert. M.E. entspricht das auch Vielfalt und Weite des Katholischen.

    Wir sind kein System wie einst der Sowjetkommnismus, wo die Zentrale in Moskau die "Linie" ausgab, an die sich in allen Ländern die jeweilige KP strikt zu halten hatte. Wie das geendet ist, ist ja bekannt.

    AntwortenLöschen
  6. Dieser Artikel von katholisch.de (und noch mehr das Echo des Knappen) verwirrt wirklich etwas.

    Dazu gibt es gar keinen Anlass. Das, was an AL "neu" ist, ist völlig klar und einsichtig.

    Hatte ich auch schonmal gesagt.
    https://kreuzknappe.blogspot.de/2016/07/kardinal-schonborn-amoris-laetitia-muss.html

    Dieses Gerede von "Verwirrung" ist reine Pose.
    Die Sache ist doch vollkommen klar.

    Wenn zwei Leute in einer irregulären Partnerschaft leben, kann man nicht pauschal sagen, ob das nun Sünde ist oder nicht.

    Alles andere ist Seelsorge und Gewissensbildung.

    Verwirrend sind eigtl. immer nur die Statements der Kritiker dazu, wahrscheinlich tw. durchaus bewusst. Auch G.L. Müller war da leider nicht unbeteiligt; die auf kath.net breit rezipierten Familientheoretiker vom Opus Dei sowieso.

    Bei Kdl. Caffarra würde ich dagg. nicht von "Verwirrung" reden, weil er sich klar und gut nachvollziehbar ausdrückt. Nur will er die Kernaussage von AL (siehe das Fettgedruckte oben) zu diesem Thema schlicht nicht wahrhaben.
    http://kreuzknappe.blogspot.de/2016/07/kardinal-caffarra-bezuglich-amoris.html

    AntwortenLöschen

Bitte beachten: DERZEIT versuchsweise wieder Leserkommentare möglich. Anonyme oder beleidigende Zuschriften haben keine Chance! Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht. Bis zur Freischaltung Ihres Leserbeitrages kann es einige Stunden dauern!
Zuschriften, die nach 19.45 Uhr eintreffen, können zumeist erst am
nächsten Morgen online sein!
=================================================================================