Freitag, 16. Dezember 2016

Kardinal Müller: "Es gibt keine Ausnahme von der Unauflöslichkeit einer sakramentalen Ehe"

Ein schönes Beispiel dafür, wie unterschiedlich in Medien die Akzente gesetzt werden können (*), liefert gerade ein aus-
führliches Interview der "Passauer Neuen Presse" mit dem Präfekten der Glau-
benskongregation, Kardinal Müller. Es geht inhaltlich querbeet von den Miss-
brauchsfällen im Bistum Regensburg bis hin zu den vier Kardinälen und ihrer Kritik an den Unklarheiten in "Amoris Laetitia". 

Das vollständige Interview ist wohl nur gegen Bezahlung lesbar, aber die Zusammenfassungen sind auch schon sehr interessant... - Man schaue
---> HIER
und HIER und HIER !


(*) Daraufhin habe ich mir allergrößte Mühe gegeben, auch einen wichtigen Satz aus dem Interview zu meiner Schlagzeile zu machen..

Kommentare:

  1. Die klaren Aussagen von Kardinal Müller
    zeigen wieder einmal, dass die Medienspekulationen
    über das Ende der katholischen Ehelehre Quatsch sind!

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    1. Die hier herausgepickte Aussage von Kdl. Müller ist genauso klar oder unklar wie alles in dieser Diskussion.

      Dass die christliche Ehe unauflöslich war und ist, ist ja Konsens aller Beteiligten an diesen Debatten. Hat aber nichts damit zu tun, ob Menschen, die nach dem Scheitern einer solchen unauflöslichen Ehe in einer zweiten, kirchlich nicht zulässigen Partnerschaft leben, zur Beicht und Kommunion zugelassen werden können oder "ewige Todsünder" bleiben, die von den Sakramenten ausgeschlossen werden müssen. Nur um diese Frage geht es ja. Und da legt Müller sich heute anscheinend nicht mehr so fest wie noch vor Monaten.

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  2. Müller gehörte vor der Synode zu den entschiedenen Gegnern einer Erleichterung des Sakramentenempfangs für WvG und hat u.a. zusammen mit Kdln. Caffarra und Burke und einigen anderen sogar Bücher und Pamphlete dazu veröffentlicht und nicht zuletzt als Chef der intransigenten Tagespost an der Propaganda im Vorfeld und auch noch während der Beratungen teilgenommen.

    Nach der Promulgation von Amoris laetitiae hat er das m.W. nur noch einmal versucht, indem er die Bedeutung des Schreibens für die Frage der Wiederheirat auf einer Opus-Dei-Veranstaltung in Spanien bestreiten wollte, woraufhin er vom Ebf. von Madrid als "Feind des Papstes" gebrandmarkt wurde (was er natürlich nicht ist) und sich klugerweise danach lieber zurückhielt.

    Auf der zweiten Synode war Müller maßgeblich an der Kompromissformel beteiligt, die unter der Moderation Kdl. Schönborns in der deutschsprachigen Arbeitsgruppe ausgehandelt wurde und auf der Amoris laetitiae im Wesentlichen basiert. Von daher kann man ihn kaum wirklich zu den Gegnern des Schreibens rechnen, was ja auch wegen seiner Stellung bei Hofe undenkbar ist.

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  3. (Forts.)

    Dazu kommt, dass der jetzige Kdl. Müller in den 1990er Jahren *vor* seiner Bischofsernennung exakt die Position vertreten hat, die auch Amoris laetitiae vertritt (nämlich dass die Kirche dogmatisch nicht gezwungen ist, Wiederverheiratete von den Sakramenten auszuschließen, sondern ihnen durchaus so eine irreguläre Zweitbeziehung erlauben kann, obwohl die unauflösliche Erstehe natürlich in der Theorie fortbesteht). Diese Position ist ihm also nicht fremd und er wird sich evtl. auch damit abfinden oder sogar anfreunden können.

    Erst mit der Bischofsernennung musste er seine Position ändern. Damals musste ja jeder, der Bischof werden wollte, einen Eid ablegen, dass er der strengen Auslegung zustimmt und der Meinung war, dass Wiederverheiratete „Dauersünder“ seien. Das gehörte zu dem geistig verengten Klima in der Spätzeit des Pontifikats Johannes Pauls II. und ist leider auch dem damaligen Kdl. Ratzinger zu verantworten (das muss auch ein Ratzinger-Sympathisant wie ich es bin zugeben). Da Müller niemand ist, der einen Eid auf die leichte Schulter nimmt, kann man davon ausgehen, dass er seine Meinung damals wirklich geändert bzw. an die herrschende Doktrin angepasst hat.
    Er dürfte diesmal dasselbe tun, und das ist auch keine Schande (jdfs. besser, als sich in Extrempositionen zu verrennen, wie das seine Mitautoren Caffarra oder Burke machen).

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