Dienstag, 8. November 2016

Macht der katholische Glaube dick...?



Als informierte Zeitgenossen wissen wir längst, dass fromme Menschen
im Durchschnitt einige Jahre länger leben. Eine britische Untersuchung hat es erneut belegt: Wirklich gläubige Menschen sind seltener krank, werden schneller z.B. nach Operationen wie-
der gesund, sind weniger depressiv und haben insgesamt ein hervorra-
gendes Immunsystem.
Psychiater Manfred Stelzig aus Salzburg formuliert es aufgrund seiner Erfahrungen so: „Menschen, die glau-
ben, fühlen sich geborgener, und das schafft insgesamt eine gute Tendenz.“
Auch Prof. Siegfried Kasper von der Uni-Klinik in Wien stimmt da wie viele weitere Kollegen zu: Gläubigsein stabilisiere die Seele und gebe im Leben Halt. Ein guter Beleg ist auch die im Vergleich zur Gesamtbevölkerung durchschnittlich höhere Lebens-
erwartung von Mönchen und Nonnen. Dies bedeutet nicht, dass ein gläu-
biger Mensch nicht schwer erkranken kann. Allerdings kann sein Gottver-
trauen die Genesung positiv beeinflussen, da dieser Mensch sich in jeder Lebenslage in den Armen Gottes geborgen fühlt.
Das allerdings kann auch einen weniger schönen Nebeneffekt haben. 
Die Volkskrankheit Übergewicht tritt und trat auch bei religiösen Men-
schen auffallend oft auf. Die häufig deutlich wohlgenährten  Mönche aus dem Mittelalter sind wohl auch ein Ergebnis von fehlenden Heizungen 

und darum besonders deftigen Ernährungsgewohnheiten, aber immerhin.  
Einen Zusammenhang zwischen Glaubenspraxis und Fettleibigkeit hat 
eine Studie aus Chikago belegt. Während im Bevölkerungsdurchschnitt
22 Prozent als dick gelten, sind es bei den regelmäßigen Kirchgängern „satte“ 32 Prozent. Die Völlerei rangiere in der Rangordnung der Sünden bei vielen Gläubigen offenbar weit hinten, mutmaßen die Wissenschaftler.  

Für alle, die durch welche Umstände auch immer etwas fülliger geraten sind, gibt es von den meisten Ärzten Kritik, aber längst nicht  von allen. 
So schreibt etwa Friedrich Schorb in seinem Buch „Dick, doof und arm?“ darüber, dass beispielsweise ein Zusam-
menhang zwischen Fettkonsum und Bluthochdruck, Schlaganfall und anderen Wohlstandserkrankungen gar nicht nachgewiesen werden konnte. 
Vor allem fordert er aber mehr Toleranz gegenüber den Dicken.Unsere heutige Gesellschaft lege nach ganz anderen Maßstäben fest,  wer als normalgewichtig gelte als frühere Generationen, was man auch leicht an Fotos usw. belegen kann.  Es trifft zwar offen-
sichtlich zu, dass gerade die in der Regel im Vergleich zu den Protestanten etwas lebensfroheren Katholiken leichter eine Tendenz zum Dicksein entwickeln, aber genauso gut kann man auch den Nachweis führen, dass Heiraten zumindest bei Männern dick macht. Ledige Männer sind angeb-
lich zu 43 % übergewichtig, verheiratete zu  69 Prozent. Typische Dick-

macher sind auch stundenlanges Fernsehen und mangelnde Bewegung, was gerade die junge Generation betrifft.
Was die Dünnen im Lande am meisten empört, ist die Tatsache, dass viele Dicke sich mit ihrem eingependelten „Kampfgewicht“ pudelwohl fühlen. Da quälen sich viele Dürre mit jahrelangem Kampf gegen den inneren Schweinehund mit Diäten und systematischem Training z.B. in der „Mucki-Bude“ ab, und dann sehen sie auf dem Weg nach Hause so ei-
nen netten, dicken katholischen Ignoranten ein supergroßes Eis schlecken. Unerhört ist das, sich heutzutage so gehen zu lassen, während man sich selbst so brutal abquält!     Das Thema „schlank sein“ ist besonders nach Überzeugung „gewichtiger“ Persönlichkeiten ohnehin nur ein raffiniertes, sicheres Geschäftsmodell vor allem mit jahrelang garantierten saftigen Gewinnen, aber kläglichen Erfolgen. Auf der Strecke bleibt oft genug ein gutes Stück Lebensqualität, wenn man glaubt, man müsse dürr wie so ein hungriges Laufsteg-Püppchen sein.

Die Katholiken haben es eigentlich schon immer gewusst: Ob dick oder dünn, das ist reichlich belanglos. Beides ist auch bei den Heiligen gut vertreten. Thomas von Aquin beispielsweise war solch ein Schwer-
gewicht, und das ist nicht nur theologisch gemeint. Wenn er deswegen
mal bespöttelt wurde, gab er übrigens eine eher etwas unqualifizierte Antwort: „Dicke Männer sind intelligenter als dünne.“  – Es gehört sich nicht, würde ich einem solchem Giganten  der Theologie widersprechen wollen…

Kommentare:

  1. Ich kenne ein paar Schönstatt-Schwestern,
    die sind derart dürr, dass sie als Mager-Models
    auftreten könnten.
    Möglicherweise leben die sehr asketisch, was
    durchaus meinen Respekt hat.
    Jedenfalls ist das mit der pauschal behaupteten
    katholischen Üppigkeit und Sinnesfreude
    ganz und gar nicht haltbar!

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  2. Ist ja etwas augenzwinkernd
    vom Kreuzknappen geschrieben,
    trotzdem mal kurz was im Ernst:
    Man sollte es nicht wirklich
    auf die leichte Schulter nehmen
    (ohne andererseits
    in hysterischen Schlankheitswahn zu verfallen).

    Es gibt durchaus deutliche Belege
    für einen Zusammenhang
    zwischen Übergewicht/Adipositas und diversen Krankheiten:

    „Gesundheit in Deutschland“
    (Robert Koch-Institut 2015, S. 202):

    „Je weiter der Körperfettanteil einer Person über dem Normalmaß liegt, desto gravierender sind die zu erwartenden gesundheitlichen Konsequenzen [2]. So führt insbesondere die Adipositas zu einer erhöhten Beanspruchung des Muskel- und Skelettsystems. Sie begünstigt das Entstehen von Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck [2], welche das Risiko für Diabetes mellitus Typ 2 und Herz-Kreislauf-Krankheiten erhöhen [3-8].“
    http://edoc.rki.de/documents/rki_fv/refNzCggQ8fNw/PDF/29PIbXnI56Jfc.pdf

    Oder hier: Fettkonsum – Übergewicht – Bluthochdruck
    (Deutsche Gesellschaft für Ernährung, 2015, S. 111):

    „Die alimentäre Fettzufuhr wirkt potenziell über zwei unterschiedliche Mechanismen auf das Hypertonierisiko. Zum einen hat Fett als Energieträger das Potenzial, zu einer positiven Energiebilanz und damit zu einer Gewichtszunahme beizutragen. Zum anderen könnte der relative Anteil des Fettes bzw. verschiedener Fettsäuren, unabhängig von resultierenden Veränderungen des Körpergewichts, direkte Effekte aufweisen.“
    https://www.dge.de/fileadmin/public/doc/ws/ll-fett/v2/07-Hypertonie-DGE-Leitlinie-Fett-2015.pdf

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