Freitag, 2. Dezember 2016

Kardinal Woelki neuerdings als öffentlicher Sprayer - Ist das eigentlich strafbar?

Kardinal Woelki ist also unter die Sprayer gegangen: Wie Pres-
seberichte zeigen, hat er auf das Wort "Gutmensch" gesprüht - vor allem wohl für die Foto-
grafen. Er wolle den Begriff "Gutmensch" wieder in ein besseres Licht rücken. 

Man schaue ---> HIER und HIER und HIER !
Nun ist das ja nicht schlecht - aber ob solche Aktionen wirklich was bringen?
Der Kardinal war dabei allerdings nicht sonderlich mutig, denn er sprühte das Wort (im Gegensatz zum BDKJ, der das mit 40 Gruppen auf öffentliche Plätze sprühen will) lediglich ganz dezent... auf die Terrasse seines Erzbischöflichen Hauses, wo es kaum auffällt.
Meine Frage, da er ja damit die Nachahmer animieren will: Ist das eigentlich juristisch erlaubt, auf öffentlichen Straßen und Plätzen irgendwelche Parolen zu sprühen?
Diesen "Kollegen" hat's jedenfalls erwischt - und er wurde zur Ableistung von 100 "Sozialstunden" verurteilt... ---> HIER !

Und um auch das klar zu sagen: Christen sollten alle "Gutmenschen" sein, finde ich. Da imponieren mir Initiativen wie z.B. diese, über die ich mir gestern das VIDEO angesehen habe ---> HIER !

Kommentare:

  1. Das wird jetzt auf der nach oben offenen Tradi-Schnappatmungsskala zu noch nicht dagewesenen Höhen führen.

    Hoffen wir, dass Meisner, Burke, Brandmüller und Caffara, die "mutigen Bekenner", sich jetzt demonstrativ als "Bösmenschen" und damit in der wahren Nachfolge des Herrn bekennen.

    AntwortenLöschen
  2. Die Polizei sagt:
    Das ist eine Straftat.
    Dabei kommt es wohl kaum darauf an,
    was da geschrieben oder gemalt ist,
    es bleibt Sachbeschädigung.
    Das mit dem "leicht entfernbar" ist übrigens
    Quatsch: Wir hatten hier im Ort ein Straßenfest,
    wobei die Position der Buden mit Sprühkreide
    markiert wurde - das sieht man nach vier Wochen
    noch.
    http://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/jugendkriminalitaet/illegale-graffiti/tipps-fuer-jugendliche.html

    AntwortenLöschen
  3. Ob es Ärger gibt oder nicht,
    kann man vorab nicht sagen - auch da kommt es
    auf den Einzelfall an. Im Zweifelsfalle müsste
    ein Richter das prüfen - ist "Gutmensch" erlaubt,
    war es vielleicht gar als Schimpfwort gemeint und
    gesprüht?
    In der Regel geht das glimpflich aus mit der Sprüh-
    kreide, aber ich wäre vorsichtig und würde das
    vorher unter Angabe der beabsichtigen Orte mit der
    Stadtverwaltung abklären!

    http://www.tageswoche.ch/de/2013_26/basel/556766/

    AntwortenLöschen
  4. Mir ist bekannt, dass der KREUZKNAPPE
    nicht der größte Fan von Kardinal Woelki ist,
    um es mal vornehm zu sagen.
    Aber in diesem Falle gebe ich dem Blogger recht:
    Also wenn man schon andere zum Sprayen animieren will
    und das dann vormacht, dann bitte nicht im eigenen
    Garten, wo es keiner sieht!
    Ich frage mich z.B., warum der Kardinal das nicht
    direkt vor dem Haupteingang zum Kölner Dom gesprüht
    hat - da würde es Sinn machen!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Zum juristischen Aspekt (Sprühkreide im öffentlichen Raum)
      hier etwas aus Thüringen,
      im Zusammenhang einer diesbezüglichen „Kleinen Anfrage“
      an die Landesregierung aus 2014:

      „Ist das Hantieren mit Kreide im öffentlichen Raum wirklich gesetzwidrig?
      In der Antwort schreibt die Landesregierung, dass Kreidespray grundsätzlich nicht geeignet sei, „eine mehr als nur vorübergehende Veränderung des Erscheinungsbildes [auf Flächen, Straßen] zu bewirken. … Eine generelle Aussage im Sinne der Fragestellung kann jedoch nicht getroffen werden, da es Materialien geben mag, die auch mit Kreide dauerhaft einfärbbar sind.““

      Die Verwendung von Kreidespray auf öffentlichen Flächen ist hiernach zwar „grundsätzlich“ (allerdings ohne es generalisieren zu können) gem. § 303 StGB nicht strafbar, kann aber je nach Fallkonstellation Ermittlungen und im Zweifelsfall sogar Reinigungskosten nach sich ziehen.

      https://haskala.de/2014/08/07/antwort-der-landesregierung-strafbarkeit-des-aufbringens-von-kreidespray-in-thu%CC%88ringen/

      https://haskala.de/wp-content/uploads/2014/07/2014-05-02-StrafbarkeidKreidespray-DRS57719.pdf

      Zur Thüringer Regierungsantwort ein auf Graffiti spezialisierter Rechtsanwalt:

      „Fazit: Auf glatten, nicht saugenden Untergründen (Glas, Stahl etc.) ist Kreidespray-Graffiti nach Ansicht der Landesregierung Thüringen keine "dauerhafte Veränderung" des Erscheinungsbildes und damit nicht strafbar.
      Zwar kann je nach Fallkonstellation nach wie vor eine Strafbarkeit wegen Hausfriedensbruchs gegeben sein - auch eine OWi kommt in Frage -, aber wir freuen uns, auf Eure Anregung hin mal wieder eine Gesetzeslücke gefunden zu haben. Für eine bunte, schöne Welt.“

      https://de-de.facebook.com/permalink.php?story_fbid=812209098798007&id=767046666647584

      https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=816331831719067&id=767046666647584&comment_id=819718391380411&reply_comment_id=819827238036193&total_comments=1&comment_tracking=%7B%22tn%22%3A%22R5%22%7D

      Löschen
  5. Einerseits: Ich finde es höchst löblich, dass Woelki mit seinem Sprayen,
    das (hoffe ich) mehr bewirken wird als eine Predigt,
    dem Wort „Gutmensch“ aus der Zone des Schimpfworts,
    des abwertend gemeinten Kampfbegriff herausholen
    und es wieder als das bewusst machen möchte, was es
    wortwörtlich bedeutet
    und als was es für jeden Menschen,
    gerade auch jeden Christen Bedeutung haben sollte:
    ein guter Mensch zu sein.

    In der Tat: Wenn Menschen, die sich für andere Menschen einsetzen,
    als Gutmenschen beschimpft werden, dann ist das absurd.
    Und wer von anderen als Gutmensch bezeichnet wird,
    darf es für sich durchaus als Ehrentitel verstehen,
    gerade auch dann, wenn es nicht anerkennend,
    sondern abwertend gemeint ist.

    Lukas 6,45: „Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor.“

    J. W. v. Goethe: „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut.“

    Als abwertend gemeinter Kampfbegriff war „Gutmensch“
    2015 das „Unwort des Jahres:
    „Mit dem Vorwurf „Gutmensch“, „Gutbürger“ oder „Gutmenschentum“ werden Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischer Imperialismus diffamiert. Der Ausdruck „Gutmensch“ floriert dabei nicht mehr nur im rechtspopulistischen Lager als Kampfbegriff, sondern wird auch von Journalisten in Leitmedien als Pauschalkritik an einem „Konformismus des Guten“ benutzt (vgl. z.B. Wolfram Weimer „Schluss mit dem Gutmenschen-Gegurke“, Handelsblatt 11.12.2015). Die Verwendung dieses Ausdrucks verhindert somit einen demokratischen Austausch von Sachargumenten.“

    http://www.unwortdesjahres.net/fileadmin/unwort/download/pressemitteilung_unwort2015.pdf

    Andererseits, auch bedenkenswert:
    In einem lesenswerten Artikel in der WELT
    mit ausführlichen Erläuterungen zum Begriff „Gutmensch“
    heißt es zum Schluss:

    „Es gibt zwar immer wieder Versuche von besonnenen Leuten, „Gutmensch“ zurückzuerobern … Doch wenn ein Wort so oft von Rassisten im Munde geführt wird, bleibt an ihm der Pesthauch der ekeligen Gesinnung haften.“

    https://www.welt.de/kultur/article138678946/Wer-Gutmensch-sagt-verdient-sich-seinen-Shitstorm.html


    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. "Doch wenn ein Wort so oft von Rassisten im Munde geführt wird, bleibt an ihm der Pesthauch der ekeligen Gesinnung haften.“

      Nach "Rassisten" wäre noch "und Rechtskatholiken" zu ergänzen. Soweit die unter "Rassisten" nicht sowieso subsumierbar sind, wofür sie seit der "Flüchtlingskrise" viele Anhaltspunkte liefern.

      Löschen
  6. Der Kölner Kardinal inszeniert sich
    als "Gutmensch".
    Er möge doch bitte mal die vielen Kirchen-
    austritte fragen, ob diese die Kirche als von
    Gutmenschen geführt erlebt haben...
    Kardinal Woelki ist mal wieder ein Populist!

    AntwortenLöschen
  7. Wenn man sich, z.B. bei kath.net, die vor Häme und Agressivität strotzenden Kommantare der selbsternannten "gläubigen Katholiken" gegen Kardinal Woelki auschaut, dann muss man leider mal hierhin verlinken:

    http://www.ekd.de/aktuell_presse/news_2016_12_02_04_kirchen_beschimpfungen.html

    Hasspostings führen zu Hasstaten.

    AntwortenLöschen

Bitte beachten: Anonyme und beleidigende Kommentare werden hier nicht akzeptiert. Da ich nur wenig online bin, kann die Freischaltung Ihres Leserkommentares auch mal einige Stunden dauern. Nach 19.45 Uhr geschriebene Kommentare werden am nächsten Morgen veröffentlicht.