Montag, 18. Juli 2016

"Unsinnige Debatten" - oder: Wer ist denn da weltfremd, Herr Odendahl von "katholisch.de"?

Die Redaktion von "katholisch.de" betreibt öfter mal Meinungsmache. Das ist legitim, ich habe ja auch meine Tradi-Brille auf, wenn auch augen-
zwinkernd. Redakteur Björn Odendahl ist da schon mehrmals einschlägig aufgefallen, man schaue z.B. nur ---> HIER und HIER und HIER !

Diesmal hat er das Thema ein wenig verschlafen, aber auch Spätaufsteher haben bei "katholisch.de" eine reelle Chance: Heute befindet er, die Dis-
kussion über die Zelebrationsrichtung sei "weltfremd" und eine "unsinnige innerkirchliche Debatte". ---> HIER !

Da bin ich jetzt fein raus, da ich ihn einfach nur an den KNA-Chef ver-
weisen muss bzw. an das mit "katholisch.de" verbandelte "Christ & Welt". Möge er sich das mal in einem ruhigen Moment durchlesen. Ich fürchte, diesmal langt es nicht ganz für einen (provozierten?) Aufreger, Herr Odendahl...!

Herr Odendahl plädiert für Lebensnähe statt Liturgie-Diskussionen.
Solche Totschlag-Argumente lassen sich beliebig fortführen: Wozu zwei-
mal drei Wochen eine riesige weltweite Bischofssynode, bei der man sich mit allen möglichen Themen herumschlägt?! - Es hätte völlig gereicht,
die Bischöfe hätten uns gutes Katholisch sein vorgelebt; weg mit diesem unnötigen akademischen Theorie-Ballast...!

Man schaue z.B. ---> HIER und HIER !

Kommentare:

  1. Diözesaner Bürohengst18. Juli 2016 um 12:01

    Ich stimme Herrn Odendahl zu, dass es Menschen,
    die noch nicht mal wissen, was an Ostern gefeiert wird,
    wohl kaum interessiert, welche Zelebrationsrichtung
    man nach dem Vorschlag von Kardinal Sarah ausgewählt hat.
    Aber genau diese Menschen interessiert auch nicht,
    was Herr Odendahl so schreibt.
    Die interessieren sich nicht für ihren Restglauben
    und sind als Taufscheinchristen und Kirchensteuerzahler
    bekannt. Wenn wir die zum Maßstab nähmen, dann könnte
    man auch argumentieren, da 90 % nicht mehr zum
    Sonntagsgottesdienst kommen, sollte man den doch
    der Einfachheit auch wegfallen lassen.
    Das wäre dann die Realität, die Herrn Odendahl nahekommt.
    Allerdings wäre sein gut bezahlter Job in der
    Redaktion auch völlig überflüssig; das bisschen
    katholisch, was die Randchristen interessiert,
    können sie auch woanders lesen.

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  2. Herr Odendahl macht sich Sorgen um den miserablen
    Gottesdienstbesuch insbesondere bei jungen Leuten.
    Er findet, Diskussionen über die Zelebrationsrichtung
    helfen da nicht weiter.
    Das klingt logisch, ist aber argumentativ schwachbrüstig.
    Seine Aussage unterstellt ja indirekt, als diskutiere
    man in der Kirche nun über die Zelebrationsrichtung
    und über nichts anderes.
    Wenn das so wäre, wie er fälschlich denkt, wäre das
    in der Tat fatal. Das Thema Zelebrationsrichtung ist
    aber nur eines von vielen Themen, und in zwei, drei
    Wochen spricht da keiner mehr drüber.
    Glaubt man bei "katholisch.de" etwa, mit deren
    Website würde man junge Leute wieder in die Kirche
    bringen? - Das wäre weltfremd, Herr Odendahl!

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  3. Freizeitkatholik18. Juli 2016 um 13:06

    Lieber Herr Dorn,

    da ringen Sie den Herrn Odendahl aber argumentativ zu Boden, wenn Sie sagen, er sei "spät dran" und der KNA-Chef habe ja etwas anderes geschrieben. Zu ihrem ersten Argument: Herr Odendahl hat sich schon vor einiger Zeit sehr sachlich mit dem Kardinal und seiner theologisch unsauberen Argumentation auseinandergesetzt: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/der-wurdige-gottesdienst

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    1. Ja, ich fand diese Einlassung von Odendahl auch die beste zu diesem Thema überhaupt bis jetzt, weil sie den Finger in den wunden Punkt legt (das Missverständnis Sarahs, die Zelebration zum Volk habe etwas mit "Sich Anschauen" und "den Menschen in den Fokus stellen" zu tun), zugleich aber auch Sarahs Argumente würdigt (wenn er das Missverständnis beklagt, die Zelebration nach Osten habe etwas mit "dem Volk den Rücken zuwenden" zu tun). Beides ist Unsinn, und das hat bislang nur Odendahl so klar herausgearbeitet.

      Dass manche Fromme wegen der verunglückten Frömmler-Satire etwas schlecht auf Odendahl zu sprechen sind, kann man aber auch begreifen.

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  4. Bitte, lieber Kreuzknappe, keinen Herzklabaster kriegen! ;-) In aller Ruhe betrachtet, geht es doch um folgende konträre Meinungen zur „Kirchenkrise“:

    Sarahs Argumentationskette:

    "Die ganze Krise, die die Kirche erfährt … kommt (daher), dass die Gegenwart Gottes in der Eucharistie nicht wahrgenommen, das heißt in der Praxis negiert wird … Oft zelebriert der Priester nicht mehr die Liebe Christi durch sein Opfer, sondern eine Begegnung unter Freunden, ein Gemeinschaftsmahl, einen Moment brüderlichen Beisammenseins. Durch das Bemühen, kreative oder festliche Liturgien zu erfinden, entsteht für uns die Gefahr eines zu menschlichen Kultes … Schritt für Schritt entfernen sich die Gläubigen von dem Geheimnis, das uns das Leben gibt. … Der Glaube der Kirche wird zunehmen, wenn wir die sakrale Dimension der Eucharistie wachsen lassen. Um dies zu tun, entfernen wir alles, was schadet …Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass unser Leib an dieser Bekehrung Anteil haben muss. Das beste Mittel ist sicherlich, als Priester und Gläubige in gemeinsamer Gebetsrichtung zum kommenden Herrn hin zu zelebrieren.“

    Odenthal sieht das sehr kritisch:

    „Was aber nicht hilft, ist, nun Antworten auf die falschen Fragen zu suchen und zu geben. Wenn Kardinal Robert Sarah sagt, dass die Kirchenkrise eine Folge der Eucharistiekrise ist und Priester deshalb wieder "ad orientem" zelebrieren müssten, wird hier nicht nur Ursache und Wirkung vertauscht. Nein, es wird vielmehr eine Diskussion geführt, die die Jugend, aber auch die kirchenfernen Erwachsenen nicht annähernd betrifft. Wer nicht weiß, was wir an Weihnachten oder Ostern feiern, den interessiert keine Diskussion über Gebetsrichtungen. Es ist weltfremd.“

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  5. PS: Der Mann heißt natürlich Odendahl und nicht, wie ich gerade geschrieben habe, Odenthal.

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  6. Irgendwelche Wortklaubereien und Zitate-
    Schlachten bringen uns nicht weiter.
    Die Grundfrage ist doch: Was will uns der Redakteur
    Björn Odendahl eigentlich sagen?
    Wenn ich das richtig sehe, behauptet Odendahl,
    die Kirche betreibe Bauchnabelschau und befasse sich
    mit Theologie, während ihr die Leute davonlaufen.
    Damit ist er in etwa auf der Linie der
    einfach gestrickten Tradis, die behaupten, seit der
    Liturgiereform gehe es mit der Kirche bergab.
    Odendahl müsste eigentlich als Redakteur am besten
    wissen, was die Kirche alles unternimmt außer der
    für Odendahl offenbar lästigen Theologie.
    Wenn der Kirche die Leute weglaufen, dann wissen
    alle außer Odendahl, dass es bei den Parteien
    noch viel schlimmer aussieht. Der Kreuzknappe hat
    mehrfach detailliert den Nachweis geführt.
    Also:
    Das die jungen Leute den Parteien und der Kirche
    und den Vereinen den Rücken kehren, hat mit der
    Zelebrationsrichtung nichts zu tun, und es würde
    auch nicht besser, wenn man nicht darüber spräche.
    Insofern führt Odendahl ein paar rhethorische
    Klimmzüge vor, sonst nichts.

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  7. ein Priester (72 Jahre)18. Juli 2016 um 16:17

    Ich bin nun 45 Jahre lang Priester und habe
    mich abgestrampelt, so gut es irgend ging.
    Dabei durfte ich viele Laien kennenlernen,
    die sich ebenso engagiert eingesetzt haben,
    und das trotz beruflicher und familiärer Belastung.
    Da schmerzt es schon sehr, wenn man indirekt
    vorgehalten bekommt, man habe selbstzufriedene
    Nabelschau gehalten und im eigenen Saft ge-
    schmort, statt sich um die Realitäten dieser Welt
    zu kümmern.
    Ich vermute mal, der junge Mann hat noch nicht
    allzu viel Lebenserfahrung, um wirklich ein-
    schätzen zu können, wie beleidigend solche
    Äußerungen sind.

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  8. Sabine Otterbach18. Juli 2016 um 16:55

    Das tut mir persönlich weh,
    dass Sie das so mitnimmt, was der Herr Odendahl
    da geschrieben hat.
    Nehmen Sie es sich nicht so zu Herzen,
    der hat sicher noch in die Windeln gemacht,
    da haben Sie schon für Gottes Reich fleißig gearbeitet.
    Viele denken so wie Sie,
    und was der Herr Odendahl da schreibt,
    ist schlicht Quatsch.
    Ich wünsche Ihnen Gottes Segen.
    Machen Sie bitte weiter Ihren wertvollen Dienst!

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