Donnerstag, 21. Juli 2016

Na endlich! - Bischof Oster prescht vor und schreibt an Priester wegen "Amoris Laetitia"

   Hinweis: Predigt und Linktipps zum 17. Sonntag C: --> Heute Nachmittag online!
.
Es hieß  immer, die Frage
des (Nicht-) Kommunion-
empfangs von wiederver-
heiratet Geschiedenen sei
eines der brennendsten Probleme der Pastoral.
Im Lehrschreiben "Amoris Laetitia" hat Papst Franziskus dazu mehr als ein halbes Jahr nach der Synode und dann auch noch auffallend unpräzise  Stellung bezogen; das war Anfang April. Nun ist fast ein ganzes Jahr seit der Synode vergangen, aber so ganz brennend scheint das Problem denn doch nicht zu sein, wenn die Bischofs-
konferenzen - wie etwa die in Deutschland - sich noch gar nicht zu einer pastoralen Ausarbeitung entschlossen haben.
Jetzt ist erfreulicherweise mal einer vorgeprescht: Der Passauer Bischof Stefan Oster hat gestern in seinem Blog ein ausführliches Schreiben an die Priester des Bistums veröffentlicht, in dem er für die Praxis Empfehlungen ausspricht.
Vorbehaltlich der späteren (wann wohl?) Entscheidung der Deutschen Bischofskonferenz gibt er den Seelsorgern  praxisnahe Vorschläge an die Hand, wie in der Pfarrgemeinde mit dem Kommunionempfang von wie-
derverheiratet Geschiedenen verfahren werden könnte - und dann auch,
warum
er das so sieht.
Das Schreiben ist durch ebenfalls empfehlenswerte "Gesprächsfelder zur Gewissenserforschung" ergänzt, erstellt von Offizial Claus Bittner.

Gut so, dass da endlich mal einer unserer Bischöfe aus der Deckung kommt...!
Unbedingte Lese-Empfehlung! ---> HIER !

 

Kommentare:

  1. Ein Lichtblick!
    Ein deutscher Bischof erklärt ohne Schnörkel,
    dass und warum wiederverheiratet Geschiedene in
    fortgesetzter Sünde leben und deshalb nicht
    zum Tisch des Herrn gehen dürfen.
    Für die Prüfung des Einzelfalls nennt er viele
    Kategorien von Fragen, die erst geklärt sein müssen.
    Wer dann immer noch meint, zur Kommunion hinzu-
    treten zu sollen, der mache dies diskret.
    Eine gute Stellungnahme!

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  2. Bischof Oster macht offenbar auch die
    Beobachtung, dass teilweise aus Gründen der
    Provokation der Kommunionerhalt angestrebt
    wird und warnt davor.
    Weiter fragte der Bischof: „Tut sich derjenige
    einen Gefallen, wenn er sich die eucharistische
    Stärkung für die Schwachen einfach nimmt oder
    beansprucht, obwohl er dafür im Augenblick nicht
    disponiert ist?“
    Er erklärt, dass „der undisponierte Empfang der
    Kommunion“ „nicht notwendig Stärkung“ bringe,
    sondern „geistlich sogar entscheidend schwächen“
    könne.
    Danke Herr Bischof, für die klaren Worte!

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  3. Bischof Oster verweist auf den Papst:
    Es geht dabei nicht darum, um Betroffene zu strafen,
    sondern zunächst um die Wahrheit gläubiger Einsicht
    zu schützen. Papst Franziskus sagt ausdrücklich,
    die Kirche dürfe keinesfalls in den Geruch einer „Doppelmoral“ kommen (Al 300), auch bestehe „die schwerwiegende Gefahr falscher Auskunft, wie die Vorstellung, jeder Priester könne schnell ‚Ausnahmen’ gewähren.
    Gut finde ich auch, dass Bischof Oster die Bedeutung
    der geistigen Kommunion in Erinnerung ruft.
    Den Text sollte man vervielfältigen und in allen
    Pfarrgemeinden diskutieren!

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    1. Wobei das mit der „Doppelmoral“ offensichtlich kein Argument *gegen* die Wiederverheiratetenkommunion ist, sondern dafür.
      Die „Doppelmoral“ bestand ja gerade darin, dass jedem klar war, dass zivil Wiederverheiratete oder sonstwie „irregulär“ Lebende gar nicht automatisch und immer als „Sünder“ betrachtet werden können und trotzdem pauschal ausgeschlossen blieben. Gerade das ist ja der Punkt, den Amoris laetitia endlich angeht.

      Bf. Oster selbst ist ja ein gutes Bsp. dafür.
      Seine Trennung von der langjährigen Lebenspartnerin hat er selbst offenherzig beschrieben (z.B. in der BR-Interviewsendung "Gipfeltreffen" mit Werner Schmidbauer im Mai 2015). So gesehen dürfte er eigtl. selbst nicht zur Kommunion und müsste seine Partnerin heiraten, statt Bischof zu werden. Sein eigener Lebensweg ist also auch ein Stück „Doppelmoral“. Aber das Leben ist eben nicht so gradlinig, wie es sich Rigoristen einbilden.

      http://www.br.de/br-fernsehen/programmkalender/sendung-928740.html
      "Gipfeltreffen" mit Stefan Oster im Mai 2015
      (die Aufzeichnung ist leider nicht mehr online, schade)

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    2. Warum soll eigentlich die "geistige Kommunion" Todsündern nicht vorenthalten werden und auch gültig sein? Dann muss sie ja sachlich eine völlig anderen Inhalt haben als die reale Kommunion. Das finde ich seltsam.

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    3. Die Geschichte mit der "geistige Kommunion" ist ziemlicher Unsinn. Das war mal zur Zeit Benedikts ein Versuch, den Sakramentenausschluss als nicht so tragisch darzustellen. Im Wesentlichen ist das Augenwischerei. Das wurde von konservativen Theologen, die gegen eine "Aufweichung" der Sakramentendisziplin ankämpften, im Vorfeld der Familiensynode selbst herausgearbeitet und spielte seitdem auch keine Rolle mehr in der Diskussion.

      Das Knackpunkt ist der, dass jemand, der an einer Sünde festhält und nicht umkehren will oder kann, aus einer geistlichen Kommunion keinerlei Frucht zieht, weil er verstockt ist. Wenn er aber an der Sünde nicht mehr festhält und seine Verstocktheit aufgibt, spricht nichts gegen eine Lossprechung bei der Beichte. Dann kann er aber auch physisch zur Kommunion.

      Die "geistliche Kommunion" ist ein Relikt aus einer Zeit vor Pius X., als die Leute noch vor dem Kommunionempfang Angst hatten und "sicherheitshalber" lieber nur geistig kommunizierten.
      Das eignet sich dann, wenn man aus praktischen Gründen nicht zur Kommunion gehen kann oder will (stark erkältet oder so) oder die Messe im Radio verfolgt o.Ä. Für Wiederverheiratete, die sich nicht trauen, zur Kommunion zu gehen, kann das evtl. eine Lösung sein. Aber insgesamt ist es das nicht.

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    4. Lesetipp für "Jorge"

      http://www.die-tagespost.de/abo-leserbriefe/leserbrief/Zur-Diskussion-um-die-bdquo-Geistige-Kommunion-ldquo-von-der-auch-aus-Anlass-der-vatikanischen-Synode-zu-Ehe-und-Familie-verschiedentlich-die-Rede-war-Wiederentdecken-ndash-statt-vergessen;art632,155956

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    5. Danke, @Diakon!

      Das Papier der sieben (erzkonservativen) Dominikanertheologen aus 2014, das hinsichtlich der Debatte um die "geistige Kommunion" als "Lösung" für die "Irregulären" maßgebend war, ist hier zu finden:
      http://www.nvjournal.net/files/essays-front-page/Neue-vorschlage-Eine-theologische-Bewertung.pdf
      (Gliederungspunkt C.6, ab S. 12)

      Kdl. Cordes bringt erstmal leider wieder ein ganzes Knäuel von Geschichtsklitterungen und versucht zu verschleiern, dass die "geistige Kommunion" eine Entwicklung der späten nachreformatorischen Zeit ist.
      Aber dann sagt er:

      Zitat:
      Trotz des Machtworts von Kardinal Kasper muss das Gespräch über die „Geistige Kommunion“ weitergehen. Gewiss nicht als „Lösung“ für den Kommunionempfang der „wiederverheirateten Geschiedenen“. Ich habe sie übrigens in meinem Beitrag nie als „Lösung“ dieses Problems, sondern als Möglichkeit angeführt für solche Gläubige, die sich in der kanonisch blockierten Situation nach einer personalen Begegnung mit Jesus Christus sehnen. Diese Form der Kommunion ist wiederzubeleben.

      Und das ist exakt dasselbe, was ich oben auch geschrieben habe.

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  4. Na endlich macht einer von denen mal den Mund auf!
    Der Kreuzknappe hat das schon richtig geschildert:
    Erst heißt es, das Thema sei doch soooo wichtig,
    und dann kommt man nicht zu Potte.
    Nun hat die Deutsche Bischofskonferenz auch keine
    Ausrede mehr für weiteres Herumtrödeln, denn jetzt
    gibt es sogar schon eine Art Beschluss-Anregung.
    Der Aufsatz von Bischof Oster ist mit seinen vielen
    detaillierten Anregungen gut gelungen.
    Dafür kann man nur DANKE sagen!

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  5. Das ist doch total widersprüchlich bei den "konservativen Katholiken". Auf der einen Seite wird die Eucharistie ("Messopfer") extrem hochgejazzt als Quelle, Zentrum und Kern des Glaubens und der Kirche. So dass man den Eindruck gewinnen muss, ohne die Eucharistie kann man kein katholischer Christ sein. Auf der anderen Seite wird den "Todsündern", die in zweiter ("irregulärer") Ehe leben, treuherzig versichert, ihr Auschluss von den Sakramenten (Exkommunikation) sei ja gar nicht so schlimm, selbstverständlich seien sie weiterhin gern gesehene und wertvolle Mitglieder der Kirche. Das ist ein Widerspruch in sich.

    Und wie oben "Viola" schon sagte: entweder die "geistige Kommunion" ist materiell etwas ganz anderes als die physische, oder sie ist dasselbe, nur eben geistig - dann ist es abstrus, weshalb die Sünder plötzlich für den Empfang der geistigen Kommunion "disponiert" sein sollen.

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    1. Das ist vollkommen richtig beobachtet.
      Nur muss man eben auch anerkennen, dass genau dieser Widerspruch mit der aktuellen Regelung, die in AL angeregt und jetzt von Bf. Oster und seinem Offizial auch ansatzweise konkretisiert wird, angegangen und vor allen Dingen zum ersten Mal überhaupt regelrecht eingeräumt wird. Gerade dies treibt die Hardliner ja auf die Palme.

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  6. Das muss ich jetzt einfach mal loswerden:
    Es tut mir immer in der Seele weh, wenn ich hier im Blog Kommentare lese, die bestimmte Verhaltensweisen ganz arrogant
    abtun, so die Geistliche Kommunion.
    Wir haben das so beigebracht bekommen, und das macht
    auch Sinn, auch wenn das den Akademikern nicht passt.
    Ich erinnere mich an Exerzitien, wo die Frage auch
    kam und wo uns der Pater das wärmstens an Herz
    gelegt hat, ungefähr so wie hier:
    http://www.nachfolgejesu.de/predigt/PDF/Vortrag/Die%20geistige%20Kommunion.pdf

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    1. Lassen Sie sich nicht verunsichern,
      liebe Frau Seidler,
      und bleiben Sie ruhig dabei,
      was sie gelernt haben.
      Sie können sich dabei auf viele fromme
      Vorbilder berufen,
      siehe z.B. hier
      http://www.verein-durchblick.de/index.php/dub-archiv/glaube-leben/789-die-geistliche-kommunion

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    2. Arrogant war der Vorschlag von Kdl. Cordes u.a.
      Geistige Kommunion als "Lösung" für die "Probleme" des Sakramentenempfangs zivil wvh. Gesch. u.Ä. ins Gespräch zu bringen.
      Sein jetziger Leserbrief in der Tagespost ist ja ein Rückzugsgefecht; er gibt ausdrücklich zu, dass dieser Ansatz falsch war.

      Mit der Sinnhaftigkeit geistiger Kommunion als solcher, die jedermann (auch Nichtakademiker wie ich) eifrig praktizieren sollte, wenn er oder sie nicht zum Sakrament hinzutreten kann oder will, hat das nichts zu tun.

      Kdl. Cordes stellt in seinem (historisch unzuverlässig geschöntem, aber nicht ungelehrten) Vorspann zu seinem Rückzugsstatement dar, wie dieses Institut aus der seit dem 13. Jh. gewachsenen persönlichen Jesusfrömmigkeit gewachsen ist.
      Das war ungefähr zeitgleich mit der Erfindung der Elevation (das Hochheben von Hostie und Kelch nach der Wandlung). Diese Neuerung stieß bei den damaligen Modernisten von der Armutsbewegung (z.B. die hl. Elisabeth) auf begeisterte Zustimmung. Es war der Moment der innigsten geistigen Vereinigung mit dem Herrn, noch vor und unabhängig von der physischen Vereinigung. In diesem Sinne sollte man das ruhig in jeder Messe praktizieren, selbst wenn man anschließend auch wirklich kommuniziert.
      Hat aber eben nur nichts mit Ehe usw. zu tun. Elisabeth war ja verwitwet.

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    3. Ordinariatsgeschädigter21. Juli 2016 um 12:29

      zu FRAU SEIDLER:
      In den Diskussionen im Internet und speziell hier
      gibt es oft verschiedene Argumentationsstränge,
      die ein wenig nebeneinander her laufen.
      Leser wie "Jorge" sehen einen speziellen Fall
      etwas kritisch, der Sie sehr wahrscheinlich
      gar nicht betrifft.

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    4. Sehr geehrte Frau Seidler,
      Leserin "Antonia" hat oben zwei Mal eine sehr einfache, unverbildete und gar nicht akademische Frage gestellt danach, ob die "geistige Kommunion" in der Sache etwas ganz andere sei als die physische oder eben doch nicht. Dazu muss man nicht "Akademiker" sein, dazu reicht eine Prise Denkvermögen und gesunder Menschenverstand.
      Seltsam, dass keiner derer, welche die "geistige Kommunion" als Ausweg für die "Todsünder" so hoch halten, auf diese schlichte Frage eine Antwort geben kann.

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  7. Dass die Kardinal-Kasper-Fans bei frommen
    Übungen direkt in Alarmstellung gehen,
    sollte nicht überraschen und auch nicht stören.
    Halten wir uns an Kurienkardinal Cordes und
    seine reiche theologische Erfahrung,
    da sind wir besser bedient.

    Zitat:
    "Trotz des Machtworts von Kardinal Kasper muss das
    Gespräch über die „Geistige Kommunion“ weitergehen.
    Gewiss nicht als „Lösung“ für den Kommunionempfang
    der „wiederverheirateten Geschiedenen“.
    Ich habe sie übrigens in meinem Beitrag nie als
    „Lösung“ dieses Problems, sondern als Möglichkeit
    angeführt für solche Gläubige, die sich in der
    kanonisch blockierten Situation nach einer personalen
    Begegnung mit Jesus Christus sehnen.
    Diese Form der Kommunion ist wiederzubeleben. Es geht nämlich um mehr als um einen raschen Schlagabtausch
    in einem hochkomplexen Drama. Hier steht die Wiederentdeckung einer Jahrhunderte währenden Hilfe
    zur Vertiefung gläubiger Christus-Beziehung.
    Die Enzyklika „Mediator Dei“ Pius' XII. hatte noch formuliert: „Es ist der dringende Wunsch der Kirche,
    dass die Christen, besonders wenn sie nicht leicht
    das eucharistische Mahl in Wirklichkeit empfangen
    können, es wenigstens durch Verlangen empfangen.“

    Wir durften in unseren Tagen sehen, wie andere Frömmigkeitsformen, die eine Weile vergessen waren,
    wieder aufgelebt sind. Zu meiner Seminarzeit war etwa
    die eucharistische Anbetung nicht beliebt, bei einigen Studenten sogar als intimistisch verdächtigt.
    Heute hat sie neu Karriere gemacht. Oder wer hätte vor
    50 Jahren gedacht, dass das Wallfahrtswesen einmal zu
    einem fast mittelalterlichen Boom heranwüchse?
    Warum sollen die Früchte der „Geistigen Kommunion“
    dem Volk Gottes für immer vorenthalten sein?"

    zitiert aus der "Tagespost"
    http://www.die-tagespost.de/abo-leserbriefe/leserbrief/Zur-Diskussion-um-die-bdquo-Geistige-Kommunion-ldquo-von-der-auch-aus-Anlass-der-vatikanischen-Synode-zu-Ehe-und-Familie-verschiedentlich-die-Rede-war-Wiederentdecken-ndash-statt-vergessen;art632,155956

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    1. "Warum sollen die Früchte der „Geistigen Kommunion“
      dem Volk Gottes für immer vorenthalten sein?"

      Schön und gut, verehrter Studiosus - aber weshalb die "Früchte der geistigen Kommunion" auch den Todsündern "Wiederverheiratete Geschiedene" nicht vorenthalten sein sollen, obwohl doch die Kirche nach Tradi-Lesart untergeht, wenn sie die physische Kommunion erhalten: dazu sagen weder Sie noch ihr längliches Cordes-Zitat irgendeine Silbe. Darum dreht sich die Diskussion hier aber.

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  8. Ich sehe das auch so wie der KREUZKNAPPE:
    Endlich traut sich mal einer,
    endlich kommt mal Bewegung in die Sache.
    Bin nur mal gespannt, was Oberboss Marx in München
    dazu sagt. Ob er nun doch auf die Idee kommt,
    das Thema in der Herbstvollversammlung anzupacken?!

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  9. Besonders die "Gedankenfelder zur Gewissenserforschung"
    finde ich sehr hilfreich. Ich werde den Artikel am Montag
    im Konveniat vorstellen.
    Dem KREUZKNAPPEN danke für sein unermüdliches Schaffen!

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  10. Diözesaner Bürohengst21. Juli 2016 um 16:46

    Wohin bei einem Beschluss der deutschen Bischofs-
    konferenz die Reise gehen wird, ist doch wohl klar.
    Kardinal Marx hat es schon auf der Synode
    angedeutet:

    http://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse_2015/2015-037-Bischofssynode-Wortbeitrag_Kardinal-Marx.pdf

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  11. Die wiederverheiratet Geschiedenen sollen
    sich diskret verhalten, sagt Bischof Oster.
    Mit anderen Worten: Wenn ihr euch unauffälig
    daneben benehmt, ist das in Ordnung.
    Aber es darf keiner merken.
    Kommt mir vor wie Heucheli, sorry!

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    1. Allerdings. Man könnte es auch ein Musterbeispiel der sprichwörtlichen "katholischen Bigotterie" nennen.

      (Wie mit den Kindern der Priester: Sie können schon welche zeugen, Hauptsache, die Öffentlichkeit kriegt nichts mit, auf dass das Prietserbild rein und keusch bleibe - solange das klappt, zahlt das Ordinariat schon brav die Alimente...)

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  12. @Olli und Libertärer: Es gibt eben neben dem Ärgernis der Tat auch noch das Ärgernis des schlechten Vorbildes. Und so, wie man sein Licht nicht unter den Scheffel stellen soll, so gilt es auch, mit seinen Schattenseiten nicht hausieren zu gehen. Dem modernen Protestanten mag Authentizität über alles gehen, wir Katholiken schämen uns der Sünde. Im letzten kommt dies daher, daß uns Er wichtiger ist als das Ich. Des Katholiken Orientierung ist eben nicht die Authentizität, sondern die Autorität.

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    1. Wenn die offenar typisch katholische "Orientierung an der Autorität" zu den hinlänglich bekannten Zuständen führt, wie sie Leser "Libertärer" oben benannt hat (und jeder weiß, dass diese Dinge landauf, landab so Usus sind), dann ist das gewiß keine Orientierung an der Autorität des Herrn, sondern lediglich an der des jeweiligen Bischofs, der sein Prestige nicht durch seine zeugungsfreudigen Priester beschädigt sehen will und deshalb dickes Geld zahlt, solange nichts nach außen dringt.

      Ich bin froh, dass ich kein Protestant bin, aber da lob ich mir die Authentizität der Protestanten!

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    2. @Balthasar: Der perfekte Mensch kann natürlich auch Protestant sein.
      Sie haben mich nicht verstanden: Es geht nicht um Rechtfertigung.
      Sündigen Sie 'mal, erkennen Sie dies - oder besser noch: Lassen Sie sich dies einmal sagen ... (das schmerzt sehr viel mehr)
      Bereuen Sie, beichten Sie - und kehren Sie um.
      Dann sprechen wir uns wieder.
      Oder auch nicht.

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  13. Helmut Schneider21. Juli 2016 um 19:52

    Was manchen offenbar noch garnicht aufgefallen ist:
    Bischof Oster formuliert extrem vorsichtig
    und betont, dass es sich nur um VORSCHLÄGE handelt!
    Mit anderen Worten:
    Jeder Priester kann machen, was er will.
    Als ehemaliger Berufssoldat muss ich da doch etwas
    schmunzeln, wenn ich mir vorstelle, unser OvD
    hätte uns "vorgeschlagen", diese oder jene Kampf-
    handlung durchzuführen.

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    1. Stimmt, das hat zwei einfache Gründe:

      1. kirchenpolitisch: Oster versteht das als Vorlage für die Bischofskonferenz und will der gemeinsamen Regelung klugerweise nicht vorgreifen. Je offensiver er seine Lösung jetzt als Non-plus-ultra anpreist, desto pikierter reagieren die anderen Bfe. und umso schwerer kann er sie auf der Konferenz durchsetzen.

      2. pastoral: Nach AL spielt sich die ganze Sache noch mehr als ohnehin schon seit Jahrzehnten üblich im Beichtgespräch ab.
      Den von @Mister X erwähnten "Skandal", dass ein irreguläres Paar die Kommunion gereicht bekommt, gibt es nicht mehr, und er wurde vom Papst jetzt auch offiziell abgeschafft. Die Mitfeiernden hat es nicht zu interessieren, ob ein Kommunikant geschieden ist oder sonstwas.
      Der "Bittsteller" muss also selbst mit sich und seinem Seelsorger darüber beraten. Und in beichtähnlichen Lagen vertritt der Beichtvater Christus höchstpersönlich und hat ein sehr weitgehendes Ermessen. Der Bischof kann da nur vorsichtige Leitlinien geben, die dem Beichtvater oder Seelsorger bei der Entscheidung helfen, was er dem Bittsteller raten oder sagen soll. Entscheiden muss das aber der Seelsorger vor Ort.

      Deshalb ist der Bischof da (relativ) vorsichtig. Manchen sicherlich noch nicht vorsichtig genug (immerhin erwähnt er das eigtl. abgeschaffte "Ärgernis" ja immer noch).

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