Montag, 29. August 2016

Einladung zum Kindergeburtstag am dem Friedhof...


Möglicherweise hält man das zuerst einmal für einen ver-
späteten Aprilsscherz: Leute, die sich zu einer Party auf dem Friedhof verabreden, die dort Federball spielen, bei Party-
musik und Bier zünftig feiern oder einfach das großzügige Platzangebot für einen ausge-
lassenen Kindergeburtstag mit Fang - und Versteckspielen nutzen.
Wie man durch Presseartikel erfahren kann, liegt das aber allen Ernstes seit einigen Jahren im Trend: Einige Großstädte beklagen sich schon darüber, dass offenbar immer mehr (jungen) Leuten grundlegendste Kenntnisse über unsere Friedhofskultur fehlen. Die Folge: Friedhöfe werden immer öfter zum
"Freizeitparadies" umfunktioniert, Tag und Nacht.
Friedhofsgärtner können anschließend ein Lied davon singen, was ihnen
so alles an Fundstücken dort begegnet, die man lieber nicht im einzelnen aufführen möchte... - Manche Stadt reagiert aber eher gelassen. So plant man in Zürich, einige Grünflächen auf den Züricher Friedhöfen für be-
stimmte Freizeitaktivitäten wie (angeblich)
"spazieren" und "Eichhörnchen beobachten"(!?) zuzulassen, zumal durch immer mehr Feuerbestattungen nicht mehr so viel Platz benötigt wird wie bei Erdbestattungen...
Presse-Artikel darüber z.B. HIER und HIER !


(Diesen Beitrag veröffentlichte ich erstmals am 22.7.2014)

Kommentare:

  1. Verstehe ich nicht.
    Es gibt doch Friedhofsordnungen, die zum Teil sogar
    sehr kleinlich geregelt sind.
    Warum lassen die betroffenen Städte das zu?
    Aber wer weiß - wenn wir zehn Jahre weiter sind,
    wird man in unseren Kirchen auch Tennis spielen,
    schätze ich mal...

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  2. Meine Heimatstadt hat etwa 12.000 Einwohner, und der Friedhof liegt nur ein paar Gehminuten von meiner Wohnung entfernt. Er ist großflächig und landschaftlich schön gestaltet. Meine siebenjährige Tochter hält sich seit jeher gern dort auf, selbstverständlich nur in meiner Begleitung. Allerdings habe ich ihr auch von klein auf beigebracht, wie man sich dort zu verhalten hat. Gewisse Dinge gehen eben, andere dafür nicht. Das akzeptiert sie, und nach wie vor ist der Friedhof für sie ein anziehender Ort. Dass dort tote Menschen begraben sind, weiß sie, und sie weiß auch, dass alle Menschen einmal sterben und begraben werden. Es ist wichtig, dass Kinder den Tod als zum Leben gehörig begreifen.

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