Montag, 11. Juli 2016

Zelebrationsrichtung: Kardinal Nichols ruft Priester auf, weiterhin zu den Gläubigen hin Messe zu feiern

Wie z.B. "katholisch.de" heute meldet, gibt der britsche Kardinal Vincent Nichols Kardinal Sarah contra.
Der hatte kürzlich darum gebeten, möglichst nach Osten hin zu zelebrieren.
In einem Schreiben an alle Priester erinnert Nichols an das Römische Messbuch, das die Zelebration zum Volk hin als die allgemein übliche Form darstelle. ---> HIER !
Ich vermute, es gibt ein paar Leute, die jetzt denken: Eure Sorgen möchte ich haben...

Kommentare:

  1. Man darf fragen, ob es nicht klüger gewesen
    wäre, wenn der britische Kardinal sich weniger
    wichtig gemacht hätte.
    Kardinal Sarah hat ausdrücklich nur von einer
    "Bitte" gesprochen, die die Unterstützung des
    Papstes habe.
    Da ist dieser Schuss von Kardinal Nichols eine
    völlige Überreaktion!

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  2. Ordinariatsgeschädigter11. Juli 2016 um 19:37

    Ja, es ist schade, dass Kardinal Nichols
    da jetzt so eine Schärfe reinbringt.
    Über die Behauptung, die Zelebration zum
    Volk hin wäre laut Messbuch der Normalfall,
    ließe sich auch streiten.
    Dem Geist des Konzils entspricht das
    jedenfalls nicht, derart einzuengen.

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  3. Eine Institution, in der man sich mit einem emotionalen Aufwand sondergleichen um solchen Pillepalle streitet, um die muss es eigentlich verdammt gut stehen.

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  4. Der "Novus ordo" ist nun mal die "ordentliche Form" des römische Ritus, die "Alte Messe" (von den Tradis auch "Messe Aller Zeiten" genannt, weil sie glauben, der Herr persönlich haben sie dem Petrus diktiert) ist nur die "ausserordentliche". Insofern erinnert Kardinal Nichols an eine Binsenwahrheit.

    Sehr richtig ist auch seine Feststellung, dass die Liturgie nicht der Ort ist, persönliche Vorlieben oder Geschmack zum Ausdruck zu bringen. Das gilt für "Ringbuchliturgien" ebenso wie für weiße Handschühchen, "Brüsseler Spitze" bei Messgewändern und Weihrauchschwenkerei, dass es einem übel wird.
    Ein Gottesdienst ist keine Theaterinszenierung.

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  5. Ich verstehe nicht, wie der Ordinariatsgeschädigte auf den Trichter kommt, dass Kardinal Nichols hier "eine Schärfe reinbringt". Derjenige, der hier in unangemessener Weise seinen Privatgeschmack als liturgische Regel durchdrücken wollte, war ganz offensichtlich K. Sarah. K. Nichols hat die entstandene Verwirrung lediglich richtig gestellt, nicht mehr und nicht weniger.

    Und wie es aussieht, hat Sarah für sein Vorpreschen (und die offenbar unwahre Behauptung, er würde damit dem Willen des Papstes entsprechen) bereits vier Tage nach seinem Vortrag einen Einlauf vom Heiligen Vater persönlich bekommen, wie Vatikansprecher Lombardi gesternabend verlauten ließ. Quelle

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  6. Dies ist ein weiterer Hinweis darauf, wie tief zerrissen inzwischen die katholische Kirche ist.
    Die konträren Interpretationen zu AL und jetzt aktuell
    die vielleicht aufkommende Diskussion der korrekten Zelebrationsrichtung sind als angeblich wichtige Themen nur der Aufhänger eines tiefergehenden Konfliktes und einer fortschreitenden Entfremdung.
    Und das ist das Schlimme und Schmerzliche daran!

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  7. Und was ist der "tiefergehende Konflikt" dahinter? Sagen Sie jetzt bitte nicht, an der Frage der Gebetrichtung entscheide sich die "Rechtgläubigkeit" und eine der beiden Seiten sei "ungläubig"

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    1. Weder geht es mir um das Etikett "Rechtgläubigkeit" noch um das des "ungläubig" sein.
      Ich besuchte jahrelang einen Gebetskreis, dessen Mitgliedern ich mich verbunden fühlte und sie auch mich angenommen haben.
      In den langen Jahren des Miteinander haben wir uns verändert, sie in die "liberale" Richtung, ich eher in die "konservative".
      Es kam dann irgendwann der Zeitpunkt, wo es mir nicht mehr möglich war, diese Erkenntnis noch länger beiseite zu schieben. Doch bei aller Distanz habe ich aber immer gespürt, dass auch ihnen der Glaube wichtig
      war. Nur - ich fühlte mich dann fremd bei ihnen und habe mich freundlich und ohne Groll von ihnen verabschiedet. Ob sie sich auch weiterhin wohl
      gefühlt hätten mit mir, weiß ich natürlich nicht.

      So wie im kleinen privaten Raum geschehen, so geschieht das gewiss auch im Großen:
      Es ist offensichtlich, dass die katholische Kirche tief in sich zerrissen oder soll ich sagen gespalten ist. Es sind dann bestimmte Anlässe, die heftig diskutiert werden und die doch nur die entstandene Entfremdung zwischen den verschiedenen "Lagern"
      der Kirche schonungslos offenlegen.

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    2. Sehr geehrte Frau Paul,
      recht freundlichen Dak für Ihre aufrichtige, persönliche Antwort. Ich finde es beeindruckend, dass Sie in einem öffentlichen Forum so ehrlich diese persönliche Erfahrung berichten.
      Es steht niemandem zu, diese zu "hinterfragen". Sie haben das Beschriebene so erlebt und für sich die Konsequenz gezogen. Ich möchte nur eine Rückfrage stellen: weshalb empfinden sie die verschiedenen Richtungen in der Kirche ("Konservative" vs. "liberal") als so schmerzlich und negativ? Muss man nicht, wenn man das NT liest, ganz nüchtern konstatieren, dass es diese Parteiungen und das manchmal wenig freundliche Umgegen mitinander schon in den allerersten christlichen Gemeinden gegeben hat? Vom weiteren Verlauf der Kirchengeschichte nicht zu reden. Wir leben doch nun mal in der noch unerlösten Welt und die Kirche nach ihrer irdischen Seite ist ein Teil von ihr. Verschiedene Lager und Entfremdungen gab es IMMER. Insofern belasten mich diese Dinge eigentlich nicht.

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    3. Liebe Viola,
      ich danke Ihnen für Ihre verständnisvolle Reaktion!
      "Es steht niemandem zu, diese zu "hinterfragen", meinen Sie bezüglich meines Weggehens aus dem Gebetskreis.
      Doch, das dürfen Sie!
      Ich kann Ihnen nur sagen: Die Frauen des Gebetskreises waren in ihrer Art wirklich nett
      und es gab nie Streit, wie man vielleicht denken
      könnte. Doch die Formen und Inhalte der Andachten, wie sie abwechselnd von den Frauen gestaltet wurden, wurden mir immer fremder.
      Es war einfach Zeit, zu gehen.
      Sie fragen, weshalb ich die verschiedenen Richtungen in der Kirche ("Konservative" vs. "liberal") als so schmerzlich und negativ empfinde?
      Ich weiß es (noch) nicht! Mir fehlt wahrscheinlich Ihre Gelassenheit,solche Parteiungen neutral hinzu-nehmen. In der Politik spricht man von Lagerbildung. Aber in der Kirche?
      Sollte nicht Jesus Christus das Bindeglied zwischen uns, zwischen den "Lagern" sein?

      Was mich traurig macht, ist besonders der wenig schöne Umgang miteinander, schon bei den Kommenta- toren der verschiedenen "Lager" ist das zu beobachten.
      Könnte heute ein der Kirche Fernstehender von uns sagen: "Seht, wie sehr sie einander lieben."?
      Über Konflikte muss, soll und darf offen geredet werden, man soll sie klar benennen. Sie unter den Teppich zu kehren, ist keine Lösung.
      Aber wenn wir Jesus Christus als unsere gemeinsame Lebensmitte erkannt haben, sollte sich das nicht auch in unserem Verhalten widerspiegeln?

      Ihre Antwort an mich ist solch ein Beispiel, wie ich es meine. Danke dafür!
      Sie stellen eine Frage, erklären Ihre Position und ich versuche, genauso zu antworten.
      Vielleicht werde ich auch einmal so weit kommen wie Sie, Viola, dass mich diese Entfremdungen nicht mehr belasten. Dann wäre mir leichter!

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