Samstag, 10. September 2016

Jammerlappen-Katholizismus in Deutschland: Dann wacht doch auf, ihr Schnarchnasen!

                     Direktlink zur Predigt für den 24. Sonntag C (11.9.) --->> HIER !
      Bis SONNTAG 17 Uhr können Sie nebenan an der Leserumfrage teilnehmen! ----->>
:
Wichtiger Hinweis, liebe Mitkatholiken: Dieser Artikel will provozieren, aber er ist nicht böse gemeint; so verzeihe man mir bitte z.B. den über-
triebenen Ausdruck "Schnarchnasen"!

Die Katholiken in Deutschland haben zum größten Teil eines gemeinsam:
sie sind depressiv. Ach, was ist das doch so schlimm geworden mit der Kirche!
Noch nicht mal 10 % kommen zum Gottes-
dienst!
Es gibt viel zu wenige Angebote in der Pfarrei, und wenn wir mal was machen, dann kommt doch kaum einer!  Die Kinder werden der Kirche entfremdet, und die Erstkom-
munion ist gleichzeitig die Letztkommunion...

Ich mag das jetzt nicht fortsetzen, sonst schreibe ich mich noch in Rage. Wir sind destruktive Erbsenzähler geworden, von der angeblich fünf Minuten zu langen Heiligen Messe bis zum reflexartigen Jammern über den Priestermangel.
Aber - pardon: Warum ändern wir das dann nicht?
Im Religionsunterricht verwendete ich dazu gerne die Geschichte von
der Todesanzeige, die ein neuer Pfarrer in einer Gemeinde in der Lokal-
zeitung aufgab: Unsere Kirche ist tot; die Trauerfeier findet am Sonntag um 11 Uhr statt. -Da kamen die Leute ganz aufgeregt in Scharen in die Kir-
che, und da stand dann der Sarg... ---> HIER !

Ich will gar nichts schönreden. Die Lage ist alles andere als rosig. Aber bloß jammern ist sowas von destruktiv!  
Meiner Erfahrung nach - Sie können mir gerne heftig widersprechen! - ist noch viel Luft nach oben, ist auch in deutschen Landen viel mehr möglich, als auf den ersten Blick angenommen. Ein kleines Mutmach-Beispiel aus den USA, wo man Kinder doch tatsächlich für gregorianischen Gesang (und mehr) begeistert hat... ---> HIER !
Ich bin kein Träumer. Auch in meiner Umgebung habe ich mit Kirche so allerhand erlebt - man könnte etliche Kondolenzbücher damit füllen.
Aber ich habe auch gesehen, dass etwas bewegt werden kann, wenn man nur will und sich nicht nur vorne und hinten bedienen lässt. 

Konkretes Beispiel: In einer eher ländlichen Pfarrgemeinde mit gut 1.500 Katholiken war der Pfarrer zwar ein wirklich frommer Mann, aber von vielen Enttäuschungen negativ geprägt. Außer Messdienern keine Kinder-
gruppen, so gut wie keine Veranstaltungen; eine Gemeinde, die sich nur zum Sonntagsgottesdienst traf. Auf mehrfache Bitten, etwas aufzubauen, reagierte er nicht - er war nicht ablehnend, aber ihm war das alles zu riskant und zu viel.

Dann taten sich ein paar Leute aus der Pfarrei zusammen; man nahm Kontakt mit dem Jugendpfarrer des Bezirkes auf und schildert ihm das Problem. Man wollte nicht gegen den Pfarrer arbeiten, aber es musste etwas geschehen. - Der Jugendpfarrer gab den entscheidenden Tipp:
Warum schielt ihr dauernd auf die Amtskirche und die Amtsträger? 

Ihr könnt doch als "Laien" euer Ding selber machen! 
Setzt euch mal z.B. mit einem katholischen Verband zusammen, in die-
sem Falle mit Kolping. Die geben euch Tipps und Unterstützung! - Und
so geschah es: Es wurden innerhalb von zwei Jahren vier Kindergruppen aufgebaut, eine örtliche Kolpingfamilie, und dort wurde jeweils wöchent-
lich Programm gemacht.
Ein aktiver Kern der Gemeinde entstand, und der Pfarrer war zwar skeptisch, aber zumindest offiziell nicht dagegen. Er war einfach mutlos geworden, und so riet er, um ein weiteres Beispiel zu nennen, von einer Konzertveranstaltung mit einem singenden Pater in der Kirche ab, da kämen doch nur 20 Leute. Was soll ich sagen: dank geschickter Werbung, z.B. frühzeitige Kontaktaufnahme mit den Gesangvereinen der Umgebung, kamen über 500 Besucher zum Konzert!
Also Leute, wenn die Zustände bei weitem nicht so sind, wie sie eurer Meinung nach sein sollten: Krempelt die Ärmel hoch und legt los! Die Priester sind nicht für alles zuständig und verantwortlich, und ihr als Laien müsst nicht bloß danach schielen, ja auch mit am Altar zu stehen. Nutzt die Möglichkeiten, die ihr als relativ unabhängige Laien habt.
Nur Meckern ist ja sowas von mega-out...!
 

Kommentare:

  1. Sehr treffend beobachtet!
    Das wird allerdings nicht jedem schmecken,
    denn man hat sich auch recht bequem daran gewöhnt,
    dass da in der Pfarrei ein hauptberuflicher
    "Alleinunterhalter" am Werke ist.
    Soll das doch der Pfarrer machen...!
    Ich könnte da einige unrühmliche Geschichten
    erzählen, bei der die Laien-Mitarbeit vor allem
    darin bestehen sollte, im Altarraum präsent
    zu sein.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dito!
      Wenn wir Kommunionhelfer suchen
      oder Lektoren, gibt es wahrlich keinen
      Mangel.
      Beim freiwilligen Kirchputz oder bei der
      Kandidatensuche für den Pfarrgemeinderat
      oder gar Verwaltungsrat geht die Suche
      schleppend...

      Löschen
  2. Vielleicht sollte es die Kirche mal mit Ehrlichkeit versuchen ?
    Oder einmal mit der Realität in Kontakt treten.
    Der Glaube, vor allem in seiner restriktiven Form, wie ihn die Kirche vertritt, ist nicht mehr gefragt.
    Die meisten sind zwar auf dem Papier Mitglied, aber das auch nur aufgrund der Zwangsmitgliedschaft durch Taufe. Austreten werden auch weiterhin die wenigsten, weil Menschen faul bzw. Uninteressiert sind. Kommunion und Firmung nimmt man halt wegen der Geschenke mit, oder unser Oma nen Gefallen zu tun und nat. Wegen der Nachbarn, denn was würden die wohl sagen.
    Und das alles, obwohl die Kirchen und ihre Propaganda sogar massiv staatlich gefördert werden.
    Und genau da schießen sich die Christen in D selbst ins Bein. Sie können nichteinmal mehr ihre Kinder überzeugen (Aufklärung und Zugang zu Wissen sind halt Gift für den Glauben) und versuchen es ihnen einzutrichtern, was natürlich eine Abwehrreaktion bewirkt.
    Leider bleiben bei solchen Kindern oftmals die negativen Seiten des Glaubens hängen (Hass auf Andersdenkende, Homosexuelle, Frauen, Freiheitsrechte etc)

    AntwortenLöschen
  3. Diözesaner Bürohengst10. September 2016 um 10:13

    Man muss immer vor Ort gucken, was machbar
    ist und was nicht. Patentrezepte gehen schief.
    Mancherorts liegt's eher an den Laien, die mit
    der "Versorgungslage" zufrieden sind un mit dem
    Sonntagschristentum zufrieden sind, mehr will man
    garnicht.
    Andernorts gibt's auch Pfarrer, die eifersüchtig ihre
    Macht bewachen und in einer Haltung leben: "Auf jedem
    Misthaufen darf es nur einen einzigen Gockel geben!"
    Ich kenne mehrere Fälle, wo Pfarrer und engagierte
    Laien es nicht miteiander konnten, weil der Pfarrer
    Angst um diese Art Nebenbuhler hatte.

    AntwortenLöschen
  4. Kurt und S. Schmitt10. September 2016 um 10:51

    Diese Weinerlichkeit ist typisch deutsch!
    Wir haben viel mit indischen Priestern und
    Schwestern zu tun, da wird immer viel gelacht
    und man ist glücklich, Christ zu sein.
    Uns in Deutschland geht es doch gut,
    wenn man bloß an die vielen Christen denkt,
    die Verfolgung oder gar den Tod erleiden müssen!

    AntwortenLöschen

Bitte beachten: DERZEIT versuchsweise wieder Leserkommentare möglich. Anonyme oder beleidigende Zuschriften haben keine Chance! Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.
=============================================