Donnerstag, 17. November 2016

Böse Tradis? - Im Münsterland gibt es in einer Pfarrgemeinde Streit um den rechten Glauben...

Es ist immer traurig, wenn man von erheblichen Streitigkeiten in einer katholischen Pfarr-
gemeinde liest, so wie in diesem Falle aus der Pfarrei St. Mar-
tin
in der 11.000-Einwohner-
Stadt Raesfeld im Münster-
land.
Sogar die Zeitung "Kirche + Leben" des Bistums Münster berichtet aktuell über die Auseinandersetzungen, bei denen es um Funda-
mentalismus-Vorwürfe gegen Gruppierungen geht, die in der Gemeinde tätig sind. Da wollen empörte Pfarrgemeinde-Angehörige engagierten Mitchristen sogar die Nutzung von pfarrlichen Räumen nicht gönnen,
und es fallen harte Worte wie "Unterwanderung der Seelsorge" und ähn-
lich schwere Kaliber. 

Wenn ich das aus der Ferne richtig verstehe, beschwert sich ein Teil der Gemeinde über andere Aktive, weil ihnen deren Ausrichtung nicht passt. Zu den "Legionären Christi" gehören da welche, und am Rande ist auch die Karl-Leisner-Jugend als angeblich "fundamentalistisch" in die Schusslinie geraten - da kann sich eigentlich jeder schnell vom Gegenteil überzeugen, wenn er deren Internetseite anschaut, auf die ich heute bereits in einem Artikel verwiesen habe...
Ob der Friede nun einkehrt, nachdem sogar der stellvertretende General-
vikar versuchte, die Wogen zu glätten? 

Ich wünsche es allen jedenfalls sehr, denn solche Negativwerbung für die katholische Kirche ist entbehrlich!
Man schaue ---> HIER und HIER und HIER und der Pfarrer der Pfarrei ---> (pdf)HIER !  

Nachtrag am 18.11. um 6.40 Uhr:
Mir wurden von einer ortskundigen Leserin dankenswerterweise noch diese beiden aufschlussreichen Links übermittelt, deren Lektüre ich empfehle:   ---> HIER und HIER !

   

Kommentare:

  1. Wer da in Raesfeld die wahren Fundamentalisten
    sind, dürfte bei aufmerksamer Lektüre leicht zu
    klären sein.
    Mit Argumenten wie dem in "Kirche + Leben" zitierten,
    in der Predigt sei mal "Angst gemacht" worden,
    entlarven sich solche Leute selbst.
    Sie wollen nur das zeitgeistgemäße piep-piep-piep,
    wir haben uns alle lieb,
    und da sollen bitte keine kommen und die Kreise
    durch eine katholisch orientierte Katechese stören,
    wo kämen wir denn da hin...

    AntwortenLöschen
  2. Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, ...

    AntwortenLöschen
  3. Diözesaner Bürohengst17. November 2016 um 19:25

    Es ist traurig, dass eine Pfarrgemeinde ihre
    Streitigkeiten sogar vor der Presse ausübt.
    Wie mag es da dem betroffenen Pfarrer zumute sein?
    Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich dazu ohne Kenntnis
    des speziellen Falles nur feststellen, dass es bei
    solchen gegenseitigen Attacken oft auch um persönliche
    Eitelkeiten und Rechthabereien geht.
    Man macht sich vermutlich kein Bild darüber, was da alles
    an die Ordinariate herangetragen wird.
    Besonders stößt mir immer wieder die Intoleranz und
    Verbissenheit auf, und die "Fundamentalismus-Keule"
    wird auch immer wieder gerne ausgepackt.
    Traurig!

    AntwortenLöschen
  4. Nun ja, über die "Legionäre Christi", deren "Soldaten" interessanterweise alle gleich aussehen (wie aus einem Modemagazin entsprungen jung, hoch attraktiv, schwarzhaarig, drahtig und "fesch", die man in Wien sagt) gibt es durchaus unterschiedliche Meinungen. Sie gehören schon zum "rechten Randbezirk" der Kirche.
    Schon der militaristische Name ist in unserem Jahrhundert mehr als daneben.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Gernot, was halten Sie dann erst von der "Militia Immaculatae" des heiligen Maximilian Kolbe??? Auch, wie Sie sagen, "mehr als daneben"?

      Löschen
  5. Unter dem Vorwand, gegen Fundamentalisten vorgehen
    zu wollen, benehmen sich die Linkskatholiken wieder
    einmal wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen.
    Ich kenne die Karl-Leisner-Jugend und kann nur sagen,
    dass die Vorhaltungen gegen sie vollkommen unberechtigt
    sind.
    Dass ausgerechnet die Bistumspresse den Fall hochkocht,
    finde ich im übrigen auch befremdlich.

    AntwortenLöschen
  6. Es ist erschreckend, wie Glaubenseiferer
    mit ihrem Hass auf Andersdenkende und fromme
    Katholiken vorgehen.
    Besonders irritierend ist da der Vorwurf, in der
    Pfarrei würden Katecheten von "außen" eingesetzt.
    Fehlt nur noch, dass man von "Gastarbeitern"
    spricht...
    So ungefährt stelle ich mir eine verbürgerlichte,
    im eigenen Saft schmorende Pfarrgemeinde vor.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Herr Schneider,

      ich sehe die Glaubenseiferer doch sehr viel eher auf der Seite der Neuen Geistlichen Gemeinschaften ... auf die ich gleich noch etwas näher eingehe.

      Löschen
  7. Realexistierender Katholizismus! Alles, was verbindlicher als unverbindlich ist, ist verdächtig und wird niedergeredet. Wer Glaubenswissen vermittelt, Menschen bindet, die man in die eigenen Veranstaltungen nicht hineinbekommt und dann auch noch zu einem geordneten Gebetsleben anleitet, hat alle Grenzen überschritten.

    AntwortenLöschen
  8. Mir macht das schon seit längerem Sorgen,
    und offenbar verstärken sich die Konflikte auf Pfarreiebene
    mit manchen (nicht mit allen!) Neuen Geistlichen Gemeinschaften
    http://www.geistliche-gemeinschaften.de/

    Und ich denke, die Situation wird sich noch weiter verschärfen,
    wenn immer mehr Priester aus deren Reihen
    geweiht werden (in Köln z. B. sind bei den Priesterweihen
    die Neokatechumenalen aus deren Parallel-Seminar
    mittlerweile in der Mehrheit) und in die Gemeinden kommen.

    katholisch.de hat u. a. Anfang 2015 die Probleme angesprochen:

    „Man hört (im Zusammenhang Neue Geistliche Gemeinschaften) von Spaltungen in den Kirchengemeinden, Elitedenken, Abschottung … Aus Sicht der Pfarreien entstehen Probleme und Konflikte mit den "Movimenti" auf ihrem Gemeindegebiet zum einen aus zu wenig Wissen über die jeweilige Bewegung, deren geistliches Leben und missionarisches Engagement. Aber zum anderen auch dann, wenn sich Gemeindemitglieder von Seiten der Gemeinschaften dem Vorwurf ausgesetzt sehen, nur oberflächliche Christen zu sein. Die Bewegungen hingegen geben an, dass Konflikte verschärft werden, wenn die Gruppierungen sich nicht ernst- und angenommen fühlen und wenn ihr oft intensives Glaubensleben nicht wert geschätzt wird.“

    http://www.katholisch.de/aktuelles/dossiers/neue-geistliche-gemeinschaften-begeistert-von-gott/neu-und-evangelisierend

    AntwortenLöschen
  9. Teil 2:

    Speziell im Blick aufs Neokatechumenat dieser Link:

    „ "Egal wo die Neokatechumenen hinkommen: Sie spalten die Gemeinden und vertreiben andere Gläubige", sagt Johannes Krautkrämer, Pfarrvikar in der Kölner Südstadt. … Wie "Neokats" eine Gemeinde verändern können, erlebte zum Beispiel Gertrud Brück, 62. Ein Leben ohne die katholische Kirche konnte sie sich nie vorstellen …. Die Kölnerin fühlte sich in der eigenen Kirche, als wäre sie in eine Sekte geraten. Sie distanzierte sich. "Von einem freiheitlichen Glauben ist beim Neokatechumenat nichts zu spüren", sagt Brück.“

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-80450997.html

    „In unserer Gemeinde hatte das Neokatechumenat Fuß gefasst. Da die sehr aggressiv um neue Mitglieder werben, stand eines Tages eine knapp zwanzigjährige junge Frau in der Messe auf der Kanzel und erzählte uns, wie sich ihr langes und erfahrungsreiches Leben verändert hat. Die Gemeinde sei ja tot und könne nur durch einen solchen charismatischen Verein wieder zum Leben erweckt werden. … (Mittlerweile ist) die Gemeinde völlig kaputt und die Neokatechumenatsmitglieder dümpeln im eigenen Saft vor sich hin. Auch Leute, die in der Kirche geblieben sind, haben sich andere Gemeinden gesucht, wo sie besser zurechtkommen.“

    Diese und weitere bedrückende Szenarien finden sich in einer Erlebnis-/Erfahrungsberichtesammlung,
    die als .doc unter folgendem Link downgeloadet werden kann:

    https://www.google.de/webhp?sourceid=chrome-instant&ion=1&espv=2&ie=UTF-8#q=%22Und+vor+dem+Neokatechumenat+w%C3%BCrde+ich%22+holzer

    AntwortenLöschen
  10. ein Priester (75 Jahre)18. November 2016 um 06:21

    Es ist ein Trauerspiel, was sich da in Raesfeld
    (und anderswo sicher ähnlich) abgespielt hat.
    Mein persönlicher, nicht belegbarer Eindruck ist,
    dass da eine ganz kleine Gruppe von Gegnern des
    Pfarrers ihr Süppchen kocht.
    Weil sie ihn nicht direkt angreifen wollen, versuchen
    sie es auf dem Umweg über die katechetisch tätigen
    Gruppen, die dort "von außen" in die Pfarrei hinein
    wirken, mit Zustimmung des Pfarrers.
    Wie übel da argumentiert wird, sieht man z.B. daran,
    dass sogar unterstellt wurde, es könne sich vielleicht
    gar um Personen handeln, die sich eventuell an Kindern
    vergreifen könnten, - also unterste Schublade.
    Das Bistum hat übrigens eine Klarstellung veröffentlicht,
    dass die dort aktiven Gruppierungen voll im Rahmen der
    kirchlichen Lehre stehen:

    http://www.bistum-muenster.de/index.php?cat_id=20975&myELEMENT=332367

    AntwortenLöschen
  11. Wer die Legionäre Christi mal erlebt hat,
    kann sicher nachvollziehen, dass es Leute gibt,
    denen diese Art Frömmigkeit etwas Angst macht,
    wir sind es schließlich locker und großzügig gewöhnt,
    nach dem Motto - der liebe Gott wird schon nett zu
    mir sein, wenn ich eines Tages vor ihm stehe.
    Ich würde einen gesunden Mittelweg bevorzugen, weder
    das lasche ach-wir-sind-doch-alle-lieb
    noch wir-kommen-in-die-hölle.
    Aber: Dass andere in der Pfarrei sich wie Diktatoren
    aufführen und bestimmen wollen, welche Katholiken
    Pfarreiräume nutzen dürfen und welche nicht,
    das geht gar nicht !!!

    AntwortenLöschen
  12. 23.12.2015

    Einweihung des neuen Pfarrheims „St. Silvester-Haus“.

    https://www.dorstenerzeitung.de/staedte/raesfeld/Fotostrecke-So-wurde-das-neue-St-Silvester-Haus-eingeweiht;art4288,2897141

    03.10.16:

    „Der Pfarreirat hat in seiner Sitzung am Montag beschlossen, die Veranstaltungsreihe „Samstags bei Silvester“ zukünftig unter der alleinigen Regie vom „Regnum Christi“ durchführen zu lassen. Einstimmig fiel der Beschluss, dass die Reihe im St. Silvester Haus stattfinden darf."

    https://heimatreport.de/veranstaltungsreihe-samstags-bei-silvester-findet-weiterhin-statt/

    29.10.16

    „Gut besucht war die Infoveranstaltung „Christlicher Fundamentalismus in der Kirche – Wer gestaltet unsere Zukunft in der Kirchengemeinde St. Martin?“ am Donnerstagabend in der Festhalle Droste. Eingeladen hatten drei Familien, die sich im Vorfeld vehement gegen die Reihe „Samstags bei Silvester“ im St. Silvester Haus ausgesprochen hatten. „Wir möchten nicht, dass Gruppen wie Legionäre Christi, Karl-Leistner-Jugend und Regnum Christi in unserer Gemeinde missionieren und wollen ihnen dafür bei uns in der Gemeinde auch keine Plattform bieten“, sagte Matthias Sümpelmann."

    https://heimatreport.de/infoabend-zum-fundamentalismus-in-der-kirche/

    Und hier findet man Veranstaltungen/Referenten
    von „Samstags bei Silvester“ (im Flyer für das erste Halbjahr 2016
    steht noch die Pfarrgemeinde selbst als Mitveranstalter,
    was aber lt. obiger Meldung nicht mehr so ist):

    http://www.stmartin-raesfeld.de/fileadmin/bilder/pfarrbueros/Flyer-Plakate/Flyer_Samstags_bei_Silvester_innen.pdf

    Die Referenten lassen auf einen,
    ich sage mal: „bestimmten Trend“ ;-)
    dieser Veranstaltungsreihe schließen
    (zu der der Gemeindepfarrer selbst einlädt),
    angefangen von einem Referenten der
    nicht unumstrittenen Organisation „Open doors“
    und Anti-Genderistin Birgit Kelle
    über einen Referenten der Karl-Leisner-Jugend
    und eine Referentin des „Instituts für natürliche Empfängnisregelung“
    bis hin zu einem Referenten von den Legionären Christi.
    (Ausnahme dürfte der Referent der insbesondere in der Suchtarbeit
    tätigen katholischen Bewegung "Fazenda da Esperanca" sein.)

    AntwortenLöschen

Bitte beachten: DERZEIT versuchsweise wieder Leserkommentare möglich. Anonyme oder beleidigende Zuschriften haben keine Chance! Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht. Bis zur Freischaltung Ihres Leserbeitrages kann es einige Stunden dauern!
Zuschriften, die nach 19.45 Uhr eintreffen, können zumeist erst am
nächsten Morgen online sein!
=================================================================================