Donnerstag, 3. November 2016

Kardinal Marx ohne Brustkreuz: Seit wann braucht die BILD-Zeitung so lange...?

Bereits vergangene Woche am Dienstag schrieb ich über einen merkwürdigen Vorgang unter der Überschrift "Schaue auf beide Fotos und erkenne den pein-
lichen Unterschied!"
 

Es geht um den Aufsehen erregenden Besuch von Kardinal Marx und dem evangelischem Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm in Jerusalem, und zwar einmal mit Brustkreuz und dann "auf Wunsch der Gastgeber" ohne das wich-
tigste Zeichen des Christentums.

Es gab in meinem Blog dazu auch eine ganze Reihe von interessanten Leser-
zuschriften ---> HIER !

Ob man in der Redaktion der BILD-Zeitung mehr als eine Woche gebraucht hat, um zu entscheiden, ob dies nun eine Sensation war oder nicht? - Jedenfalls kann man heute dort lesen, es handele sich um eine kaum zu glaubende "Kirchen-Sensation".
Die Aufregung darüber hat sich offenbar immer noch nicht gelegt, und die entschuldigende Erklärung, man habe das Kreuz "aus Respekt vor den Gastgebern" abgelegt, gießt eher noch mal Öl ins Feuer, denn erst einmal - so die Kritiker - habe ein Bischof Respekt vor dem Kreuz zu haben.
Es wird auch die Frage gestellt, warum man unter solchen Bedingungen nicht einfach auf diesen Teil des Besuches verzichtet hat.
Ein jüdischer Historiker erinnert derweil daran, dass Papst Benedikt bei seinem Besuch in der Blauen Moschee das Kreuz nicht abgelegt habe.

Es ist mal wieder kompliziert...
Man schaue ---> HIER und HIER und HIER und HIER und HIER !

Kommentare:

  1. Auch für Bischöfe gilt:
    Jeder blamiert sich so gut er kann.

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  2. Lukas 12:9
    Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, der wird verleugnet werden vor den Engeln Gottes.

    Matthäus 10:33
    Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den wll ich auch verleugnen vor dem himmlischen Vater.


    In der Haut seiner Eminenz möchte ich nicht stecken ...

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  3. Respekt vor dem Gastgeber?
    Wie weit würden diese Bischöfe da noch gehen,
    wenn man sie "bitten" würde?
    Ich bin entsetzt und traurig, denn damit haben die
    beiden ein negatives "Vorbild" gegeben.
    Der normale Katholik weiß jetzt:
    Es gehört sich nicht, aus Respekt vor anderen
    zu seinem eigenen Glauben zu stehen.
    So sollte man es z.B. dann auch unterlassen,
    sonntags in die Kirche zu gehen,
    das ist doch nur eine Provokation für die Nachbarn!

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  4. Wie schön, dass unsere Tradis einmal mehr in der papalen Manier altkirchlicher Ketzerjäger und moderner stalinistischer Chefideologen ganz genau wissen, dass die Bischöfe vom Glauben abgefallen sind.
    Dass zum Christus bekennen bzw. verleugnen ein bisschen mehr gehört als ein Brustkreuz aufzutragen oder nicht, und dass auch die Achtung vor dem Wunsch von Gastgebern etwas mit dem Christlichen zu tun hat - nein, dazu sind die Köpfe dieser Superoberkatholiken zu klein als dass sie darüber mal nachdächten.

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    1. Wie schön, dass Viola die Beweggründe der Tradis schon so gut kennt, um eine umfassende psychologische Interpretation ihrer Denkweise analytisch auf den Punkt zu bringen weiß. Als Obertradi möchte ich hinzufügen, dass ich einen Gastgeber der von mir fordert Zeichen meines Glaubens an der Türe abzugeben, nicht mit einem Besuch ehren werde. Es sei denn, derselbe Gastgeber verzichtet seinerseits auf die Atribute der Religion die er angehört. Sollte er das nicht tun, halte ich mich gerne an die Worte unseres Stifters und Erlösers: "Lasst die Toten ihre Toten begraben. Du aber komm und folge mir nach!" Was Nachfolge bedeutet? Ein Tipp an Viola: Das Kreuz tragen!

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    2. "Man soll das Kreuz im Kopf und im Herz tragen, und nicht auf der Brust."
      (Romano Guardini)

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    3. Liebe Elisabeth,

      war das eine Anweisung Romano Guardinis an die Bischöfe und Kardinäle? Vielleicht könnten sie antworten meine Neugier treibt mich.

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    4. Lieber Herr Franken, das war, wie Sie selber wissen, keine "Anweisung" von Guardini an irgendwen. Auch wenn das den Tradis schwerfällt zu akzeptieren: es gibt in der Kirche nicht nur Befehl und Gehorsam, sondern auch den freien Raum der Gedanken. Einen solchen hat Guardini formuliert. Und es gibt viele Bischöfe, die ihr Brustkreuz ausserhalb der liturgischen Zelebration gar nicht tragen.

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    5. Liebe Elisabeth,
      danke für ihre Antwort. Selbst als Tradi kann ich keinem Menschen ansehen ob er das Kreuz im Kopf oder Herz trägt, wie es Romano Guardini sehr richtig auf den Punkt bringt. Es kann aber festgestellt werden, dass ein Bischof ziemlich nahe am Kreuz ist, wenn er es, außer im Kopf und im Herzen, auch auf der Brust trägt. Das würde selbst Romano Guardini kaum in Frage stellen. Sind wir uns da einig?

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  5. Was müssen die umstehenden Muslime von Kardinal Marx
    und Landesbischof Bedford-Strohm insgeheim gedacht haben?
    Und wie können solch hohe Kirchenmänner so wenig Standfestigkeit zeigen!
    Soll uns das als Diplomatie verkauft werden?
    Es ist aber auch von muslimischer Seite aus nicht in Ordnung, von seinen Gästen das Abnehmen des Kreuzes zu verlangen.

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    1. "von seinen Gästen das Abnehmen des Kreuzes zu verlangen."
      Man hat halt von muslimischer Seite getestet, wie weit man gehen kann. Und sie hatten Erfolg. Das nächste Mal kann man dann noch einen Schritt weiter testen.

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