Donnerstag, 27. Oktober 2016

Asche unserer Verstorbenen ins Meer streuen? - Rückfrage zu einem Artikel bei "katholisch.de"

Es ist gut, wenn durch kontroverse Diskussion die Standpunkte klarer heraus-
kristallisiert werden.
Wie bekannt, gibt es seit wenigen Tagen eine neue vatikanische Instruktion, die Regeln bei katholischen Be-
gräbnissen betreffend, siehe ---> HIER und HIER !

Heute fragt bei "katholisch.de" Redakteur Björn Odendahl in einem persönlichen Kommentar an, wie es denn nun z.B. mit einer Seebestattung ist, bei der die Asche des Verstorbenen im Meer verstreut wird - eine Ver-
fahrensweise, die in besagtem neuen Dokument nicht gutgeheißen wird. 

Die Kirche gängele mal wieder die Gläubigen, so der Tenor seines Artikels, und man solle es doch den Gläubigen selbst überlassen, wie sie mit ihren Toten verfahren. - Ist das Meer denn nicht auch ein "heiliger Ort" wie ein Friedhof, fragt Odendahl.  Wenn man mit Wasser getauft sei, dann könne man doch auch als Toter dem Wasser zurückgegeben werden. ---> HIER !
Ich nehme mal an, in seiner pointierten Stellungnahme will Redakteur Odendahl auch etwas provozieren. Auch bei "katholisch.de" wird man sicher wissen, dass die Kirche nicht nur Sorge hat, mit der Individualisie-
rung und - pardon - Entsorgung auf hoher See oder auf irgendeinem Grundstück gehe der respektvolle Umgang mit den Verstorbenen auf
Dauer flöten.
Man mag zwar argumentieren, man könne sich auch anhand eines Fotos
an den Toten erinnern, aber so ist er der Gemeinschaft doch entzogen. Nach katholischem Verständnis sind die Toten aber nicht "abgeschrieben", sondern mit der Beerdigung auf dem Friedhof machen wir auch deutlich, dass sie nicht ausgeschlossen sind, sondern auch als Verstorbene zu uns gehören; man denke nur an den Friedhofsgang und die Gräbersegnung zu Allerseelen... -  Wie sehen Sie das, liebe Leser?

Kommentare:

  1. Das Argument, es den Gläubigen selber zu überlassen wie sie was oder wo zu tun haben, kann man leicht widerlegen, wenn man sich die Straßenverkehrsordnung mal genauer ansieht. Gängelt die Staatsgewalt/Polizei den Autofahrer, wenn sie ihm vorschreibt nur bei grüner Ampel die Kreuzung zu queren? Würde Herr Odendhal darüber auch einen Artikel verfassen, mit der Anmerkung, dass diese Gängelei vor Lichtanlagen die Farbe zu beobachten, endlich ein Ende haben muss? "Halte die Ordnung, dann hält die Ordnung dich" und "wahre Freiheit gibt es nur mit Regeln". Ansonsten möchte ich morgen nicht mehr auf die Strasse. Herr Odendahl bestimmt auch nicht.

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    1. Sie haben einen wichtigen Unterschied unterschlagen. Die Strassenverkehrsordnung dient der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer. Der Katechismus der katholischen Kirche dient nur der Machterhaltung der Kirche, ohne praktischen Nutzen für die Menschen.
      Sie fragen nach einem Beleg für diese Aussage? Schlagen Sie im Register des Katechismus nach. Das häufigste Stichwort ist nicht Liebe oder Jesus, das für die Autoren wichtigste Stichwort ist "Kirche".

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    2. F.M. sollte seine satirischen Beiträge
      entsprechend kennzeichnen!

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  2. Sind Sie sicher, werter "KREUZKNAPPE",
    dass "katholisch.de" den katholischen Standpunkt vertritt?
    Es gibt da auch gute Artikel, aber der aktuell
    verlinkte hinterlässt bei mir mal wieder Erstaunen
    bzw. Ratlosigkeit.

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  3. Vielleicht sollten die Redakteure
    bei "katholisch.de" auch mal eigene frühere Artikel
    lesen:
    http://www.katholisch.de/aktuelles/dossiers/friedhof-die-letzte-ruhestatte/seebestattung

    Im übrigen kommen mir im Artikel des Herrn Odendahl
    die guten Gründe der Kirche auffallend zu kurz!

    http://www.nwzonline.de/seite1/kirche-kaempft-fuer-friedhofszwang_a_10,4,3021347941.html

    http://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/Ehrfurcht-kein-Aberglaube;art312,173485

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  4. 1. Lese ich katholisch.de aus gesundheitlichen Gründen schon lange nicht mehr.
    2. Benutze ich gegen den Trend gerne den Begriff "Gottesacker".
    3. Ist leider auch der Umgang mit den Verstorbenen, die gut christlich im Sarg in die Grube gerutscht sind, wenig pietätvoll. Wer glaubt, daß die Gebeine sorgsam bei "Wiederbelegung" eines Grabes tiefer bestattet werden, der irrt. Diese Zeiten endeten, als die schnellen und effizienten Bagger die Schaufel des Totengräbers ablösten. Es ist weitverbreiteter Abusus, gefundene Gebeine entweder in Containern mit Resterde zu entsorgen (werden dann fein geschreddert und zum Teil für den Straßenbau als Unterbau recycelt) oder sie werden einfach beim Zuschaufeln wieder ins Grab gekippt.
    Auch hier herrscht Entsorgungsdenken vor und der Respekt vor den Verstorbenen ist weg.

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  5. Es gibt einige Fehler,
    die man nur einmal im Leben machen kann - und dann
    bitter bereut.
    So gibt es zum Beispiel im Internet recherchierbar
    Fälle, in denen es den trauernden Angehörigen nach einiger
    Zeit leid tut, dass sie gar keinen "Ort" für ihre Trauer
    und für das Andenken an den lieben Verstorbenen haben.
    Auch von daher rate ich zur üblichen Erdbestattung.
    Eine unserer Patientinnen machte sich sogar derart heftige
    Vorwürfe, dass sie deswegen in mehreren Sitzungen behan-
    delt werden musste.

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  6. Ein vorwiegend historischer kritischer Bericht über die Feuerbestattung mit sehr interessanten Kommentierungen zu dem Thema: 

    http:/ /www.katholisches.info/2016/10/24/neue-instruktion-der-glaubenskongregation-zu-veraenderten-bestattungssitten-von-der-asche-auf-dem-kaminsims-oder-unter-einem-mietbaum/

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