Mittwoch, 14. Dezember 2016

Der katholischen Kirche laufen in Brasilien massenhaft die Gläubigen weg...

Wie man sieht, gibt es nicht
nur in der kirchensteuer-
finanzierten katholischen Kirche Deutschlands eine
große Austrittsbewegung,
auch andernorts gibt es neben vielen erfreulichen Entwicklung auch geradezu schockierende Meldungen.
Wie man gerade z.B. beim "ORF" nachlesen kann, hat die katholische Kirche im Südosten Brasiliens mittlerweile etwa die Hälfte (!) ihrer Mitglieder verloren. Wenn man weiß, dass etwa ein Drittel der Katholiken zu den Frei- und Pfingskirchen übergelaufen sind, ahnt man schon eines der Hauptprobleme: Wie Studien und Befragungen belegen, gibt es eine große Unzufriedenheit mit der Kir-
che, und Kenner der Lage wissen auch, dass es bei vielen Freikirchen eine intensive Betreuung der Mitglieder gibt...

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Kommentare:

  1. Das ist in gewissem Umfang verständlich,
    wenn auch nicht zu begrüßen.
    Eine Tante von mir ist auf ähnliche Weise zu den
    Zeugen Jehovas gegangen, zum Entsetzen der katholi-
    schen Verwandtschaft.
    Das war vor 20 Jahren, als die Pflegedienste und
    deren Bezahlung noch nicht so gut geregelt waren.
    Ihr Mann wurde chronisch bettlägerig krank, bei fort-
    schreitender Schwere der Erkrankung, im letzten Jahr
    konnte er sich noch nicht einmal mehr drehen im Bett.
    Von der Kirche gab es in sieben Leidensjahren einen
    einzigen Krankenbesuch vom Pfarrer, einen warmen
    Händedruck - und das wars auch schon.
    Als Zeugen Jeohovas von Haus zu Haus gingen, herein-
    gebeten wurden und das Elend sahen, organisierten sie
    einen telefonisch sofort herbeieilenden privaten Hilfs-
    dienst und kamen auch dreimal die Woche für zwei Stunden
    zur Betreuung, damit die Tante mal verschnaufen und ein-
    kaufen konnte. Nach einem halben Jahr ist sie dann
    konvertiert.

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  2. Ein wichtiger Aspekt bei dem Zulauf zu den Freikirchen ist neben der persönlichen Ansprache der Klientel auch die finanzielle Attraktivität. Eine Kirche zu gründen ist für halbwegs begabte Männer ein Rezept zum Reichwerden, es gibt da ganze Regale von Ratgeberliteratur für potenzielle Kirchengründer.

    Die vermitteln das dann auch ihren Gläubigen so: Du musst nur feste dran glauben, dann macht Gott dich reich (finanziell gesehen natürlich). Die Sektenführer leben das dann auch vor und stellen ihren Reichtum ohne Scheu zur Schau, das beeindruckt die Leute, denn reich werden will in Lateinamerika jeder. Nur stammt der Reichtum der Kirchengründer natürlich in Wirklichkeit nicht von oben, sondern aus den Spenden der leichtgläubigen Anhänger. Daher auch die Ratgeberliteratur.

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  3. Ein Punkt, der in Lateinamerika ganz anders ist als in den reichen westlichen Ländern, ist die Frage, welche Art von Kirchenverständnis diesen für die katholische Christenheit unguten Entwicklungen am besten entgegensteuert.
    Hier in Europa kann man mit gewissem Recht sagen, dass "konservative", strenge Glaubensmodelle auf säkularisierte Nicht- oder Nichmehrgläubige oft anziehender wirken als "liberale". Dieses Argument wird von Konservativen zwar dauernd überspannt und hat sich zu einer Art Legende entwickelt, ist im Kern aber nicht ganz falsch. Man sieht es an der klassischen Blogozesenanhängerschaft, wo es sich ja oft um Menschen handelt, die lange nichts mehr mit dem Glauben zu tun hatten und sich dann plötzlich für Benedikt (oder Schlimmeres) begeistert haben.
    Leute, die für Glaubensdinge anfällig sind, aber nicht viel davon verstehen, finden "glaubenstreue", streng konservative Gruppen mitunter attraktiver als die "weichgespülten" Angebote der Mainstreamkirche.

    Das ist in Lateinamerika ganz anders. Dort sind es gerade die "progressiveren" Angebote, die die Menschen von der Hinwendung zu den Sekten am ehesten abhalten.

    Das ist auch die Erklärung für die für klass. KK-Leser manchmal etwas verstörenden oder überraschenden "progressiven" Fundstücke, die der Kreuzknappe oft ausgerechnet aus dem angeblich so "streng" katholischen Kontinent ausgräbt. Dass das Klischees waren, ist aber spätestens seit Papst Francisco den meisten doch klar, glaube ich.

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  4. Wenn man bedenkt, wie eng weite (nicht alle) Teile des brasilinaische Klerus über Jahrzehnte mit Militärregimes gekungelt haben, verwundert diese Entwicklung nicht.

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  5. Neben den von den vorhergehenden Kommentatoren genannten Ursachen dürfte es noch einen weiteren Grund für die Auswanderung von Gläubigen geben: in charismatischen Pfingst- oder Freikirchen wird manchmal offener mit persönlichen, auch übernatürlichen, Glaubenserfahrungen umgegangen. Bei uns Katholiken besteht die Gefahr, dass das heutige Wirken des Auferstandenen und seines Reiches zuerst zerredet, dann zu Tode geprüft und schließlich mit hundertjähriger Verspätung von einer zentralen Behörde anerkannt wird. Da ist dann natürlich die Luft raus.

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