Montag, 18. Juli 2016

Was Kardinal Woelki uns verschweigt, wenn er Christen dazu aufruft, Bettlern Geld zu geben...

In einem "Wort des Bischofs" liest der Kölner Kardinal Woelki uns Katholiken mal wieder gründlich die Leviten.
Wir sind hartherzig und un-
christlich, wenn wir den Bettlern, die uns zuhauf in den großen Städten in den Fußgängerzonen begegnen, nichts spendieren.
Denen "eine milde Gabe in die Hand zu drücken" - das sei "gut christlich". ---> Artikel und Video (kann man dort am Symbol rechts unten auch größer klicken) ---> HIER !
Ja, so einfach kann katholisches Leben sein, wenn man Kardinal ist.
Da sind auf der einen Seite die Guten, die ihren Geldbeutel zücken, und auf der anderen Seite sind diejenigen, die eben nicht "gut christlich" sind, mit anderen Worten: die Bösen, die hier mal an den öffentlichen Pranger gestellt gehören.

Dumm nur, dass nicht alle das so simpel sehen wie der Kölner Kardinal.
Es ist wie so oft im Leben: Eine differenzierte Betrachtungsweise hilft in der Regel weiter!
Die Frage ist nicht nur, ob ich etwas gebe, sondern auch, ob das demjenigen überhaupt zugute kommt. Und da, pardon, Herr Kardi-
nal, darf man doch so manchmal seine Zweifel haben.

Viele wissen es, dass es da auch organisierte Bettel-Kriminalität gibt, regelrechte professionelle Bettel-Banden, die mit Kleinbussen morgens herangekarrt werden, ihr Revier zugeteilt bekommen und abends von ihrem Anführer abgeholt und abkassiert werden, gemolken wie eine Kuh. Das Geld fließt wer weiß wohin, und was damit finanziert wird, kann man auch nur erahnen.
Zur Information schaue man mal ---> HIER und HIER und HIER und HIER , die Liste ließe sich problemlos erweitern. 
Zur Klarstellung: Ich spreche mich nicht grundsätzlich gegen konkrete Hilfe für Menschen in Not aus, ganz im Gegenteil. Nur verspüre ich keine Lust, irgendeinem Boss der Bettel-Mafia sein Luxusleben zu finanzieren, während "seine" Bettler weiter im Elend leben und von ihm abhängig bleiben.

Kommentare:

  1. Der Kölner Erzbischof und sein Umfeld haben
    so ihre speziellen Wertmaßstäbe. Lärmende Techno-
    Musik darf in den Dom, aber wenn ein paar Pegida-
    Leute auch nur in die Nähe des Domes kommen,
    knipst man das Außenlicht aus.
    Und Flüchtlingsboote sind dermaßen heilig, dass man
    sie aus Ehfrucht vor den Geflüchteten nicht mal
    kurzzeitig zersägen und wieder zusammenkleben darf,
    für den Transport in den Dom.
    Die leben in einem Paralleluniversum, scheint mir.

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  2. Kardinal Woelki folgt damit lediglich
    Papst Franziskus, der sich sogar zu der Äußerung
    verstieg, man müsse Bettlern sogar dann etwas
    spenden, wenn man damit ihre Alkoholsucht
    finanziere und fördere.
    Wer jemals mit einem Sozialarbeiter oder Psycho-
    therapeuten gesprochen hat, die Alkoholsüchtige
    und ihre leidenden Familien betreuen,
    der weiß, was für ein Quatsch das ist.

    http://www.domradio.de/themen/papst-franziskus/2016-04-09/von-der-kunst-des-almosengebens

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  3. Wenn der Kardinal aus Köln kriminelle Machenschaften
    unterstützen will, soll er das tun -
    bei 12.000 Euro monatlich für ihn als Single
    kein Problem.
    Ich sehe nicht ein, dass ich z.B. einem Obergauner
    aus Rumänien damit seine Villa finanzieren soll.

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  4. Ich denke, Woelki ist nicht so naiv, dass er die Contras zum Almosengeben (hier in Form von Geld) nicht kennt incl. der von Kriminellen gesteuerten Banden-Bettelei, um die er gerade auch aus dem Bereich des Kölner Dombezirks mit Sicherheit weiß; er nennt ja selbst einige der oft angeführten Contras. Er sagt ja auch nicht, dass man Bettlern grundsätzlich etwas geben müsste, sondern dass es falsch/unchristlich ist, Bettlern grundsätzlich n i c h t s geben zu wollen.

    Ich denke, ihm kommt es darauf an, einen provozierenden Denkanstoß zu liefern, er will kein ausgeklügeltes Referat halten, sondern Wesentliches in Erinnerung bringen.

    Almosen an Bedürftige zu geben (also kleinere materieller Gaben, dazu zählt nicht nur Geld!) gehört zum Christentum, gehört zur Nächstenliebe, zur Barmherzigkeit. Woelki: „„Barmherzigkeit will ich!“ – an diesem Wort Jesu kommt kein Christ vorbei.“

    Ich denke, Woelki möchte – bei allen bekannten Contras – deutlich dazu auffordern, unverhärtet zu bleiben, sich immer wieder anrühren zu lassen und je nach Situation und Intuition zu entscheiden. („…sollten wir unserem Gegenüber wenigstens in die Augen schauen und grüßen..“)

    Der Münchener EX-OB Ude hat angesichts der osteuropäischen Bettelbanden mal provokativ aufgefordert: „Bitte seien Sie kaltherzig“. Woelkis entgegengesetzte „Provokation“ zielt auf „Warmherzigkeit“/„Barmherzigkeit“.

    Bei mir selbst stelle ich gerade fest: Mein Verhalten gegenüber Bettlern liegt, nach so vielen negativen Medienmeldungen, mittlerweile auf Ude-Linie: wegschauen, nichts mehr geben. In diese verhärtete Haltung bin ich reingerutscht, ohne es über die Zeit hin so richtig bewusst wahrgenommen zu haben. Woelkis anderslautender Appell bringt mich zum Nachdenken.




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  5. Hierzu kann ich von einer Erfahrung berichten, die ich vor zwei Jahren gemacht habe.
    In der Freiburger Innenstadt gab ich einer Bettlerin einen Geldbetrag. Ihre bittende unbd demütige Haltung rührte mich an. Nach etwa einer Stunde sah ich die Frau wieder, nicht mehr bittend und demütig, sondern mit einem Handy in der Hand an einer anderen Straßenecke.
    Ich fühlte mich irgendwie hinters Licht geführt. Und so sprach ich sie an und da sie sich - wie sie sagte- an mich erinnern konnte, kamen wir ins Gespräch.
    Sie erzählte, dass sie eigentlich nur für ihre 16-jährige Tochter betteln würde. Diese habe Ansprüche, die sie als Mutter kaum erfüllen könne. Deshalb tue sie das, damit ihre Tochter so gut wie möglich diese Dinge bekommt, um sich nicht aus ihrer Clique ausgeschlossen fühlen zu müssen.

    Ich kann verstehen, dass die Mutter in einer falschen und fehlgeleiteten Bindung ihrer Tochter diese Erfahrung ersparen möchte. Verstehen allerdings kann ich nicht, dass die Tochter es zulässt bzw. zuließ, dass ihre Mutter dafür betteln geht.
    Ich hatte den Eindruck, dass unser Gespräch der Mutter gutgetan hat.

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  6. Ich würde gerne jedem Bettler etwas geben, müsste aber dazu die Kirchensteuer kürzen. Also bitte ich um einen Freibetrag, Herr Kardinal.

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