Dienstag, 12. Juli 2016

Die Mitglieder treten massenweise aus den Parteien aus: Wenn es die Kirche wäre...

Ja, wenn es um den Austritt aus der Kirche geht, dann ist man schnell zur Hand mit Erklä-
rungen: Klar, das liegt an der
so schlecht verständlichen Sprache der Predigt, oder es liegt am mangelnden Service, an der kirchlichen Lehre - oder im Zweifelsfalle liegt es immer noch an Bischof Tebartz-van Elst.
Interessant ist, dass die Medien ganz anders urteilen, wenn es um den seit Jahrzehnten anhaltenden Mit-
gliederschwund der Parteien geht: Da ist es dann Politikverdrossenheit, das Alter (die Leute sterben den Parteien einfach weg), oder es ist einfach nur die Individualisierung der Gesellschaft schuld.

Man schaue mal, wie heftig es bei den Parteien abwärts geht ---> HIER und die SPD-Kurve HIER und Artikel HIER !
In den letzten zwei Jahrzehnten ist den Parteien also mehr als die Hälfte (!) ihrer Mitglieder abhanden gekommen...

Kommentare:

  1. Wahrscheinlich gibt es bei den Parteien
    noch viel, viel schlechtere Predigten...
    Jedenfalls haben die Parteien prozentual deut-
    lich mehr Mitglieder verloren als die Kirchen.
    Aber wenn es um die Kirche geht, wird gleich wieder
    alles mögliche hineingedeutet und die Schuld auf
    die konservative Lehre geschoben - wie heuchlerisch!
    Dem Kreuzknappen vielen Dank für diesen
    erhellenden Beitrag!

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  2. Erfreulich, dass die Tradis, wenn's um den Niedergang der Parteien geht, plötzlich merken, dass es um die Kirche in Wahrheit gar nicht schlecht steht.
    Schreiben sie doch ansonsten die Kirche am liebsten runter und schlecht und sehen überall nur "Häresien", "Niedergang" und "Protestantisierung" am Werk. Alles Humbug.

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  3. So habe ich das noch gar nicht gesehen.
    Ein wirklich gutes Argument,
    werde ich im Frauenkreis morgen erwähnen!

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  4. Hat sich eigentlich schon mal jemand ernsthaft die Frage gestellt, warum man NICHT aus einer Altpartei wie z.B. der ?DU austreten sollte?

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    1. Sehr gute Frage! Bzw. man muss so sagen: das ist gar keine Frage mehr. Ich sage klar: wer als Katholik immer noch in der CDU/CSU ist oder diese wählt, verdient nicht mehr ein gläubiger Katholik genannt zu werden. Von den sonstigen Altparteien müssen wir gar nicht erst reden.

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    2. Kerzelschlucker13. Juli 2016 um 13:16

      Ich werde als gläubiger Katholik weiterhin die CDU wählen in Ermangelung einer christlicheren Alternative.
      Auch wenn Leuten wie Ihnen das nicht passt.
      Nazis kriegen meine Stimme jedenfalls nicht!

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  5. Interessanter Denkansatz: Wenn mein Verein immer mehr Mitglieder verliert, verweise ich am Besten darauf, dass es ja noch andere gibt, die noch schneller Mitglieder verlieren und damit sind alle die das beklagen im Unrecht. Übrigens: Was soll eigentlich dieser ständige Gebrauch der Babysprache?
    Bezeichnet sich der "Nichttradi" dann als "Progressi", "Göring-Ecki" oder "Zettdikadi" ?

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    1. Interessante Frage, die Sie am Schluss stellen. Ich habe den verniedlichenden Diminutiv "Tradis" in der sog. "Blogozoese" (noch so eine grenzdebile Verbalkreation) als Selbstbezeichnung der katholischen Traditionalisten kennengelernt. Es soll wohl ausdrücken: Schaut mal, wir sind doch eigentlich gaanz lieb und süß, gar nicht so schlimm, wie man immer denkt, wenn man "Piusbrüder" und "Alte Messe" hört!

      Dass sich dahinter bei vielen Traditionalisten eine betonharte Polit-Agenda verbirgt, nämlich Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit, und v.a. Überwindung von Demokratie, Liberalismus und Grundrechten und Errichtung eines autoritären katholischen Staates, wie es bis zum Konzil auch die offizielle Linie der Kirche gewesen war, das gerät bei solch niedlichen Titulierungen schnell in den Hintergrund.

      Ihre Feinde nennen die "Tradis" auch keineswegs so nett "Progressis" oder "Modernis". Sondern, auch das lernt man bei den katholischen Bloggern, "Linksgrüne",. "Freimaurer", "Zionisten", "Islamfreunde" etc.pp.

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    2. Ich kenne mich als Nichtkatholik zuwenig aus um zu beurteilen wer mit dem Babygebrabbel angefangen hat.
      Wenn ihre Einschätzung richtig ist, dann wären die sog."Tradis" also gar keine Christen sondern nur die "anderen" (denn wie sollte sich Feindschaft und Totalitarismusanspruch mit der Botschaft des Evangeliums vertragen?)

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    3. Ich habe einfach wiedergegeben, was ich v.a. in den letzten ein bis zwei Jahren, gerade in Bezug auf die von den "Tradis" vehement abgelehnte Flüchtlingsaufnahme und deren Haltung zu unserem sog. "System" und die es tragenden Parteien (von Union bis Linkspartei, ausgenommen die AfD!) in der sig. "Blogozoese" gelesen habe.

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    4. Ich habe für liberale Katholiken in der "Blogözese" schon die Begriffe "Reformos" oder "Liberalos" gelesen.

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