Donnerstag, 19. Januar 2017

"Amoris Laetitia": Kommen demnächst auch Polygamisten und Homo-Paare und fordern die Kommunion?

Bei elektrischen Geräten gibt
es häufig einen Überhitzungs-
schutz, der für eine automa-
tische Abschaltung sorgt.
Sowas gibt es in der katholi-
schen Kirche höchstens in Form eines Papstes, der endlich ein klärendes (Macht-)Wort spricht. - Klar, es geht wieder mal um "Amoris Laetitia" und um möglicherweise teilweise doch mehr oder weniger spekulative "Was-könnte-noch-alles-passieren?"-Denkmodelle.

So liest man beispielsweise gerade bei "kath.net" und bei Pater Brian Harrison, dass nun eigentlich streng genommen das Ende der katho-
lischen Ehe bevorsteht. Wenn die Schleusentore erst einmal geöffnet sind bezüglich der wiederverheiratet Geschiedenen - so die These -, dann wird es in der bekannten Salamitaktik des Fakten-Schaffens bald auch homo-
sexuelle Paare und Polygamisten geben, die ihre Kommunion-Hand aufhalten werden.

Der Kolumnist Ross Douthat von der "New York Times" sieht dem-
nach das Ende der katholischen Kirche in Reichweite, da es seit und mit dem Beschluss der Bischöfe von Malta "keine objektiven und durchsetz-
baren Grenzen bezüglich des Eucharistieempfangs"
mehr gibt. 

Die Priester und Beichtväter sind nun bestenfalls noch "Begleiter", aber nicht mehr "Entscheider", da ausschließlich das individuelle Gewissen
der Gläubigen zum Maßstab wird.

Wird da vielleicht doch etwas zu schwarz gesehen - oder trifft das eher ins Schwarze?
Artikel ---> HIER und HIER !

Kommentare:

  1. Jeder kann die Kommunion empfangen. Jeder kann die Hand aufhalten. Jedoch gibt es ein unwürdig und würdig. Niemand käme z.B. auf den Gedanken, einem Sozialschmarotzer das Bundesverdienstkreuz zu verleihen. Warum? Na, ja weil er nicht würdig ist. Weil er keinen Verdienst vorweisen kann. Ähnlich verhält es sich mit dem Empfang der Kommunion. Oder sieht das jemand anders?

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    1. Rhetorische Fragen (...) können zum Nachdenken anregen. Sie können der erste Schritt zur Lösung sein - vorausgesetzt, es sind die richtigen Fragen. Denn bei fast allen rhetorischen Fragen schwingt immer auch eine Botschaft im Subtext mit. Selbst wenn sie nur nach Fragen klingen, können Sie eine Aussage sein. Und manchmal verbergen sich hinter solchen Fragen sogar kleine Persönlichkeitstests.

      Quelle: http://karrierebibel.de/rhetorische-fragen/

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    2. Das Bundesverdienstkreuz als Metapher für den Empfang der Kommunion. Auf diesen bizarren Gedanken muß man erstmal kommen.

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  2. eine Frauenkreisvorsitzende19. Januar 2017 um 11:26

    Es wird immer schlimmer,
    und mit jeder Verlautbarung einer weiteren
    Bischofskonferenz wird das Entsetzen größer.
    Meine Tochter, die sich sowieso mit der Kirche sehr
    schwertut, sagte mir gestern, seit Papst Franziskus
    gibt's bei euch nur noch Zank und Streit,
    ich glaube ich trete aus der Kirche aus!
    Sie können sich vorstellen, dass mein Mann und ich
    eine schlaflose Nacht hatten. Wir sind völlig fertig,
    denn wir haben den Glauben immer vorgelebt.

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  3. Die Priester und Beichtväter sind nun bestenfalls noch "Begleiter", aber nicht mehr "Entscheider", da ausschließlich das individuelle Gewissen der Gläubigen zum Maßstab wird.

    Das ist unklar und unpräzise ausgedrückt.

    Der Priester war immer nur "Begleiter", was das Gewissen angeht. Niemand kann das Gewissen eines Menschen ersetzen, auch nicht autoritativ, das steht auch so im Katechismus. Man kann jmd. ins Gewissen reden, aber ob und wie sein Gewissen entscheidet, kann man nicht von außen bestimmen (wohl aber beeinflussen).

    Der Priester ist auch weiterhin "Entscheider", was den Sakramentenempfang angeht. Natürlich nur im Rahmen seiner priesterlichen Vollmachten. Einem nicht bereuenden oder missbräuchlich beichtenden Pönitenten kann und muss der Beichtvater selbstverständlich immer die Lossprechung verweigern bzw. diese aufschieben.
    Was er nicht mehr darf, ist Leute einfach gar nicht lossprechen, obwohl ihr Gewissen rein ist. Das war ja der Missbrauch bisher, der in Malta abgeschafft wurde.

    Was der Priester sowieso nicht darf, auch nicht vor Malta, ist irgendwelchen Leuten, die in der Schlange stehen, nach eigenem Gutdünken die Kommunion vorenthalten. Das geht nur bei "Skandal" in der Gemeinde. Früher galt es auch als "Skandal", wenn in der Gemeinde bekannt war, dass Leute "irregulär" zusammenleben (Erklärung des päpstlichen Rates für die Gesetzestexte von 2000).
    http://www.heilige-eucharistie.de/wissenswertes/kommunionempfang/erklaerung-des-paepstlichen-rates-fuer-die-gesetzestexte.html

    Nur diese Erklärung gilt nach Nr. 301 von AL heute nicht mehr und wurde dementsprechend jetzt auch in Malta übergangen.
    Dass das rechtlich genau so funktionieren muss, hatte ich schon im April nach Markus Graulichs Interview geschrieben.
    http://kreuzknappe.blogspot.de/2016/04/lesetipp-ein-kirchenrechtler-schreibt.html

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  4. "Einem nicht bereuenden oder missbräuchlich beichtenden Pönitenten kann und muss der Beichtvater selbstverständlich immer die Lossprechung verweigern bzw. diese aufschieben."

    Nun kann ein Priester leider nicht die Reue eines Beichtenden von dessen Augen ablesen. Auch ob ein Pönitent die Beichte missbräuchlich anwendet, ist erst einmal nicht zu ersichtlich, solange er über den Missbrauch schweigt. Da kann ja jemand einen Diebstahl beichten, den Seitensprung allerdings verschweigen. Dann ist die Sünde des Diebstahls auch wenn der Priester die Lossprechung erteilt NICHT vergeben.

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    1. Darum geht's ja nicht.
      Mit "Missbrauch" sind in erster Linie Leute gemeint, die entweder den Priester veräppeln oder ausnutzen wollen (Spaßbeichter, sexuell Interessierte, Verpetzer, Aushorcher, Reporter etc.) oder die komplett falsche Vorstellungen haben (z.B. Beichte zukünftiger Sünden; Beichten als Automatismus ohne jedes reuige Bedauern und Wiedergutmachungsabsicht; Beichte als Psychotherapie; pathologische Skrupulanten etc.).

      Einen Seitensprung verschweigen, auch wenn man gefragt wird: War sonst noch was?, wäre sicher ignorant und ein klassischer Fall für Ungültigkeit. Nützt keinem, ist aber auch nicht weiter tragisch.
      Einen Seitensprung nicht erwähnen, weil man ihn ganz ehrlich für weder sündhaft noch erwähnenswert hält, wäre ein klassischer Fall für irrendes Gewissen und macht die Beichte NICHT ungültig.

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    2. (Forts.)
      Darüber hinaus wimmelt es in der klassischen Buß- und Beichtlehre ohnehin von ungesunden Halb- und Teilwahrheiten. Das Angstregime war ja mitunter gewollt und systemimmanent und spiegelt sich in solchen teils offiziellen, teils auch nur volkstümlichen oder persönlichen Mythen.

      Die abstruse Forderung nach "Vollständigkeit" und die reflexhafte Bedrohung mit "Ungültigkeit" haben nicht nur Millionen von Skrupulanten erzeugt, sondern zusammen mit den Verhörpraktiken alter Schule den Untergang der Beichtpraxis besorgt. Solche Sargnägel sollte man nicht wiederverwenden.
      Ein Priester aus Köln erzählte letztens im Radio, wie ihnen als Kinder beigebracht wurde, für jede bei der Beichte vergessene Sünde wachse einem ein Nagel im Kopf. Dass man da Angst bekommt und sowas später nicht mehr mag, ist ja klar.

      Glücklicherweise hat Papst Benedikt XVI. informell schonmal festgestellt, dass (anders als der KKK noch behauptet) Vergebung außerhalb der Beichte an sich kein echtes Problem ist, Beichtallergiker also aufatmen können. Damit ist im Grunde der Schlimmste "Sargnagel" gezogen. Tradis wissen sowas allerdings meist nicht oder wehren sich dagegen.

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  5. So wird es weitergehen,
    bis zum endgültigen Chaos und Untergang
    der katholischen Ehe.
    Jeder Bischof, jeder Priester macht jetzt,
    was er für richtig hält.

    http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/us-bischof-kommunion-nur-bei-enthaltsamkeit

    Im verlinkten obigen Fall kommt das der katholischen
    Ehelehre noch einigermaßen nahe,
    im Gegensatz zum Wünsch-Dir-Was-Dokument der Bischöfe
    von Malta.

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  6. Ich verstehe da die ganze Aufregung nicht. Schließlich kann man sich die Jesus-Chips doch nach Lust und Laune während einer Messe gratis reichen lassen, sind ja auch ganz lecker.

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