Freitag, 6. Januar 2017

Kardinal Brandmüller über den Vorwurf, die Konservativen seien hart und unbarmherzig...

Kardinal Brandmüller, der gestern 88 Jahre alt wurde (herzlichen Glückwunsch!), stand dem Journalisten Paul Badde in einem Interview Rede und Antwort, online nachzulesen bei "CNA"
Hauptsächlich geht es darin
um den immer gerne erho-
benen Vorwurf, die Konser-
vativen
in der katholischen Kirche seien hart und unbarmherzig - also ein ganz grundsätzliches Thema... ---> HIER !

Kommentare:

  1. Ein schlagfertiger Kardinal Brandmüller
    bringt es auf den Punkt: Konservativ ist
    eigentlich etwas sehr Positives!

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  2. Brandmüllers Badde-Interview ist zum Haareraufen, dieses dummdreiste Gerede finde ich schrecklich. Man versteht einfach nicht: Ist er wirklich so dumm, oder stellt er sich nur so an?
    Dasselbe Gefühl hatte ich beim Lesen von Kdl. Brandmüllers Interviewbüchern mit Ingo Langner (z.B. "Vernünftig Glauben", 2011). Das Buch ist dermaßen unvernünftig, dass einem entweder schlecht wird oder man nimmt es mit Humor. Das ist wahrscheinlich das Beste, denn Witzchen scheint er ja tatsächlich zu lieben. Herzlichen Glückwunsch.

    Noch viel ärgerlicher sind aber die dreisten Unwahrheiten, zum Bsp. in diesem (unter Baddes Text verlinkten) Interview vom vorvorigen Jahr.
    http://de.catholicnewsagency.com/story/brandmuller-wiederverheiratete-geschiedene-nur-randthema-gibt-viel-wichtigere-themen-0082

    Da kann man wirklich kaum mehr drüber lachen und ihm auch keine Unwissenheit zugute halten. Ich scheue mich immer noch, Brandmüller offen als "Lügner" zu bezeichnen, aber es ist für mich einfach nicht vorstellbar, dass er als Fachmann nicht selbst bemerkt, das er das krasse Gegenteil der hist. Wahrheit verbreitet.

    Er gilt doch als einer der besten Kenner des Konzils von Trient. Und sagt selbst von sich: "Ich bin Historiker." Und dann zitiert er, nach Wiederheirat befragt, frech und frei Kanon 2 und Kanon 5 (die mit der Wiederheiratsfrage nichts zu tun haben) und lässt Kanon 7, wo es definiert ist, klamm und heimlich weg. Die Cedula des Konzils, die die Kmmunionzulassung von Wiederverheirateten (deren Partner noch lebt) für bestimmte Gebiete sogar ganz ausdrücklich erlaubte (eine Art Amoris laetitiae der Frühneuzeit), zitiert er natürlich auch nicht. Das ist so verlogen wie nur etwas.

    Seine letzte Aktion ist dieser Satz, der im SPIEGEL stand und der in den papstkritischen Foren momentan rauf und runter zitiert wird, um zu belegen, dass der Papst ein "Häretiker" sei und Brandmüller das angeblich bestätige.
    Dass in diesem Satz gleich drei freche Unwahrheiten stecken, hatte ich schon gesagt.
    http://kreuzknappe.blogspot.de/2016/12/papst-franziskus-soll-gesagt-haben-er.html?showComment=1482507043815#c2354981338183421259

    Wegen seinem Humor und seiner jovialen Art finde ich Brandmüller eigtl. wie gesagt ganz sympathisch, aber seine Brandstiftersprüche sind wirklich furchtbar. Herzlichen Glückwunsch :-(

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  3. Papst Franziskus hört sich zwar vieles an,
    trifft dann aber immer wieder einsame Entschei-
    dungen unter demütigender Umgehung der Kurie
    und der Vatikanverwaltung. Er selbst sprach einmal
    über "meine autoritäre und schnelle Art, Entscheidungen
    zu treffen", die ihm "ernste Probleme" einbringe.
    Geändert hat er aber nichts.
    Dann darf er sich doch nicht wundern, wenn sogar
    alte Fahrensleute wie Kardinal Brandmüller allmählich
    die Geduld verlieren.

    http://www.stimmen-der-zeit.de/zeitschrift/online_exklusiv/details_html?k_beitrag=3906412&newsletter=Herder_Theologie/20130920

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    1. Das er "unter demütigender Umgehung der Kurie" regiert, war allerdings von den Wählern genau so gewollt. Auch seinen Vorgänger dürfte das im Grunde freuen. Papst Franz wurde ausdrücklich dazu gewählt, um die Kurie zu entmachten, damit sie nie mehr einen Papst vor sich her treiben kann, wie sie das mit Benedikt tat.

      Das lächerliche Mitleid mit den "armen Kurienmitarbeitern" ist also völlig fehl am Platz. Die Kurie kann man gar nicht genug demütigen, die sind immer noch hochmütig genug.

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    2. Selten so einen Unsinn gelesen
      wie den von Jorge (14.24 Uhr):
      Papst Franziskus wurde doch nicht gewählt,
      um die Kurie zu demütigen!
      Er wurde gewählt, weil man von ihm annahm,
      er werde die von Papst Benedikt begonnenen
      Reformen kraftvoll fortsetzen und ausbauen.
      Niemand konnte ahnen, wie chaotisch
      und autoritär er handelt.
      Ich nehme an, Adolf Hitler wurde auch nicht
      deshalb gewählt, damit die Juden fast ausge-
      rottet werden konnten?!

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    3. Adolf Hitler wurde überhaupt nicht gewählt. Soweit zur Frage, wer hier Unsinn postet, und wer wovon wieviel Ahnung hat.

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    4. Lesetipp für Amateur-Klugscheißer
      und solche, die es werden wollen:

      http://www.focus.de/wissen/mensch/geschichte/nationalsozialismus/tid-8712/hitlers-machtuebernahme_aid_235500.html

      http://www.clemens-fritz.de/about_me-files/projects/Machtergreifung/05.pdf

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    5. ein Münchner auf Erden7. Januar 2017 um 05:39

      Da hat wohl jeder von beiden ein bisschen recht:
      Hitler wurde nicht direkt gewählt,
      wohl aber, wie auch der Link von "Mister XY" belegt,
      über die NSDAP-Liste.
      Daraus zu schließen, er sei nicht vom Volk gewählt
      worden, ist Geschichtsklitterung
      und ungefähr so, als wenn man sagen würde,
      unsere Bundeskanzlerin und unser Bundespräsident
      sind nicht vom Volk gewählt - was ja spitzfindig
      betrachtet auch stimmt.
      Am schlimmsten am Beitrag von Herrn KUHN finde
      ich aber die sich daraus ergebende Schlussfolgerung,
      dass das deutsche Volk dann auch ganz unschuldig
      sein müsste an allen Schrecken des Dritten Reiches.
      Ich weiß noch zu gut aus den Erzählungen meiner
      Eltern, wie man Hitler in den Städten in Massen
      zugejubelt hat, und es gibt ja auch noch genügend
      Wochenschauen von damals.
      Ich halte es für geradezu gefährlich,
      jetzt so zu tun, als hätten die Deutschen damit
      nichts zu tun. Solch eine Aktion Saubermann funktio-
      niert nicht!

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    6. Ich lege Wert auf die Feststellung, dass die Nazi-Apologetik sich nicht aus meinem Beitrag ergibt, sondern dass sie vom "Münchner auf Erden" frei erfunden und mir böswilligerweise unterstellt wurde.

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    7. Autsch. Ich glaube das nennt man "Murphy-Gesetz".

      @Münchener
      Fakt ist, dass "Hitler" hier von @Sebastian eingeführt wurde. Er war derjenige, der erkennen ließ, das deutsche Volk habe nicht gewusst, was "Hitler" anstellen würde (womit er zum Teil sicherlich sogar recht hat, zum Teil aber auch naiv ist, denn natürlich haben viele etwas Schlimmes geahnt und man konnte schon damals sehen, dass es auf eine "brutalstmögliche" Option hinausläuft, so ähnlich wie heute bei der AfD). Nur gibt es damals wie heute Menschen, die "brutalstmöglich" gut finden.

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    8. @Kuhn
      Ich würde @Sebastian in Schutz nehmen. Der Vergleich war gedankenlos ("Murphy" halt), aber für das von @Sebastian vertretene Argument, der Papst sei gewählt worden, ohne dass die Kardinäle wussten, was da auf sie zukommt, ist es rein argumentativ betrachtet nicht völlig abwegig.

      Inhaltlich ist es natürlich total abwegig.

      Wer die Berichterstattung 2013 verfolgte, weiß noch gut, dass der wichtigste Wunsch der Kardinäle (vor allem derjenigen, die Bergoglio gewählt haben) die Entmachtung Bertones und der Kurie war, die Benedikts Pontifikat vor die Wand gefahren hatte. Der zweitwichtigste Wunsch war auch nicht, Benedikts Kurs fortzusetzen, sondern einen ganz anderen Kurs einzuschlagen. Die tröstenden Märchen, die damals von enttäuschten Konservativen verbreitet wurden ("kein Blatt Papier", "die Medien irren", "der Papst ist katholisch" usw.), waren schon damals erkennbar Unsinn. Es ging um einen Kurswechsel. Allein die Enttäuschung und Panik vieler Konservativen unmittelbar am Abend der Papstwahl zeigt ja, dass das auch unmittelbar so wahrgenommen wurde. Auch wenn es viele im Anschluss krampfhaft nicht wahr haben wollten.

      Wichtig ist zu begreifen, dass solche Kurswechsel mit einem neuen Papst etwas völlig Normales sind. Es gibt eben nicht nur eine Richtung in der Kirche, sondern viele. Wer eine Richtung für die einzig Wahre hält, läuft im Endeffekt ins Schisma, wie jetzt bei den Amerikanern zu sehen.

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    9. Die unübertroffene Satire mit dem "Reklamationsformular", die der unvergessene @Geistbraus direkt in den Tagen nach der Papstwahl veröffentlichte (einer der besten Beiträge, die je in der sog. "Blogozese" bzw. ihren Randbereichen erschienen sind), belegt das übrigens auch alles.

      Leider ist das ja nicht mehr aufrufbar.

      @Kreuzknappe, gäbe es nicht irgendeine Möglichkeit, dieses unvergessliche Zeitdokument irgendwo zu besorgen und nochmal zur Ansicht zu stellen?
      Das war so fantastisch lustig.

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  4. @Kuhn: natürlich wurde A.H. 1933 gewählt. Und bis 1945 stand die überwältigende Mehrheit der Deutschen hinter ihrem "Führer". Peinlich, aber wahr. Leider auch viele Bischöfe mit unsäglichen Ergebenheitsadressen.

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    1. Die berüchtigten Marsmännchen, die 1933 eingefallen und 1945 wieder verschwunden sind? Lustig, ich dachte immer, normalerweise wären die Fronten hier ganz anders herum. Hatte mich mal ziemlich über Peter Winnenmöller echauffiert, als der beiläufig erkennen ließ, dass er dieser Marsmännchenhypothese anhängt.
      http://papsttreuerblog.de/2016/05/10/die-tagespost-vom-10-05-2016-vorsicht-demokratie/#comment-3973

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  5. Nun, Herr XY, weiß ich nicht, ob sie bereits ein Klugscheißer sind, oder erst noch einer werden wollen. Für eines von beidem scheinen Sie sich, ausweislich ihres Beitrags, wohl zu halten, da sie ihren Link dementsprechend beworben haben.

    Was ich nun als dezidierter Nicht-Klugscheißer ihrem klugen Link leider nicht entnehmen kann, ist die Antwort auf die Frage, inwiefern und von wem der Herr Hitler zum Reichskanzler oder gar zum Führer gewählt worden wäre. Nach meinem Kenntnisstand wurde Hitler vom Präsidenten Hindenburg ernannt, obwohl er wesentlich weniger als 50% der abgegebenen Stimmen erhalten hatte, und hat danach per Ermächtiguungsgesetz die diktatorische Macht an sich gerissen.

    Ich denke, man muss schon ein besonders bösartiger Feind der Katholischen Kirche sein, wenn man meint, eine solche Machtergreifung mit der Wahl eines Papstes durch mehr als 2/3 aller Kardinale der Kirche vergleichen zu können oder zu müssen.

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