Samstag, 14. Januar 2017

Kardinal Dolan aus New York bläst den Priestern seines Bistums den Marsch...

Der New Yorker Kardinal Timothy Dolan ist in seiner Wortwahl oft sehr direkt und deutlich, und das passt wohl auch in die heutige Zeit, in der man gerne schnell auf den Punkt kommt.
So hat der zu den eher gemäßigten Konservativen zählende medial sehr präsente Chef des Erzbistums New York  z.B. zum Thema "Abtreibung" ebenso klar Stellung bezogen wie etwa zu den "mangelnden Führungs-
qualitäten"
von Papst Franziskus oder zu Katholiken, die sich bekla-
gen, die Heilige Messe sei ihnen zu langweilig ---> HIER und HIER !

Nun hat er einen geharnischten Brief an alle Priester seines Erzbistums geschrieben, wie man im "National Catholic Reporter" und anderswo lesen kann.
Er überlegt nicht nur, die Bistumsverwaltung in eine preiswertere Stadt-
gegend zu verlegen, sondern er kritisiert vor allem ein "Misstrauen" der Priester und Gemeinden der eigenen Diözese gegenüber. Man denke kaum über den eigenen Tellerrand hinaus und betrachte die Spendeneinnahmen allzu gerne als Eigentum der Pfarrei: "Dieses Geld gehört uns. Hol dir dein eigenes, Dolan!" kann man im Brief lesen. 

Diese Kleinkariertheit, dieser auf die nähere Umgebung verengte Blick - das ist sicher ein Grundproblem, das der Kardinal da anspricht. Und wenn ich ihn erwähne, dann auch mit dem Hintergedanken, dass man vielleicht auch hierzulande ein wenig über seine Mahnung nachdenken sollte.
Der Kirche in Deutschland geht es finanziell hervorragend, zumindest im Weltvergleich. Ob man da nicht doch ein bisschen mehr für arme Katho-
liken und arme Priester in der Dritten Welt tun könnte...?!

Artikel (englisch) ---> HIER und HIER ! 

Kommentare:

  1. Genauso so ist es!
    Bei uns in der Pfarrei war für die Dauer von
    etwa einem Jahr ein indischer Priester mit einge-
    setzt, aber irgendwie kamen der Pfr. und er nicht
    so recht miteinander klar und wurden nicht warm
    miteinander.
    Nach einem Vortragsabend in unserer Kolpingfamilie
    lud ich den Priester privat zum Essen bei uns ein,
    und dabei plauderte er aus dem Nähkästchen, wie
    arm so manche Gemeinde in Indien ist und wie entsetzt
    er ist, wie man bei uns das Geld zum Fenster raus-
    schmeißt, z.B. auch bei sehr großzügigen Renovierung
    im Pfarrhaus, das Feinste vom Feinsten.
    Da denkt man schon mal darüber nach, ob das fair ist,
    wenn wir den armen Katholiken nur ein paar Almosen
    abgeben über Misereor und missio.

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    1. Sehe ich auch so. Es ist peinlich und unglaubwürdig, was für Unsummen die Kirche für Gebäudesanierung auf höchstem Niveau ausgibt - statt sich von etlichen Gemeinde- und Pfarrhäusern zu trennen, die längst viel zu groß sind.

      Erst recht gilt das natürlich, wenn es um Bischofsresidenzen geht, siehe Limburg. Da allerdings hat sich jedenfalls von den konservativen Katholiken kaum einer empört, sondern man hat versucht, dieses Rauwerfen von Millionen kleinzureden bzw. zu verteidigen...

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