Samstag, 5. November 2016

Zeitung meldet: Erzbischof Schick will juristisch gegen die AfD vorgehen...

Erzbischof Schick redet schon mal Klartext, wie z.B., als er im Juli erklärte, man solle straf-
fällig gewordene Islamisten des Landes verweisen ---> HIER !
Manchmal - das kennt Papst Franziskus auch! - führt eine nicht ganz exakte Formulierung auch dazu, dass man (absicht-
lich) von bestimmten Leuten oder Medien missverstanden wird, so z.B., als Schick sich kürzlich zum Thema eines denkbaren islamischen Bundespräsidenten äußerte.
Da musste das Erzbistum schnell die Notbremse ziehen... ---> HIER !

Heute sorgt Erzbischof Schick wieder für Schlagzeilen, und zwar laut Pres-
se durch die Ankündigung, juristisch gegen die AfD vorgehen zu wollen. Auf der "Facebook"-Seite der AfD haben wohl etliche Hasskommentare gestanden, Außerdem verletze die Partei dort Urheberrechte und verkürze seine Aussagen sinnentstellend... ---> HIER !

Bei solchen lautstarken Ankündigungen bin ich immer hin- und herge-
rissen, er sollte das wirklich gründlich von Juristen und Medienberatern prüfen lassen: Gerade bei Äußerungen auf "Facebook" ist diese Firma automatisch mitbetroffen, und es wird juristisch nicht einfach, weil die Frage aufkommen wird, inwieweit "Facebook" für strafbare Äußerungen von Leserbriefschreibern mithaftet, so wie jeder Blogger auch.
Kann sein, dass solch ein juristischer Streit gut geht, kann aber auch sein, dass er sich über Jahre in die Länge zieht und ein Schuss in den berühmten Ofen wird. Und schließlich bleibt zu bedenken, ob dies eventuell der AfD sogar bei ungünstigem Ausgang noch mehr mediales Interesse bringen würde.

Wie sehen Sie das, liebe Leser?

Kommentare:

  1. Ich teile die Bedenken des Kreuzknappen.
    Allerdings kennt niemand von uns wirklich die Details.
    Was die Hasskommentare betrifft,
    steht "Facebook" selbst in der Pflicht, da wären die
    mitverantwortlich.
    Der Hebel könnte eher bei der Verletzung des Urheber-
    rechts angesetzt werden (was da genau gelaufen ist,
    was man leider nicht), aber da kommt im Erfolgsfalle
    außer einer Geldstrafe nicht viel bei heraus.
    Wenn die AfD clevere Anwälte hat, könnte sie zumindest
    publicitymäig als Sieger aus der Nummer herausgehen,
    auf jeden Fall aber würde es ihre Klientel nochmal
    stärken und auch die Vorbehalte gegen die katholischen
    Bischöfe nur noch ausbauen. Ob es das wert ist?

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  2. Sonst beschweren sich unsere Tradis
    doch immer, unsere deutschen Bischöfe würden nicht
    klar genug Position beziehen.
    Jetzt geschieht das, und dann ist es auch wieder
    nicht passend. Seltsam!

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  3. Die Facebook-Hasskommentare dürften weniger von normalen AfD-Sympathisanten kommen. Die sind so glaubens- und kirchenfern, dass sie sich herzlich wenig für Äußerungen von Bischöfen interessieren. Sondern sie werden v.a. von katholische Traditionalisten stammen, die zwar dauernd "Klartext" von den Bischöfen fordern, aber natürlich immer nur, wenn er der eigenen rechtsgewirkten Polit-Agenda enspricht. (Also Merkel muss weg!, Flüchtlinge raus!, Homos weg!, und solche Dinge.)

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  4. Was den Vorwurf der Urheberrechts-Verletzung
    betrifft, begibt sich der Bischof auf sehr
    dünnes Eis.
    Als Person des öffentlichen Lebens kann es ihm
    passieren, dass ein Gericht entscheidet, dass die
    Foto-Abbildung (siehe den vom KREUZKNAPPEN verlinkten
    Presseartikel) noch halbwegs im Rahmen ist.
    Eventuell wurde das Foto bei "Facebook" aus dem
    für Zeitungen vom Bistum bereitgestellten Archiv
    entnommen, dann wäre unter Umständen eine Veröffent-
    lichung zulässig, wenn die entsprechende Quellen-
    angabe gemacht würde (also z.B. XY/Erzbistum B.).
    Ich bin skeptisch und befürchte, dieser Schuss könnte
    nach hinten losgehen.

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    1. Das benutzte Foto entstammt "Wikipedia"
      und ist dort zur Verwendung freigegeben!

      https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Ludwig_Schick?uselang=de#/media/File:Erzbischof_Schick.jpg

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  5. Die Berater des Erzbischofs sollten sich
    mal informieren, wie groß ihre Chancen sind,
    gegen "Facebook" vorzugehen,
    denn die sind als Seitenbetreiber erstverantwortlich
    für Hasspostings!
    Erstmals will ein Staatsanwalt einen Versuch der
    Klage wagen:

    http://www.n-tv.de/politik/Staatsanwaelte-ermitteln-gegen-Zuckerberg-article19012721.html

    Wie man im oben verlinkten Zeitungsartikel nachlesen
    kann, befinden sich die Facebook-Manager "außerhalb des
    Zuständigkeitsbereiches der deutschen Justiz".

    Ich begrüßte die mutige Initiative von Erzbischof Schick,
    aber ich befürchte, dass er sich da ordentlich die Finger
    verbrennt.

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  6. Erst die Politik, jetzt die Juristerei - man könnte den Eindruck gewinnen, der gute Mann engagiert sich etwas außerhalb seines Zuständigkeits- und Kompetenzbereichs.

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    1. Würde der Bischof juristisch gegen eine liberale Organisation vorgehen, fände "Friedlon" das plötzlich ganz richtig und angemessen... Soviel zur Stringenz der Rechtskatholiken.

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    2. Die erstaunliche Fähigkeit zur Zuordnung fremder Leute zu irgendwelchen unscharf definierten Gruppen und zum Gedankenlesen würde Bewunderung verdienen, wenn sie irgendeine Grundlage hätte.
      Beim Fehlen einer solchen würde man aber eher am vorhandensein grundlegender kognitiven Fähigkeiten bei manchen Leute zweifeln.
      Soviel zu "Viola".

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  7. Diözesaner Bürohengst5. November 2016 um 20:09

    Ich schätze mal, die vom "Kreuzknappen"
    verlinkte Zeitung hat einfach etwas dick aufgetragen.
    Weder beim Bistum noch in anderen Medien finde ich
    einen Hinweis, dass es schon beschlossen wäre,
    gegen die AfD vorzugehen.
    Mir scheint es eher so zu sein, dass man im Gespräch
    mit der Kripo wegen der Morddrohungen und Beleidigungen
    einfach nur alle denkbaren Reaktionsmöglichkeiten durch-
    spielt, mehr nicht.

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  8. Hat der Bischof nichts anderes bzw. wichtigeres zu tun.?? Im übrigen ist z..b. der neue AFD-Abgeordnete in Mecklenburg-Vorpommern ein katholischer Familienvater mit 3 Kindern Und Frau Wiebke Muhsal eine junge kath. Mutter etc. etc.. Kann eigentlich noch jemand lesen Unter den Katholen

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    1. Was für ein Argument! Hitler war auch katholisch und wurde übrigens nie exkommuniziert...

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    2. Und nicht nur Hitler! Auch Goebbels, Himmler, Eichmann, Kaltenbrunner, Bormann u.a. waren gute katholische Familienväter mit vielen Kindern, die unterm Christbaum brav katholische Lieder sangen. Verständlich, dass die alle nicht exkommuniziert wurden. Dann aber bitte die guten Katholiken bei der AfD auch im Schoß von Mutter Kirche behalten. Wenn sie mal die Macht haben, können Sie der Kirche noch nützen.

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