Mittwoch, 27. Juli 2016

Viele polnische Katholiken sind nicht gut auf Papst Franziskus zu sprechen...

Ich wies gestern schon in einem Artikel darauf hin, dass man mehr oder weniger deutlich munkelt: Die Polen haben es nicht so mit Papst Franziskus ----> HIER !
Nun kann man es in gleich zwei Artikel bestätigt bekommen, dass man von einem eher frostigen Verhältnis eines Teils der Katholiken und eines Teils der kirchlichen Amtsträger zu diesem Papst ausgehen muss: Der Papst polarisiere, heißt es da, und er treffe bei vielen auf "Zurückhaltung und Misstrauen" ---> HIER und HIER !
Ein harter Brocken also für Papst Franziskus, die konservativ ausgerichtete katholische Kirche in Polen?! - Ich denke mal, der Papst weiß das sehr wohl und wird sich darauf einstellen. Er ist ja hauptsächlich wegen des Weltjugendtages in Polen, aber es gibt halt doch die eine oder andere Be-
gegnung mit Bischöfen und Priestern. - Vielleicht sagt er auch schlicht und einfach nichts, was die Stimmung noch weiter vergiften könnte?!

Den Jugendlichen dürften die beiderseitigen Animositäten reichlich egal sein. Sie freuen sich auf den Papst und werden ihn umjubeln.
Und das ist letztlich das, was in den Medien bei uns ankommen wird, und kaum das, was hinter verschlossenen Türen gesagt wird. Und das ist auch gut so...

Kommentare:

  1. Hier ist die polnische Stimmungslage
    ganz gut getroffen: Papst Franziskus als der über-
    eifrige Reformer, der alles verwässert und dann auch
    noch den Muslimen um den Hals fällt

    http://www.rp-online.de/panorama/ausland/weltjugendtag-2016-in-krakau-polen-fremdelt-mit-papst-franziskus-aid-1.6144485

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  2. Zur Erinnerung:
    Nicht nur viele polnische Katholiken sind
    nicht gut auf Papst Franziskus zu sprechen.
    Wie man an der Synode sehen konnte, spaltet er
    über kurz oder lang womöglich die katholisch Kirche
    insgesamt.

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    1. Das Gerede von "Spaltung" ist natürlich kompletter Quatsch.

      "Kirchenspaltung" war immer *das* Lieblingsszenario der Rechtgläubigkeitsfanatiker, das steigerte sich gerade in der letzten Zeit vor dem Pontifikatswechsel 2013 fast schon zu einer kirchenpolitischen Forderung, sog. "Dissidenten" oder Abweichler zu disziplinieren. Auf kath.net, beim Forum oder beim Priesternetzwerk lässt sich das ja nachlesen.
      Mit der Wahl von Papst Franziskus hörte das dann schlagartig auf und man hoffte darauf, er werde nach und nach auf einen konservativeren Kurs einschwenken. Nachdem sich diese Hoffnung endgültig zerschlagen hat, also im Wesentlichen nach der Synode und AL, geht das Spaltungsgerede in letzter Zeit wieder verstärkt los, diesmal in die papstkritische Richtung.

      In Wirklichkeit steht Papst Franz wie kein anderer dafür, dass alle möglichen Strömungen in der Kirche ihren Platz haben und "Rechtgläubigkeit" eben gar nicht so wichtig ist ("Barmherzigkeit" ist ja viel wichtiger).

      Das wird auch bleiben. Selbst wenn die konservative Fraktion (lautstark, in manchen Ländern überrepräsentiert, aber natürlich immer noch eine krasse Minderheit) in Zukunft unter einem neuen Papst wieder mehr Oberwasser bekäme, kann man sich mit Papst Franziskus von nun an in Ewigkeit darauf berufen, dass auch "linkere" Ansichten in der Kirche kein Problem sind und Meinungsvielfalt keine Spaltung bedeutet.

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  3. Das Interview mit Dorian Winter ist mir schon vor ein paar Tagen positiv aufgefallen, finde ich alles in allem ziemlich hellsichtig und ausgewogen.

    Ein Aspekt, der in der Berichterstattung der poln. und dt.-spr. Beobachter fehlt, ist dagg. folgender:

    Der poln. Nationalkatholizismus ähnelt in vieler Hinsicht dem argentinischen Nationalkatholizismus. Auch da wird konservativer und reaktionärer Katholizismus sehr stark (viel stärker als in den meisten anderen lateinamerikanischen Ländern) in symbiotischer Nähe mit nationalem Pathos ausgelebt. Das ist auch der Grund für die besonders starke Nähe der konservativen Vertreter des arg. Episkopats zur Diktatur in den 80er Jahren.

    Von daher kennt der Papst diese "Denke" und ihre Gefahren recht gut und kann mit solchen Strömungen wohl auch umgehen.

    Obwohl der Papst mit Polen und Osteuropa überhaupt an sich wenig verbindet und das "Fremdeln" mit dieser Kultur auch mit seiner eigenen Herkunft erklärt werden könnte, gibt es da also durchaus Parallelen, die seine Positionen ggü. dem poln. Katholizismus beeinflussen könnten.

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  4. Anfangs hat Papst Franziskus gesagt,
    er rechne damit, dass sein Pontikfikat ein
    kurzes sei.
    Daran scheint er sich leider nicht mehr zu
    erinnern.

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  5. Der polische "Nationalkatholizismus" ist mehr national als katholisch im Sinne vom umfassend, ganzheitlich. Er ähnelt der nationalistischen russisch-orthodoxen Kirche. Nicht zuletzt auch, was den Antisemitismus und die Ausländerfeindlichkeit als breite Unterströmung angeht, bei vielen Bischofen zwischen den Tönen spürbar, beim viel gehörten Tradi-Sender "Radio Maryja" ganz unverhohlen.

    Wenn man dort auf den Papst nicht gut zu sprechen ist, spricht das sehr für den Papst. Und die Tradis hier, die sich wie der Vorposter Herr Becher ein baldiges (wahrscheinlich biologisches) Ende dieses Pontfikats wünschen, sind herzlich aufgefordert, nach Polen zu ziehen, wenn sie es dort so wunderbar katholisch finden.

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