Montag, 12. Dezember 2016

Die Lage der Kirche ist ernst: Der Streit um "Amoris Laetitia" geht ums Grundsätzliche!

Die Debatte um das päpstliche Schreiben wird mit für katho-
lische Verhältnisse ungewöhn-
licher Heftigkeit geführt - und er zeigt, dass es dabei um viel mehr geht als um die vorder-
gründige Diskussion um den Kommunionempfang von wiederverheiratet Geschiede-
nen. Viele befürchten, es geht ans Eingemachte, ums Grund-
sätzliche, und ein Dammbruch hätte fatale Folgen. 

Man lese einen aktuellen Kommentar der Nachrichtenagentur "CNA"  ---->> HIER !
In diesem Zusammenhang schreibt die "Süddeutsche Zeitung" in einem Artikel, dass "Der Papst schwankt". Redakteur Matthias Drobinski (frü-
her bei PUBLIK-Forum tätig) sieht im Handeln des Papstes Widersprüch-
lichkeit. So rede er z.B. "freundlich über Homosexuelle", aber er ändere nichts zu deren Gunsten, eher im Gegenteil: Das neue Dekret zur Priester-
ausbildung ( ---> HIER !) bestätige nur die alte Regelung, dass Homo-
sexuelle nicht Priester werden dürfen, "auch wenn sie den Zölibat ver-
sprechen"
.
Und schließlich meint Drobinski, Papst Franziskus habe doch nach seiner Wahl davon gesprochen, "mit 80 Jahren zurückzutreten, jetzt ist davon keine Rede mehr"...   ---> HIER !

Kommentare:

  1. Selbstverständlich geht es hier ums Grund-
    sätzliche und es steht die Glaubwürdigkeit der
    Kirche auf dem Spiel.
    Sonst hätte Kardinal Meisner wohl kaum so reagiert.
    Eingebrockt hat uns das allerdings der Papst
    mit seinen schwammigen Aussagen.

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  2. Die ewige Diskussion läuft und läuft und läuft
    und wird nie an ein Ende kommen,
    das ist die Folge des Zickzack-Kurses des derzei-
    tigen Papstes.

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  3. CNA dokumentiert den durchschaubaren Versuch des Opus Dei, die Flamme immer weiter am Kochen zu halten. Wimmer zitiert ja sogar explizit John Allen, den Chefapologeten des Werks in der Öffentlichkeit. Auch die übrigen Genannten sind alle von der Fraktion der seit eh und je bekannten "Uneinsichtigen", die dieses im Grunde eben doch Randthema so lange im Fokus halten und endlos weiterdiskutieren möchten, bis sie ihre Meinung durchgedrückt haben.

    Die Behauptung von Wimmer, es gebe eben doch "Unklarheiten" in AL, die geklärt werden müssten, zeigt die grundfalsche Herangehensweise, die diese Fraktion zu ihrer Unterstützung braucht.

    Es geht nicht um "Unklarheiten", sondern schlicht um die (fehlende) Einsicht der Hardliner, dass die eigenen Maximalpositionen, wie man sie lange Jahre vehement vertreten und verteidigt hat, in dieser Schärfe eben nicht haltbar waren.

    Der Papst ist ihnen entgegengekommen (gezwungenermaßen, sicherlich, denn der Druck, den diese Gruppe mit ihrem Geld und ihren Verbindungen aufbaut, ist tats. extrem), indem er die Sache völlig klar, aber eben doch ganz behutsam und ohne übertriebene Schärfe zu klären versucht hat und die weiteren Details den unteren Ebenen überlässt.
    Das Perfide am Verhalten der Hardliner ist nun, dass sie dem Papst genau dieses Entgegenkommen als "Schwäche" auslegen und ihm das auch noch zum Vorwurf machen, nur um störrisch auf ihren vom Papst mehr als deutlich verworfenen rigoristischen Maximalforderungen zu beharren.

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    1. Jorge demonstriert uns wieder einen leicht
      durchschaubaren Versuch aus der linksgrünen "Reform"-
      Katholiken-Ecke, der sachlich nichts Neues bietet
      außer der von ihm bereits dutzendfach vorgetragenen
      Behauptung, es gäbe keine "Unklarheiten" bei den
      päpstlichen Verlautbarungen.
      Dass dies absurd ist, beweisen die zahlreichen Irri-
      tationen und Nachfragen, auf die der Papst keine Ant-
      wort geben will oder geben kann.
      In der Sprache der Autofahrer würde man sagen:
      Papst Franziskus hat sich festgefahren.
      Das ist ja auch der Eindruck von Journalisten wie der
      zitierten "Süddeutschen Zeitung", der man nun wahrlich
      nicht unterstellen kann, sie sei geistig in der Nähe
      der Tradis angesiedelt...

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    2. Ich habe in der Tat seit Jahr und Tag dutzendfach vorgetragen, dass es da keine "Unklarheiten" gibt.
      Worin sollen die auch liegen?
      @Mister XY hat noch keine nennen können, obwohl er hier dutzendfach und fast täglich behauptet hat, da sei noch schrecklich vieles unklar. Alles Pose, wenn man Butter bei die Fische fordert, herrscht Funkstille.

      Der Brief der vier Kardinäle wirft keinerlei neue Fragen auf, wie z.B. Buttiglione (selbst ein sittenstrenger Ausleger) gut gezeigt hat.

      Kardinal Caffarra selbst hat (vor dem Brief) schon ausgezeichnet und scharfsinnig klargestellt, dass es nicht die "Unklarheiten" sind, die ihm zu schaffen machen, sondern gerade die eindeutige Klarstellung der Frage ihm nicht schmeckt.

      Hatte ich schon "dutzendfach" geschrieben :-)
      http://kreuzknappe.blogspot.de/2016/07/kardinal-caffarra-bezuglich-amoris.html

      Also einfach nochmal lesen, dann brauche ich's nicht immer wieder neu zu formulieren.

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  4. Drobinski verkennt die Reformagenda von Papst Franziskus wieder einmal völlig. Erstens kann der Papst logischerweise nicht den ganzen Wunschzettel der Progressiven auf einmal abarbeiten, sondern muss wenn überhaupt Schritt für Schritt vorgehen. Schon auf der ersten Oktobersynode hat sich ja gezeigt, dass es einfach zuviel war, zusätzlich zur Ehe auch noch Homosexualität aufs Tapet zu bringen, weil der Schaum vor dem Mund die "Gegenseite" dann förmlich zum Ersticken gebracht hätte, sodass sie nicht mehr vernünftig mitdiskutieren konnten. Also ganz behutsam und geduldig eins nach dem andern.

    Zweitens geht es dem Papst auch gar nicht um diese Reformagenda der Progressiven. Er will das richtige Verständnis von Barmherzigkeit durchbringen und die Entmachtung der Kurie und des Klerus voranbringen, damit sich die Kirche fernab von Fundamentalismus und klerikalen Netzwerken neu aufstellen kann. Die klassischen Reformthemen oder "heißen Eisen" sind dafür nur das Vehikel, sie interessieren ihn nicht so wesentlich.

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  5. (Forts.)

    Drittens verkennt Drobinski auch die Stoßrichtung des Verbots homosexueller Priester, das ja bekanntlich von Benedikt XVI. angestoßen wurde, also einem "Betroffenen". Da geht es nicht darum, dass keusch lebende und im eigenen Bewusstsein homosexuell "orientierte" Priester keine guten Seelsorger sein oder das Zölibat nicht einhalten könnten. Das können sie durchaus und es gibt ja auch massenhaft solcher Priester in allen Lagern. Das Problem sind diejenigen, die das Priestertum bzw. den Zölibat und das klerikale Ambiente als Rückzugsraum benutzen, um der Auseinandersetzung mit ihrer "Orientierung" zu entrinnen. Das führt dann sehr oft zu Phänomenen, wie sie Peter Bürger sehr scharfsinnig analysiert und als "homosexuellen Selbsthass" bezeichnet hat.

    Das trifft ja auch gerade auf sehr viele klerikale und durchaus sehr hochrangige Amoris-Laetitia-Kritiker zu, soweit sie jetzt nicht gerade unmittelbar aus dem Opus-Umfeld kommen oder amerikanische Kulturkämpfer sind.

    Der Versuch, den Klerus heterosexueller zu machen, ist sicher kein Patentrezept und auch nicht komplett durchsetzbar, aber im Sinne eines ausgeglicheneren Zustands doch wünschenswert. Phänomene wie Kardinal Burke, der ja so eine Art Gegenentwurf zu Papst Benedikt darstellt, sprechen da eine beredte Sprache.

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    1. Heißt Ihr letzter Satz nun, das Burke heterosexuell ist, oder ist er auch homosexuell?

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    2. Hä?
      "Der Versuch, den Klerus heterosexueller zu machen..."
      ???
      Hatten wir das nicht schon mal
      mit der dummen Behauptung eines gewissen Dr. D.B.?

      Da wimmelt es angeblich nur so von Homos bei den
      Priestern, aber der Experte widerspricht sich
      witzigerweise dabei selbst,
      wie der Kreuzknappe schon vor einigerzeit heraus-
      gearbeitet hat:

      http://kreuzknappe.blogspot.de/2014/10/zur-zeit-sind-fur-dr-david-berger-etwa.html

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    3. @Tea Party
      Was für eine abwegige Frage, woher soll ich das wissen?
      Ich hatte noch nichts mit ihm, um es mal so zu sagen ;-)

      Es geht nicht darum, in Kdl. Burkes Privatleben herumzuschnüffeln, sondern das öffentliche Image, das er von sich zeichnet und verbreitet, zu analysieren. Und das ist natürlich homophil, soviel kann man im Zeitalter der Genderforschung selbstverständlich auch öffentlich sagen. Er sendet homoerotische Signale (gerade auch homofeindliche Tradis bemerken das schon seit Jahren: http://www.kreuzgang.org/viewtopic.php?p=569107#p569107) und vertritt gleichzeitig einen übertrieben essentialistischen, beinahe bzw. praktisch homophoben Sündenbegriff, was dazu führt, dass er Familien rät, nicht mit mehr ihren homosexuellen Kindern zu essen. Was Burke privat tut (ich nehme an nichts in diese Richtung), geht uns nichts an.

      Was Papa em. Benedikt privat tut, geht uns ebenso wenig etwas an, aber er zeichnet halt in der Öffentlichkeit ein ganz anderes Bild von sich (das eines in fester keuscher Partnerschaft, nämlich der für ihn in den Katechismus aufgenommenen sog. "selbstlosen Freundschaft", lebenden Klerikers).

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  6. Die besonders hohe Zahl an homosexuellen Priestern im Traditionalisten-Milieu "kompensiert" ihre Neigung nicht zuletzt durch den teilweise sehr überhitzten Ästhetizismus, der dort herrscht und den ja auch viele schwule Männer pflegen.

    Diesen Zusammenhang hat nicht zuletzt Prof. Dr. David Berger herausgearbeitet, der als Homosexueller udnd zugleich katholischer Traditionalist für die Tradis ein unverdächtiger Zeuge ist.

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  7. Ein ganz hervorragender Text zu dem ganzen "AL"-Gezeter von Pater Hagenkord SJ von Radio Vatikan:
    http://blog.radiovatikan.de/gereizte-reaktionen/

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  8. Wie schlimm die Lage ist,
    zeigt ein krasses Beispiel, ein heutiger Beitrag
    von Pater Hagenkord, dem Leiter der deutschsprachigen
    Abteilung von Radio Vatikan.
    Der behauptet in seinem Artikel doch allen Ernstes:
    "Da gibt es viele, die sich zu Anwälten der Lehre
    der Kirche machen. Dabei hat uns Jesus keine Lehre
    hinterlassen..."
    Das schlägt dem Faß doch den Boden aus!

    http://blog.radiovatikan.de/gereizte-reaktionen/

    Im Austeilen ist er ganz fix,
    aber wenn es mal Kritik an ihm oder dem Papst
    gibt, denn wird er äußerst dünnhäutig und gereizt,
    wie z.B. dieser Fall belegt:

    http://kreuzknappe.blogspot.de/2014/12/die-faz-fragt-warum-der-vatikan-selbst.html

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  9. Nun, welche Lehre hat er uns denn hinterlassen? Er spricht nie über die Trinität, er spricht nie über Dogmen, die Lehre, die sich in der Bergpredigt andeutet, die mögen gerade die Rechtskatholiken nicht, weil sie ja Konsequenzen für die Flüchtlingspolitik bedeuten würde, was also genau ist diese Lehre, die Jesus und überlies? Klären Sie mich auf, Studiosus!

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  10. Papst Franziskus wird sich ob des besonderen Engagements von uns Deutschen sowohl bei den Befürwortern als auch bei den Kritikern von AL wohl vor allem an den von ihm empfohlenen Zukunftsroman "Der Herr der Welt" von Hugh Benson erinnern und wenig überrascht sein. Auch dort fallen wir Deutsche auf allen Seiten durch ein Überengagement auf, da es für uns immer ums "Grundsätzliche" geht. Es geht sogar oft denen ums Grundsätzliche, die meinen, Jesus habe nichts Grundsätzliches hinterlassen;-)

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