Dienstag, 27. Dezember 2016

Unschuldige Kinder - von Herodes bis heute!


Am 28. Dezember feiert die Kirche das Fest "Unschuldige Kinder": König Herodes ließ in seiner berühmt-berüchtig-
ten Machtgier und Eifersucht, der sogar ein Teil seiner eige-
nen Familie und Verwandtschaft zum Opfer fiel, auch die zweijährigen und jüngeren Jungen in und um Bethlehem töten, in der Hoffnung, damit auch den eventuellen zukünftigen Konkurrenten Jesus beseitigt zu haben.                                         
Man schätzt, dass es sich in Anbetracht der damaligen Bevölkerungszahl um etwa 30-50 ermordete Kinder gehandelt hat. Am morgigen Tag ge-
denkt die Kirche der unschuldigen Kinder, die damals anstelle von Jesus ihr Leben verloren haben, weil sie den Lebensplänen des Machthabers im Wege standen. Wenn morgen in Köln und anderswo eine Lichterprozession und eine Heilige Messe in diesem Gedenken gefeiert wird, dann sind auch die Millionen von unschuldigen Kindern mit ins Gebet aufgenommen, die weltweit Opfer von Willkür und (tödlicher) Gewalt geworden sind. Dazu zählt auch die schaurig große Millionenschar der abgetriebenen Kinder, die ihren Eltern im Wege waren, weil Karriere und Wohlstand wichtiger waren als dieses gottgeschenkte neue Leben.
Es ist schon klar, dass es vielen Müttern alles andere als leicht gefallen ist, diesen Schritt zu gehen. Ob leicht oder nicht leicht - auf das Ergebnis kommt es an: ein Kind, das leben sollte und leben wollte, wurde beiseite geräumt, während gleichzeitig weltweit Millionen von traurigen kinder-
losen Ehepaaren jahrelang und oft lebenslang vergeblich auf ein Adoptiv-
kind hoffen.
Und:  Welches Zeugnis stellt sich eine "menschliche" Gesellschaft aus,
die so gnadenlos gegen die Wehrlosesten vorgeht und das auch noch durch Krankenkassenvorleistungen und Steuergelder bezahlt? - "Willkommenskultur" sieht anders aus...
Ein Aufruf von 1986, leider noch aktuell ---> pdf HIER !

Abtreibung - schockierende Fotos (Sind Sie sicher, dass Sie das sehen wollen?) ---> HIER !

Kommentare:

  1. Ob die Messe in Köln wohl von dem Kölner Kardinal zelebriert wird? Eher nicht zu erwarten - Herr Woelki lehnt die Lebensschützer ja ab.
    Der führende katholisch-konservative Publizist und Lebenschützer Martin Lohmann hat jetzt in der "Jungen Freiheit" ultimativ mit Herrn Woelki abgerechnet:

    https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2016/auf-profilsuche/

    Respekt, lieber Herr Dr. Lohmann und großen Dank für Ihre mutige Worte über den - wie Sie zu Recht sagen - "knallroten Kardinal"!

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    1. Herr Siri,

      am 28. Dezember, also morgen,
      ist im Kölner Dom laut Ankündigung ein
      „Pontifikalamt mit Kardinal Woelki für die ungeborenen Kinder und ihre Familien“.

      So viel zu Ihren Mutmaßungen.

      Das von Ihnen verlinkte einfach nur untergrottige Anti-Woelki-Pamphlet
      von Martin Lohmann (übrigens nicht „Dr.“ Lohmann, wie Sie schreiben),
      getragen von einer offenbar abgrundtiefen Verachtung Lohmanns
      gegenüber „Herrn Woelki“ (wie Lohmann den Kölner Kardinal
      aktuell an anderer Stelle bezeichnenderweise nennt),
      ist es mir nicht wert, näher darauf einzugehen. Nur dies:

      Allein schon der Satz
      „dieser Purpurgewandete, der in seinem Garten teuer die Wegführung ändern ließ, um nicht auf den Wegen der Vorgänger wandeln zu müssen“
      spricht für das „Niveau“ dieses Artikels.

      Offenbar hat Lohmann auch Woelkis Segenswünsche
      für den „Marsch für das Leben 2014“ vergessen:
      http://www.marsch-fuer-das-leben.de/media/marsch_2014_grusswort_woelki.pdf

      Und wenn Lohmann (im Zusammenhang „Emma“)
      Woelki scharf kritisiert – warum hat er das nicht ebenso
      ggü. Woelkis Vorgänger Meisner getan,
      der – man höre uns staune – Alice Schwarzer durchaus schätzt
      und schon zu Besuch in deren Frauenemanzipations-Archiv war?

      http://www.bild.de/news/aktuell/kardinal-meisner-schaetzt-alice-schwarzer-30322906.bild.html

      Lohmann wird einfach immer mieser und fieser.

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  2. Von vielen Kanzeln wird es wieder nur blah blah
    zu hören geben. Lebensschutz ja, aber bitte nur
    ganz, ganz vorsichtig, niemand verärgern!

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  3. Nun, wenn sich jemand schon auf ein Ereignis bezieht, welches nie stattgefunden hat, darf er sich nicht wundern, wenn man ihnicht ignoriert, egal was er sonst noch sagt...

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  4. Zum Einen kennt nur ein Evangelium den Kindermord und kein einziges außerbiblisches Zeugnis berichtet davon, es scheint eher christliche Legendenbildung zu sein. Zum Anderen frage ich mich, warum der liebe Gott so viele Kinder tötet, schon im Mutterleib, andere, mit offenem Rücken etwa, kurz nach der Geburt.

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    1. Natürlich sind es Legenden ... Die Volkszählung, welche angeblich schuld an der ganzen Geschichte mit Krippe & Co sein soll, fand Interessanterweise ja auch erst NACH dem Tod von Herodes statt (und das ist außerbiblisch belegt).

      Ansonsten, die Standardantwort : "Die Wege des Herrn sind unergründlich ... " ....

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    2. Lesetipp, was Papst Benedikt XVI.
      dazu anmerkte:

      http://www.blog-frischer-wind.de/2012/12/kindermord-von-betlehem-historisch.html

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    3. Benedikts "Wir sollten dem Zeugnis der Evangelisten trauen" ist nett, aber an den Fakten kommt auch er nicht vorbei. Faktisch gibt es keinerlei Hinweise auf die Historizität.

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    4. Man darf das mit der Kritik an der Historizität nicht übertreiben.

      Die beiden Geschichten vom Kindermord und von der Flucht nach Ägypten sind gute Bsp. Es sind nat. beides Legenden mit unklaren hist. Wurzeln. Das heißt aber nicht, dass sie keine Basis hätten und dass sie für unseren Glauben und die Einschätzung Jesu sinnlos wären.

      Wie alles im Evangelium schadet es nichts, wenn man daran glaubt, dass das wirklich passiert ist (obwohl das nat. in diesen beiden Fällen sehr unwahrscheinlich ist). Es schadet eigtl. sogar mehr, wenn man die Geschichten einfach als nutzlos abtut, nur weil sie höchstwahrscheinlich ahistorisch sind. Das wäre ziemlich ignorant.

      Das Entscheidende ist überhaupt nicht, ob das genau so passiert ist, sondern dass es so passiert sein könnte (zum. nach Ansicht der geistinspirierten Evangelisten) und daher aufschlussreiche Einsichten liefert, z.B. über den Charakter, den die Evangelisten und Anhänger Jesu dem Kg. Herodes und seinen Söhnen zuschrieben, und über die Rolle Jesu als verfolgter König in einer durch Unbarmherzigkeit und Machtpolitik geprägten Welt. Jesus steht auf der Seite der unschuldig Verfolgten und Vertriebenen und nicht auf der Seite der Machthaber und Verfolger.

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    5. Man muss Ihnen ja selten auf die Sprünge helfen, aber hier tut es Not ;-)

      Es sind theologische Texte, keine historischen, so einfach ist das. Sie sagen etwas über Gott aus und nicht über ein historisches Ereignis. Was die Sache etwas problematisch bis ärgerlich macht, ist die Tatsache, dass die Evangelien natürlich auch harte historische Fakten liefern, diese jedoch mit diesen theologischen Texten mischen. Das hat zu einigen unschönen Entwicklungen in der Kirchengeschichte geführt. Deshalb ist dann auch die historisch-kritische Methode so wichtig, um den Kern mal wieder vom Ballast zu befreien.

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  5. Der "Kindermord von Bethlehem", auch wenn ihn die Traditionalisten so lieben, hat nie stattgefunden, sondern ist eine Legende, die der Evangelist aus bestimmten theologischen Interessen eingefügt hat.

    Ebenso mit der - wiederum bei dem Progressiven - so beliebten "Flucht nach Ägypten". Auch diese hat natürlich historisch nie stattgefunden.

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    1. Das stimmt, trotzdem war Jesus eben ein einfacher Handwerker aus Galiläa, für den sich die Großen nicht interessierten und den Pilatus im Vorbeigehen zum Tode verurteilte. Wahrscheinlich wusste er ne Woche später schon nicht mehr, wer das war. Jesus ist von den jüdischen und römischen Eliten also durchaus verfolgt worden! Statt zu fliehen, ist er freiwillig in den Tod gegangen.

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    2. Falls er denn jemals existiert hat und daran zweifeln ja sogar so einige Kirchenhistoriker und Theologen ...

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    3. Aber dafür gibt es natürlich außerbiblische Zeugnisse :-)

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    4. Genau, Fuma,
      sofern man denn lesen will und kann:

      ZDF-Doku über König Herodes und die Kindermorde

      https://www.zdf.de/dokumentation/terra-x/koenig-herodes-kindermorde-100.html

      Zitat: "Ein spektakulärer Fund in der Hafenstadt Ashkelon an der israelischen Mittelmeerküste gibt eine überraschende Antwort auf die Frage. Aschkelon war zu Zeiten Jesu einer der wichtigsten Häfen Palästinas. Die antike Kaimauer ist längst ein Raub der Gezeiten geworden. Aber hinter den ehemaligen Hafenanlagen blieben die Fundamente der Häuser erhalten. Hier machten Archäologen vor wenigen Jahren eine grausige Entdeckung. In einer Grube inmitten des Wohnviertels fanden sie Hunderte von Babyknochen. Wie Gerichtsmediziner feststellten: fast ausschließlich von Jungen unter zwei Jahren - ermordet."
      Laut dem leitenden Professor fiel das in die frag-
      liche Zeit und spricht dafür, dass Herodes dermaßen
      grausam auch in Bethlehem vorging.

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    5. Hahaha, da war sicher Paul Badde am Werk. Sehr seriös ;-)

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  6. "Flavius Josephus fasste sein Urteil über Herodes in die Worte zusammen: Herodes "wütete gegen Schuldige und Unschuldige mit gleicher Bosheit" (Flav Jos Ant 17,6,5 (2)). Der Bericht des Evangeliums über den Kindermord des Herodes stimmt genau überein mit den außerbiblischen Angaben über die negativen Charakterzüge des Herodes: Ehrgeiz, Herrschsucht, Misstrauen, Verschlagenheit, Rücksichtslosigkeit und Grausamkeit. Mit den großen politischen Ereignissen und den Massenmorden durch Herodes, besonders an dem jüdischen Hochadel und an anderen führenden Persönlichkeiten ist allerdings der Mord in Betlehem im Hinblick auf die verhältnismäßig geringe Zahl und die politische Bedeutungslosigkeit der unmündigen Kinder armer, unangesehener Leute von Betlehem nicht zu vergleichen."
    die negativen Charakterzüge des Herodes: Ehrgeiz, Herrschsucht, Misstrauen, Verschlagenheit, Rücksichtslosigkeit und Grausamkeit. Mit den großen politischen Ereignissen und den Massenmorden durch Herodes, besonders an dem jüdischen Hochadel und an anderen führenden Persönlichkeiten ist allerdings der Mord in Betlehem im Hinblick auf die verhältnismäßig geringe Zahl und die politische Bedeutungslosigkeit der unmündigen Kinder armer, unangesehener Leute von Betlehem nicht zu vergleichen."

    http://www.blog-frischer-wind.de/2012/12/kindermord-von-betlehem-historisch.html

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