Mittwoch, 13. Juli 2016

Entscheidung von Papst Franziskus: Protestantischer Theologe wird Chef des argentinischen "L'Osservatore Romano"

Manche Entscheidungen von
Papst Franziskus sind zumindest gewöhnungsbedürftig. Diese neuerliche gehört wohl dazu: Demnächst erscheint auch in Argentinien die Vatikanzeitung "L'Osservatore Romano".
Sie nimmt die spanische Ausgabe als Grundlage und ergänzt diese mit Artikeln speziell über die Situation in Argentinien.

Für Aufsehen sorgt indes die persönliche Entscheidung von Papst Franziskus, ausgerechnet einen protestantischen Theologen als Redaktionsleiter einzusetzen, den er aus seiner Zeit in Argentinien gut kennt. Dieser wolle, so heißt es, den argentinischen Teil "ökumenisch ausrichten".
Meine Meinung: Das bedeutet weder den Untergang des Abendlandes noch der Kirche. Allerdings frage ich mich schon, ob es denn keinen geeigneten katholischen Journalisten bzw. Theologen dafür gibt.
Wenn schon z.B. bei der Personaleinstellung eines katholischen Kinder-
gartens Wert darauf gelegt wird, dass der oder die "Neue" katholisch ist, dann verwundert es schon ein wenig, einen Nicht-Katholiken, der ver-
mutlich manches katholische Detailwissen nicht hat, auf solch eine öffent-
lich bedeutsame, exponierte Position zu hieven. Geht Vetternwirtschaft vor katholische Prägung...?

Man lese ---> HIER und HIER und HIER !

Kommentare:

  1. Wir erinnern uns doch an das heftige umstrittene
    Papstvideo mit der Gebetsmeinung für Januar 2016:
    Da wurde schon deutlich, dass dieser Papst im Prinzip
    alle Religionen für ziemlich gleich hält.
    Er ist allerdings merkwürdig inkonsequent:
    Warum besetzt er nicht gleich die Glaubenskongre-
    gation im Vatikan mit einem evangelischen Theologen???

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  2. Nicht zu fassen!
    Eine Unverschämtheit und eine Provokation
    für alle treuen Katholiken!

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    1. Den Ball flach halten!
      Auch der bei den Konservativen höchstangesehene Benedikt XVI. hat immer wieder in wichtige vatikanische Kommissionen, etwa zu moraltheologischen Fragen (was eindeutig wichtiger ist als die Regionalausgabe der Vatikanpostille "am Ende der Welt"!) etliche nichtkatholische Vertreter berufen, Protestanten, Anglikaner, sogar Nichtchristen. Sie mussten sich einfach nur durch Fachkompetenz ausgewiesen haben.
      Kein Grund zu schäumen.

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    2. Nicht zu fassen!
      Eine Unverschämtheit und eine Provokation für alle treuen Gläubigen!

      Sagten sie und ließen ihn kreuzigen.

      Dass manche Leute nicht merken, dass ihre Worte genau dem entsprechen, was die Bibel den Feinden Jesu Christi in den Mund legt, begreife ich einfach nicht. Lesen diese Menschen keine Bibel?

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  3. Meine Freundin hat sich bei einer evangelischen
    Kindertagesstätte als Köchin beworben.
    Sie wurde sogar zum Vorstellungsgespräch eingeladen,
    aber als sich herausstellte, dass sie katholisch ist,
    erbat man sich eine Bedenkzeit - und dann hat man
    ihr nach drei Wochen die Bewerbungsunterlagen mit
    dem Kommentar zurückgeschickt, man hätte anderweitig
    entschieden.

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    1. Das ist im deutschsprachigen Raum nach meiner Erfahrung leider auch nach meiner Erfahrung oft wahr.
      Die Evangelen sind vielfach in konfessionellen Dingen viel provinzieller und eigenbrödlerischer als Katholen. Da gibt es tw. noch richtig altmodische Katholikenfresser.

      Ökumene ist halt im Grunde eine katholische Idee.

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    2. Oh, Entschuldigung, hab mich im ersten Satz etwas verhaspelt... Aber man versteht es ja, danke!

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  4. Diözesaner Bürohengst13. Juli 2016 um 10:43

    Aus den Empfehlungen des Caritasverbandes
    für Einstellungsgespräche:
    Mit den Bewerbern soll darüber gesprochen werden,
    ob sie "reflektierte Solidarität" mit der katholischen
    Kirche zeigen.

    http://caritas.erzbistum-koeln.de/export/sites/caritas/dicv-koeln/.content/.galleries/downloads/caritas-pastoral/handreichung_glaube_final.pdf

    Gerade beim Posten des Chefredakteurs der
    Vatikanzeitung handelt es sich um eine so heraus-
    ragende Position, dass die Besetzung mit einem
    Nichtkatholiken einem Affront gegen katholische
    Journalisten und Theologen gleichkommt.
    Ein dicker Patzer von Papst Franziskus, muss ich
    leider feststellen.

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  5. Wie gut, dass der Kreuzknappe verlässlich seiner Tradi-Gemeinde jeden Tag den überlebenswichtigen Schnappatmer serviert...

    In Wahrheit ist in China ein weiterer Reissack umgefallen.

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  6. Dieser Schwachsinn in den Kindergärten und Krankenhäusern muss aufhören, der Papst geht wie immer vor, das ist gelebte Ökumene. Sehr gut, Franziskus!

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  7. Ließ sich in der gesamten Theologen- bzw. Journalistenriege wirklich niemand finden, der diesen Posten sach- und fachgerecht hätte ausfüllen können?
    Entweder scheint Papst Fraziskus Gefallen daran zu haben, bewusst zu provozieren, oder aber es mangelt ihm erheblich an Gespür.
    Kennt er den evangelischen Theologen persönlich, muss dies ja nicht zwangsläufig für dessen nötige Qualifikation sprechen.
    Berücksichtigt Papst Franziskus bei seinen Entscheidungen ausreichend, welche Wirkung diese nach aussen haben könnten und was will er der Öffentlichkeit dadurch vermitteln?
    Verunsicherungen gibt es doch sowieso schon genug!
    Manchmal habe ich das Gefühl, er ziehe mir den Boden unter den Füßen weg.

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    1. Gerade um die Außenwirkung in Argentinien geht es doch. Steht doch in den verlinkten Artikeln drin. Da spielt die Konfession sowieso kaum eine Rolle, in Argentinien ist der Papst in erster Linie ein Politikum.

      Das ökumenische Signal ist hier ja nur ein willkommener Nebeneffekt. In Glaubensfragen wird die Zeitung sowieso von den arg. bfen. gegengelesen.

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  8. Wenn man an diesen Papst denkt,
    könnte man monatlich einmal aus der Kirche
    austreten.

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    1. Ubi Petrus, ibi ecclesia!

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  9. Eine Zeitung, die kaum jemand liest, darf auch schon mal einen Protestanten einstellen. Da habe ich kein Problem mit.

    Solange ich keine Käßmann-Interviews lesen muß ...

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    1. Es geschehen noch Zeichen und Wunder:
      Dass ich mal mit Erztradi "Arminius" ganz einer Meinung bin... :-)

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  10. Er macht halt, was ihm gerade so in den Sinn kommt ...

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