Donnerstag, 20. Oktober 2016

Stimmt das so pauschal, was der Papst gestern bei der Generalaudienz gesagt hat?

Wir wissen ja inzwischen, dass man Worte von Papst Franziskus nicht immer auf die Goldwaage legen darf; manches ist einfach spontan (über)formuliert und schaffte nachher Verwirrung.
Als ich bei "Radio Vatikan" den Artikel über die gestrige Generalaudienz las, bin ich an einem Ausdruck des Papstes hängen ge-
blieben und dachte mir: Ist das so pau-
schal, wie es dort steht, wirklich richtig?
 

Papst Franziskus erklärte, ein Glaube
"ohne Werke der Hilfe" sei "sinnlos". Der "christliche Glaube sei tot, wenn er keine Werke der Barmherzigkeit vorzuweisen habe"... ---> HIER !

Was mag da in den vielen Anbetungsschwestern vorgehen, die das lesen? - Sie schenken ihr Leben Tag und Nacht der Verehrung Gottes vor dem Allerheiligsten und verbringen ihre Zeit mit dem immerwährenden Gebet. Werke der tätigen Nächstenliebe - das wäre dann Fehlanzeige? Ist der Glaube und der Dienst dieser Schwestern und Brüder also "sinnlos"?

Kommentare:

  1. Ein Münchner auf Erden20. Oktober 2016 um 06:10

    Der Papst hat in diesem Moment einfach nicht
    an die kontemplativen Orden gedacht. Kein Grund zur
    Aufregung, so ist er nun mal...!

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  2. Oh nein. Auch das kontemplative Gebet ist ein Liebeswerk - nämlich der Gottesliebe.
    Mir ist nicht zuletzt durch den hervorragenden teilbiographischen Roman "Ihr seid die Hoffnung" bekannt, dass Mutter Teresa und ihr Orden von einer weltweiten großen Schar von stillen Betern quasi im Hintergrund getragen wurden und wird.

    Die heilige Mutter Teresa von Kalkutta selbst führte den Erfolg ihres großartigen Werkes der Nächstenliebe gerade auf diese Beter im Hintergrund zurück.

    So ist also auch gerade das Gebet auch wieder indirekt ein Dienst am Nächsten.

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    1. Danke, genau das wollte ich (in meinen Worten) schreiben!!!

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  3. Gottesliebe und Nächstenliebe auseinanderzureißen ist Unsinn. Auch der Beter muss sich an Mt 25 messen lassen, er lebt schließlich auch mit Menschen zusammen, denen er dienen kann.

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  4. Der Lapsus ist diesmal aber nicht dem amtierenden Papst, sondern dem Herrenbruder Jakobus anzulasten (Jak 2,14 ff.)

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  5. Der Papst hat doch Recht. Dass wir die Werkgerechtigkeit kennen, unterscheidet uns doch gerade von den quietistischen Evangelen!!

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  6. Nachdem das 7., das 6., und das 8. Gebot ja bereits franziskusianisch obsolet sind, ist nun also das 1. dran. Wen wundert es? Und es lohnt auch die Aufregung nicht. Denn der da Stück für Stück selbst die 10 Gebote "abschafft", wird 2017 ganz ökumenisch das Papsttum selbst abschaffen.

    Allerdings muß ich sagen, daß seine Aussage nur kritisch ist, wenn man diese auf die personale Ebene herunterbricht. Redet man vom Glauben als Sein in der Welt, so bedarf dieser tatsächlich der guten Werke, besonders Menschen gegenüber. Das macht den Humanismus noch nicht zu Gott. Wir sollten hingegen sicher sein und bleiben, daß das 1. Gebot auch das wichtigste Gebot ist. Wer also vor allem der Ehre Gottes und Seiner Anbetung sich und sein irdisches Leben widmet, würdigt dies in ganz besonderer Weise.

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