Sonntag, 24. Juli 2016

Kardinal Marx wirbt im "Wort zum Sonntag" für Vertrauen statt Angst, aber ist denn wirklich Angst die Ursache für Terrorakte?

"Vertrauen statt Angst" - das ist so ein nettes Schlagwort. Gestern war es der Leitsatz für Kardinal Marx, als er aus ak-
tuellem Anlass des Münchner Attentats das "Wort zum Sonn-
tag" sprach.
Es hat ja durchaus seine Berechtigung, wird aber auch
in der Kirche nicht allzu üppig angewandt. Vertraut das Ordinariat den Pfarrgemeinden in allem, oder guckt es der Basis doch oft und gerne auf die Finger? - Vertraut die Kirche darauf, dass Gott sie schon in eine gute Zukunft führen wird, oder legt man dann doch lieber Milliarden auf die hohe Kante, falls Gott da doch was übersehen haben sollte?!

Ja, ich bin mal wieder etwas ironisch, aber an dem Appell "Vertrauen statt Angst" ist zwar was dran, aber er ist bezüglich des Terrorismus nicht über-
wiegend stimmig.
Ich jedenfalls habe nicht den Eindruck - man möge mich bitte korrigieren! - , dass der IS und andere Terroristen aus Angst handeln, sondern weil sie von einer (islamischen/islamistischen) Welteroberung träumen.
Sie werden aus ihrer aggressiven Überzeugung heraus nicht eher ruhen,
bis sie sich bis nach Europa ausgebreitet haben - oder für sie schmerzhaft daran gehindert werden.

Kurzer Bericht über das "Wort zum Sonntag" ---> HIER !
Der vollständige Text ---> HIER !

Kommentare:

  1. Kreuzknappe, Sie haben da was falsch verstanden!
    Über die Islamisten verliert Kardinal Marx kein Wort.
    Es geht nur um uns,
    um die Einstellung, die wir selbst haben sollen:
    Wir sollen anderen Menschen, auch Islamisten,
    freundlich und vertrauensvoll begegnen.
    Das erinnert mich übrigens stark an das angebliche
    Polizei-Video, das der Kreuzknappe vorhin präsentiert
    hat: Wir müssen einfach mehr Vertrauen aufgauen,
    dann sind die Islamisten beeindruckt und stecken
    ihr Mordwerkzeug wieder ein.
    Danke, Herr Kardinal!

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    1. Genau lesen, Studiosus!
      Der Kardinal erwähnt den Islamismus
      in seiner Ansprache sehr wohl!
      Was die Angst betrifft, so geht es Kardinal
      Marx ganz allgemein um die tiefste Ursache
      der Sünde, nämlich das Haben wollen und die
      Angst, zu kurz zu kommen.

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    2. Was Studiosus sagt, ist eine Verhöhnung Jesu und seiner Bergpredigt. Kann er ja so sagen, wir haben Meinungsfreiheit. Aber dann möge er nicht weiter zu Frömmelnd tun.

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    3. Der "Normalkatholik" schreibt Unsinn,
      er möge doch mal im Detail belegen,
      was an dem, was Studiosus schreibt,
      eine Verhöhnung Jesu ist.

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  2. Ordinariatsgeschädigter24. Juli 2016 um 18:37

    Kardinal Marx ist ein guter und geübter Redner.
    Er macht da einen guten Job,
    aber man sollte den Tatsachen nüchtern ins
    Auge sehen:
    Heute ist er voller Trauer und ruft zum Mitgefühl
    für die Opfer auf,
    und übermorgen vielleicht schon ist er vielleicht
    auf einem großen Fest eingeladen und prostet den
    anderen Gästen mit einem herzhaften Bier zu.
    Das ist Business.

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  3. Achtung, Marx redet von 2 x Angst: Angst als Ursache, Angst als Ziel!

    „Am Anfang dieser Gewalttaten steht die Angst vor dem Verlust der eigenen Lebenswelt, die absolut gesetzt wird.“

    Damit meint er die Angst der Terroristen/Attentäter. Ob Marx´ Analyse zutrifft, weiß ich nicht – ist mir ehrlich gesagt auch egal, weil entscheidend für mich die „zweite“ Angst ist:

    „Ziel (der Attentäter) ist, unsere Gesellschaft ganz real in Angst und Schrecken zu versetzen, so dass die Angst zur beherrschenden Grundstimmung wird und so unser gesellschaftliches Miteinander vergiftet. Denn Angst führt zu Misstrauen, zu Vorurteilen, zum Hass, zur Feindschaft innerhalb einer Gesellschaft und zwischen den Völkern, auch zwischen den Religionen.“

    Und da stimme ich ihm vorbehaltlos zu.

    Ich bin überzeugt, dem IS kommt es mit den größeren und kleineren Terroranschlägen „im Westen“ entscheidend darauf an, die westlichen Gesellschaften zu verängstigen, zu verunsichern, zu destabilisieren, zu spalten, zu polarisieren.

    Polarisierung heißt: durch solche Anschläge/Provokationen rechtspopulistische/rechtsextreme Bewegungen „hochzupushen“, sie immer stärker und aggressiver werden zu lassen in ihrem Kampf nicht nur gegen Islamismus, sondern gegen den Islam generell – bis hin zur (vom IS gewünschten) bewaffneten Auseinandersetzung.

    Anders gesagt: Die Rechtspopulisten/Rechtsextremen sind für den IS „nützliche Idioten“. In der Maischberger-Talkshow letzte Woche sagte Sicherheitsexperte Guido Steinberg, die Terrormiliz arbeite darauf hin, die Bruchlinien in der Gesellschaft zu zu verstärken:

    „Die AfD ist das, was der IS in Deutschland haben will!“

    http://www.sueddeutsche.de/medien/maischberger-talkshow-die-afd-ist-das-was-der-is-in-deutschland-haben-will-1.3088192

    Was ich mir wünsche: Auch wenn´s manchmal schwerfällt, sich (gerade als Christenmensch) nicht verängstigen und verunsichern lassen. Keine Hysterie, den Kopf nicht verlieren, keine Überreaktion. Besonnen bleiben, keine (eigene) fanatische Verblendung. Keine Unterstützung, sondern im Gegenteil ein Verhindern von Rechtspopulismus/Rechtextremismus – sonst tappt man genau in die vom IS gestellte Falle bzw. läuft ins offene Messer.

    Hier noch ein Artikel: „Was der IS von uns will“:

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article157173025/Was-der-IS-von-uns-will.html

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  4. Es wird immer enger für unsere "Das-war-ein-Islamist"-Tradis. Jetzt wurde der Freund des Amokläufers festgenommen, der seit Monaten von der geplanten Tat wusste. Der 16jaehrige ist - Biodeutschen, und gehört der rechten Szene an!

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    1. Franzl,
      ein bisschen lesen sollte man schon können:
      Der Festgenommene und Freund
      ist ein 16-jähriger Afghane...

      http://web.de/magazine/politik/muenchen_schuesse_anschlag/amoklauf-muenchen-polizei-meldet-zweite-festnahme-31705200

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  5. Ich verspreche wenn irgendein Moslem Kardinal Marx in Stücke hauen sollte wie
    Seinem Kollegen Padovese in der Türkei ging , ich werde mich sofort dafür verwenden, daß es
    1. Nichts mit dem Islam zu tun hat, 2. Der arme Täter –da ja einstens wohl gemoppt
    2. Und keine ansprechende Wohnung erhalten hat, mit aller Milde behandelt wird.
    3. Mitleid mit dem Opfer oder Loyalität mit den verfolgten Glaubensbrüdern ist
    4. Ja wohl doch etwas verfehlt

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    1. Die Freude an der Vorstellung, dass Kardinal Marx getötet wird, die Ihnen aus jeder Pore quillt, ist nur noch widerlich.

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    2. Speedy,
      was hat man Ihnen denn in den Kaffee getan?

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