Mittwoch, 9. November 2016

Kardinal Marx in Jerusalem ohne Kreuz: Welcher Sicherheitsdienst hat das gefordert?

Die Diskussion über die Kreuz-Abnahme zweier führender Kirchenvertreter bei einem Besuch in Je-
rusalem läuft nun schon etwa zwei Wochen und kommt immer noch nicht zur Ruhe, so groß ist der Aufreger.
Beim "KREUZ-
KNAPPEN"
konnten Sie schon sehr früh davon lesen; doch sogar die "BILD"-Zeitung brauchte eine ganze Woche... ---> HIER !
Auch im "SPIEGEL" zeigte man große Verwunderung; Jan Fleischhauer schrieb dort angesichts des Kreuz-Versteckens von "Unterwerfung" der Bischöfe unter den Islam... ---> HIER !

Die Beteiligten, Kardinal Marx und der evangelische Landesbischof Bedford-Strohm, erklären gebetsmühlenartig, das sei doch nur aus Höf-
lichkeit gegenüber den Gastgebern geschehen, und der Sicherheitsdienst habe ihnen das nahegelegt, aber bei vielen Katholiken stößt das immer noch bitter auf.
Nun liest man bei "Facebook" vom Pressesprecher der israelischen Streit-
kräfte etwas, das erneut Öl in das Feuer der Empörung gießt: Er betont, ihm sei entgegen anderen Äußerungen nichts von einem Verlangen des Sicherheitsdienstes bekannt, die Kreuze müssten abgelegt werden.
Und er fragt in einem offenen Brief an Marx und Bedford-Strohm: "Ich fordere Sie hiermit auf, es öffentlich zu machen, welcher Sicherheits-
dienst... von Ihnen gefordert haben soll,... eine Provokation zu ver-
meiden"
... ---> HIER !

Ob die beiden hohen Herren mal in einer ruhigen Stunde über ihr Ver-
halten in Jerusalem nachdenken?  Was hätte dagegen gesprochen, wenn
sie diesen Teil des Besuches abgesagt hätten?

Die Negativ-Werbung ist jedenfalls an der katholischen Basis ange-
kommen; ich bin auch schon mehrfach von empörten Gläubigen darauf angesprochen worden. Einer sagte mir: Ob wir nächstes Jahr lieber die Fronleichnamsprozession ohne Kreuz durchführen...?


Kommentare:

  1. Na, jetzt kommt es aber knüppeldick für Marx,
    und wenn er Tebartz-van Elst heißen würde,
    wären längst schon von überall her Rücktrittsfor-
    derungen auf dem Tisch!
    Gerade liest man, wie sehr sich die Katholiken im
    arabischen Raum durch die skandalöse Haltung von
    Marx düpiert fühlen - und befürchten, weitere
    Nachteile für sie könnten daraus folgen.

    http://www.kath.net/news/57407/print/yes

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    1. ...dann wird Marx ja noch Papst, wenn das das Kriterium ist...

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  3. Es ist immer wieder interessant,
    was der Kreuzknappe so ausgräbt, lange vor anderen
    Medien. Ich möchte auch einmal "DANKE" sagen für
    Ihre unermüdliche gute Arbeit!

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  4. Als Katholikin schäme ich mich für das feige Einknicken des DBK-Vorsitzenden in Grund und Boden. Er ist des Kardinalspurpurs nicht würdig und sollte zurücktreten, zumindest aber sich öffentlich entschuldigen. Anderswo nehmen Christen für ihr Bekenntnis zum Kreuz Gefangenschaft, Folter und sogar den Tod auf sich - und was tun Marx und sein neuer Duzfreund??? Sie verstecken das Zeichen unserer Erlösung. Das nenne ich Feigheit!!!

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    1. Jorge Sensenbrenner9. November 2016 um 15:29

      Also bitte mal halblang, liebe Natalie.

      Von diesem von kath.net und Konsorten inszenierten identitärchristlichen Hype sollte man sich auf gar keinen Fall anstecken lassen und solche dummen Kommentare abgeben, wie sie dort schon seit drei oder vier Tagen fast kontinuierlich abgeschickt werden. Das Kreuz ist doch kein Parteiabzeichen oder Fußballlogo, und der Christ ist kein Fan, der sein Symbol vor sich hertragen muss, um sich wohl zu fühlen. Wie kann man sich nur so von diesen Medien manipulieren lassen?

      Es ist eine absolute Selbstverständlichkeit, dass man als römischer oder westlicher Christ nicht mit einem am Körper sichtbaren großformatigen Kreuz ausgerechnet den *Tempelberg* besteigen kann, wo doch genau an diesem Ort so viele Greise, Kinder, Mütterchen und Schwangere geschlachtet wurden, dass das Blut in Sturzbächen die Gassen herunterlief. Von Tätern, die auch solche Kreuze trugen (und auch blutig rote Mäntel hatten). Das ist dermaßen unsensibel, das hätte ich mir auch vor dieser Episode mit Marx und Bedford überhaupt nicht vorstellen können, dass irgendein halbwegs normal denkender Christ auf so eine Idee kommt. Alles andere wäre ein absolut peinlicher, geschichtsvergessener Fauxpas gewesen.

      Die Bischöfe haben also alles richtig gemacht. Man kann wirklich nur den Kopf schütteln über diese von jedem minimalen Anstandsgefühl unbeleckten Kritiker. Also bitte nicht zu Eigen machen und lieber erstmal nachdenken.

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    2. Lieber Jorge,
      sind Sie derselbe Jorge, der vorher immer ohne Nachnamen kommentiert hat?
      Obwohl Ihre Argumente durchaus nachvollziehbar sind, halte ich mich lieber an das Bekenntnisgebot Christi (Mt 10, 32-33). Im Zweifelsfalle hätte ich eben auf den Besuch des Tempelberges verzichtet. Oder eben ein ziviles Outfit gewählt (schwarzer Anzug).
      Sorry, ich werde selten so deutlich - aber ich bleibe bei meiner Meinung.

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    3. Ja, bin ich derselbe.

      Christus ist bei Gewalttaten immer auf der Seite der Opfer, nicht der Gewalttäter.
      Wenn Leute im Namen des Kreuzes umgebracht werden, ist Christus natürlich in den Getöteten gegenwärtig und die Mörder repräsentieren diejenigen, die Jesus gekreuzigt haben. Egal, ob sie sich ein Kreuz aufmalen oder ein Bischofsamt bekleiden.

      Das Bekenntnisgebot Christi bedeutet, dass wir immer zu den Opfern halten müssen, und nicht der Versuchung nachgeben dürfen, unschuldiges Blut zu vergießen oder sowas zu feiern oder zu verharmlosen, eben weil es das das Blut Christi selber ist.

      Wenn man also demonstrativ ein Kreuz auf den Tempelberg trägt und sich da als Christ selbstgewiss beweihräuchert (im Bewusstsein, was da passiert ist und wie der damalige Papst das gefeiert hat), verstößt man eben gerade gegen das Bekenntnisgebot und macht sich mit den Mördern gemein, die dieses Symbol pervertiert und Christus nochmal neu getötet haben.
      Im Blick auf das Seelenheil würde ich das keinem empfehlen, denn das Blut der Unschuldigen schreit direkt zum Himmel und Gott erkennt es gleich als das seines Sohnes wieder. Man muss sich schon auf die richtige Seite stellen. Genau das sagt ja dieses Bekenntnisgebot.

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  5. Ist es auch nicht ein ökumenisches „Erfolg“, das gemeinsame Verstecken von Kreuz wenn es als „unpassend“ empfunden wird? (hans.kloss)

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  6. Das israelische Militär am Check-Point zum Tempelberg achtet darauf, dass kein Kreuz offen getragen wird.
    Man hat mir einmal erklärt, dass dies seit Anfang der 2000er Jahre Vorschrift ist, weil sich damals Mitglieder einer christlichen fundamentalistischen Sekte aus den USA dort verbrennen wollten.
    Im übrigen achten muslimische "Wächter" besonders am Osttor darauf, dass man keine Gebetshaltung einnimmt.

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