Donnerstag, 1. September 2016

Beifall klatschen in der Messe: Papst Benedikt XVI. warnte ausdrücklich davor!

Es gibt da zwei unversöhnliche Lager in der katholischen Kirche und bei den Priestern: Auf der einen Seite die noto-
rischen Klatscher, auf der anderen Seite diejenigen, die
da strikt enthaltsam leben. Während die einen dem Beifall auch während der Heiligen Messe ganz selbstverständlich als menschlicher Gefühls-
äußerung ihren Platz einräumen, ist dies für die Katholiken mit liturgischer Applaus-Phobie ein unerträglicher Gedanke.
Ich bekenne und oute mich: Tendenziell gehöre ich auch letzterer Fraktion an.
Und um die anderen mal ein bisschen zu provozieren: Papst Benedikt XVI. hat in seinem Buch "Der Geist der Liturgie" auf S. 198 dazu den ganz großen Hammer geschwungen. Er schreibt: "Wo immer Beifall für menschliches Machen in der Liturgie aufbricht, ist dies ein sicheres Zei-
chen, daß man das Wesen der Liturgie gänzlich verloren und sie durch
eine Art religiös gemeinter Unterhaltung ersetzt hat. Solche Attraktivität hält nicht lange; auf dem Markt der Freizeitangebote, der zusehends Formen des Religiösen als Kitzel einbezieht, ist die Konkurrenz nicht
zu bestehen."
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Haben Sie dazu auch eine Meinung? Dann her damit...!

Kommentare:

  1. Unsere Bischöfe lassen sich doch zu gerne
    selbst beklatschen!
    Man braucht nur eine x-beliebige Bischofsweihe
    in Deutschland zu betrachten, dann hat man
    genug gesehen.

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  2. In unserer Gemeinde wird leider sehr viel geklatscht. Mich stört das gewaltig und ich mache da auch auf keinen Fall mit.

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  3. Wenn überhaupt in einem Gotteshaus applaudiert werden sollte, dann doch bitte erst, wenn die Messe vorüber und die Liturgie somit abgeschlossen ist. Bei Applaus während der heiligen Messe kriege ich Plaque. Die Liturgie des Novus Ordo ist stellenweise derart verflacht, um nicht zu sagen verkommen, dass man an vielen Kirchorten nicht mehr guten Gewissens hingehen kann, sofern man sich auch nur einen Funken sakralen Gespürs bewahrt hat.

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    1. So ist es!
      Von den Priestern erwarte ich vor Messbeginn eine
      klare Anweisung an die Gottesdienstteilnehmer.
      Geklatscht kann gerne werden - nach dem Schluss-
      segen!

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  4. Vor allem - seien wir mal ehrlich: Wie kommt es zu dem Klatschen?
    In der Regel ist das nach meiner eigenen Erfahrung so:
    Da wird mal wieder für die Heilige Messe allerhand an Darstellungen aufgeboten, da wird musiziert, aufgesagt, gesungen, oft von allerhand Clübchen und Grüppchen,
    und die Angehörigen sitzen in den Kirchenbänken und klatschen begeistert, weil ihr Kind gerade so einen
    schönen Auftritt hatte.
    Danach werden sie in der Kirche nicht mehr gesehen.
    Doch - beim nächsten Auftritt...!

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  5. Ich habe im Neuen Testament keine Stelle
    gefunden, bei der am Kreuz oder beim letzten
    Abendmahl geklatscht wurde.

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  6. Nach einer Aufführung klatsche ich gerne und bekunde den Mitwirkenden dadurch meine Anerkennung für ihre Bemühungen, ihre zahlreichen Proben und schließlich dem eben gehörten Endergebnis all dessen.
    Da eine hl. Messe aber nicht das geringste mit einer Aufführung auf der Bühne zu tun hat, klatsche ich auch nicht.
    Aber ich gebe zu, es ist nicht immer einfach, sich daran zu halten, wenn dies neben, vor und hinter einem alle tun. Es kann leicht als Miesepetrigkeit oder Stolz ausgelegt werden.
    Ich vermute, Gruppenzwang spielt auch hier eine Rolle.

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    1. @Eva-Maria Paul: Der Gruppenzwang darf sicherlich nicht unterschätzt werden, das ist richtig. Aber wenn es um die Ehre Gottes und die Heiligkeit Seines Hauses geht, sollte es dem Applausverweigerer herzlich egal sein, was die Klatscher um ihn herum wohl über ihn denken mögen.

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    2. @Natalie Hanke

      Ihr Einwand ist absolut berechtigt. Es sollte keine Rolle spielen, was andere über uns denken, wenn wir das Klatschen verweigern.
      Es ist generell in "meiner" Dorfkirche sehr schwierig, Kante zu zeigen.
      Bei der Wandlung und beim Sanctus wird kaum bis gar nicht gekniet und die Mundkommunion beschränkt sich auf max. 3 bis 4 Messbesucher.
      Ich habe viele Monate gebraucht, bis ich es schaffte, beides zu tun und das gilt natürlich auch für das Klatschen.
      Nur - ich glaube, dass ich mich vor der Versuchung hüten muss, mich deshalb reiner und edler zu fühlen.
      Ja, die "Ehre Gottes und die Heiligkeit Seines Hauses" haben Vorrang!

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    3. Liebe Eva-Maria, ich kann gut nachfühlen, wie schwierig das ist. Auch bei mir was das durchaus ein längerer Prozess, bis ich endlich an den Punkt kam, wo ich sagen konnte: Ja, es ist mir egal, ob die Leute blöd schauen oder über mich tuscheln - ich tue das, was mein Gewissen mir gebietet (Knien, Mundkommunion, nicht klatschen usw.). Selbstverständlich muss uns immer bewusst bleiben, dass wir dadurch um nichts besser oder heiliger sind als die anderen, aber einer muss immer anfangen, gegen den Strom zu schwimmen. Dann werden sich mit der Zeit vielleicht auch andere trauen. Dieses Zeugnis der Ehrfurcht ist wichtig und unverzichtbar.

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    4. Liebe Natalie,
      für Ihre Antwort -und Ihr kleines Zeugnis darin- möchte ich herzlich danken. Ich sehe, wir haben ähnliche Erfahrungen gemacht.
      " ... aber einer muss immer anfangen, gegen den Strom zu schwimmen. Dann werden sich mit der Zeit vielleicht auch andere trauen."

      Dies denke ich auch oft und hoffe, den einen oder anderen vielleicht zu ermutigen, ebenfalls seinem Herzen zu folgen.
      Ich wünsche Ihnen alles Gute und Gottes Segen!

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  7. Googlekontenloser meint:
    Applaus nach der Messe - für mich kein Problem.
    Wenn allerdings der Priester nach den Vermeldungen und vor dem Schlusssegen sich beim Chor für die (tatsächlich) wunderschön gesungenen lateinischen Lieder bedankt, fällt es mir schwer, an dieser Stelle (durchaus von den Gesängen spirituell berührt) nicht zu klatschen.

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  8. Ich halte zwar eigentlich nichts vom Beifallklatschen im Gottesdienst, denn alles Geschehen dort sollte eigentlich und vornehmlich der Ehre Gottes dienen und allenfalls in zweiter Linie den Menschen.
    Aber ich entziehe mich auch nicht dem Beifallklatschen, wenn auch ich selbst etwas dargebotenes gut finde; das ist dann ein gruppendynamischer Prozess.
    Ich möchte da nicht für den arroganten Miesepeter gehalten werden und meinen Mitchristen so ein Ärgernis abgeben.
    Selbst für mich und meine "Leistungen" möchte ich allerdings keinen Beifall, denn dann hätte ich meinen Lohn ja bereits erhalten. Himmlischer Lohn wäre mir da dereinst lieber.

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