Sonntag, 11. September 2016

Wiederverheiratete dürfen die Kommunion empfangen?! - Ein Antwort-Brief von Papst Franziskus an einen Priester sorgt für Aufregung

Um es sofort zuzugeben:
Ich weiß (noch) nicht so recht, was ich von dem Vorgang ei-
gentlich halten soll: Wie einige Quellen im Internet schreiben, haben argentinische Bischöfe gemäß den Empfehlungen des Papstes eine pastorale Richt-
linie zum Umgang mit dem Kommunion-Empfang der wiederverheiratet Geschiedenen verfasst. Ein Priester hat das Dokument offenbar mit der Bitte um Stellungnahme an Papst Franziskus geschickt, und der hat ihm geantwortet, wenn die im Internet gezeigten Dokumente echt sind.
Das auf den 5. September datierte päpstliche Schreiben lobt die argenti-
nischen Richtlinien, das den Wiederverheirateten gemäß der berühmt-berüchtigen Fußnote 351 ( ---> HIER !) in "Amoris Laetitia" im Einzelfall den Kommunionempfang zugesteht. - Der Papst fügt in seiner Antwort an den Priester hinzu "Es gibt keine anderen Interpretationen"...

Wer weiß mehr? Wer möchte den Vorgang deuten?
Informationsquellen ---> HIER und HIER, pdf ---> HIER und HIER !

Kommentare:

  1. Das wird jetzt wieder ein Schnappatmungs-Festival aus der notorischen Anti-Franziskus-Ecke geben...

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    1. Diese intellektuell hoch stehenden Beiträge
      unserer Linksaußen sind mir immer wieder eine
      besondere Schmunzelfreude. Weiter so!

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    2. Gisela, zur Sache selbst haben Sie nichts zu sagen...?

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    3. Sie geben jedenfalls die richtige Antwort.

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  2. Nun, dann sind endlich die Unklarheiten beseitigt:
    Sie dürfen!
    Vermutlich ein kurzes Gespräch mit einem Priester
    eigener Wahl, und dann nix wie hin an die Kommmunionbank.
    Eines ist klar:
    Das war nur der erste Streich, weitere "Barmherzigkeiten"
    werden folgen.

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  3. Das ist doch die logische Folge
    von Synode und "Amoris Laetita".
    Die Kirche wird immer menschenfreundlicher.
    Und was an Gottes Geboten nicht passt,
    das wird eben passend gemacht.
    Das war mir von Anfang an klar, und ich wundere
    mich nur, dass die deutschen Bischöfe das Thema
    immer noch vor sich herschieben.

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  4. Ich halte jeden, der das nicht erwartet hat,
    für ausgesprochen naiv.
    Schon bei der Familiensynode 2014/15 war die Rede
    davon, dass man das nicht per Dekret aus Rom ent-
    scheiden solle, sondern dass die diversen Bischofs-
    konferenzen für ihr Land eine pastorale Regelung
    anstreben sollten.
    Damit war doch klar, in welche Richtung das geht.
    Ähnlich wie der Leser "Beobachter"
    bin ich verwundert, dass man in Deutschland
    noch keine Nägel mit Köpfen gemacht hat.
    Wie wir uns erinnern, hieß es bereits im Spät-
    herbst 2015, man werde ein Papier dazu veröffentlichen,
    wolle aber erst noch die "Amoris Laetitia" abwarten.
    Demnach hätte das Papier noch vor der Sommerpause
    erscheinen können.
    Man staunt nicht schlecht, dass bei der demnächst
    in Fulda beginnenden Herbst-Vollversammlung der DBK
    das Thema schon wieder fehlt.

    Man lese aus der Presseankündigung:
    "Vom 19. bis 22. September 2016 findet in Fulda die Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz statt. An ihr nehmen 66 Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz unter Leitung des Vorsitzenden, Kardinal Reinhard Marx, teil.

    Im Mittelpunkt der Herbst-Vollversammlung steht der Studientag in Verantwortung der Caritaskommission: „Gemeinsam mit Gott hören wir einen Schrei – Armut und Ausgrenzung als Herausforderung für die Kirche und ihre Caritas“. Außerdem werden für die neue Arbeitsperiode bis zum Jahr 2021 die Mitglieder, Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden der 14 Kommissionen der Deutschen Bischofskonferenz sowie der Unterkommissionen gewählt. Aktuelle Fragen zur Flüchtlingsarbeit werden ebenso Thema der Vollversammlung sein wie die katholische Beteiligung am Reformationsgedenken 2017."

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  5. Das ist kein Aufreger.

    Die spanischsprachigen Dokumente bestätigen genau die Herangehensweise, wie sie AL vorgezeichnet hat und wie sie auch hier beim Kreuzknappen ja auch schon tausendmal besprochen wurde. Ziel ist eine pastorale Begleitung der betreffenden Pönitenten, sodass sie zu einer verantworteten Gewissensentscheidung darüber gelangen können, was in ihrer jeweiligen Lage das Richtige ist.
    Es geht nicht darum, die "Erlaubnis" (permiso) zum Kommunionempfang trotz eines sündigen Lebenswandels zu bekommen, sondern genau zu prüfen, was an der Sache "sündhaft" oder problematisch sein kann und was nicht. Alle Möglichkeiten, vom Verzicht auf Geschlechtsverkehr bis hin zur Kommunionzulassung ohne ein solches Erfordernis, werden durchgespielt.

    Die Überschriften von LifeSiteNews (Pope: ‘No other interpretation’ of Amoris Laetitia than allowing communion for divorced and remarried) und Gloria.tv (Papst Franziskus erklärt: Kommunion an Ehebrecher spenden) sind natürlich propagandistischer Müll und kompletter Unsinn.

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    1. Wie immer gibt Jorge eine klare, differenzierte Auskunft, die deutlich macht, dass alle Aufregungen von rechts wie links völlig unnötig sind.

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    2. Jorge erzählt uns natürlich wieder Unsinn.
      Nicht irgendein Dokument argentinischer Bischöfe
      ist das Grundproblem,
      sondern die eigentlich dahinter stehende Denkweise,
      nach der ein Priester und ein wiederverheiratetes
      Paar - oder alternativ auch vorgeschlagen: nur das
      geschiedene wiederverheiratete Paar! -
      entscheiden kann, ob sie zur Kommunion gehen oder nicht.
      In der Praxis ist das ein Lotteriespiel
      mit sehr ungleichen Chancen; Priester A ist ein Linker,
      steht "Wir sind Kirche nahe" und war schon immer der
      Meinung, das solle jeder selbst mit seinem Gewissen
      ausmachen: er wird pro forma protokollieren, es habe
      ein intensives Gespräch gebeten, in Wahrheit fand es
      aber nie statt,
      dagegen Priester B, der das Sakrament der Eucharistie
      noch hoch hält und der die Empfehlung zur Einzelfall-
      PRÜFUNG auch wirklich ernst nimmt: er wird mehrere,
      ggf. stundenlange Gespräche ansetzen, vielleicht noch
      andere Zeugen hören wollen usw.
      Mit anderen Worten: Der Kommunionempfang wird dem
      Zufall und der Beliebigkeit überlassen,
      und das IST ein Aufreger, auch wenn es Jorge nicht passt.

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    3. zu Leser AUGUST BECHER um 19.16 Uhr:
      Warum so aggressiv?
      Für Jorge und vermutlich auch andere Leser
      ist es KEIN Aufreger,
      für Sie, für mich und für andere Leser ist
      es aber einer.
      Den Hintergrund haben Sie ja gut benannt.
      In unserer Praxis haben wir übrigens auch
      Patienten - ohne näher auf Details eingehen zu
      dürfen - , die tatsächlich darunter leiden,
      dass ihnen gewissermaßen billige Gnade hinter-
      hergeschmissen wird. Es gibt da auch Leute,
      die es aufregt, dass der Priester sie in der
      Beichte kaum noch anhört, sondern wie glaubhaft
      versichert, nach zwei Minuten verärgert abbricht
      und sagt: Das sind doch Kinkerlitzchen!
      Haben Sie sonst noch etwas zu beichten?
      Ich verstehe Sie also,
      AUGUST BECHER,
      aber ich missbillige Ihren Tonfall.
      Jorge schreibt keinen Unsinn, sondern das ist
      seine Sicht der Dinge.
      Ich bin froh, dass dies beim KREUZKNAPPEN in
      dieser Form immer möglich ist.

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  6. Wir sollten uns vor der gerne praktizierten Praxis
    der Problem-Verschleierung hüten.
    Es geht doch nicht in erster Linie darum, wer nun
    eine Hostie bekommt und wer nicht.
    Vielmehr geht es um die Haltung, die dahinter steckt,
    um das Leben als Katholik.
    Wo sind sie denn in unseren Gottesdiensten, bei der
    Eucharistischen Anbetung usw.?
    Manche der wiederverheiratet Geschiedenen haben eine
    fordernde Haltung der Kirche gegenüber eingenommen,
    als ginge es hier nicht um den Leib Christi, sondern
    um einen gewerkschaftlichen Tarif-Streit.

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  7. Ordinariatsgeschädigter11. September 2016 um 19:37

    Wenn man die Diskussionen auf der Synode
    und die Aussagen in "Amoris Laetitia" studiert,
    dann wird die Frage des Kommunionempfangs der
    wiederverheiratet Geschiedenen als ein "brenndes
    Problem" höchster Dringlichkeit dargestellt,
    wie auch in den Medien.
    Wenn dem so wäre: Kann mir mal einer erklären,
    warum ein ganzes Jahr nach der Synode immer noch keine
    Richtlinie der deutschen Bischöfe für die Pastoral
    vorliegt?
    Ganz so brennend, wie behauptet, kann das Problem
    also nicht sein!
    Ich empfehle mal den Text von Bischof Oster,
    den er an die Priester seiner Diözese gerichtet hat,
    vorbehaltlich einer Entscheidung der DBK,
    die möglicherweise noch vor dem St.-Nimmerleins-Tag
    getroffen wird.

    http://stefan-oster.de/brief-an-die-priester-im-nachgang-zum-paepstlichen-schreiben-amoris-laetitia/

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    1. Osters Ansatz unterscheidet sich ja gar nicht groß von dem Papier der argentinischen Bfe., das vom Papst gutgeheißen wurde. Es sind allenfalls Nuancen; die grds. vorgeschlagenen Lösungen ist genau dieselben: Einzelfälle gewissenhaft anhand gut durchdachter Kriterien prüfen und im Dialog zwischen Seelsorger und Paaren eine Lösung vereinbaren und umsetzen, die für alle Seiten sittlich einleuchtend, machbar und verantwortlich und damit letztlich gottgewollt erscheint.

      Das Gegenteil des von Bf. Oster, dem Papst und den arg. Bischöfen vorgeschlagenen Weg wären undifferenzierte Pauschalverurteilungen, wie sie die Kritiker von AL bevorzugen und wie sie bis in die jüngste Zeit oft von Kirchenoffiziellen eingeschärft wurden, von Praktikern aber schon längst als kontraproduktiv (da sittlich unausgewogen, platt und widersprüchlich) erkannt sind.

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