Dienstag, 1. November 2016

Der Papst in Schweden bei den Lutheranern - noch kein Anlass zum Halleluja!

Auch wenn "Radio Vatikan" gestern gleich ein halbes Dutzend Artikel zum historischen Ereignis online stellte - es ist nicht falsch, wenn man den Papstbesuch in Schweden ehrlich und nüchtern betrachtet.
Es ist sicher ein notwendiger Schritt in die richtige Richtung, aber zum Halleluja besteht noch kein Anlass!

Am fundiertesten aus der mir zur Zeit vorliegenden Auswahl an Zeitungsartikeln zum Thema scheint mir die sehr detailreiche und etwas hinter die Kulissen blickende Analyse der "FAZ" zu sein, auf die ich des-
halb zuerst mal verlinke ---> HIER !

Und ein paar ergänzende Artikel zum Papstbesuch in Schweden ---> HIER und HIER und die angebliche Beinahe-"Sternstunde der Ökumene" HIER und HIER !

Kommentare:

  1. Inbesondere die heftigen Rivalitäten
    innerhalb der evangelischen Kirche waren mir bislang
    in diesem Ausmaß nicht bewusst. Dank an die "FAZ"
    für die Aufklärung.

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  2. Wie die evangelische Seite selbst eingesteht:
    Ein messbares Resultat wird es nicht geben, aber Haupt-
    sache, der Papst kommt...

    http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/detailansicht/aktuell/hauptsache-er-kommt-papst-gedenkt-in-schweden-der-reformation-98098/

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  3. Unseren lieben Tradis schwimmen so langsam
    sämtliche Felle davon. O Graus, bald kommt vielleicht
    die Wiedervereinigung mit den Protestanten.
    Und dann geht vermutlich die Welt unter?!

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  4. Hintergründiges erfährt man auch bei "katholisches.info":
    Erst auf Drängenn der Katholiken (!)
    in Schweden war Papst Franziskus bereit, nicht nur
    die Lutheraner, sondern auch die eigenen Leute,
    die Katholiken, zu besuchen.
    Das schlägt ja wohl dem Fass den Boden aus!

    http://www.katholisches.info/2016/10/31/reformationsgedenken-in-schweden-wenn-dem-papst-die-katholiken-im-weg-sind/

    Zum "Dank" ließ Papst Franziskus dann sogar
    durchblicken, dass er die Katholiken dort vielleicht
    sogar als "Sektierer" einschätzt.
    So langsam frage ich mich:
    Ist Papst Franziskus überhaupt noch tragbar?

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    1. Jorge Sensenbrenner1. November 2016 um 17:33

      Nun ja, für Menschen, die katholisch und ausgrenzend zugleich sein wollen, wahrscheinlich nur schwer. Nur haben sich diese Leute im Grunde ja selbst vom Katholischsein entfernt und denken halt nur, sie seien "besonders" katholisch, weil sie an gewissen "Wahrheiten" festhalten. Sie sind aber in Wirklichkeit genauso spalterisch wie ein eingefleischter Protestanten, der den Papst verteufelt. Die wirkliche katholische Wahrheit, also die Ökumene, lehnen sie ab. Die ist aber im Einheitsgebet Jesu im Johannesevangelium grundgelegt. Konfessionalistische Christen (egal ob Katholiken oder Protestanten) müssten eigentlich das Johannesevangelium aus ihrer Bibel herausreißen, wenn sie nicht zueinandergehören wollen.

      Wahrheit im katholischen Sinn lässt sich nie als ausgrenzende Waffe gebrauchen, sondern immer nur als eine die Wahrheit des anderen einschließende Dialektik.

      Deshalb ist Ökumene *das* katholische Grunddogma, ohne Ökumene kein Katholizismus.

      Katholischsein ohne ökumenische Aufgeschlossenheit geht gar nicht und verwandelt sich allenfalls selbst wieder in unkatholisches Spaltertum. Man kann nicht katholisch sein und gleichzeitig verschlossen gegenüber dem Anderschristen. Wer denkt, er sei katholisch, aber die Gemeinschaft mit Protestanten etc. ablehnt, ist im eigtl. - wahrhaftigen - Sinn selbst nicht katholisch, weil er sich selbstgenügsam in einer verschlossenen Spalterkirche aufgehoben fühlt und ihm die anderen egal sind. Logischerweise haben solche Gläubige wenig Interesse an Ökumene, nur ist eben (was viele nicht begreifen) die eigene Katholizität damit auch verloren.

      Der von Nardi zitierte Satz aus dem Papst-Interview ist daher unheimlich wichtig und bringt diese katholische Grundwahrheit ausgezeichnet auf den Punkt:

      Man kann nicht katholisch und sektiererisch sein. Man muß danach streben, zusammen mit den anderen zu sein. ‚Katholisch‘ und ’sektiererisch‘ sind zwei Worte, die im Widerspruch stehen.

      Hier ist der Papst auf der Höhe seines katholischen Lehramtes. Alles Spalterische ist nicht katholisch, sondern spalterisch, im Wortsinn also "häretisch", und kann gar nicht katholisch sein.

      Traditionalisten, die ein diametral anderes (im Kern konfessionalistisches, also antiökumenisches und damit eigentlich antikatholisches) Kirchenbild vertreten, können sich mit dieser Wahrheit nur schwer anfreunden. Sie hängen an ihrer Spalterkirche und halten sie für die "wahre". Das ist der tragische Irrtum der antiprotestantischen "Tradis", der sie vom Rebstock Christi abschneidet, obwohl gerade sie besonders eng dranbleiben wollen.

      Deshalb ist es so wichtig zu begreifen, dass Ökumene den tiefsten Kern des Katholizismus ausmacht. Ohne ökumenische Hermeneutik, wie das Papst Benedikt nannte, gibt es gar keinen katholische Kirche. Das wäre dann nur eine Konfessionskirche unter vielen.

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  5. ... und in China ist mal wieder ein Sack
    Reis umgefallen.
    Wen interessiert die Nachricht wirklich?
    Die Menschen haben sich doch längst von den Kirchen
    verabschiedet. Wie die "FAZ" es in ihrem Artikel schildert,
    war von der Bevölkerung in Schweden kaum jemand am
    Papstbesuch interessiert, die Straßen blieben leer.

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  6. Noch nicht mal für ein
    ordentliches Kreuz hat es beim Papst in
    Schweden gelangt.
    Stattdessen grüner Hippie-Kram...

    https://pbs.twimg.com/media/CwGrqO2XEAU6-VU.jpg

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  7. Der Tradibloggerpapst Kreuzknappe vergießt scheinheilige Krokodilstraenen. Nichts wäre für den Protestantenfresser doch schlimmer als wenn der Papstbesuch bei den bösen Feinden Anlass zum ökumenischen Halleluja gäbe.

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  8. eine Frauenkreisvorsitzende1. November 2016 um 12:37

    Wenn man heute etwas Kritisches zur Ökumene
    anmerkt, ist das ja fast so schlimm, wie wenn man
    etwas Unangenehmes zum Thema Flüchtlinge äußert -
    man ist sofort "out" im Sinne der political
    correctness!
    Wenn Sie jedoch Jahr für Jahr in den Niederungen
    der Praxis - und nicht der bischöflichen oder
    päpstlichen Jubelbegegnungen - mit der Ökumene
    befasst sind, dann werden Ihnen schnell die Augen
    aufgehen.
    Bei uns ist es so, dass wir bei einem Anteil von
    35 % Katholiken und 50 % Evangelischen seit Jahr-
    zehnten zusammenarbeiten.
    Die Knackpunkte sind aber auch seit Jahrzehnten
    die gleichen: Man will evangelischerseits mit aller
    Gewalt die Mahlgemeinschaft, aber man ist sehr (!)
    ablehnend dem katholischen Glauben und seinen
    Schönheiten gegenüber.
    Eine Teilnehmerin eines Vorbereitungskreises für den
    Weltgebetstag der Frauen brachte ihre Ablehnung,
    diesen in der KATHOLISCHEN Kirche im Ort zu begehen,
    so auf den Punkt:
    "Aber nur, wenn diese provozierende Marienstatue mit
    einem Tuch abgedeckt wird!"

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