Samstag, 10. September 2016

Verboten, aber das macht doch nichts: Italienischer Priester segnet lesbisches Paar

Wie ich gerne zu sagen pflege: Man kann sich darüber aufregen, aber man ist nicht verpflichtet dazu. Oder deutlicher: Wenn z.B. Priester ganz offensichtlich gegen geltende Richtlinien und katholische Lehre verstoßen, dann ist das sehr traurig. Dies auch deshalb, weil bekanntlich die meisten Sünden auch eine sozial wirkende Kom-
ponente haben - andere werden durch das negative "Vorbild" in Versuchung geführt, es ebenso zu tun, also der bekannte Lawineneffekt.
Andererseits kann man sich als Unbeteiligter nicht jeden Schuh anziehen, sonst käme man aus dem Zustand des Zornes nicht mehr heraus, was ebenso ungesund wie unchristlich wäre. Wenn Priester also öffentlich provozieren und Segenshandlungen an homosexuellen Paaren vornehmen, die "mit der Lehre der Kirche nicht vereinbar sind" (so Kardinal Marx zur Forderung des ZdK, die Kirche solle auch schwule Paare segnen), dann hat der vorgesetzte Bischof die Verantwortung und die Pflicht, zur Schadensbegrenzung einzugreifen und geeignete disziplinarische Maßnahmen zu ergreifen.
Man stelle sich nur andere Berufe vor, etwa wenn ein Lehrer einem schlechten Schüler mit mangelhaften Noten in allen Fächern einfach aus "Barmherzigkeit" ein befriedigendes Zeugnis ausstellt, so kann dies von
der Schulaufsicht nicht akzeptiert werden.

In Italien hat kürzlich ein Priester ein lesbisches Paar vor der versammel-
ten Gottesdienstgemeinde gesegnet, um damit ihre Partnerschaft kirchlich zu besiegeln. Ganz stolz wurde dies dann auch in den Medien verkündet, um noch hinzuzufügen, man hoffe doch, dass die rückständige Kirche dies endlich auch allgemein so machen werde.
Die beiden Frauen sind im besagten Falle in Italien  - so verstehe ich das-   auch als lesbische Aktivistinnen bekannt und traten schon mehrfach dem-
entsprechend in den Medien auf.
Kritiker werfen dem Priester vor, er wolle "modern" sein und wolle der Welt gefallen, statt Gott zu gefallen. Der Priester trage damit zur Verwir-
rung der Gläubigen bei, weil dem Eindruck nach kaum noch zwischen dem Sakrament der Ehe und dem Segen für die lesbische "Ehe" unterschieden werden könne.
Als ob das nicht schon übel genug wäre, wurde das Ganze auch vor den laufenden Kameras etlicher Medienvertreter veranstaltet, wenn mich da meine geringen Sprachkenntnisse in Italienisch nicht im Stich lassen. Verständlich, dass der "fortschrittliche" Bürgermeister (siehe BLAUER Link) ganz begeistert ist...

Ob der Priester sich dessen bewusst ist, dass er für andere homosexuelle Paare damit so eine Art Präzedenzfall inszeniert hat? - Ärgerlich ist das, finde ich!
Man schaue ---> HIER und HIER und HIER !

Kommentare:

  1. Das Ganze geschah unmittelbar vor Beginn
    der Heiligen Messe!
    Anschließend nach der Segnung in der Kirche
    wurde das "Ehe"paar vom Bürgermeister zivil
    getraut.
    Es war sogar ein Filmteam mit dabei, das einen
    Streifen über die "Homo-Ehe" dreht.

    http://www.katholisches.info/2016/09/08/segnung-eines-homo-paares-auf-sizilien-die-kirche-als-sozialzentrum/

    Ich frage mich, warum dieser Priester noch nicht
    suspendiert worden ist.

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    1. Weil das gläubige Volk begeistert und mit riesen Beifall die Segnung begleitet hat, und man Kirche nicht am gläubigen Volk vorbei leiten kann.

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    2. Wie war das doch noch gleich, Ulli?
      Hatte das Volk nicht auch Hitler begeistert zu-
      gejubelt.
      Klar, dann blieb den Nazis ja nichts anderes
      übrig, denn am Volk vorbei durfte man nicht agieren.

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    3. @Seelenklempner: was müssen Sie für ein zynischer Mensch sein, einen Priester, der ein hs. Paar segnet, mit Hitler zu vergleichen! Zum Schämen.

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    4. Summorum pontificum11. September 2016 um 11:22

      Werte Frau Elisabeth, ersparen Sie uns bitte ihre moralingetränkten Gutmenschenargumente. Der "Vergleich" dieses ungehorsamen Priesters mit Hitler ist sehr wohl statthaft, ja vom Glauben aus gesehen ist er für den Priester sogar noch schmeichelhaft.

      Denn Hitler hat es lediglich auf die Vernichtung des zeitlichen, biologischen Lebens abgesehen; solche Priester aber, so lehrt es die Kirche, wollen das ewige Leben vernichten und unsterbliche Seelen in die Hölle stoßen. Jeder gläubige Katholik kann sich auf Grundlage des Katechismus selber sein Urteil bilden, was verwerflicher ist.

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  2. Was tut man als Priester heutzutage nicht alles,
    um mal ins Fernsehen und di eZeitung zu kommen?!
    ;-)

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  3. Da spielen sogar die zeitgeistig liberalen
    deutschen Bischöfe nicht mit, und das heißt schon was:

    http://kreuzknappe.blogspot.de/2015/06/keine-homo-segnung-verweigerten.html

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  4. Um die Haltung der Kirche zu verstehn,
    muss man erst einmal daran erinnern,
    dass Homosexualität schon in der Bibel
    abgelehnt wird.
    Ansonsten ist die kurze Zusammenfassung von
    Bischof Laun hilfreich:

    http://www.nbc-pfalz.de/pdf/ethik/laun_thesen-zu-kirche-und-homosexualit%E4t.pdf

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    1. In der Bibel wird vieles abgelehnt, z.B. der Verzehr von Blutwurst im 3. Buch Mose. Ich gehe davon aus, Herr Elsterberg ist auch an dieser Stelle bibeltreu. Er bringt sein Geld natürlich auch nicht zur Bank (bibl. Zinsverbot) und spendet jeden Monat den Zehnten.
      Falls er das doch nicht tut, möge er uns wohlfeile Hinweise auf die Bibel bitte ersparen.

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    2. Gernot,
      ich gehe grundsätzlich nicht auf das Niveau
      von Trollen ein.

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    3. @Elsterberg: das ist immer ein probates Mittel, wenn einem die Argumente auf ein kritisches Posting fehlen, dieses als Getrolle niederzumachen.
      Sehr überzeugend! :-)

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  5. Ordinariatsgeschädigter10. September 2016 um 17:56

    Ich möchte nur einmal daran erinnern,
    dass der Vatikan unnachgiebig blieb und schließlich
    gewann, als Frankreich versuchte, einen in einer
    homosexuellen Beziehung lebenden Schwulen als seinen
    Botschafter beim Vatikanstaat anzumelden.
    Unter Papst Franziskus zog sich das über ein halbes
    Jahr hin - es blieb beim "NEIN".

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