Samstag, 15. Oktober 2016

Ich habe versagt - und ich bitte den Unbekannten um Entschuldigung...!

Wer kennt das nicht?
Das Schicksal schlägt manch-
mal in Sekundenschnelle zu, und du triffst eine Entschei-
dung, und oft ist es die falsche.
Klar, dass mir das auch ab und zu passiert, und so wurde ich heute beim Einkauf völlig überrumpelt und ärgere mich jetzt über mich selber:
Lange Schlange an der Supermarkt-Kasse, ich bin etwas genervt, weil daheim die Frühstücksbrötchen-Gemeinde auf mich wartet und auch das Tiefkühl-Eis nicht besser wird, wenn es unterwegs auftaut. Langsam geht es vorwärts, und ich merke schon - das wird wohl nicht mein Tag heute,
vor allem auch wegen meiner chronischen Schmerzen, die heute besonders nerven.
Endlich - der junge Mann unmittelbar vor mir ist dran, offensichtlich ein unausgeschlafener Monteur, vielleicht gerade mal 20 Jahre alt, der kurz vor 8 schon Würstchen, Kekse und einen Energy-Trink braucht - summa summarum etwa 3,50 Euro. Er packt die Bankkarte zum Bezahlen aus, Fehlschlag. Noch ein Versuch - nöö, die Karte wird nicht akzeptiert, vermutlich Konto überzogen.
"Scheiße!" sagt er - und zieht ohne "seine" Waren etwas traurig von dannen. Einen Moment hatte ich überlegt - soll ich vielleicht...?
Aber dann die typische Vernunft-Reaktion, die sich bei unserereins immer noch vorne drängelt: Ach Quatsch, das Geld würdest du nie wieder sehen, und außerdem: Soll er doch besser mit seinem Geld umgehen. Und außer-
dem haben wir selber Schulden...

Im Nachhinein, daheim angekommen, geht mir der junge Mann nicht aus dem Kopf: Wie wird sein Tag heute wohl aussehen, ohne sein Würstchen-Frühstück?
Ich habe es wohl vermasselt, Herr! - Tut mir leid, junger Mann - ich bitte Sie unbekannterweise um Entschuldigung für meine Unbedachtheit...

Kennen Sie sowas auch, liebe Leserinnen und Leser?                   Das Schicksal kommt immer so verflixt unerwartet, und das Herz ist leider oft so träge...

Kommentare:

  1. Man darf sich aber auch nicht ausnutzen lassen!
    Jeder ist für sich selbst verantwortlich, finde ich!

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    1. Mag sein,
      aber gerade als Christ, der das Gebot der
      Nächstenliebe kennt und beachten soll,
      darf man es sich auch nicht zu einfach machen,
      Simone N...!
      Ich finde es gut, dass der KREUZKNAPPE sich so
      seine Gedanken darüber macht, wie nun der Tag
      dieses jungen Mannes verlaufen wird, ganz ohne
      Frühstück!
      Ich hätte ihm jedenfalls mit meinem Geld ausge-
      holfen, selbst auf die Gefahr hin, dass die 3,50
      futsch sind.
      Der Artikel war für mich auch eine Anregung, über
      mein eigenes Verhalten nachzudenken, danke!

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    2. Liebe Simone, das stimmt nur bedingt. Im vorliegenden Fall wäre es kein "Ausnutzen" gewesen, der junge Mann hat ja niemanden darum gebeten, ihm den Geldbetrag auszulegen. Und ich kann den Kreuzknappen so gut verstehen. Ich hatte selbst erst vor wenigen Wochen eine vergleichbare Situation an der Kasse, als einer jungen Frau wenige Groschen fehlten und sie mit sichtlichem Bedauern ihr Eis schon zurücklassen wollte. Da habe ich ihr den Fehlbetrag in die Hand gedrückt. Merke: man könnte vielleicht eines Tages in derselben Lage sein!!

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    3. Ich verstehe Sie durchaus,
      Frau Simone,
      aber gestatten Sie mir die Frage, ob Sie es
      sich da nicht ein bisschen zu einfach machen?!
      Wir können nicht die ganze Welt retten,
      das ist auch mir immer wieder schmerzlich bewusst,
      aber in meinem konkreten Umfeld, in meinem täglichen
      Alltag kann und soll ich als Christ segensreich sein
      und manchmal für eine fast wie ein Engel sein...
      Mit einem lieben Gruß an Sie (unbekannterweise)!

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    4. Entschuldigung, Pfarrer N.N.,
      selbstverständlich müssen Sie nicht antworten,
      aber mich plagt die Neugier:
      Ab und zu lese ich eine Zuschrift von Ihnen
      in diesem Blog, aber warum verraten Sie uns
      nicht Ihren Namen?
      Ich finde Ihre Beiträge übrigens sehr gut!

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  2. Das kenne ich gut, lieber Kreuzknappe! Aber wie schön, wenn Sie sich solche Gedanken machen. Sie führen Ihre Leser damit in die eigene Gewissenserforschung und spornen sich selbst und alle an, wachsam und aufmerksam für die Not des Nächsten zu sein. Insofern erwächst doch aus einer Unachtsamkeit ein Segen! Frohe Grüße

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  3. Jetzt feiern wir also schon unser schlechtes Gewissen, halleluja, wir haben es wenigstens noch. Entweder gebe ich dem Kerl die 3,50 als Geschenk oder ich lasse es und lass mich nicht noch für mein schlechtes Gewissen feiern. Was soll das?????

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  4. Antwort an LeserIn Agi Maurer:
    Was tut mein voller Name zur Sache?
    Beim Konveniat hatte mich ein Mitbruder schon vor
    über einem Jahr auf die guten Predigten des KREUZKNAPPEN
    aufmerksam gemacht, und seitdem schaue ich gerne mal
    rein, weil es vieles Interessante zu erfahren gibt.
    Mein Name würde niemandem weiterhelfen, mir selbst aber
    schaden, da man es für unangemessen hält, sich in Medien
    wie Blogs zu äußern...

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    1. Warum eigentlich? "Man" ist ja wohl die Kirchenleitung, alos Bischof etc. Warum sollte ein Priester sich nicht moderner Medien bedienen bzw. mit anderen diskutieren? Ich kann da nichts Schlimmes erkennen. Zum Glück weiß ich nicht alles, was man seitens der Kirchenoberen für ihre Pfarrer für "unangemessen" hält... Dass Pfarrer da Angst haben müssen, finde ich irgendwie bedrückend.

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